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Berichterstattung über den Brand in Titisee-Neustadt

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von maxhue, 26. November 2012.

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  1. maxhue

    maxhue Benutzer

    Auch wenn SWR3 so oft wegen "immer dem gleichen Gedudel" in aller Luft zerissen wird, muss ich heute mal eine Lanze für diesen Sender brechen.

    Denn aufgrund des Unglücks in der Behindertenwerkstadt in Titisee-Neustadt nahe Freiburg wo 14 Menschen nach einem Brand gestorben sind, hat der Sender SWR3 seine Playliste heute verändert und spielt seit 16:00 Uhr nur noch ruhige Musik und auch wirklich gute Musik, die man da schon lange nicht mehr gehört hat.

    Hier einmal die Playliste von heute:

    Um 22:05 Uhr folgte von den Toten Hosen - Altes Fieber also sozusagen wieder alles beim alten - fast - in der Stunde von 22 bis 23 Uhr liefen noch verteilt Razorlilght - America und Yiruma - River Flows In You.

    Aber ich muss sagen heute hat es wieder seit langer Zeit Spaß gemacht das normale SWR3 Programm zu hören, die Musik war einfach großartig und ich kann auch sagen, warum es Spaß gemacht hat:

    - Nicht jeder 2. Titel stammte aus dem Jahr 2012 und war eine Premiere oder Dudelsong
    - Es liefen keine Techno/Black/Rap Sachen also von 16 bis 22 Uhr kein Cro, kein Taio Cruz, kein David Guetta, kein Usher, kein Jason DeRulo, keine Lady GaGa
    - es liefen Songs die seltener gespielt werden / wurden, also nicht die bekanntesten
    - Die Moderatoren waren normal und gesetzter drauf, man fühlte sich auf diesem öffentlich rechtlichen Programm ernst genommen.
    - es wurde vor 21 Uhr nicht immer der Song der nächsten Stunde angekündigt.

    Ich finde, SWR3 sollte sich mehr auf die oben genannten Interpreten konzentrieren und echt mal mehr Razorlight, A Fine Frenzy, Duffy, Sasha, Anastacia in die Playliste setzen, natürlich können die Songs, wo jetzt normal laufen auch weiterhin da kommen, aber würde man etwas mehr Songs von 2000 bis 2010 spielen dann wäre die Abwechslung größer und das "Nomen" in der Jingle-Werbung "Mehr Abwechslung" wäre wirklich Omen. Es müssen ja nicht immer Menschen sterben, dass Radiosender wie SWR3 die Playliste erheblich verbessern, das kann man doch auch so tun.
     
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  2. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Genau und die ARD brachte ein Special zu dem Brand in Titisee. Und auch jetzt, im Nachtmagazin, ist das Hauptthema der Brand dort.
    Na herzlichen Glückwunsch!

    So traurig der Brand bzw. die Verunglückten auch sind, aber:
    Verf(piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep) (piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep)!
    Es gibt noch andere, WICHTIGERE Themen! Das gilt sowohl für die Radio- als auch die Fernsehprogramme. Oder fangt ihr jetzt alle an, sobald es irgendwo brennt und auch nur ein Mensch im Rollstuhl, einem fehlenden Auge, mit Epilepsie, einem fehlenden Arm, Bein, was auch immer, umkommt euer Programm in Trauerstimmung umzubauen und einen auf Volkstrauertag und Totensonntag zu machen? - Damit seid ihr mindestens einen - sorry - inzwischen bereits zwei Tage zu spät dran!

    Das hat in meinen Augen weder etwas mit Abwechslung, noch mit Trauer zu tun, das ist einfach nur Mitleid schinderei und außerdem auf Kosten anderer, nämlich derer, die es im Leben ohnehin schon schwer genug haben/hatten.
     
  3. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    @maxhue: Bei dieser Playlist schlafe ich nach 10 Minuten ein. Und klar, es ist ein tragisches Ereignis für die Bewohner der Einrichtung und alle Angehörigen und vielleicht auch für ganz Titisee. Aber ob es angebracht ist, deshalb in einem Programm, das für volle zwei Bundesländer und selbsternannt darüberhinaus sendet, deshalb mehrere Stunden die "Blacklist" herauszufahren, möchte ich anzweifeln. Es soll ja sogar Leute geben, die gerade NICHT wollen, dass nach ihrem Ableben Heulsusenmusik gespielt wird. Man kann auch zu sehr auf die Tränen- und Betroffenheitsdrüse drücken.
     
    stefan kramerowski gefällt das.
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @Inselkobi
    Ich wünsche Dir nichts Böses, aber mit Deinen zynischen Bemerkungen in #51 hast Du Dich für mich als ernstzunehmender Gesprächspartner disqualifiziert.
    Der ganze Hochschwarzwald und die Region Freiburg stecken in tiefem Schock. Wenn ein Sender, der permanent im Programm mit Einblendungen und Korrespondentenberichten über ein solches Unglück in seinem Sendegebiet berichtet, dann gehört es sich ganz einfach, dass er dazwischen nicht lustig-fröhliche Popdudeltitel spielt, sondern ein bisschen Rücksicht nimmt.
    Ich finde SWR3 und SWR1 haben das hervorragend gemacht, ohne dass ihr Musikprogrtamm trauerklosig und depressiv daherkam, es war immer noch ein Mix populärer Popmusik und auch für all jene gut verträglich, die weit weg von diesem Unglück wohnen und sich wenig dafür interessieren.
     
  5. musicology

    musicology Benutzer

    Welche wären das? Bitte um Aufzählung. Welche Themen waren von gestern 15:45 bis Mitternacht wichtiger als das größte (= mit den meisten Todesopfern) Einzelbrandereignis seit 10 Jahren in DE? Wenn jetzt nichts kommt (und es kann aus meiner Sicht nichts kommen), dann muß ich Mannis Fan recht geben.
     
  6. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Es geht ja nicht drum, Themen gegeneinander aufzuspielen. Aber ähnlich verheerende Brände gab es z.B. auch anderswo, z.B. in Bangladesch, und wer jetzt denkt, Titisee liegt aber näher als Bangladesch, letzteres ist weit weg, geht uns nix an, der könnte sich schnell täuschen...siehe: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1933188/
     
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @radiocat
    Die eine goldene Grundregel des Journalismus kennst Du aber sicher auch: Je näher ein (vergleichbares) Ereignis, desto größer das Interesse.
     
    CosmicKaizer gefällt das.
  8. Autsch! Nicht schon wieder diese Platitüde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass trotz allen Mitgefühls nicht der ganze Hochschwarzwald in tiefer Schockstarre verharrt, sondern das Leben auch dort weitergeht. Wer direkt oder indirekt von dem schlimmen Unglück betroffen ist, der hat andere Sorgen als SWR III zu hören. Und für die anderen kann ich in ständigen Liveschaltungen und Korrespondentenberichten eigentlich keinerlei Informationswert erkennen. Die Verstorbenen werden dadurch nicht wieder lebendig und statt aufrichtiger Anteilnahme sehe ich doch eher Sensationsgier und simple Emotionalisierung im Vordergrund.
     
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  9. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Es ging mir in keinster Weise darum Tiraden gegen jemanden loszulassen oder die Menschen, deren Angehörige, die Helfer oder sonstig Nahestehenden die mit dem Brand in irgend einer Form zu tun hatten, zu diffamieren oder gar mit zynischen Bemerkungen noch zu verspotten.
    Das vorweg.
    Es mag sein, dass der eine oder andere das für sich klasse findet. So war das auch bei anderen Unglücken. Das sind rein menschliche Züge gegen die absolut nichts sprechen. Aber müssen denn - bitte - wenn einige aus der entsprechenden Region mit leiden möchten, dass direkt die ganze Region oder sogar ganz Deutschland (vermeintl. Themenabend der ARD) in ein Trauertuch gehüllt wird?
    Nochmals: Ich spiele das Unglück nicht herunter! Es ist schlimm, dass ein Brand in einer Behindertenwerkstatt passiert ist und einige Tote daraus die Folge sind.

    Aber, lieber MannisFan;
    wann hast Du zuletzt in diesem Ausmaß davon gehört, dass ein Altenheim zum Teil- oder ganz ausgebrannt ist und zig alte Damen und Herren dabei umgekommen sind?
    Vor einigen Jahren zuletzt?
    Dann schau mal hier.

    Mir fehlt einfach die Relation zu dem ganzen. Und genau DAS ist das was ich vor einigen Beiträgen schon mal schrieb:
    "Sollte ein Journalist nicht EIGENTLICH erhaben sein und über der Sache stehen um sie NEUTRAL beurteilen zu können?"
    Und vor allem:
    "Sollte er nicht NEUTRAL BLEIBEN?"

    Wie es radiocat schon schrieb:
    Es kann doch nicht darum gehen, Themen gegen einander aufzuwiegen! Aber gut.
    Überzeug Dich selbst: Tagesschau
    Und da stehen noch bei weitem nicht alle Themen drin, die auch aktuell waren. Der DLF beispielsweise hatte ebenfalls noch einige im Petto, die ebenfalls sehr interessant waren.
     
    TS2010 gefällt das.
  10. TempoTempo

    TempoTempo Benutzer

    ich möchte nur kurz anmerken, dass......die ARD gestern einen BRENNPUNKT zum Thema GROßBRAND in Titisee gesendet... hat. :confused:
     
  11. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Manchmal ist es eine gewisse Betriebsblindheit des Journalisten. Natürlich berichtet er über das Ereignis, und natürlich nimmt sowas emotional gefangen (ja, hoffentlich, sonst wäre einer ja kein Mensch mehr). Da neigt man dann schnell mal dazu, über das Ziel hinauszuschießen mit der Berichterstattung. Natürlich, die Hörer haben mitbekommen: Da ist in der Nähe was passiert, da will ich Informationen haben. Insofern ist es nicht verkehrt, das im Programm zu bringen, auch über die eigentlichen Infoschienen hinaus. Problematisch wird es, wenn dieses eine Thema dann sämtliche Programme von früh bis spät bestimmt. Denn tatsächlich gibt es auch noch Nachrichten.
    Ach, übrigens, die Playlist von SWR1 finde ich okay, die ist leicht angepasst, man hat die oberen Spitzen gekappt, aber SWR3 finde ich zu heftig in Richtung Slow und Balladen.
     
  12. musicology

    musicology Benutzer

    Deine Behauptung war, es gab gestern nachmittag und abend andere und wichtigere Themen als dieses größte und auswirkungsreichste Brandereignis in einem Gebäude seit (ich korrigiere mich von oben) 15 Jahren (in Deutschland, ok!). Meine Nachfrage, welche das denn gewesen seien, bleibst du schuldig. Stattdessen wirfst du mir einen Brocken hin nach dem Motto: such dir was aus. Das ist a) unverschämt und b) kein guter Diskussionstil.

    Bremer Bildungssenatorin legt Amt nieder ist d.E. für einen Sender wie SWR3 also wichtiger als Titisee-Neustadt? Milchbauern protestieren in Brüssel? Rentenprognosen wenig realistisch?

    Sei doch nicht gar so trollig. NB: Es gibt keine Neutralität, auch nicht in den Nachrichten.
     
  13. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Selbstverständlich reagiert man emotional. Wie Du es ganz richtig schriebst, Radiocat: "ja, hoffentlich, sonst wäre einer ja kein Mensch mehr".
    Aber bitte, dazu hat man auch noch seine Vorgesetzten, die einen dann wieder etwas bremsen, einem gar einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schütten, einem dann gut zureden und erkläre:
    "So, und jetzt bewahren wir einen kühlen Kopf und beginnen erstmal einen Bericht darüber zu machen. Emotional, auch mit Tränendrüse, aber nicht gleich Heulsuse, den ganzen Abend hinweg."

    Die Bremer Bildungssenatorin mag für die Betroffenen in Titisee-Neustadt sicherlich nicht wichtiger sein. Nicht in einem solchen Fall. Durchaus verständlich. Für SWR3, der eine öffentlich-rechtliche Anstalt ist, sollte hingegen eine Bildungsministerin in etwa die selbe Priorität haben. Vielleicht einen Tick niedriger, da es nicht um Süddeutschland geht, allerdings ist der SWR- und das scheinst Du an dieser Stelle zu vergessen - kein Lokalsender.
     
  14. Ja, selbstverständlich sind Themen wie Rentenentwicklung oder UN-Klimakonferenz, die uns noch nachhaltig beschäftigen werden, wesentlich wichtiger als Katastrophenberichterstattung, die in spätestens drei Tagen vergessen sein wird. Mit dem mißverständlichen "Neutralität" meinte Inselkobi wahrscheinlich Sachlichkeit im Gegensatz zur Emotionalisierung.

    Haben die das wirklich so genannt? Oh je...
     
  15. chapri

    chapri Benutzer

    Rentenprognosen sind insofern unwichtig, als es Ratespielchen sind: Niemand weiß, ob die Prognosen eintreten werden.
    Warum dieser Brand so wichtig ist, ist schnell erklärt: Es gibt immer noch "soziale" Einrichtungen, die Nottreppen (!) für Rollstuhlfahrer (!) für ausreichend halten. Hoffentlich hat diesen Aspekt ein Reporter erwähnt!!!
     
  16. musicology

    musicology Benutzer

    Gut, dann meint ihr das anscheinend ernst, das sei euch auch unbenommen. Die konkret Betroffenen hören sowieso kein Radio, so daß man entscheiden mußte: was interessiert die Baden-Württemberger und Rheinland-Pfälzer, wo liegt an diesem Nachmittag deren Aufmerksamkeit? Und da denke ich schon, daß nur die allerwenigsten auf Bremen oder China geblickt haben oder sich über ihre Rente Gedanken gemacht haben.
     
  17. Grizzly

    Grizzly Benutzer

    Die ARD - Sondersendung heißt nunmal Brennpunkt. Wäre ja wohl schwachsinn, sich jetzt einmalig einen anderen Namen auszudenken, nur weils diesmal um nen Brand geht. Und zum Thema Brände fallen mir gleich spontan Beispiele ein, die sich in den letzten 4 Jahren abgespielt haben. Zb der Brand auf dem Bauernhof in Limburg 2010 mit 6 Todesopfern oder das Großfeuer in Ludwigshafen am Fastnachtssonntag 2008 mit 9 Todesopfern - unter diesen waren auch 5 Kinder.
    Aber da sieht man, wie schnell sowas in Vergessenheit gerät und dass die, die von Sensationslust reden gar nicht so weit weg sind...

    Und zum Thema Nottreppen: Da sind sicher nicht die Einrichtungen schuld. Gehe mal davon aus, dass das Gebäude geplant wurde und von der Feuerwehr auch so abgenommen wurde. Sicherlich war das keine Entscheidung der Einrichtung, sondern geht mit dem passenden Gesetz konform.
     
  18. TempoTempo

    TempoTempo Benutzer

    Vielleicht sollte man bei der ARD mal darüber nachdenken, sich einen neuen Namen für so eine Sondersendung zu suchen.

    Ich kann mich jedenfalls nicht dagegen wehren, einen Hauch von Ironie und Sarkasmus zu erkennen, wenn eine Sendung über einen Großbrand dann auch noch Brennpunkt heißt. Bei CNN ist man da wesentlich kreativer, was die Namensgebung angeht.

    Im übrigen hat ja der Herr Bratzler gestern diesen Brennpunkt moderiert....und der arbeitet ja beim SWR.... womit wir wieder beim Thema wären. Denn SWR und SWR3 gehören ja irgendwie zusammen.:D
    Beim Dudelradio in BAD hat man es sich eben angewöhnt, dass man nach solch einem Ereignis noch relativ lange und ausgiebig über das Thema berichtet. Bei Fukushima war das auch so. Kann man machen, muss man aber nicht. Allerdings war es zumindest heute schwierig diesem Thema im Radio auszuweichen....sogar beim DING haben sie voll konkret darüber berichtet.
     
  19. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Zufällig stamme ich aus dem Hochschwarzwald, um genau zu sein, aus Titisee-Neustadt. Aus lauter emotionaler, nichtneutraler, unsachlicher Betroffenheitsduselei erkläre ich mich hiermit in dieser Diskussion für befangen und klinke mich aus. Diskutiert ohne mich weiter, ob die Pietät es gebietet, für einen Nachmittag die Musik abzusoften, oder ob das unprofessionell ist.
     
  20. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Und dann kommt der nächste Depp um die Ecke, der sich über die "Breaking News" beschwert wenn es beim nächsten mal um einen Durchfall-Virus dreht. :rolleyes:

    Der Brennpunkt kommt aus Stuttgart. Und direkt hinter der Deko steht die für SWR1 Leute.

    ...zeigt man leider nur an solchen Tagen (wie es auch schon bei Winnenden der Fall war), daß man tatsächlich noch richtiges Programm machen kann. Leider macht man das im Normalfall nicht in der gleichen Weise.
     
  21. Basti1406

    Basti1406 Benutzer

    Zwei Wörter, die hier auch im Übrigen schon gefallen sind, beschreiben das Ganze doch relativ gut.
    Relation und Neutralität.
    Beides hab ich gestern bei SWR3 vermisst.

    Und die Playlist war gestern auch nicht besser als sonst :)
     
  22. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    Zwei Dinge stören mich bei der Angelegenheit:
    1. Die Playlist. Kein Grund, das Programm mit Trauerflor zu versehen. Korrekturen sind angemessen, z.B. Titel rund um das Thema "Feuer" zu entfernen / zu ersetzen, aber diese musikalische Betroffenheit ist weit überzogen.
      Klar darf man bestürzt sein, doch das ist zuviel des Guten.
    2. Das Gerede von einer "Katastrophe". Nüchtern betrachtet handelt es sich hier um einen größeren Brand in einem Gewerbegebiet, bei dem 14 Menschen (Arbeitnehmer?) ums Leben kamen und weitere sechs verletzt wurden. Das ist unbestritten tragisch, aber kein Grund, so ein Fass aufzumachen.
      Die Brandmeldeanlage hat funktioniert, die Rettungskräfte waren in kurzer Zeit in großer Zahl vor Ort, die Fluchtwege waren frei und wurden genutzt - wo bitte ist jetzt die Katastrophe?
    Betroffenheitsmusik, Schockstarre - können wir bitte mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen, wie es für Berichterstatter seriöser Medien angemessen wäre?
    Es sind keine Schadstoffe ausgetreten, Vorsatz ist derzeit nicht erkennbar, Kinder waren auch nicht beteiligt - mehr als eine Tragödie vermag ich da beim besten Willen nicht erkennen; na schön, ich stamme ja auch nicht aus dem Hochschwarzwald und bin vielleicht schlimmere Sachen gewohnt.

    Jeden Tag brennt in Deutschland mindestens eine privat oder gewerblich genutzte Immobilie, Vermögenswerte und Existenzen werden binnen kürzester Zeit zerstört. Im schlimmsten Fall sind Menschen betroffen.
    Wer jetzt die Betroffenheitskeule schwingt, weil das Feuer a) in einer Arbeitsstätte für behinderte Menschen ausbrach und b) 13 Behinderte das Leben gekostet hat, muss sich von mir fragen lassen, ob er das mit der Gleichbehandlung verinnerlicht hat. Es gibt keine Anzeichen, dass gerade wegen der besonderen Anforderungen der Belegschaft Sicherheitsaspekte vernachlässigt worden wären. Wo also ist der Unterschied zu anderen vom Feuer betroffenen Menschen?
    Wären die Menschen eingesperrt gewesen, Fluchtwege zugestellt gewesen wären, hätte die Brandmeldeanlage nicht ausgelöst, hätten die Rettungskräfte aufgrund zugestellter Rettungswege den Notfallort nicht rechtzeitig erreicht und hätte das zum Verlust von Menschenleben beigetragen, dann könnte man vielleicht von einer Katastrophe sprechen.

    So aber schlage ich die Hände nicht über dem Kopf zusammen und starre mit offenem Mund auf den Fernseher, sondern greife zum Telefonhörer und versuche herauszufinden, wie ein Caritasverband in einem anderen Bundesland auf die Idee kommt zu behaupten, dass so etwas bei ihnen nicht möglich sei... die Brandwache ist noch nicht abgezogen, und schon zerfleischt sich die Caritas selbst. Geht da bitte mal jemand mit dem Mikrofon hin oder was ist mit dem Berufsstand der Journalisten los?

    Bin gespannt, wer jetzt aufgrund meines Kommentars auf der Welle der Empörung mitsurft.
    Bis dahin rate ich zu einer generellen Abkühlung.
     
  23. musicology

    musicology Benutzer

    Da der Vorwurf der Nicht-Neutralität schon öfter in den Raum geworfen wurde wäre es schön, dies bitte mit konkreten Beispielen zu belegen (oder erstmal zu erklären, was Neutralität in diesem Zusammenhang bedeuten könnte). Danke.
     
  24. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    @Hefeteich: 100% d'accord. Und an die anderen: Glotzt nicht so betroffen (wenn ihr es nicht seid)!
     
  25. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    @ Hefeteich:

    Sehr gut!
     

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