1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

"Anna" Silvia Seidel ist gestorben

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von empire1970, 07. August 2012.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. empire1970

    empire1970 Benutzer

    Tragisch, wie ihre Mutter zehn Jahre zuvor: Zu früh und Selbstmord. Gerade mal 42 Jahre alt geworden.

    rest in peace
     
  2. RomanMMWallner

    RomanMMWallner Benutzer

  3. chapri

    chapri Benutzer

    Eine furchtbare Tragödie - nicht nur, weil erst eine Wirtin (statt einer Freundin) sie entdeckte:
    Abbruch von Theaterproduktionen wegen Depressionen, Mutter Suizid 1992 und Freund nach 8 Jahren abgehauen. Dass ihr jeder "Anna" hinterherrief, ist dagegen harmlos!
    Und schon stellt sich wieder die Frage: Darf man selbst über den Tod entscheiden?
     
  4. legasthenix

    legasthenix Benutzer

    Gesetzt den Fall, Du entschiedest Dich für "Nein": Mit welcher Sanktion sollte dann der Zuwiderhandelnde belegt werden?
     
    Tweety gefällt das.
  5. Wackel

    Wackel Benutzer

    Eine furchtbare Tragödie, ja! "Anna" habe ich als kleiner Junge geschaut und war - heute kann ich es ja zugeben - auch etwas verliebt :cool:.

    Der Fall zeigt jedoch leider sehr eindrucksvoll, dass früher Erfolg schnell vergänglich ist und noch lange kein Garant für ein erfülltes Leben. Depressionen als Folge der immer härter werdenen Leistungsgesellschaft werden noch immer nicht mit der Ernstahftigkeit betrachtet, die eigentlich notwendig ist.

    Mich macht der Suizid schon traurig und hoffe, dass durch diesen einen Fall wenigstens etwas mehr auf den Nebenmann/die Nebenfrau geachtet wird und dadurch Vergleichbares verhindert werden kann.
     
  6. chapri

    chapri Benutzer

    Da musst Du Gott fragen, nicht mich!
     
  7. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Grundsätzlich sollte man sich bei "JA" fragen, welche Gründe man dafür hat! Mir ist bisher kein einziger (handfester) Grund eingefallen, um mich selbst aus dem Leben zu "kicken"! Das Leben geht weiter. Immer.

    Alle Gründe für einen Selbstmord - gerade bei Jugendlichen - sind vollkommen absurd und erscheinen ein paar Jahre später nur als "Episode im Leben". Dafür schneidet man sich nicht die Pulsadern auf (und dann auch noch "falsch").


    Möglicherweise bin ich zu feige. Möglicherweise habe ich aber auch nur reichlich Hochachtung vor dem Leben!

    Ich frage mich in diesem Zusammenhang mitunter, warum Leute am 11. 9..2001 aus dem WTC gesprungen sind. Ihr kennt die schrecklichen Bilder. Diese Leute haben aber für sich selbst eine Entscheidung getroffen! Das Problem dabei: Der freie Fall dauert viel zu lang! Du hast dann noch "ewig Zeit" zum nachdenken, kannst deine Entscheidung aber nicht mehr rückgängig machen. Unendlich lange Sekunden... *Plop* (Ihr kennt die Filme z.B. mit Nicolas Cage)

    Wenn ich mich wirklich entscheiden müßte, ich würde eine Explosion (egal welcher Art) vorziehen. (Ich kenn mich mit Chemie etwas aus.) Denn dann gibt es nach der "Zündung" keine Zeit zum nachdenken mehr.

    Definitiv würde ich mich aber nie vor einen Zug legen etc. (siehe ARD-Lateline vor ein paar Tagen)

    Aber wie geschrieben - mir ist bisher kein triftiger Grund eingefallen. Man sollte aber mal über das Thema nachdenken und sich - ganz persönlich - seine eigene Meinung bilden. Man sollte sich vielleicht einfach zu Lebzeiten mal mit dem Tod auseinandersetzen. Und nein - dazu muß ich nicht religiös gebunden sein!

    Im Leben wird man immer Abschied von Bekannten und Verwandten nehmen müssen. Wenn man "Glück" hat, wird die "Reihenfolge" eingehalten. Wenn man "Pech" hat, dann muß eine Mutter den Tod ihres Sohnes miterleben und ihr Enkel steht als Jugendlicher fortan ohne Vater da. Nein, ich rede nicht vom Krieg.

    In DE haben wir etwa 80 Mio. Einwohner und eine statistische Lebenserwartung von etwa 80 Jahren. Rein rechnerrich sterben also pro Jahr - und auf natürliche Weise - etwa 1 Mio Menschen. 1 Mio x Leid und Trauer.


    Und darum sage ich: Es gibt keinen ernsthaften Grund, sich selbst umzubringen!
     
  8. antenna

    antenna Benutzer

    @Zwerg: Wenn Du, warum auch immer, sehr verzweifelt bist und Nacht um Dich ist und Dich total wertlos fühlst und keine Hoffnung mehr siehst auf Besserung und Du als Kind miterlebt hast, wie Deine geliebte Mutter schon depressiv war - und das alles nicht nur gedacht, sondern gefühlt...und Du müde geworden bist, in solch einer jahrelangen Gefühlswelt zu leben, müde geworden bist, mit aller Kraft herauszukommen und es einfach nicht schaffst...wäre das vielleicht ein Grund?
    Vielleicht?
    Ich wünsche echt niemanden eine echte Depression.
    Meinem schlimmsten Feind nicht.
    Wer noch nie eine Depression hatte, sollte echt nicht darüber urteilen.

    Dein Satz: "Und darum sage ich: Es gibt keinen ernsthaften Grund, sich selbst umzubringen!" bedeutet nichts anderes, dass Du Abwehrmechanismen (z.B. Deine Wut) gefunden hast, tiefere Gefühle in Dir nicht fühlen zu müssen.
    Silvia Seidel hatte Dein Glück nicht.

    Gruß,
    antenna
     
  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Antenna, jeder Mensch muß für sich selbst eine Entscheidung treffen oder fällen. Ich will da keineswegs jemanden "reinreden". Ich persönlich habe aber bisher keinen Grund gefunden, um mich selbst zu richten. Mir ging es schon richtig schlecht, war "ganz unten".

    Und da ich weiß, was ich hier im Forum schon geschrieben habe, reicht eine kleine Suchanfrage mit den Worten "85 Cent" bei Google.

    Try it:
    http://www.google.de/search?q=site:radioforen.de+85+cent
     
  10. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Nette Diskussion...

    Es ist ansich armselig genug, dass sich die üblichen Medien jetzt auf den Tod Seidels schmeißen, wohingegen sich seit "Anna" kaum einer mehr für sie interessiert hat! Das Leid eines Promis lässt sich immer besser verkaufen, als gute Stories.

    Jeder Künstler muss sich vor Augen führen, dass eine Erfolgssträhne schnell vorbei sein kann. Gut 90% dieser Ex-Promis hocken gegen eine 5-stellige Gage im Dschungelcamp oder machen sich in einer Tanzshow zum Affen. Das ist oft der allerletzte Versuch, es nochmal halbwegs nach oben zu schaffen. Meistens geht auch das schief.

    Für diesen Fall ist es clever, vorzusorgen und evtl. nebenbei etwas "handfestes" zu lernen. Auch bei der Wahl der Berater ist vorsicht geboten. Bei Seidel war die Grundlage schlecht:

    Mit 19 Jahren zum Teenie-Star für eine recht kurze Zeit, keine Ausbildung, einen Vater, der als Manager Seidels Geld verprasst, die familiären Tragödien und die eigene dadurch resultierende Depression. Ich mutmaße: dieser Frau konnte jetzt keiner mehr wirklich helfen.

    Schade und traurig. Aber ich hatte Silvia Seidel in den letzten Jahren nicht mehr auf dem Schirm. Ich wünsche ihr, dass sie jetzt ihre Ruhe gefunden hat.
     
    Wackel gefällt das.
  11. ValeR46

    ValeR46 Benutzer

    Wer noch nie Depressionen hatte (und damit meine ich richtige Depressionen, nicht nur son Larifari, wie "ach Sch... die Alte is mit nem anderen durchgebrannt" oder "Ach Sche... ich hab meinen Job verloren", usw.), sollte einfach mal mit seinen gedachten Aussagen die Klappe halten.

    Was hier teilweise geschrieben wird, ist ein Unding, gekritzelt von Leuten, die das vom Hörensagen kennen. Und das ist eine Sache, die ich nicht akzeptiere. Eher ist das noch eine Verhöhnung der Opfer. Denkt mal drüber nach, bevor die Tastatur benutzt wird.

    Ach ja, bevor irgendwas kommt, von wegen und ich hätte keine Ahnung... Depression und Panikattacken sind mir bestens persönlich bekannt.
     
  12. chapri

    chapri Benutzer

    Manisch Depressiven versperrt sich das positive Denken, aber seht's bitte mal andersrum: Menschen, die denken wie unser Zwerg, laufen weniger Gefahr, depressiv zu werden!
    Und auf Silvia Seidel bezogen: Die Depressionen waren es, die sie von einer "vernünftigenm" Ausbnildung abgehalten haben.
     
  13. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer


    Da ist sicher etwas dran, denn "was mich nicht umbringt, macht mich nur noch härter". Möglicherweise liegt das auch daran, daß ich im November 1989 - mit 22 Jahren - meinen Vater 45 Minuten lang vergeblich versucht habe zu reanimieren, bis endlich der Rettungswagen eintraf. Sowas vergisst man nicht - nie.

    Und über "Angstzustände", die sich praktisch wie ein Herzinfarkt "anfühlen", muß mir hier eigentlich auch niemand etwas erzählen. Ich bin damals mit Schwindelgefühl und Schmerzen in der Brust (das kommt vom falschen Atmen, worauf sich der Zustand noch weiter verschlimmert) auf einen Parkplatz gefahren. Ich dachte, ich muß sterben. Mit 24? Lächerlich. Ich bin dann zum Arzt gegangen. Kerngesund. Der hat mir dann "für den Notfall" ein Mittelchen ("Phelodrin" oder so ähnlich, macht das Blut dünner?) verschrieben. Möglicherweise wollte er mir nur etwas in die Hand geben, was mich im Ernstfall beruhigt. Hat funktioniert.

    Vor ein paar Jahren hat sich eine gute Freundin von mir telefonisch gemeldet und sich mir anvertraut. Meine "Ferndiagnose" lautete nach der Schilderung ihrer Symptome sofort "Angstzustände". Und ich hatte recht, denn diese Diagnose bekam sie zuvor auch - nach Langzeit-EKG und so. Man wollte sie schon fast in die "Röhre" (CT) schieben...

    Das ist unser teures Gesundheitswesen.

    Und weil ich gerade dabei bin: Gerade hier in BaWü sollten alle Ärzte die Symptome einer beginnenden Borreliose-Erkrankung (Zeckenbiß) kennen und gezielt abfragen (Schweißausbrüche, allgemeine Müdigkeit, die sog. "Doppelbilder" - man "schielt" kurzzeitig). Ich kenne einen Fall, bei dem ein Mann ein halbes Jahr krankgeschrieben war, weil er mit "Schmerzen im Knie" zum Arzt ging. Verdacht auf Meniskus. Er wurde operiert und gleich wieder zugenäht, weil die Ärzte bei der Operation nichts fanden. Erst später stellte sich eine Borreliose-Erkrankung als Ursache heraus. Da war es aber schon zu spät (Stadium 4). Er wird die Krankheit nie mehr vollständig los.

    Das hätte nicht sein müssen.
     
  14. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Dass aber Depressionen und manische Depressionen zwei unterschiedliche Krankheitsbilder sind, ist Dir ja sicherlich bewusst.
     
  15. chapri

    chapri Benutzer

    Das war wohl mein Fehlversuch, Pauschalisierungen zu vermeiden. Es muss also heißen:

    An bipolarer Störung Erkrankte zeigen in der Depressionsphase eine Unfähigkeit, positiv zu denken.

    Alles klar, Herr Doktor?
     
  16. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Weshalb sollten ausschließlich Erkrankte der bipolaren Störung, bzw. manischen Depressionen die Unfähigkeit zeigen, positiv denken zu können?
    Was ich in den meisten Medien lesen konnte war auch Silvia Seidel weder manisch Depressiv, noch hatte sie eine bipolare Störung.

    chapri: Sechs, setzen!
     
  17. WilliWinzich

    WilliWinzich Benutzer

    Irgendwie, die Frage ist nur das "Wie?". Es kann Situationen geben, wo einfach der Leidensdruck, sei's auch nur gefühlt, durch objetiv unerträgliche äußere Umstände, derart hoch wird, dass eben eine rationelle Entscheidungsabwägung unmöglich erscheint und ein Weiterleben aus dem eigenen Horizont nur als Vegitieren angesehen wird, weil es im gesellschaftlichen Umfeld keinerlei Wertschätzung oder Akzeptanz gibt.
    Ich würde das deshalb anders formulieren: Bei "Nein" muss man fragen, welche Hilfestellungen man in einen auf hartes, individuelles Durchsetzungsvermögen ausgerichtetem Umfeld in einer Krisensituation erwarten kann. Die einzigen "Hilfestellungen" sind die Abschiebung in die Psychatrie oder religiöse Heilsversprechen...
     
  18. Kobold

    Kobold Benutzer

    Warum wird die freie Wahl über das eigene Ende eigentlich grundsätzlich als negativ und irrational bezeichnet?
     
    antenna gefällt das.
  19. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Ich würde mich immer für das Leben entscheiden, denn sterben müssen wir alle irgrendwann. Ich kann mit einem Suizid also nur verlieren - nämlich "Lebenszeit." Ich frage dich ganz persönlich, WilliWinzig: Hast du am letzten Wochenende BEWUSST in den Nachthimmel geschaut?

    Sicher nicht.

    Genau. Job und der ganze Trubel drumherum haben dir einfach keine Zeit gelassen, um einfach mal den alljährlich um diese Zeit auftauchenden Meteoritenstrom der Perseiden http://de.wikipedia.org/wiki/Perseiden "anzugucken".

    Dabei bekommt man echte Hochachtung vor dem Leben, denn die Atome dieser verglühten Meteore werden in einigen tausend Jahren auf unseren Äckern landen. Unsere Ur-ur..... Enkel ernähren sich davon bzw. sie werden aus diesen Atomen bestehen! Wir sind alle nur "Sternenkinder", genährt von den Atmem., die vor meinetwegen 1 Mio Jahren in den obersten Erdschichten lagen.

    In diesen Momenten treten "alle Ängste und Sorgen" (Reinhard Mey) in den Hintergrund, "werden nichtig und klein". Und wenn man sich solche Momente bewahrt, dann kann einem selbst das Finanzamt nicht das Genick brechen!

    Ich empfehle nach wie vor den Film "Contact" - gewidmet Carl Sagan. Das ist eine Hymne an das Leben!



    Mir ist völlig klar, daß meine Sätze "total bescheuert" klingen. Aber zu dieser "unbeirrbaren positiven Grundeinstellung zum Leben" findet man vielleicht nur, wenn man in frühen Jahren einen wichtigen Menschen verloren hat. Mein Vater war damals 48 Jahre alt. Das ist kein Alter zum sterben, wirklich nicht.



    Und ja, wenn es mir am Ende meines Lebens gesundheitlich total dreckig gehen würde, dann möchte ich natürlich die freie Wahl und sagen können: "Kommt Kinder, zieht den Stecker raus! Aber bitte macht schnell!"
     
  20. chapri

    chapri Benutzer

    Ähnlich sehe ich das auch. Mein Vater war 52...
     
  21. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Bedenkt, welchem Zufall es ein Menschenleben verdankt, dass genau es, dieses eine, dieses unverwecvhselbare, auf die Welt gekommen ist. Beginnend mit den vielen Zufällen, die zur Existenz eurer Eltern geführt haben, dann die Zufallslotterie, die ausgerechnet eure beiden Eltern zusammengeführt und zur Zeugung eines Wesens geführt haben. Und wenn man noch die Frage stellt, was geschehen wäre, wenn ihr Sex einen Tag früher oder fünf Tage später, oder nur eine Stunde früher oder später stattgefunden hätte. - Es wäre dann nämlich ein völlig anderer Nachwuchs dabei herausgekommen - Dies alles berücksichtigt, muss eigentlich jeder seine eigene Existenz als eine unglaubliche Gnade und Gunst erkennen.
    Ein so zustande gekommenes Leben dann wegzuwerfen, das ist schon eine ganz harte, vielleicht egoistische, vielleicht selbstbezogene, vielleicht aber auch verzweifelte Entscheidung. Ich habe es mit Zwerg: Sterben werde ich sowieso, da brauche ich nicht nachzuhelfen. Jede Lebensminute ist kostbar. Und wenn es mir im Leben hundsmiserabel geht, dann ist das rational gesehen erst recht kein Grund, ein Ende zu machen, denn dann kann es ja nur noch besser werden.

    Aber ich habe leicht reden. Ich bin gesund, mir geht es rundum gut. Deshalb maße ich mir kein Urteil über Suizide an. Ich kann darüber lediglich nur den Kopf schütteln.
     
  22. Kobold

    Kobold Benutzer

    Vielleicht sind die Toten genau der Sternenstaub, den der Zwerg sieht. Und vielleicht haben manche Menschen auf der Schwelle eine Ahnung davon. Und vielleicht gibt es ein Leben nach dem Diesseits. Und vielleicht ist der Sinn des Lebens nicht, hier zu sein. Katholiken würden das auf jeden Fall bestätigen.

    Vielleicht nimmt der Mensch das Leben allzu wichtig. Und enden wird es. Vielleicht ist es kein Zwang, wenn jemand selber den Zeitpunkt bestimmt, zu gehen, ohne unendlich krank und verzweifelt zu sein. Vielleicht ist es einfach nur eine Frage des Zeitpunktes. Und vielleicht wählt ihn der ein oder andere aus freien Stücken selbst. Ohne Verzweiflung und Angst.

    Wer weiß das schon?

    Wer weiß, ob dieses diesseitige Leben das höchste Gut ist?

    Der Tod der Geliebten

    Er wusste nur vom Tod was alle wissen:
    dass er uns nimmt und in das Stumme stößt.
    Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,
    nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,

    hinüberglitt zu unbekannten Schatten,
    und als er fühlte, dass sie drüben nun
    wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten
    und ihre Weise wohlzutun:

    da wurden ihm die Toten so bekannt,
    als wäre er durch sie mit einem jeden
    ganz nah verwandt; er ließ die andern reden

    und glaubte nicht und nannte jenes Land
    das gutgelegene, das immersüße -
    Und tastete es ab für ihre Füße.


    Rainer Maria Rilke, zwischen dem 22.8. und dem 5.9.1907, Paris
     
  23. antenna

    antenna Benutzer

    antenna.

    PS Es geht doch bei Depression um Gefühl und Emotion, nicht um rationale Denkergebnisse, Herrgott nochmal!
    Alle nur-Denker können das nicht denken und schon garnicht fühlen...deshalb gibt es da auch keine Annäherung über die Motivation, sich zu suiziden.
     
  24. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ratlos. Weil ich es nicht verstehe. Ich meine, das hätte ich deutlich erklärt.
     
  25. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    25 Postings, aber lediglich nur 7 über S. Seidel. Die Frau muss sehr vergessen gewesen sein...

    Man kann sich hier drehen und wenden wie man will, wenn jemand den Freitod wählt, darf man ihn deshalb nicht verurteilen (sofern keine anderen dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden). Sylvia Seidel hatte aus ihrer Sicht gesehen noch das "Glück", selbst über das Ende ihres Lebens zu entscheiden. Es gibt viele Querschnittsgelähmte Menschen, die nicht mit ihrem Schicksal hadern und sich damit abgefunden haben. Dennoch sind darunter auch Menschen, die wegen ihrer "Gefangenheit im eigenen Körper" ihrem Leben selbst ein Ende setzen möchten, weil ihnen die Kraft zum weiterleben fehlt. Doch ohne fremde Hilfe schaffen sie das nicht und man erfüllt ihnen den Todeswunsch trotz bitten und betteln in Deutschland nicht.

    In der Schweiz wird denen Menschen dieser letzte Wunsch erfüllt, auch wenn sich bei dem Thema auch die Geister scheiden...
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen