1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

De Maizière kritisiert Medien im Fall Drygalla

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 06. August 2012.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Verteidigungsminister de Maizière hat sich hinter Olympia-Ruderin Nadja Drygalla gestellt. Die 23-Jährige war aus London abgereist, als ihre Beziehung zu einem Ex-NPD-Funktionär bekannt geworden war. "Müssen Sportler offenbaren, mit wem sie befreundet sind?", fragt der CDU-Politiker nun.

    Der ganze Artikel auf Spiegel-online:
    http://www.spiegel.de/politik/deuts...-kritisiert-umgang-mit-drygalla-a-848483.html

    Als ich heute dieses Statement des Verteidigungsministers auf SWR1 gehört habe, fiel mir ein Stein vom Herzen: Endlich eine Stimme der Vernunft!
    Um was geht es eigentlich?
    Eine junge Frau hat sich sportlich für Olympia qualifiziert.
    Sport und Politik haben nichts miteinander zu tun!
    Diese junge Frau hat einen Freund.
    Privatleben geht Sportfunktionäre und Politik nichts an.
    Dieser Freund hat für eine verfassungsgemäß zugelassene Partei für den Landtag kandidiert.
    Weder ist diese Partei verboten, noch ist der Staatsanwalt hinter diesem Freund her.
    Die Frau hat sich für diese Partei nicht engagiert, sie teilt auch nicht deren inhaltliche Ausrichtung.
    Das einzige "Vergehen": Diese Partei (NPD) wird von den etablierten Parteien als "Bäh" angesehen und da die Bekämpfung mit demokratischen Mitteln nichts fruchtet, mit allen möglichen sonstigen Mitteln bekämpft.

    Faktisch bedeutet der erzwungene Ausschluss der Sportlerin Drygalla von Olympia:
    - Sippenhaft (für ein Delikt, das gar keines ist)
    (Nur mal drüber nachdenken: Was wäre, wenn der Vater dieser Frau NPD-Funktionär wäre? Müsste sie dann auch auf Olympia verzichten?)
    - Denkverbot
    - Beschränkung der politischen Wahl- und Meinungsfreiheit
    - Gesinnungsterror von links!

    Bei dieser Geschichte wird mir Angst und Bange um unsere Demokratie und um unser Demokratieverständnis.
    Und ehe mich jetzt jemand in die rechte Ecke schiebt: Ich bin seit 20 Jahren Mitglied der SPD!
     
    HeavyRotation25 gefällt das.
  2. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ich sehe das ähnlich! Und gewusst hat man über diese Beziehung vorher auch schon, denn diese Frau hat ihre Polizeiausbildung aus Liebe zu ihrem Freund und wohl auch auf Drängen der Oberen quittiert. Mir kommt das alles etwas scheinheilig daher, denn sie hat die politischen Interessen ihres Freundes nie nach außen getragen und hat sich von der NPD öffentlich distanziert (mutig!). Warum bewertet man nicht ausschließlich ihre sportlichen Qualitäten? Mir tut diese Frau sehr leid und für mich ist sie ein Bauernopfer.

    Ohne die NPD gutheißen zu wollen: in vielen Ländern sind rechte Parteien weniger umstritten, aber leider verfolgt uns ja vermutlich noch 100 Jahre die Geschichte...

    Kam diese Diskussion eigentlich von der Medienseite, oder war die Führung des Kommitees da verantwortlich? Das hat für mich einen sehr bitteren Beigeschmack. Der Frau wurde ein schlechtes Gewissen eingepredigt, bis sie selbst das Handtuch warf. Der Knick ihrer Sportkarriere ist groß und dass die meisten Olympioniken kaum Geld mit ihrem Sport verdienen, ist auch nichts Neues. Man soll in Deutschland froh sein, dass es überhaupt noch motivierte Leute gibt, die diesen Olympiazirkus teils auf eigene Kosten mitmachen!
     
  3. empire1970

    empire1970 Benutzer

    Was nun auch kein Verbrechen ist...
    Stimme #1 aber überwiegend zu. Was vergessen wurde: Die bedrückenden Vorkommnisse rund um die NSU, die aus dem Dunstkreis der noch zugelassenen Partei resultieren. Und das momentan belastete Thema an sich.

    Eben wegen der Geschichte...
     
  4. doglife

    doglife Benutzer

    "Sippenhaftung & Gesinnungsschnüffelei", diese zwei Begriffe kennzeichnen den urdeutschen Reflex, mit dem sich die Empörung übers "Glatzen klatschen" Luft verschafft.

    Für Solidaritätsbekundungen mit der "angeblich rechtsextremen" NPD und ihrem Umfeld, dafür gebührt die Goldmedaille im Dummstellen.

    Und der "verfolgten Unschuld" sei noch die Twitter-Weisheit nachgeworfen:
    "Wer sich mit einem Ferkel ins Bett legt, darf nicht erwarten, am nächsten Tag nach Parfüm zu riechen."
     
  5. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    "Sippenhaftung & Gesinnungsschnüffelei" das sind Begriffe für die, die Gestapo und die Stasi in den in Deutschland hinter uns liegenden Diktaturen zuständig waren. Das die letzte Diktatur 1989 durch das Volk in die Wüste geschickt wurde, haben bestimmte Betonköpfe bis Heute noch nicht begriffen. So lange das Bundesverfassungsgericht eine Partei nicht verboten hat, gilt für diese das Parteienprivileg, ob mir das passt oder nicht und das ist auch gut und richtig so.
     
    Mannis Fan gefällt das.
  6. BSF

    BSF Benutzer

    Ich stimme dir ja überwiegend zu, was den expliziten Fall betrifft. Dass die Medien hier einigen Mist verzapft haben, steht ja außer Frage und wird / wurde (der Fall liegt ja nun schon etwas zurück) auch unterhalb der Journalisten diskutiert. Einen interessanten Beitrag dazu gab es vor einigen Wochen im Medienmagazin ZAPP.

    Der oben zitierten These stimme ich allerdings nicht zu. Es ist völlig normal, dass es politische Auseinandersetzungen zwischen Parteien gibt. Wer mit rechten Parolen um sich wirft, muss eben einstecken können, dass man dafür kritisiert wird und wenn man gegen den Staat kämpft, kann auch seitens des Staates bekämpft werden. Das nennt sich dann streitbare Demokratie und als diese wird die Bundesrepublik Deutschland vom Bundesverfassungsgericht auch angesehen, was letztlich zur Folge hat, dass gegen Einzelpersonen oder auch Gruppen wie zum Beispiel Parteien vorgegangen werden kann. Dass das wiederum nicht ganz leicht ist, hat ebenfalls mit der deutschen Geschichte zu tun (bei allen Debatten über die Geschichte, sollte man also vielleicht nicht ganz vergessen, dass es zwei Seiten ein und derselben Medaillie sind). Wenn die NPD eng mit terroristischen Vereinigungen wie der NVU oder anderen rechtsextremen Vereinigungen verstrickt ist, verlässt die NPD ganz offensichtlich die Grundlagen unserer freitheitlichen demokratischen Republik und versucht diese zu bekämpfen. Das ist also weitaus mehr als nur ein einfaches "Bäh".

    Das ist vollkommen richtig. Dass die NPD nicht verboten ist, heißt allerdings auch nicht, dass sie nicht dennoch die freiheitliche demokratische Grundordnung des Staates angreift. Wie bereits oben erläutert, sind Parteien- und Vereinsverbote eben auf Grund der deutschen Geschichte nicht ganz einfach (und wie du selbst geschrieben hast, ist das auch gut und richtig so), ziehen sich meist über mehrere Monate oder Jahre hin (was zum Beispiel von der Beweislage abhängt). Bis zu einem solchen Verbot kann auch eine Partei oder ein Verein der die freiheitlich demokratische Grundordnung angreift (weitgehend) problemlos weiterarbeiten, übrigens eng verknüpft mit der Unschuldvermutung. Oder auf niedriger Ebene: Wenn ein Bankräuber aufgrund mangelnder Beweislage nicht verurteilt werden kann, kann er dennoch Banken überfallen haben und dies auch weiterhin tun. Das wiederum ändert aber nichts daran, dass es nicht legal ist.
     
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Wie weit drunter?
     
  8. doglife

    doglife Benutzer


Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen