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Charakteristika für Reportermikrofone

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von Studio Rebstock, 19. Juni 2008.

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  1. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    So richtig glücklich bin ich auf der Suche nach dem Thema hier nicht geworden - zwar werden in den Threads immer wieder mal die Charakteristika der Mikrofone im Außeneinsatz angesprochen, aber einen eigenen Thread scheint es nicht zu geben. Vereinzelt finden sich Antworten und kurzzeitige Diskussionen wie zum Beispiel hier:

    Nun ja. Spontanantwort: Niere (so auch timmeyy).
    Aber auch mir hat der Interviewpartner schon mal den Kopf weg gedreht und ich hätte mir in dem Moment eine Kugel gewünscht.

    Bevor jetzt einer kommt und schreibt "hatten wir schon" - hier ging es um dynamische Mikrofone. Was aber ist gegen den Kondensator zu sagen, zumal viele auf das AKG C1000s setzen?

    Was mich umtreibt:
    • Kugel für bewegliche Interviewpartner mit Atmo?

    • Niere - und wenn ja, welche?
      Einen Totschläger mit toter Katze drauf oder ist das überflüssig?

    • Wie setzt man am geschicktesten Stereomikrofone sein, wenn sie nicht auf einer Kamera befestigt sind?

    • Was ist von der Charakteristik "Keule" zu halten?
    Sollte das Thema kompakt schon mal behandelt worden sein, dann schreibt mir bitte einen Link. Aber außer Fetzen an der einen oder anderen Ecke habe ich zum Thema "richtige Charakteristik" noch keine wirklich guten Hinweise gefunden.

    Gruß, Uli
     
  2. dira

    dira Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Im ungünstigsten Fall ist die Batterie leer wenn man das Interview seines Lebens führen könnte. Ansonsten etwas empfindlicher im Außeneinsatz (Feuchtigkeit).
    Optimal wenn die Atmo nicht zu laut ist. Am Messestand nicht zu gebrauchen.
    Die tote Katze brachst Du nur bei Außenaufnahmen mit Wind.
    Am liebsten auf Stativ, sonst in der Hand, dort aber ruhig halten!. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn das Stereobild hin und her schlingert. Für richtige Atmoreportagen sind OKM Mikros sehr gut geeignet.
    Nützlich, wenn man bei der PK ans Rednerpult geht. Erfordert disziplinierte Sprecher.

    Wie Du siehst, es geht nichts über eine gut sortierte Auswahl.
     
  3. timmeyy

    timmeyy Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Dann ich: "Hallo, Sie müssen hier hereinsprechen sonst Hören die Menschen Sie nicht!" ;)

    Also für die "klassische" Interviewsituation ist die Niere noch am besten.


    Gruß
    Timmeyy
     
  4. divy

    divy Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Toll, jetzt diskutieren wieder die gleichen und selben...

    Ich finde nicht, dass Kugeln nur bei leise Umgebung zu gebrauche sind. Bei lauter Umgebung wird auch der Gesprächspartner lauter, ganz automatisch, und geht keineswegs unter. Das ist meine Erfahrung.

    Wenn es natürlich um ein sachliches Interview geht, bei dem der atmosphärische Eindruck unwichtig oder gar störend wird, ist die Niere angebracht.

    OKMs sind ganz nett. Gespräche, bei denen man gerne Stereo im Hintergrund hätte, oder Kneipengespräche mit mehreren Personen mache ich gerne mti einem "richtigen" Stereomikro machen. Man muss, wie ein Vorredner schon gesagt hat, beim Nachführen schon während der Aufnahme das Stereobild im Kopf haben, sonst fährt der Hörer durch eine akkustische Achterbahn. Bei x/y-Stereomics ist das nicht schwer, man stellt sich einfach immer nur vor, wohin die Membranen zeigen.

    Immer häufiger sehe ich Richtmikros im Einsatz. Habe ich noch nie benutzt, Techniker haben mir auch eher davon abgeraten. Bei den Pulks um die Politiker sieht man die ja recht häufig mit dem Riesenwindschutz vom DLR. Was da wohl drunter ist?
     
  5. radiofan9

    radiofan9 Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Ja, ich würde auch die Niere für die klassische Interviewsituation vorschlagen.

    Auf Messen mit etwas lauterer, akustischer Atmosphäre setze ich mittlerweile auch gerne eine Superniere ein. Ein wenig Atmo bleibt trotzdem noch. Und das ist auch gut so.

    Ansonsten gilt: Den Interviewpartner entsprechend coachen. So wie timmeyy es schon angesprochen hat.
     
  6. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Also bislang finde ich die Diskussion hier richtig gut und wertvoll. Kompliment! [​IMG]

    Das bringt mich zu euren Erfahrungen mit Interviewsituationen. Womit kommt der Interviewpartner am besten klar, was ist für ihn am angenehmsten?
    • Auch wenn ein NTG-2 von Røde etwas übertrieben scheint:
      Schafft das nicht eher eine unaufdringliche Distanz?

    • Ein Sennheiser 421 stellt wohl die klassische Interviewsituation dar.

    • Beim Zoom H-2 / H-4, das man dem Partner ziemlich dicht ans Gesicht halten muss, könnten beim Interviewten vielleicht Elektrorasierer-Assoziationen aufkommen.
    Nachdem sich in der Charakteristik die Niere durchzusetzen scheint, würde mich interessieren, wie ihr dem Interviewpartner auf die Pelle rückt.
    Ziel sollte meiner Ansicht nach eine angenehme Interviewsituation sein, in der ich mir die besten - freie, unbefangene - Aussagen erhoffe.

    Gruß, Uli
     
  7. Tondose

    Tondose Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    In Diskussionen mit Pianist_Berlin wurde, soweit ich mich erinnere, auch schon intensiv über dieses Thema gesprochen.


    Gruß TSD
     
  8. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Guter Tipp, TSD, danke. :)

    Wie schon angemerkt, verstecken sich die meisten Kommentare verstreut im "Reporter-Aufnahmegeräte"-Thread.
    Jetzt suche ich die geballte Erfahrung hier - auch gut für die Suchfunktion. ;)

    Gruß, Uli
     
  9. divy

    divy Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Ja, es wiederholt sich alles etwas.

    Rebstock, zu Deiner letzten Frage: Die Situation ist so unbefangen, wie Du mit Ihr umgehst. Wenn es Dir unangehm ist, Deinem Interviewpartner das Mikro an den Mund zu halten, überträgt sich das auf ihn, gerade bei Leuten, die nicht jeden Tag in Mikros sprechen. Aus Deiner Frage entnehme ich, dass es so sein könnte.

    Ich vermeide übrigens Hinweise wie, "wenn Sie nicht ins Mikro sprechen...", das führt bei solchen Menschen eher zu noch künstlicheren Formulierungen, manche werden dann stocksteif im Kreuz, richtig komisch.

    Außerdem hat man solche Leute ja auch meist für sich alleine, da kann man gut nachführen. Oft brauchen die Leute auch einfach ein "warm up", ohne dass sie es merken beginnt das Interview dann einfach nach fünf Minuten Gespräch. Das sind übrigens auch klassische Situationen für Kugeln, die Omma erzählt aus ihrem Leben in der Stube, im Hintergrund läuft die Sportschau etc., oder Bernd Hölzenbein erzählt von seinen Schwalben im Garten im Taunus. Ich finde, mit Kugeln wird das authentischer.

    In extremen Fällen weise ich einfach aufs Mikro hin, mit so einer blöden Formulierung wie "wir brauchen es, aber wir tun jetzt mal so, als wäre es nicht da...", (vielleicht hat jemand etwas originelleres?)
     
  10. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Das hier? http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/797301/bilder/image_main/

    Schließe mich der Frage, welcher Mikrofontyp das ist, an ...
     
  11. dea

    dea Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Wie wäre es mit
    "Das Mikrofon lächelt zwar nicht so freundlich wie ich,
    aber es interessiert sich (trotzdem) für Sie."

    Das tut es übrigens in völliger Ignoranz seiner Richtcharakteristik. ;)
     
  12. divy

    divy Benutzer

  13. radiofan9

    radiofan9 Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    ja, ich würde auch auf Beyerdynamic tippen. Auch vor allem wegen der Oberfläche und des Schalters.

    Eure Sandra
     
  14. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    Was denn, was denn - in so einer Aufnahmesituation Hyperniere oder Keule?
    Das erkläre mir mal einer der Profis.

    In einem solchen Pulk mit 'ner Hyperniere, ggf. Gedrängel - da stelle ich mir das Aufnahmeergebnis ähnlich schlimm vor wie wandernde Stereopanoramen.
    Wie sinnvoll ist die Hyperniere im Pulk, wenn man nicht ruhig in der dritten Reihe steht?

    Gruß, Uli
     
  15. divy

    divy Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone


    Ist doch nichts neues. Früher war auch bei den Fernsehleuten das MD 421 mit einem schönen kleinen runden Schaumwindschutz üblich. Das sieht man heute so gut wie gar nicht mehr. Den kleinen Ball wo schlicht hr drauf steht, habe ich zumindest schon ewig nicht mehr gesehen.

    Da sich inzwischen deutlich mehr Journalisten um die Politiker kloppen, muss man damit rechnen, nicht immer richtig ran zu kommen und mal von einer etwas entfernteren Position aufnehmen oder sogar angeln zu müssen (gibt es eigentlich Hörfunkleute, die Angeln einsetzen?). Dafür sind die Keulen ja ok. Oft ist man aber holt doch nicht so weit weg, hat aber eben nur die Keule dabei.

    Manchmal habe ich aber auch den Eindruck, dass es da Dienstanweisungen gibt: Da werden die Mics dann so angeschafft, dass der fette Windschutz draufpasst. Jeden Abend ein Mikro mit dem Namen des eigenen Senders in den Tagesthemen zu sehen, ist ja auch ein nicht zu unterschützender Werbeeffekt. Mit der ordentlichen Abnahme von Tönen hat das natürlich wenig zu tun.
     
  16. radiofan9

    radiofan9 Benutzer

    AW: Charakteristika für Reportermikrofone

    JA! Habe erst im Januar beim Wahlkampfauftakt des niedersächsischen Ministerpräsidenten in einer Veranstaltungshalle einen Kollegen mit Angel und einem daran befestigten 421er gesehen.

    Viele Grüße
    Sandra
     

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