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50 Jahre Disco

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von radiovictoria01, 19. Oktober 2009.

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  1. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    Wer das heutige Datum nicht bemerkt hat: Der Aachener Scotch-Club war weltweit die erste Discothek.... aber nur, weil live-Bands auf Dauer zu teuer waren. Also griff Klaus Quirini als "DJ Heinrich" (und immer mit dezenter Hornbrille) selbst zum Mikrofon und sagte (heutzutage total altmodisch) jede Platte an und stellte mit zwei Plattenspielern ein Programm zusammen.

    Neun Jahre später hatte er mit der DDO eine recht schlagkräftige Organisation für den neuen Berufsstand "DJ" aufgebaut (Deutsche Disc-Jockey Organisation) und deren gemeinsame Erkennungsmelodie in allen Discos (Man of action: Les Reed Orchestra) schaffte es dann als Indikativ vom 1970 gestarteten RNI.

    Warum? Es war ein Relikt aus dem ersten Sendeversuch Anfang 1968 von der "MV Galaxy" (ex Radio London), wo Klaus Quirinis DDO sechs DJs beisteuerte, um als "Radio Nordsee" vor Helgoland deutsches offshore radio zu machen (Projektname Radio Gloria).
    Als dies durch verfrühte publicity und einem eilends verabschiedeten deutschen Antipiratensendergesetz scheiterte, machten sich die ursprünglich als Senderbeschaffer und -techniker angeheuerten Meister & Bollier daran, ein neues RNI auszurüsten.
    Den Rest der Geschichte kennen wir.

    Jemand sonst Erinnerungen?
     
  2. WAZmann

    WAZmann Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Erwähne es ruhig, dass die Sozis es waren, die alles gestoppt haben. Seitdem hinken wir gut 40 Jahre hinterher, mit allem was Radio so ausmacht.
     
  3. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Zum ersten Absatz: Damit "nervte" heute Morgen schon halbstündlich das Frühstücksfernsehen der Öffis.

    Zu dem Rest: In einem E-Mail-Verkehr formulierte kürzlich jemand, das man für das, was du hier tust, durchaus den Begriff fremdschämen gebrauchen könnte...
    Wozu machst du eigentlich einen Faden zu 50 Jahre Disco auf, wenn du uns am Ende doch nur wieder mit deiner glorreichen Offshore-Radiozeit beglücken willst? Wird dir das nicht langsam selbst peinlich?
    Es ist ja schön, wenn sich Leute an die alten SWF3-Zeiten erinnern oder an den Rias oder von mir aus auch an DT64. Es ist auch irgendwie ganz interessant, wenn man seitenweise darüber philosophiert ob ein Programm wie Rias2 heute noch funktionieren könnte oder nicht. Gleiches gilt für das bereits erwähnte DT64, für alte Reinke-Mitschnitte und selbst für diverse Dinge rund um AFN. Es gibt bei all diesen Fäden und Postings allerdings einen ganz gewaltigen Unterschied zu deinem Geschreibsel. Dort geht es (fast) immer um Inhalte der einstigen Programme, Sendungen oder deren Moderatoren. In deiner wüsten Offshore-Glorifizierung, die sich mittlerweile durchs gesamte Forum zieht, lese ich immer nur wie toll das damals war, wann welcher Sender wo, wie und warum abgeschaltet wurde, wieder in Betrieb kam und dann doch irgendwo verendete. Ich lese aber nichts, absolut nichts über irgendwelche Inhalte dieser Offshore-Stationen, ausser das sie halt den vermeintlichen Musikgeschmack der damals Jugendlichen trafen. Den trafen andere aber auch, deshalb geht dein Gequassel nicht nur mir zunehmend auf den Zünder.
    Versteh mich mal nicht falsch! Deine Zeit als Roger Kirk waren bestimmt geile Jahre. Die will dir hier keiner madig reden. Aber hör endlich auf bei jedem zweiten Posting irgendeinen Zusammenhang zu den Offshore-Sendern zu zimmern. Das vor 50 Jahren die erste Discothek aufmachte hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass deren erster DJ Jahre später bei einer Offshore-Station sendete.

    So, das mußte mal gesagt werden. Ich habe fertig.
     
  4. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    hi,
    in einigen Punkten stimme ich Dir sogar zu.... Der Beitrag lief bis zum Erbrechen, sogar noch am Abend. Was allerdings fehlte war genau dieser Teil der Geschichte (RNI), vermutlich, weil es nur um das Thema "Disco" ging.
    Über einzelne DJs, Namen oder Beteiligte wollte ich eigentlich nichts aussagen... :rolleyes:
    Zu den Inhalten der damaligen Seesender: Pop, Pop und nochmal Pop, und das zwischen 14 und 24h am Tag. Inhalte: Keine Politik, nur (anfangs "geklaute") Kurznachrichten plus Wetter und Moderation (plus Werbung natürlich).
    Der Pop "nonstop" war aber das bahnbrechende an der damaligen Situation, die man eben nichtmit heute vergleichen kann. Und wer es nie gehört hat, leider, auch nie so richtig begreifen kann.
     
  5. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Warum sagst du es eigentlich nicht so, wie es ist? Deine Offshore-Sender waren Dudelfunk in Reinkultur und damit mehr oder weniger die Vorreiter für den heutigen Kommerzfunk, also der Anfang vom Ende. :p:D
     
  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Inzwischen haben die Discjockeys die Moderatorenstühle in den Rundfunkanstalten erobert...
     
  7. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Der Witz ist, daß ich mir vor einigen Tagen ähnliche Gedanken gemacht habe. Ich will Roger nicht zu nahe treten (und er weiß sicher wie ich das meine), aber die größte Strafe für ihn wäre, wenn er die Worte

    - Offshore
    - RNI
    - und alle anderen Worte die etwas mit Piratensendern zu tun haben

    nicht mehr benutzen dürfte. Wenn ich an der Forensoftware "rumspielen" dürfte, gäbe es den passenden PHP-Code der darüber wacht und notfalls eingreift. Technisch ist das kein Problem. ;)

    vg Zwerg#8
     
  8. dea

    dea Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Nicht, dass ich schützend die Hand über Schwarzfunkerei halten möchte - keineswegs! - aber:

    Die Foren leiden seit langem bereits an einer ganz anderen Art unlauterer Propaganda, die ich für wesentlich schlimmer halte. Neben den häufig extrem bescheuerten Pressemeldungen, die der Webbot in seinen entsprechenden Thread packt und die oft genug nichts anderes als Promos auf irgendwelche beknackte Aktionen billigster Privatprogramme sind, gibt es auch noch User, die äußerst fragwürdige Threads eröffnen. Diese erwecken auch nicht selten vielmehr den Verdacht, lediglich irgendwelche Aktionen mieserabler Programme ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, statt einen ernsthaften Erfahrungs- oder Meinungsaustausch zu bezwecken.

    Da halte ich für weit bedenklicher und vor allem extrem lästiger als
    Das gehört zwar nun nicht in den Thread hier, aber muss einfach mal gesagt werden und ginge unter "Über Radioforen" am Ende auch unter.
     
  9. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Mönsch Zwergi, du willst den täglichen Ausstoß von rv01 wohl auf 0 Posts drücken. ;)
    Meinen Segen hast du.


    Ansonsten stimme ich Kultis kluger Wortmeldung uneingeschränkt zu. Langsam wird es unerträglich in jedem zweiten Thread die gleiche unnötige Glorifizierung einer Handvoll kaum hörbarer Sender zu lesen. Das war seinerzeit vielleicht mal ein nettes Hobby, aber objektiv gesehen gerät hier einiges aus den Fugen.
     
  10. chapri

    chapri Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Meinen Segen haette er auch, zumindest was das Stichwort "Offshore" betrifft. Nostalgie kann auch in Wahn ausarten - und die Leser See(h)krank machen. Iss gut gezz!
    Bei den Piraten sehe ich's NOCH nicht so eng ...

    Und nun, da der Thread-Titel entgegen der Forenbedingungen irrefuehrend ist :), sei mir folgende Anmerkumng gestattet: Ich mache jetzt keinen Thread auf, bloss weil es bald wieder eine Sendung namens "Hitparade" geben wird... :)
     
  11. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Wo der zwerg Recht hat, hat er Recht... :D.
    Nur wollte ich mit diesem thread nicht in die Richtung des von radiokult etwas voreilig formulierten Verdachts gehen... no way. Wer es weiß, weiß es, wer nicht, auch gut...
    Es war sowieso alles andere als glorreich...:rolleyes:

    Zum Thema "disco": Wer erinnert sich noch an die alten Tage? 1970/71 war ich bei zwei (vom Platz her) relativ kleinen Discotheken. Dort standen Schlangen (!) von Menschen vor der Tür, um endlich eingelassen zu werden. Teilweise mussten die Türsteher (auch so ein neuer Beruf, der damals entstanden ist) warten, bis einige Gäste das Lokal verlassen hatten, um neue Klientel wieder herein zu lassen.

    Und: Es gab in den kleinsten Löchern Discos. Als ich in Münster vor Ort war (Leckebusch), waren in dieser kleinen Stadt sage und schreibe acht Discos zu finden, teilweise übereinander. Und wenn ich mich an Frankfurt erinnere... Penny Lane, Number One, Tiffany.

    Und als vor nunmehr 17 Jahren ein neuer Discotempel hier in meiner Region eröffnete, standen die Gäste wieder in einer mindestens 500m langen Schlange (!) bis auf die Strasse zurück.
    Schnee von gestern. Damals hatte die Disco bis auf Montag jeden Tag offen. Heute, immer noch existierend, nur noch Do (aber nur die halbe Disco), Fr,Sa und So...
    Geht die Discoära zu Ende?
    Müssen wir 50 Jahre später nicht gleichzeitig den Trauergesang anstimmen?
     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    @rv1: Dein letztes Posting wäre problemlos durch den "Zensur-Code" geschlüpft... Glückwunsch. ;) Und mach dir bitte keine Gedanken zur "Verschleierung": "O.ff-s_ho.re" geht definitiv nicht durch, denn das sind die altbekannten Spammertricks. ;)

    Ernsthaft:
    Es ist eine Binsenweisheit, aber die Gastronomie hängt unmittelbar an der wirtschaftlichen Situation im Land. Wenn das Geld knapp wird, spart der Bürger zuerst an dieser Stelle, trinkt Selters, anstatt Sekt oder bleibt gleich zuhause. Gleiches gilt für die "Kultur", also Theater, Kino etc.

    Um es aber gleich jetzt zu sagen, die Gastronomie ist nicht ganz unschuldig an dieser Situation, denn mit der Einführung des Euro hat man in DE mächtig an der Preisschraube gedreht. Heute nekommt man für 8€ vielleicht einen kleinen Teller "Spaghetti Bolognese", für 16 DM bekam man früher (1991 in Dietersheim bei München) einen Riesenteller mit einem Schnitzel (fast so groß wie der halbe Teller) mit Riesen-Kartoffeln (die andere Hälfte des Tellers).

    Nur um mal ein krasses Beispiel zu nennen: Eine Bockwurst mit Brötchen kostet heute an der Autobahn (A5) in BaWü etwa 2,95€ (bis 7€ in anderen Gegenden Deutschlands habe ich aber auch schon gehört). Normalerweise ist da der Senf dabei. Letztens wollte man an einer Raststätte aber 40 Cent extra für 10 Gramm Senf (diese kleinen Tütchen) haben. Da kann man nur den Kopf schütteln, bezahlen, oder die Bockwurst ohne Senf genießen.

    Gut, in Raststätten direkt an der Autobahn ist es immer etwas teurer. Das ist was für Touristen. Wer schlau ist, fährt daher einen der vielen Autohöfe etwas abseits der Autobahn an. Dort halten die Trucker und dort ist auch alles etwas billiger - nicht nur der Sprit. Die leben schließlich davon, daß die Trucker immer wiederkommen.



    Aber zurück zum Thema.
    Dieses Auf und Ab der Gastronomie (also auch Disco) lässt sich wunderbar anhand der Situation im Osten nach der Wende beschreiben.

    Unmittelbar nach der Wende (noch Ostmark-Zeiten) saß das Geld relativ locker. Eine Wodka-Cola kostete vielleicht 1,60 M, maximal 2,50 M. Findige Leute aus dem Westen stellten "mitten auf der Wiese" "Disco-Zelte" hin oder verkauften halt Videorecorder (Stückpreis maximal 1000 DM) für 6000 Ostmark. Beide Geschäfte liefen gut.

    Dann kam die Westmark und die Wiedervereinigung. Die Stadt Leipzig sah sich beispielsweise gezwungen, die finanzielle Unterstützung für die Jugendclubs der Stadt einzustellen. Ganz schlechte Zeiten brachen an, nicht nur für die DJs, die zuvor ihr Geld direkt vom Kulturamt bekamen. Siehe zur damaligen Situation in LE ganz besonders:
    http://www.gruen-as.de/1995/06/artikel1.html


    Mitte der neunziger Jahre wurde Mut aber auch belohnt. In Chemnitz eröffnete eine (die erste?) Großraumdisco. Und siehe da - die Leute standen Schlange. Anfangs habe ich dort drei Tage hintereinander (Do-Sa) aufgelegt und ich verbinde damit ein besonders nettes DJ-Erlebnis. (Ja, der Zwerg erzählt jetzt vom Krieg...)

    Diese Disco lag etwas außerhalb der Stadt, man mußte durch eine Vorstadtsiedlung mit 30er-Zone fahren. Eines Tages erlaubte sich die Polizei einen Gag und stellte einen Blitzer auf. Als ich durch die Siedlung fuhr machte es "Blitz". "Ach du Scheiße - das gibt Ärger..." Ich sollte Recht behalten, denn das halbe Personal war schon in die Falle getappt. Und dann kamen die Gäste. Keine Frage, auch die waren größtenteils etwas zu schnell unterwegs und daher etwas sauer. Stimmung am Boden. Was nun?

    Ich habe meine Mugge nach der Begrüßungsrede, natürlich mit Hinweis auf den Blitzer, einfach mit "Ich will Spaß" begonnen - und der Saal hat sofort wie wild "getobt". Vergessen war der Frust: Wir leben heute und der Brief von der Polizei kommt eh erst in zwei Wochen...



    So schnell wie eine Disco "in" ist, so schnell ist sie aber auch "out". Das ist eine andere Binsenweisheit. Es hat zwar zwei, drei Jahre gedauert, aber in CH eröffnete eine andere Großraumdisse, direkt an der Hauptstraße am Ortseingang. Natürlich sind die Leute neugierig, das ist normal. Man lockte aber monatelang mit Niedrigpreisen, hatte einen ganz langen Atem - und damit am Ende gewonnen.





    Ich glaube nicht, daß die Disco stirbt. Die Leute sind heute nur zu sehr verwöhnt. Man muß sich als Betreiber immer etwas neues einfallen lassen. Das kann aber auch nach hinten losgehen: Im "Schauhaus" in LE versuchte man sich mal an einem "Super-Basswoofer" - also so mit "richtig" Hub & Druckwelle. Da ist, der Legende nach, der Kitt massenhaft aus den Fensterrahmen gefallen. ;)

    Grüßle Zwerg#8
     
  13. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Ja, in den 1:1 umgesetzten Gastropreisen (besonders alles rund um die Pizza) gebe ich Dir Recht, habe ähnliche Beobachtungen gemacht. Der Witz: Einer der ganz großen Pizzalieferanten und Lokalinhaber hier in meiner Region hat tatsächlich korrekt umgerechnet und die Preise nicht erhöht... nur wurde er nicht belohnt dafür, sondern litt auch unter Umsatzeinbussen.

    Auf die Discos umgemünzt kann man das Argument allerdings nicht so gelten lassen: Da gab es dann flatrates und Sauf-soviel-du-kannst-für-einen-Preis oder "two for one". Immerhin einiges zum sparen. Hier liegt die momentane Misere eben in der Wirtschaftskrise (kids haben kein Geld, sind arbeitslos & Ältere gehen weniger weg, geben aber im Schnitt mehr aus) und -auch wenn es einige nicht gern hören wollen- das Rauchverbot.
    Die von mir erwähnte Disco ist da noch gut dran: Es sind zwei Läden im einen. Der Fox-Bereich für die Ü30-people ist rauchfrei (samt Bistro), der Popladen qualmt... trotzdem geht der Umsatz drastisch zurück. Bis zu 50% (!) nach meinen Beobachtungen, und ich bin da recht oft....
     
  14. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Da war man in Österreich schlauer. Dort gab es keine verdeckten Preiserhöhungen durch die Währungsumstellung. Alle Preise mußten korrekt umgerechnet werden.

    Völlig richtig. Die "Happy Hour" haben wir evt. noch vergessen, damit die Gäste meinetwegen vor 22 Uhr in der Disse erscheinen und die Hütte gleich zu Beginn der Veranstaltung einigermaßen voll (im Sinne von "gut besucht", nicht "volltrunken" ;)) ist. Aber diese Aktionen haben ja irgendwann alle Discotheken eingeführt. Insofern kalkuliert man in diesem Geschäft sowieso knallhart. Wenn die Hütte voll ist, geht die Mischkalkulation auf, bleibt aber auch nur ein Teil der Gäste über einen längeren Zeitraum weg, ist das irgendwann der Ruin.

    Und damit sind wir bei der nächsten Binsenweisheit: Wenn ein Laden einem Gast nicht "voll" erscheint, dann dauert es nicht lange, bis auch dieser Gast nicht mehr kommt. Schließlich will der Gast dort sein, wo sich "das Leben" abspielt. Das ist eine Spirale, der Laden ist "out" und kann praktisch schließen.

    Moment! Selbstverständlich kann man als Betreiber einer Disse im nächstbesten Studentenwohnheim anrufen und die Studentinnen "einladen", oder "anlocken" - mit einem Gutschein. Alles schon dagewesen, denn - nächste Binsenweisheit - wo viele Frauen sind, sind auch Männer... ;) Nur leider kommt auch die sparsamste Studentin nicht mit einem 15€-Gutschein durch die Nacht. Nach zwei, drei Stunden sind sie alle wieder weg. Diese Notfall-Rettungsaktion kann man sich also gleich sparen... ;)


    Das ist das allgemeine Problem. Nichts anderes.

    Zwerg#8
     
  15. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Macht ihr (und nicht nur ihr, sondern die Gesellschft allgemein) es euch nicht zu einfach, alles auf die "Wirtschaftskrise" zu schieben? - Übrigens noch so ein Schlagwort ist "Globalisierung". - Mit beiden Worten kann jegliche ernsthafte Diskussion und Ursachenforschung im Keime erstickt werden, und wird sie auch. - Leider!
     
  16. chapri

    chapri Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Die Misere liegt meist in mangelndem Einfallsreichtum des Betreibers.
    Wenn in einem mir bekannten "Autonomen Zentrum" oder "Ringlokschuppen" die Breakbeat-Party - unter anderem in einem ehemaligen PFERDESTALL - laeuft, ist der Ansturm so gross, dass irgndwann kein Einlass mehr stattfindet.
    Eben keine klassische "Disco", sondern origineller!
     
  17. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Normalerweise nicht. Ich bin aber offen für deine Thesen. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber die Krise ist mittlerweile überall angekommen, außer bei den Beamten (besonders Finanzamt) oder festangestellten Mitarbeitern des öffentlich rechtlichen Rundfunks.

    Soweit ich das aber anhand meiner Erfahrungen einschätzen kann, sparen die übrigen Menschen in Krisenzeiten zuerst an den "nicht unbedingt notwendigen Ausgaben" für Freizeit und Kultur. Notfalls muß halt ein Sixpack Bier und irgendeine Comedysendung auf RTL als Freizeitgestaltung am Samstagabend reichen. Das ist leider so.

    Billige Gegenfrage: Würdest du heute im Raum Nürnberg/Fürth eine Discothek eröffnen?

    Ich gebe dir teilweise Recht. Ich kenne bei mir in der Gegend auch solche "Untergrund-Veranstaltungen" (also keine klassische Disco), die irgendwo auf einem "Bauernhof" stattfinden und kurzfristig und nur über Internet bekanntgemacht werden. Laut Aussage eines Teilnehmers hat sich sogar mal ein DJ aus England mit seiner Freundin in den dunklen Schwarzwald "verirrt". Der DJ hat dann auch gleich mal ein paar Stunden aufgelegt... Alles total locker und easy.

    RV1 und ich redeten bisher aber von stationären Großraumdissen. Die haben Fixkosten (sie sollten sich vielleicht mal bei Ö3 melden - Stichwort "Fixkostenmonat" - kleiner Scherz ;)) und investieren normalerweise viel Geld in Licht und Ton, um den Gästen immer wieder etwas neues bieten zu können. Diese ganzen Nebenbeiaktionen, von der Schaumparty bis zum Wet-T-Shirt-Contest, haben sie doch alle schon mehrfach durch. Das reißt heute aber niemanden mehr vom Hocker.

    Was soll eine Großraumdisse also machen, außer auf bessere Zeiten zu hoffen?

    Ich weiß es nicht. Wenn die Leute sparen müssen, kannst du als Großraumdissen-Betreiber veranstalten was du willst - es kommt niemand, bzw. es rechnet sich nicht.


    Grüßle Zwerg#8
     
  18. chapri

    chapri Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    ... und ich in Sachen Ringlokschuppen eigentlich auch. Der Trick ist z. B. die Untervermietung unter Zuhilfenahme von bekannten DJs! Bei 9 bis 10 EUR Eintritt (nix mit Freigetraenk u. aehnl. Scherzen) war die Bude gerammelt voll!
    Die Leute kamen sogar vom Niederrhein oder aus dem Muensterland in's Ruhrgebiet! Ich bleibe also dabei: Die Ausrede "Wirtschaftskrise" zieht hier nicht, da die Tanzwuetigen auch mal sorgenfrei abhotten wollen. Ideenreichtum ist gefragt!
     
  19. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Dann ist es eine löbliche Ausnahme.... das gleiche Konzept versuchen (mit sehr mässigem Erfolg) auch zwei andere, kleinere Discos hier im Raum. Zudem nimmt die Zahl der DJs ab, die praktisch als Subunternehmer etwas riskieren...(wollen).

    Abhotten will jeder mal, sich zulaufen lassen auch: Aber das Geld fehlt einfach. Selbst so eine originelle Disco zieht meist nur einen Tag (pro Woche). Für eine Großraumdisco fast nicht umsetzbar....
    Und was ist hier alles schon kaputt gegangen: Aus der Schüler-Presinger Dynastie die "Zeilgalerie" in Ffm, das Aladdin's in Goldbach (jetzt türkische Disco), das Dorian Gray unter dem Flughafen, Pascha in Ffm, Paramount Park in Rödermark usw. usw.
    Es halten sich nur solche mit einem Konzept und (austauschbaren, da mehrfach von mehreren Läden verwendete) Aktionen (im Einkauf billiger) von Discoketten.
    Zum Beispiel die, die eine Strassenbezeichnung im Namen haben (A 65 oder so) oder "Lollipop". Selbst die leiden.... bei den Misswahlen, wo man früher wegen einem Stück Badeanzug totgetrampelt wurde, hat man heute freie Sicht auf die Damen.... :D.
     
  20. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Ich denke, es ist an der Zeit ein paar Standpunkte näher zu definieren. Wir reden sonst vollkommen aneinander vorbei.

    Ich war früher ein Mainstream-DJ. In CH habe ich daher nicht "Techno" aufgelegt, sondern die Ü30 bedient... Lustigerweise ging die Ü30-Party oft länger als die Kinderparty im Techno-Saal. Die Mädels an der Bar waren sowieso alle lieb und nett zu mir (Babes, ich liebe euch noch heute - alle! Liebe Grüße nach Chemnitz!), sie jammerten aber auch immer kollektiv rum, wenn ich auflegte: "Bei dir gehts immer so lange..." Das hat sich schnell rumgesprochen. Ja, bis früh um sechs, wenn's sein mußte. Ü30, wohlgemerkt. Da muß man durch als Lurch. ;)


    Chapri, ich rede in diesem Thread und Zusammenhang nur von "Mainstream", nicht von irgendwelchen alternativen Projekten. Die traditionelle "Mainstream-Disco" (ich will nicht "Tanzabend" sagen, weil das falsch wäre) lebt durchaus noch, auch wenn die Zeiten gerade eher schlecht sind. Die Ü30-Generation lässt sich doch den Spaß nicht verderben. Wo kämen wir denn da hin!


    vg Zwerg#8
     
  21. chapri

    chapri Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Die eigentliche "Mainstream-Disco" - also Ü30 - ist im Ringlokschuppen auch immer gut besucht gewesen. Allerdings haben die seltsamen Hobby-DJs fast immer das Gleiche aufgelegt. DIE waren also einfallslos!
    Und was die Ausdauer angeht: es wird ÜBERALL später! Früher gings um 20 Uhr los, um 1 Uhr war Schluss - heute gehts um 1 Uhr los und bei den jungen Hüpfern ist um 8 Uhr Schluss (na ja, ich habe als alter Sack dazwischen max. bis halb acht durchgehalten), während bei den Ü30-Parties um 5 Uhr die Leute 'rausgeschmissen werden.
    Als es noch gar nicht "in" war, so lange durchzuhalten, habe ich um halb zwei noch mal die Tanzfläche füllen können - als GarNichtMainstream-Hobby-DJ...
     
  22. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Genau. Fehlte in meiner Aufzählung: In den 60er/70er Jahren ging es um 19h30 los (samt Schlangen vor der Tür), heute öffnen die Dinger erst um 21h30 und um 22h hat man mal 20 Personen, die durchs Areal irren.
    "mainstream" würde ich nicht mit Ü30 gleichsetzen, ist beides "mainstream": Eine Disco macht es mehr foxorientiert, die andere aber kids mit techno/trance, oder (Einzelabend) mehr "black/hip-hop" und bis vor kurzem waren dort auch die eighties-Parties (inkl. NDW und new wave) sehr sehr beliebt.
    Aber daß diese großen Tanztempel doch schon schwer leiden, trotz genug Angebot und Abwechslung und Aktionen, gibt einem schon zu denken.
    Und, zwerg, seit wann liegt Chemnitz in der Schweiz? :rolleyes:
     
  23. chapri

    chapri Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    "Mainstream" verwende ich meist in Musikgefachsimpel und hab's auch hier getan - nicht ganz unpassend.

    Was bei Ü30-Parties den Leuten i. d. R. immer wieder um die Ohren gehauen wird, veranlasst Jüngere zur Flucht! Das Dreisteste ist dann, Musikwünsche zu ignorieren!

    Ich bleibe dabei: mehr Fantasie ist gefragt - sei es die Hinzunahme von Promi-DJs (es muß nicht Frl. Siegel oder Naddel sein) oder die Zuhilfenahme von talentierten Video-DJs!
     
  24. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    So isses.
     
  25. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: 50 Jahre Disco

    Ich hau mich weg! ;) Ich habe Kulti ja schon gefragt, woher er immer wieder seine "Schnipsel" herholt, das ist aber (s)ein Geheimnis.

    Voll Cool - Kulti!!!

    EDIT: Die Qualität, nicht nur, dieser Aufnahme (in Stereo) verrät mir aber, daß du ganz nah an der Quelle sitzt... ;) Gut sortiertes Archiv oder Belegexemplar...
     

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