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Berndt von zur Mühlen neuer GF bei 88.6?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Nick, 25. Februar 2002.

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  1. Nick

    Nick Benutzer

    Die Gerüchte, dass Berndt von zur Mühlen, einstiger Chef von Radio Luxemburg und von 104.6 RTL in Berlin, als künftiger Geschäftsführer von 88.6 Der Musiksender eingesetzt werden könnte, verdichten sich immer mehr, da von zur Mühlen schon des öfteren beim Wiener Privatradiosender gesichtet wurde. Bei 88.6 Der Musiksender wartet man zur Zeit sehnsüchtig auf die längst fällige Entscheidung des Bundeskommunikationssenats, der im Berufungsverfahren gegen die Lizenzvergabe an 88.6 Der Musiksender noch keine Entscheidung getroffen hat. Die Übernahme von 90 Prozent der Anteile an 88.6 Der Musiksender durch die deutsche Moira Gruppe wurde hingegen von der KommAustria und der Kartellbehörde abgesegnet. Moira-Chef Steffen Müller wird erst nach der zweitinstanzlichen Entscheidung des Bundeskommunikationssenats die Weichen für die Zukunft stellen, weil erst dann alle Unsicherheiten ausgeräumt sind.

    aus horizont.at (22.02.2002)
     
  2. Thomas Wollert

    Thomas Wollert Administrator Mitarbeiter

    "Am vergangenen Freitag, dem 1. März, trat Berndt von zur Mühlen (54) sein Amt als Geschäftsführer des Wiener Privatradios 88.6 Der Musiksender an: Auf Wunsch des künftigen Mehrheitsgesellschafters, der Moira Media Service GmbH mit Geschäftsführer Steffen Müller, habe er diese Funktion übernommen.

    Der neue Sender-Boss tritt in einer für 88.6 schwierigen Zeit an: Der im Jänner veröffentlichte Radiotest II. Quartal 2001 weist für den Sender sinkende Reichweiten und Marktanteile aus.
    Bislang eher erfolgsverwöhnt, mußten sich die Radiomacher um Martin Kmiezcik, der nach dem Wechsel von Bernd Sebor zum Krone Hit Radio für das Programm verantwortlich war, mit - gegenüber dem Start - nahezu halbierten Reichweiten und Marktanteilen begnügen: 9,3% Tagesreichweite und 6% Marktanteil (Zielgruppe 10+) dokumentierten zunehmende Abnutzungserscheinungen beim Hörer.


    Keine Revolutionen angesagt

    Dem möchte von zur Mühlen entschieden gegensteuern: "Wir werden sicher bei der Musikfarbe Fokussierungen vornehmen und den Klang des Radios neu definieren. Das betrifft sowohl Jingles als auch Station voice und ähnliches. Die Hauptarbeit liegt jedoch in anderen Bereichen: Die Privatradios haben sich bisher viel zu stark aufs Programm konzentriert."
    Nach seinen Vorstellungen soll 88.6 zu einem starken "capital radio" werden: lokal, symphatisch, nicht hektisch.
    Nachzuholende Hausaufgaben sieht von zur Mühlen jedoch vor allem im Marketingbereich: Der Vertrieb soll "auf die Stadt eingestellt" werden, der Apparat wird vergrößert, die Kunden sollen besser betreut und beraten werden.

    Blick zur Werbewirtschaft

    Wenn man die "Kaskade der Nutzungstiefe" von Hörfunk, Fernsehen und Printmarkt analysiere, so zeige sich, dass dabei Radio eindeutig dominiere: Allerdings sei die Wertigkeit des Radios als Werbeträger zu tief angesetzt, es sei unterbewertet, so von zur Mühlen.
    Vor allem die Werbewirtschaft sei permanent vernachlässigt worden: Hier will der neue Sender-Chef zuerst ansetzen. Und das beginnt für ihn mit einer fundierten Ausbildung der Mitarbeiter: "Marktführerschaft beginnt im Kopf" ist sein Credo.


    Chancen für die Privaten

    Berndt von zur Mühlen weiß, wovon er spricht, er ist ein alter "Privatradio-Hase": Er leitete jahrelang das deutsche Programm von Radio Luxemburg, war Gründungsgeschäftsführer von 104,6 RTL Berlin und hat als Medienberater seit Jahren eine eigene Firma.
    Die Veränderungen in der Eigentümerstruktur des österreichischen Privatradio-Marktes sieht er als Chance: "Wenn mehrere Eigentümer an einem Sender beteiligt sind, muß man sich immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, und das schwächt den Sender. Wenn differenziert wird, wenn ein Eigentümer sogar mehrere Sender betreiben kann, besteht die Chance, dass starke, unterschiedliche Programmangebote auf den Markt gebracht werden: Keiner wird sich ja selbst konkurrenzieren."

    Insbesondere sieht von zur Mühlen Chancen, was die Konkurrenz Ö3 betrifft: "Ö3 muß ständig einen Riesen-Spagat hinlegen zwischen Österreich und dem Großraum Wien. Am deutlichsten sieht man diese Schwäche beim Verkehrsfunk und bei der Moderation: Ich bin manchmal richtig entsetzt, wie berlinerisch Ö3 klingt."
    Hier soll mit voller Power die Wien-Karte ausgespielt werden, und insbesondere wird an der Morgenschiene gearbeitet: "Hary Raithofer ist perfekt, einen zweiten werden wir nicht machen. Aber wir werden eine andere Typologie schaffen."
    Sein Terminplan: 2002 wird noch geschliffen, für 2003 prophezeit von zur Mühlen einen "harten und lauten Antritt auf dem Markt", und 2004 sei man "auf der Winner-Straße". Klingt optimistisch."

    Quelle: http://www.medianet.at
     

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