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AFP - Journalismus für senile Kollegen?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von dea, 21. Oktober 2009.

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  1. dea

    dea Benutzer

    Man liest ja wirklich viel Mist und muss leider jede selbst noch so wahrscheinlich klingende Nachricht kritisch zu hinterfragen. Allerdings übertreibt man es bei AFP heute mal wieder gewaltig und scheint wohl einen falsch datierten Aprilschwerz absetzen zu wollen?!
    Da ich zuerst gar nicht glauben wollte, was da steht, habe ich die Meldung nun X mal durchgelesen, aber es steckt für mich keine versteckte Information darin, die den Schwachsinn, den nicht mal ein Grundschüler mit 'ner 4 in Mathe glauben kann, erfassbar macht:

    AFP veröffentlich Zahlen einer Forsa-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Stern". Die Umfrage hat in Zahlen das Vertrauen von 1000 Deutschen zu Spitzenpolitikern erfasst und man vergleicht in der Meldung Zuwachs bzw. Verlust mit Umfragewerten vom Juli.

    Es ist schon interessant, wie 66 % der Deutschen einer Angela Merkel vertrauen können und 63 % zu Guttenberg. Damit sind wir locker bei 123 % vertrauenden Deutschen. Hinzu kommen im Rahmen der AFP-Meldung 6 weitere Politiker mit Prozentsätzen zwischen 28 und 52! In der Endsumme haben 375 % der Deutschen Vetrauen in 8 Politiker. Laut der Meldung kämen jetzt noch 49 % CSU-Anhänger, die Seehofer vetrauen, und 68 % SDP-Anhänger, die Steinmeier vertrauen, hinzu. Das können wir aber gleich ganz außen vor lassen, weil unklar bleibt, wie von 1000 befragten Deutschen 117 % Anhänger zweier Parteien sein können, der Rest.... tja, was?

    Unfassbar, wie man solchen Stuß als Agenturmeldung verbreiten kann.
     
  2. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Ist Dir nicht in den Sinn gekommen, dass es Umfragen gibt, bei denen man statt nur einer Auswahl auch mehrere treffen kann?

    Zum Beispiel kann die Umfrage lauten "Welchen dieser sieben Poltiker vertrauen Sie am meisten, bitte nennen Sie drei."

    Wäre das nicht auch möglich? ;)
     
  3. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Oder noch besser: "Nennen Sie 4 von 3 Politikern, denen sie am meisten vertrauen. Nennen Sie diese 4 bitte einmal unter neutralen Gesichtspunkten und ein weiteres mal als Anhänger der Parteien, denen diese Politiker angehören!"

    Wie kann man das in Nachrichtensprache gießen und den Hörern vermittelm, ohne dass diese denken, in der Redaktion könne man den Karneval vorgezogen haben?
     
  4. Hinhörer

    Hinhörer Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Umfragen der genannten Art sind doch wirklich nichts Neues.

    Gefragt wird z B:

    Vertrauen Sie Angela Merkel? [ ] ja, [ ] nein, [ ] weiß nicht.
    Vertrauen Sie Karl-Theodor zu Guttenberg? [ ] ja, [ ] nein, [ ] weiß nicht.

    Und so weiter und so fort für eine beliebige Anzahl weiterer Namen.

    Die genannten 66 % bedeuten dann, daß zwei Drittel aller Befragten (oder aller unter Abzug der Weiß-nicht-Ankreuzenden, je nachdem, welche Zahlen man erhalten will :D) mit ja geantwortet haben.

    Wenn Du die Meinung zu hundert Politikern erfragst, erhältst Du spielend auch vierstellige Prozentzahlen als Summe. Das liegt aber nicht daran, daß die Mathematik nicht stimmen würde, sondern daß die Summe als solche keinen Aussagewert hat.
     
  5. Commander_Keen

    Commander_Keen Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Man muss Nachrichten halt auch verstehen können....
     
  6. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Auch eine Auslegungsvariante, ja. :)

    Mir ist schon klar, dass meine verschärfte Art der Auslegung durch simples Addieren der Prozentsätze das Absurde dieser Statistik maximal verdeutlich, selbstverständlich aber nicht richtig ist. Dennoch: Auch wenn ich andere Versuche unternehme, ein zusammenfassendes Bild zeichnen zu wollen, dass sich im Rahmen einer Hörfunk-Nachrichtenmeldung ohne Umschweife und unmißverständlich vermitteln lässt... es bleibt Kopfschütteln. Gut, dass man nicht zwingend über alles informieren muss, vor allem dann nicht, wenn eigentlich keine Information vorhanden ist.
     
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Eigentlich geht es ja nicht um "senile Kollegen" bei AFP - denn das Beispiel ist sicher in dieser oder ähnlicher Form un etlichen anderen Medien auch gelaufen, sondern es geht um die Frage: Was ist eine Nachricht und wie formuliere ich sie richtig?

    Wenn es tatsächlich, wie zu vermuten, eine Umfrage gegeben hat, die eine größere Zahl von Politikernamen mit der Fragestellung "vertrauen - ja oder nein?" angeboten hat, dann hätte die News lauten müssen:

    Angela Merkel genießt von allen deutschen Spitzenpolitikern das größte Vertrauen bei den Bundesbürgern. Erschreckend viele Bürger vertrauen aber überhaupt keinem Politiker. Dies ergab eine Forsa-Umfrage, bei der abgefragt wurde, zu welchen deutschen Spitzenpolitiker die Wähler in welchem Maße Vertrauen hegen. Angela Merkel vertrauen immerhin noch 66 Prozent der Befragten, Wirtschaftsminister zu Guttenberg kommt mit einer Quote von 63 Prozent auf Platz zwei. Am wenigsten Vertrauen genießen nach dieser Umfrage .... usw.
     
  8. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Hast du die komplette Statistik recherchiert und macht sie diese Aussage? Ich habe mir jede Zeitverschwendung damit verkniffen. Die besagte AFP-Meldung jedenfalls machte nur Positivaussagen und lies offen, was der Rest von den befragten Personen antwortete, die nicht einem der angegebenen vertraut, sondern möglicherweise lieber andere an der Spitze sehen möchten. Ich kann meinen Hörern nicht sagen, dass gefühlt erschreckend viele niemandem vertrauen, wenn ich das gar nicht weiß.

    Wie gesagt: Verworfen, da viel zu unglaubwürdig.
     
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    @dea
    Zustimmung! Ich habe mich nicht mit der Umfrage beschäftigt, sondern nur aus den dürren Informationen in diesem Faden einen Entwurf geliefert, wie eine inhaltsreiche Nachricht aussehen müsste, damit sie sendenswert wäre. Ob die Umfrage diese Inhalte überhaupt liefert, weiß ich nicht. Wenn sie sie nicht liefert, dann ist es keine News wert, da gebe ich Dir Recht.
     
  10. claudes

    claudes Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Diese Umfrage ist ein Quell allen Übels.
     
  11. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Ob solche Umfragen an sich sinnvoll sind kann man ja bezweifeln - ToWa wäre jetzt berechtigterweise wieder mit dem "welche (positiven) Auswirkungen hat diese Nachricht auf mein Leben" auf die Barrikaden gesprungen.

    Aber die Statistik dahinter ist mathematisch korrekt.

    Deiner Aussage entnehme ich nur eins:
    Der Redakteur, Moderator... darf den Inhalt einer korrekt wiedergegebenen Agenturmeldung bewusst falsch interpretieren, um einen journalistischen Knalleffekt ("verschärfte Auslegung - maximale Verdeutlichung") zu erzielen. Damit stellt er/sie seine eigene Meinung dar ("absurde Statistik"), statt die Information zu transportieren. Jetzt frage ich mich, was absurder ist...
    Oder hab ich da jetzt was bewusst "verschärft" ausgelegt um etwas "maximal" zu verdeutlichen und muss dann nacher zugeben, dass meine Darstellung "selbstverständlich aber nicht richtig ist"?
     
  12. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    In dem Fall tatsächlich berechtigt und ich sagte nicht umsonst, dass es gut ist, dass man entscheiden kann, was eine Nachrichtenmeldung wird und was nicht.

    Das kannst du gar nicht wissen, oder hast du die Umfrage gemacht und anschließend die Statistik daraus erstellt? Wir wissen nichts! Wir kennen weder die Objektivität der Fragen, somit ihre Verwertbarkeit in Tabellen auch nicht... gar nichts wissen wir. Und bei Umfrageergebnissen, deren Objektivität sichtbar in Frage steht, denke ich über Mathematik gar nicht erst nach.

    Sag' mal... HALLOOHOOO?!?! Geht's noch? Wenn du DAS meiner Aussage entnimmst, hast du dich entweder gründlich verlesen bzw. nicht alles, was noch verzeihlich wäre, oder aber du verleumdest mich gleich mal so ganz öffentlich. Bevor ich darauf weiter eingehe und mich gleichsam einer Verleumdung schuldig mache, geht an dich die klare Bitte, noch einmal ganz gründlich nachzulesen, was ich schrieb.

    Wo keine Information ist bzw. keine verständliche, gibt es eindeutig nichts zu transportieren!
    Den Hörern die bescheuerte Agenturmeldung im Klartext vorlesen und dann sagen: "Diese Nachricht erhielten sie wie immer ohne Gewähr!", oder ihnen den Schwachsinn einfach zu ersparen, damit sie nicht im Sender anrufen und fragen, was der Stuß sollte?
    Es hat schon Sprecher gegeben, die sagten: "Ich hoffe, sie haben die Meldung verstanden, ich nämlich nicht." Sowas klingt als Radiopanne nur bei anderen lustig.

    Ich werte das bis auf weiteres als eine Verleumdung, was du "dargestellt" hast. Du hast auch nichts dargestellt, sondern unterstellt und ich frage mich, was dir gerade daran gefiel.
     
  13. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Mein werter Herr dea!
    Für's Protokoll: Ich habe niemals behauptet, Du würdest das tun - was den Tatbestand der Verleumdung ausschliesst. Und da Du jetzt hier mit justitiablen Vorwürfen im Forum umgehst, erlaube ich mir, Deine Postings wie von Dir gefordert nochmal umfassend durchzulesen und auch Dir in Erinnerung zu bringen:

    Bitte Hake direkt ein, wo meine Argumentation auf falschen Zitaten beruht oder aber einfach nur irrt (und Irrtum hab ich in meinem Posting durchaus eingeräumt)

    Dein Eingangsposting endet (nachdem Du plausibel machst, dass Du die der Pressemeldung zugrundeliegende Befragung / Stratistik aus mathematischen Gründen anzweifelst) mit dem Satz:
    "Unfassbar, wie man solchen Stuß als Agenturmeldung verbreiten kann. "
    Radio Rebstock gibt Dir daraufhin (21.10., 12:33) einen Hinweis, wie die der Meldung zugrundeliegende Befragung mathematisch auch funktioniert haben könnte. Stichwort "Mehrfachnennung". Trotzdem bekräftigst Du Deine Meinung wenige Minuten später mit
    "Wie kann man das in Nachrichtensprache gießen und den Hörern vermittelm, ohne dass diese denken, in der Redaktion könne man den Karneval vorgezogen haben? " (ich zitiere per "copy paste" incl. aller Vertipper...)

    Auf die erneute Erläuterung, diesmal von Hinhörer (21.10., 13:24), dass einer derartige Befragung eine Mehrfachnennung zugrunde liegen kann und damit keinerlei Zusammenhang zwischen den abgefragten Punkten bestehen muss (und damit die kumulierten Prozentsätze keinerlei verwertbare Aussage darstellen) hast Du das als mögliche Auslegungsvariante eingeräumt und dann diese Sätze geschrieben:

    Du schreibst, dass die Auslegung "selbstverständlich [aber] nicht richtig ist", dass Dir dieses "schon klar" sei, eine derartige Auslegung aber "das Absurde dieser Statistik maximal verdeutlicht".
    Ich halte das nach vorliegendem Quellmaterial für eine ausreichend korrekte Wiedergabe des Inhaltes des ersten Satzes des Zitates, ohne dass ich meinerseits bewusst Inhalte weggelassen hätte oder in einen bewusst falschen Zusammenhang gestellt hätte.

    Ich habe aus dieser Aussage die These formuliert: Um einen Effekt zu erzielen ist es zulässig, bewusst einen sachlichen Fehler zu machen. Darüberhinaus wäre in diesem Fall der gewünschte Effekt nicht der Transport einer sachlichen Information, sondern einer persönlichen Meinung. ("das Absurde dieser Statistik")

    Wie es immer bei Thesen ist: Sie ist da, um widerlegt zu werden. Scheinbar siehst Du einen deduktiven Fehlschluss in meiner Argumentationskette. Öffne mir die Augen, zeige mir den Fehler, wo ich Deine Worte nicht gelesen oder falsch interpretiert habe oder auch nur in der beengten Kommunikation des Schriftlichen irgendwelche Subtexte (Zynismus...) nicht übermittelt bekommen habe.

    Zur Definition des Tatbestandes der Verleumdung bitte ich Dich, §187 des StGB heranzuziehen. Dazu gehört, dass "wider besseres Wissen" "unwahre Tatsachen" behauptet werden, die geeignet sind, einen anderen "in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen" u.a.
    1. tue ich es nicht wider besseres Wissen - mein Wissen, dessen Herleitungskette ich Dir hiermit vorgelegt habe, halte ich bis dato für korrekt.
    2. es sind keine unwahren Tatsachen. Ich habe Deine Aussage nach den allgemein anerkannten Zitierregeln ohne inhaltliche Verfälschung in eine These umformuliert´und habe diese Aussage bewusst der Möglichkeit des Irrtums unterworfen.
    3. da meine These nicht Dich als Person zum Gegenstand hat, kann sie auch nicht geeignet sein, Dich in der Öffentlichkeit herabzuwürdigen. Dass Du Dich augenscheinlich subjektiv betroffen fühlst spielt dabei keine Rolle. Abgesehen davon ist es schwierig, einen Nickname in einem Forum zu verleumden. Das ist immer noch natürlichen Personen vorbehalten. Gleichzeitig ist die Öffentlichkeit im Forum eine sehr begrenzte, so dass auch im schlimmsten Fall eine Auswirkung auf Dich als Person in dem vom Gesetz geforderten Ausmaß nicht möglich wäre.

    Ach ja, wenn Du jetzt auf "Üble Nachrede" §186 StGB umschwenkst: da wäre die Voraussetzung, dass eine wahre Tatsache, die allgemein nicht bekannt ist, von mir veröffentlicht würde. Da ich aber (wie alle hier) nur Deine von Dir veröffentlichten Texte zugrundelege, trifft das auch nicht zu.

    Und wenn wir jetzt beide wieder zu einem sachlichen Ton zurückgefunden haben, lade ich die hier mitlesenden und ganz besoders Dich, dea, zu einem virtuellen Bierchen oder Mineralwässerchen an die Radioforenbar ein.

    Dass Dich diese Pressemeldung emotionalisiert will ich ja einräumen. Ebenso ist Dir die Meinungsäußerung zur Sinnhaftigkeit derartiger Befragungen unbenommen (da sind wir uns ja erstaunlicherweise ziemlich einig). Sicher bist Du als (ich nehme mal an) Professioneller in dem Bereich ein gebranntes Kind was die Glaubwürdigkeit von Pressemitteilungen geht und vielleicht hast Du einen Grundzweifel an der Aussage, irgendwelche Politiker seien überhaupt vertrauenswürdig, was Dir natürlich das Recht gibt, die Inhalte der Pressemitteilung als Privatperson anzuzweifeln. Und es ist Dir auch freigestellt, meine These anzuzweifeln.
    Tu Dir, mir und allen anderen hier aber den Gefallen, Begriffe aus der Juristerei dort zu lassen, wo sie hingehören.
     
  14. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Das will ich wohl versuchen, wenngleich mir immernoch nicht klar ist...

    Na, schön der reihe nach:

    An dieser Stelle schon der erste Stop. Ich habe mich an einer mathematischen Zusammenfassung versucht, die - und das räumte ich später ein (hätte ich es gleich machen sollen?) - eine völlig verrückte Abstraktion der gemachten Aussagen insgesamt darstellte. Dass die Ergebnisse dieser dubiosen Umfrage nicht einfach bis 100,0 % addierbar sind wie ein Wahlergebnis, war mir bereits klar, bevor ich den Artikel erstellte. Die simple Addition macht aber hervorragend deutlich, dass dem Ergebnis der Statistik eine sehr zweifelhafte Umfragemethode und somit sehr zweifelhafte "Rechnerei" zugrunde liegt. Dies wird vor allem dadurch deutlich, dass für einige Politiker die Aussagen einzelner, offensichtlich bestimmten Gesinnungen zugewandter Personen sogar noch ... ja wie... getrennnt oder zusätzlich... in die Sache einflossen.
    Jetzt erkläre mir bitte, was die Bevölkerung es interessiert, wer welche Gesinnung trägt und wie sich das auf Vertrauensparameter auswirkt. Zumal immernoch unklar bleibt, welche Fragen im Sinne von JA/NEIN/Vielleicht oder "Bewerten Sie auf einer Skala von 1 bis 5 ...!" o.ä. gestellt wurden.
    Das Umfrageergebnis in der AFP-Meldung stinkt förmlich nach Meinungsmache, Voreingenommenheit und einem dreckigen Spiel mit Zahlen. Es ist wie mit der MA! Undiskutabel!

    Na klar. Weiß ich doch, dass das geht.

    Oh mein Gott! Hätte ich es mit 1000 Konjunktiven spicken sollen, damit auch der letzte mitbekommt, dass die Sache im Grunde längst erledigt ist? An meinem Entsetzen über solchen Unfug ändert das nichts - bis heute nicht!
    Aber OK, wäre es so eindeutig gewesen?
    "Wie würde man es, vorrausgesetzt, man würde sich dazu entschließen, die Meldung trotz aller Widrigkeit in die Nachrichtensendung aufzunehmen, in Nachrichtensprache gießen und den Hörern vermitteln können, ohne dass diese denken, in der Redaktion könne man den Karneval vorgezogen haben?"
    Das sollte Konjunktiv genug sein, zumal ich längst angedeutet hatte, dass es ohnehin nicht in die Tüte kam.

    ... dabei aber ein breit grinsendes Smiley hinterlies und somit für mein Verständnis einräumte, dass auch er die Sache für windig hält, ...
    Wer Nachrichten schreibt, muss schon so arbeiten, dass diese in den Köpfen der Hörer keine mehrdeutigen Bilder erzeugen. Die Aussagen der erwähnten Statistik sind - und dabei bleibe ich - äußerst windig und lassen selbst bei wertungsfreier Wiedergabe jede Menge Spielraum für fantastische Ausmalerei. Dass ich, wenn ich mit Prozenzahlen herumschmeiße, immer von Teilmengen rede und damit automatisch Bezug zu einer Gesamtmenge X = 100% herstelle, ist ja wohl klar.
    Ich kann mir aber nicht erlauben, in einer Meldung zu vermitteln, dass nur 66 % der Bundesbürger vertrauen zu 8 ausgewählten Politikern haben, von diesen 66 % jeder ein bißchen an irgendwen glaubt, man aber nicht weiß, an wen genau und an wieviele gleichzeitig und an wen die anderen glauben und welche Rolle die Befragten spielen, die politisch voreingenommen sind, also die erwähnten "Anhänger von SPD/CDU undhastenichgesehn". Was bitte ist das für eine Aussage und wie würdest du reagieren, wenn ich dir das in den Nachrichten vorsetze?

    Na freilich. Sollte ich etwa behaupten, meine Auslegung sei die richtige, wenn ich absichtlich abstrahiere?

    Tut mir leid. Diese Aussage kann ich mental nicht umsetzen und dementsprechend keine Stellung dazu nehmen.

    Und genau das ist eine üble Unterstellung nicht nur mir gegenüber, sondern gegenüber sämtlichen Journalisten. NIRGENDWO in meinen Aussagen steht auch nur im Ansatz, dass ich es lustig finde, Mehrfachauslegungen gezielt zu suchen und zu formulieren, um sie anschließend zu veröffentlichen und damit meine persönliche Meinung zu manifestieren. Dir sollte klar sein, dass man sich das gar nicht leisten kann. Woher du das nimmst, ist mir schleierhaft.

    Vielmehr - und ich wiederhole es nocheinmal - haben in einem Nachrichtentext Mehrfachauslegungen nichts zu suchen. Wenn ich als Redakteur solche Möglichkeiten sehe, ist es mein Job, die Meldung so formulieren, dass sie lediglich die Tatsache eines Geschehnisses wiedergibt. Punkt! Die von mir kritisierte AFP-Meldung ist aber keine Tatsachenmeldung über einen Vorgang, sondern ein Gewirr von Zahlen, die vom Hörer zunächst akustisch erfasst und gedanklich umgesetzt werden müssen. Hierbei ist zu erwarten, dass sich der Mitdenkende die selben oder ähnliche Fragen stellt, wie ich:
    - Wo bitte kommen die Zahlen her?
    - Wieso nur 8 auserwählte Politiker?
    - Welch schwammige Antworten haben die Probanden denn gegeben?
    - Glauben die alles Mögliche?
    - Haben die womöglich keine vernünftige nachvollziehbare Meinung?
    Noch während die sich das alles fragen, bin ich mit der nächsten Meldung durch.
    Nochmal: Es geht hier nicht um ein Politbarometer im Sinne einer Wahlprognose, die normalerweise völlig unmißverständlich ist. Es geht um eine Statistik, die einfach einen ganzen Sack Zahlen ausspuckt, ohne dass man auch nur einigermaßen nachvollziehen kann, wie diese zustande kamen.

    Das sollte eben passiert sein und unter meinem derzeitigen Reizzustand fasse ich jetzt besser erheblich kürzer. Außerdem ist/war es keine These, sondern die offene Unterstellung einer eindeutig unzulässigen Sichtweise.

    blablubb...
    Das überlässt du bitte a) mir und b) steht es mir zu, dir besseres Wissen zu unterstellen, wenn ich mich offenen Vorwürfen gezielter Falschinformation wider besseren Wissens gegenüber sehe. Du hast nämlich nicht gefragt und damit Interesse an Erläuterungen und Aufklärung möglicher Mißverständnisse bekundet, sondern eine ziemlich klare Unterstellung formuliert, von der du garantiert sehr genau weißt, dass die vollkommen fehl am Platz ist.
     
  15. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    So. damit hier mal wieder etwas Sachlichkeit einzieht:

    Die These hab ich formuliert ohne konkreten Bezug zu lebenden oder toten Personen im Einzelnen. Die Möglichkeit des Irrtums war klar und unmißverständlich mit der These verbunden. Daher wehre ich mich hiermit nochmals in aller Form gegen Deine Aussage, ich hätte Dir oder jemandem unterstellt, dass Du diese Praxis üben würdest oder auch dass es allgemeine Praxis sei.

    Und mit den folgenden Sätzen ist auch meiner These zur Genüge Antwort gegeben. Du distanzierst Dich von meiner These - das ist Dein gutes Recht und insgeheim habe ich als Radiohörer auch gehofft, dass die Profis so denken.

    Ich mach Dir einen Vorschlag: Ich konfrontier Dich nicht mehr mit Deinen eigenen Aussagen und Du hörst auf, mir dauernd irgendwelchen impliziten Vorwürfe zu unterstellen.
    Zu a) Es ist meine persönliche Meinung, die ich bisher noch nicht qualifiziert widerlegt bekommen habe: Viel zu häufig werden Begriffe aus der Juristerei ins Feld geführt, ohne dass sich die Nutzer dieser Begriffe klar sind, mit was für Waffen sie da umgehen. (so weit Allgemein, jetzt wird's konkret). Du hast mich mit dem justitiablen Vorwurf konfrontiert, ich hätte eine Straftat (Verleumdung) begangen. Insofern betrifft mich das auch und ich kann es nicht ausschließlich Dir überlassen.
    zu b) Darfst Du, musst aber meine Richtigstellung akzeptieren.
    Wieder falsch. Wenn Du das als a) als Vorwurf und b) persönlich auf dich bezogen interpretierst ist das zwar Deine persönliche Sicht, muss aber noch lange nicht den Tatsachen entsprechen. Und eine Falschinformation ist es nicht - Du bist meiner Schlussfolgerungskette anstandslos gefolgt, hast nur den letzten Schritt der Abstrahierung nicht mitgemacht.

    Punkt 1: Das Formulieren einer These und deren Widerlegung ist ein in der Wissenschaft tagtäglich erfolgreich praktizierter Weg, um Wissen zu gewinnen und abzusichern. Mag sein, dass ich die allgemeine Kenntnis um dieses Verfahren hier fälschlicherweise unterstellt habe.

    Punkt 2: dass hier irgendwer irgendwas am falschen Platz formuliert dürfte sich im Bereich der persönlichen Meinungsäußerung bewegen. Den Rang einer Tatsache würde ich dem nicht beimessen. Und was ich "garantiert sehr genau" weiß, dürfte sich Deiner Erkenntnis entziehen.

    Zu einem Punkt möchte ich aber noch Stellung beziehen:
    "Wer Nachrichten schreibt, muss schon so arbeiten, dass diese in den Köpfen der Hörer keine mehrdeutigen Bilder erzeugen. Die Aussagen der erwähnten Statistik sind - und dabei bleibe ich [...]"
    Es sind Grundlagen der Wahrnehmungspsychologie, dass ein erheblicher Teil (die einen reden von 30, andere von 80 %) der Informationsverarbeitung im Hirn des Gegenübers (Hörers...) stattfindet und es daher ganz einfach nicht möglich ist, zu 100% vorauszusagen, was das Hirn des Hörers daraus macht. Wer war das noch gleich, der den Begriff des "offenen Kunstwerkes" geprägt hat?
    Und dieser Thread ist der klare Beweis dafür. Auch wenn wir uns beide um sachliche und eindeutige Worte bemühen, wird in meinem Kopf aus Deinem Text eine These und Dein Kopf macht aus meiner These einen persönlichen Angriff. Weder Dein noch mein Hirn sind krank, weder Du noch ich haben bewusst einen Fehler gemacht und trotzdem ist jeweils beim Gegenüber was anderes angekommen. Und welches Bild von uns zwei sich bei den Mitlesern ergibt möchte ich gar nicht erst wissen.
    Die in diesem Absatz gemachten Unterstellungen gehen übrigens davon aus, dass ich grundsätzlich davon ausgehe, dass mein Gegenüber weder dümmer, fauler, kranker noch hinterhältiger... ist, als ich selbst es bin. Man könnte es auch die persönliche Umsetzung der gesetzlich verankerten Unschuldsvermutung nennen.

    Also jetzt hör auf Dich immer wieder angegriffen zu fühlen wo gar kein Angriff ist.
    Deine Äußerung
    "NIRGENDWO in meinen Aussagen steht auch nur im Ansatz, dass ich es lustig finde, Mehrfachauslegungen gezielt zu suchen und zu formulieren, um sie anschließend zu veröffentlichen und damit meine persönliche Meinung zu manifestieren. "
    ist mir genug Widerlegung meiner These.

    Und dazu hätte es weder des Vorwurfs der Verleumdung noch dessen der Unterstellung bedurft.
     
  16. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Kleiner Nachrtag (30 Minutenfrist...)

    dea, bitte akzeptiere wenigstens die Existenz meiner mittlerweile wiederholt geäußerten Klarstellung, dass ich weder Dir noch anderen Radioschaffenden irgendwelches Zweifelhaftes Tun unterstelle.

    Dann müsste ich nicht das Gefühl haben, dass Du mich wiederholt "wider besseres Wissen" mit einem Vorwurf konfrontierst, den ich bereits entkräftet habe.

    Und was hier implizite Ausssagen angeht: Die Thread-Überschrift ist ja auch nicht wirklich eine neutral formulierte Frage...

    Mensch Leute - das ist hier doch verbales Fingerhakeln und kein Krieg!
     
  17. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Morgen!

    Jetzt kommst du mir also mit Psychologie. Das finde ich geradezu urkomisch. Dann ist dir aus dem Bereich Kommunikation sicher die Rechte-Hand-Regel mit dem sogenannten Pistolengriff bekannt.? Kann ja mal passieren, dass man das vergisst.

    Deine Texte oben lassen für mich immernoch eine schwierige, jedoch mittlerweile eher wohlwollende "Begründung" für deine "These" erkennen, Einsicht eher kaum. Immerhin scheint dir aber nahe zu gehen, dass es möglich ist, dass jemand sehr wohl zwischen

    "Du hast gesagt, ...!!!" und
    "Moment, habe ich das richtig verstanden, ...?"

    unterscheiden kann. Ein Ausdruck von Mißverständnis war in deinen Worten einfach nicht zu finden, dazu waren die viel zu bitter. Bitter genug, um aufzuzeigen, dass eben besseres Wissen vorhanden ist und sich Unmut über etwas breitmacht, dass du möglicherweise eben doch völlig falsch verstanden hast.

    Was die herbe AFP-Spitze angeht: Den Vorwurf lasse ich gerne gelten. Allerdings: Wer tagtäglich damit zu tun hat, kennt die Problematik, dass häufig sehr schwieriges Deutsch bis hin zur teilweisen Unverständlichkeit die Agenturmeldungen zieren. Deshalb sagt eine Agenturmeldung für einen Redakteur selten ernsthaft etwas aus, sondern veranlasst zunächst nur zur Recherche. Wenn die nicht zeitnah din ist, dann hat die Meldung schlimmstenfalls Pech. Greifbar glaubwürdig werden sie erst, wenn mehrere Agenturen zeitnah gleiches melden. Das gilt vor allem für Auslandsberichte, wo man sich auf die Verbindungen der Agenturen verlassen muss, wenn man nicht einfach den Korrespondeten vor Ort anrufen und ausquetschen kann.
    Im vorliegenden Fall hätte auf Agenturseite schon jemand schalten können, statt von einem Nachrichtenmagazin irgendetwas abzutippen. Das ist dort eben immer seltener der Fall.

    Aber schau dir nur mal hier in den Foren an, was einige "Programmverstalter", vornehmlich privat, unter einer "Pressemeldung" verstehen, die der Bot dann in seinen entsprechenden Thread setzt. Vor dem Hintergrund solcher sehe ich sogar Raum für die Fragwürdigkeit von Radiojournalismus. Was das allerdings mit mir zu tun hat, werde ich wohl nie umsetzen können.

    Und: Nein. Ein Angriff ist keine Fingerhakelei.
     
  18. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Na - ich sehe, dass wir uns wieder einer sachlichen Ebene nähern. Und Psychologie ist doch gerade in den Medien das tägliche Brot - für Dich als Radioschaffender (ohne genau zu wissen, welche Tätigkeitsbezeichnung die korrekte wäre) und für mich als Werbeschaffendem.

    Schön finde ich schon mal, dass diese bösen Worte wie Unterstellung, Verleumdung und der ganze daran hängende juristische Kram raus sind.

    Scheinbar hast Du auch wahrgenommen, dass ich meine These als von Dir widerlegt sehe.

    Du verwechselst leider immer noch das von Dir (augenscheinlich wahrgenommene) "Du hast gesagt" mit dem (von mir in meinem ersten Post geschriebenen) "Ich entnehme Deiner Aussage". (Der Unterschied, der sich daraus ergibt, dass in einem Fall "DU" das Subjekt ist, im anderen Fall "ICH", ist Dir sicher klar. Ebenso der Bedeutungsunterschied der Verben "entnehmen" und "sagen". Das braucht keine Psychologie).

    Und ebenso machst Du immer noch aus Deiner Empfindung (die Dir niemand abspricht und zu der Du das gute Recht hast), einem beabsichtigten und übelmeinenden Angriff ausgesetzt zu sein, eine Tatsachenbehauptung, in der Du mir zum wiederholten Male nicht nur bösen Willen, sondern auch Vorsatz vorwirfst, was ich hiermit zum dritten Male verneine.

    Aber diese Positionen werde ich Dir wohl lassen müssen.
    Dass Du mit meiner Definition einer These und dem dazugehörenden Umgang nicht einverstanden zu sein scheinst, bewegt sich wohl im Rahmen der lebensnotwendigen Vielfalt von Meinungen und Ansichten.

    Aber mich würde schon interessieren, was die "Rechte Hand Regel" - die ich aus der Physik kenne und mehr was mit vektoriellen Größen zu tun hat, mit dem Modell des gestörten Kanals in der Wahrnehmungspsychologie zu tun hat.
    Und diese Frage ist nicht polemisch sondern ernst gemeint.
    Ich hab ne Vermutung: "Wenn 1 Finger auf den anderen zeigt, zeigen 3 auf Dich zurück". Das ist mir bewusst, weshalb ich auf abwertende Formulierungen wie "jetzt kommst Du mir mit..." verzichte. Oder auch auf die Vermutung, mein Gegenüber sei böswilliger oder blöder als ich selbst.

    Les raus, was Du rauslesen willst, aber sei Dir bewusst, dass dieser Vorgang in Deinem Hirn passiert und nicht in meinen Fingern.
     
  19. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Ich lese nicht raus, was ich will, sondern, was ich kann. Dass die Möglichkeit zu Mehrfachdeutungen durchaus auch im Positiven bestehen kann, bleibt davon unberührt. Aber ja: Physik. Wie heißt es so schön: Die Theorie mit den wenigsten Grundannahmen ist in der Regel die wahrscheinlichste. Deswegen mache ich mir auch nicht die Mühe, in einer herbe vorgesetzten These mühsam einen Hauch von Ironie zu erkennen, wenn diese nicht duch eine eindeutige Wortwahl (zum Bleistift Konjunktive) oder sogar direkt kenntlich gemacht ist.

    Anyway: Ich denke, wenn auch mühsam, so herrscht nunmehr gefühlt das angemessene Verständnis auf beiden Seiten und damit kann ich gut leben. Die Rechte-Hand-Regel erkläre ich dir gern abseits, damit sich der Thread dann doch etwas erholen kann. ;)
     
  20. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Friede Freude Eierkuchen verlangt ja auch niemand. ;)
     
  21. dea

    dea Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Obwohl Eierkuchen ja schon was hätte. ;)
     
  22. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Zustimmung
    Eierkuchen
     
  23. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Habt ihr euch jetzt endlich wieder lieb?:D
     
  24. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: AFP - Journalismus für senile Kollegen?

    Wir haben uns geeinigt, dass wir uns in manchen Punkten nicht geeinigt haben, aber keiner dem anderen ans Leben wollte. Das lassen wir so stehen.

    Gruß an Mannis Fan, der (wenn die Ortsbezeichnung stimmt) bei mir in der Nähe sitzt.
     

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