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Der Protzschof von Limburg: Ist der Medienhype berechtigt?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Der Radiotor, 11. Oktober 2013.

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  1. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Seit Tagen überrennen mich sämtliche Medien mit dem Skandal-Bischof in Limburg. Selbst einen ARD-Brennpunkt gab's gestern zum Thema, und bei keinem Sender fehlt das Thema. Der gute Mann ist ja vom damaligen Papst Benedikt in Limburg nach dem Abtritt des bürgernahmen beliebten Bischofs Kamphaus eingesetzt worden um (aus Vatikan-Sicht) wieder Zucht und Ordnung ins Bistum zu bringen. Anfangs nur ein gefundenes Fressen für die Lokalpresse, nachdem Partys im Bistum verboten wurden, Kirchenleute die sich positiv zum Thema Homosexualität äußerten entlassen wurden etc. Inzwischen ist es DAS Thema im Bundesgebiet und stellt noch die Koalitionsverhandlungen in den Schatten. Frage: Findet ihr diesen Medienhype um einen Mann, der offenbar ganz bewusst vom Vatikan in dieses Amt gesetzt wurde, berechtigt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2013
  2. Москва Radio

    Москва Radio Gesperrter Benutzer

    Nachdem einzelne Leid-Medien (oder Leit-Medien?) bereits Trophäen gesammelt haben (Rücktritt eines Bundespräsidenten), möchten sich auch elektronische Medien am Wettbewerb beteiligen. Ein Bischof, der aus dem Amt vertrieben wird? Sowas hat's noch nicht gegeben! Mit sowas "schmückt" sich jede Redaktion gerne.
     
  3. schultze

    schultze Benutzer

    Ich bin auch überrascht ob des Agendasettings der Redaktionen im Moment. Mein meint wir wären im Sommerloch. Die Sache mit dem Erste Klasse Flug ist schon lange bekannt und wurde vom Spiegel auch mehr als oft genug thematisiert. Und die Baukosten.. tja.. ich bin nicht katholisch, aber da hier keine Finanzierung durch Steuergelder anscheinend vorlag, bleibt es der Kirche und ihren Mitgliedern natürlich unbenommen mit ihren Mitteln zu tun und zu lassen wie es ihnen beliebt.
     
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Der Bischof pflegt lediglich zweitausend Jahre alte und bewährte Traditionen seiner Kirche.
     
  5. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Auch in bin nicht katholisch, und sicherlich mag das Vorgehen des Bischofs nicht gerade toll sein. Aber, wie schultze richtig sah, es sind eigentlich kaum neue Fakten, und außerdem habe ich es mit Moskau Radio: Das scheint ein neuer journalistischer Stil zu sein (den ich äußerst kritisch sehe) sich auf eine Rücktrittsforderung einzuschießen und so lange nicht locker zu lassen bis die betroffene Person gegangen ist. Das hat bei von Guttenberg und Wulff bestens geklappt, und das wird wohl auch bei van Elst gelingen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2013
  6. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Es muss, glaube ich, unterschieden werden: Im Bereich des Limburger Kirchsprengels und in den katholischen Medien darf/sollte ausführlich berichtet werden. Im restlichen Lande ist es meines Erachtens eine Meldung unter vielen, jedoch nur dann relevant, wenn der Herr Bischof zurück (ge-)treten wird - aber bitte nicht aus den Plätzen eins bis drei. Thema für einen "Brennpunkt" ist es in den überregionalen Medien nicht; wenn der hr oder der swr ausführlich berichten, die "Schäfchen" werden es wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Eventuell könnte der WDR (Limburg ist schließlich Suffraganbistum der Kirchenprovinz Köln) etwas mehr als beispielsweise mdr, ndr oder br berichten.

    Es stellt sich aber bei dem Medienhype die Frage, welche für die Bevölkerung wichtigen "Schlechtigkeiten" der "Noch-"Regierung soll das gemeine Volk erst diskutieren dürfen, wenn das berühmte Kind in den Brunnen gefallen ist. - Es ist eine Chance, schön ablenken zu dürfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2013
  7. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Es ist Sache der Medien zu BERICHTEN und nicht Forderungen zu stellen. Wie die katholische Kirche mit diesem Bischof umgeht, ist allein ihre Sache. Jeder Katholik, der an seiner Kirche interessiert ist, darf sich da gerne zu Wort melden. In dem Falle aber singe ich: Ich bin so froh, dass ich nicht katholisch bin...;) und halte meine Fresse zu dem Thema, denke mir freilich meinen Teil.
    Der Medienhype entsteht meines Erachtens dadurch, dass man durch den Kerl die Vorurteile bestätigt sieht, die man gerne gegen die katholische Kirche hat. Das ist quasi so ein moderner "common sense" in der Gesellschaft: Immer feste druff auf "die da oben". Wehe, da bohrt einer falsch rum in der Nase.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2013
  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Frau Käsmanns Alkoholfahrt seinerzeit war ja ebenfalls so eine mediale Hochmesse. Es gibt insgesamt ein Bild davon, welche Themen aus Religion, Kirche, Glaube von den hiesigen Medien in welcher Form und Gewichtung Beachtung finden. Manche Funkanstalten dürfen auch gerne mal über ihre eigenen Protzbauten berichten - da reichen in der Regel 30 Mio. Euro noch lange nicht.
     
  9. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Beide Fälle, Käßmann und Tebartz-van Elst, weisen gewisse Parallelen auf, wobei der entscheidende Unterschied m.E. darin liegt, dass Frau Käßmann sehr schnell die richtigen Konsequenzen gezogen hat.
     
    GhostriderHH gefällt das.
  10. K 6

    K 6 Benutzer

    Selbst die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks scheint sich inzwischen gezwungen zu sehen, aus solchen Kampagnen gewaltsam Meldungen zu stricken. Heute um 10 Uhr hatten sie als dritte Meldung, daß sich X sowie Y zu dem Thema geäußert haben. Irgendeinen neuen Sachstand hatten sie wohlgemerkt nicht zu bieten.

    Ist eigentlich in der tollen Sendung „Tag für Tag“, die an sich der rechte Platz dafür ist, schon auf dieses Thema eingegangen worden? So vor der Abmoderation, in der immer auch stolz die „Musikauswahl“ erwähnt wird, obwohl es sowieso immer der gerade verantwortliche Redakteur ist, der da eine seiner Barock-CDs mitbringt? Die am Schluß der Sendung gebacktimed (...) wird, um draufzuquatschen und dann nochmal dreißig Sekunden den Regler hochzuziehen, bis eine der vier Varianten des Nachrichtenjingles kommt, sicher ausgewählt nach strengen Kriterien ...
     
  11. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    @K 6: In der besagten Sendung, die ich gar nicht mal so schlecht finde, wenn auch die Berichterstattung über die Katholische Kirche ab und an ein wenig unausgewogen ist, wird es sicher noch ein Feature zum Thema geben.

    Warum allerdings am Schluss jeder Ausgabe auf die Musikauswahl von Hartmut Kriege hingewiesen wird, erschließt sich mir ebenfalls nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2013
  12. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ein Relikt aus der Zeit, als Musik noch "ausgewählt" und nicht vom Computer "generiert" wurde. Es soll Sender geben, denen es peinlich ist, Letzteres vor dem Hörer zuzugeben.
     
  13. iro

    iro Benutzer

    Es ist Aufgabe der Medien genau darüber zu berichten. In welchem Umfang das zu geschehen hat sei mal dahingestellt...
    Aber genau dieser Fall ist natürlich auch ein gefundenes Fressen für die Medien: ein Bischof, der sämtliche Vor(ur)teile bestätigt mit (sorry) einer Fresse, in die man stundenlang reinschlagen könnte der das Kind der Inzucht aus dem Gesicht springt.
    Auch das überregionale Interesse ist berechtigt. Wenn dieser Bischof vom Papst zurückgetreten wird, ist das eine deutliche Aussage von der obersten Kirchenspitze mit Signalwirkung auf alle anderen Sektenmitglieder in Bezug auf a) Prunksucht und Verschwendung [genau das Thema des aktuellen Papstes] und b) Homosexuelle in der Kirche.

    Der Papst wird sich in seiner Entscheidung kaum von den Medien beeinflussen lassen. Und besagter Bischof wohl auch nicht, da er offenbar komplett abgehoben ist und das Pippi-Langstrumpf-Lied singt... widdewiddewit... (er könnte eh nur dem Papst seinen Amtsverzicht anbieten, Rücktritt ist ausgeschlossen).
    "Die Medien" werden sich das baldige Zurückgetretenwerden dieses Knilches nicht ans Revers heften können, sie dürfen nur berichten.
     
  14. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Das Verhalten von Bischof Tebartz-van Elst ist in der Tat ein Ärgernis und absolut inakzeptabel, denn hier wird die Frage der Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche berührt.
    Damit drängt sich zudem die Frage auf, ob Bischöfe in anderen Diözesen einen bescheideneren Lebensstil pflegen und mit weniger Geld auskommen.
    Ist das Bistum Limburg mit seinem Oberhirten nur die Spitze eines Eisbergs oder haben sich die Medien vielleicht gerade auf ihn eingeschossen, weil er einige als konservativ geltende Positionen einnimmt?
    Mit welcher Reaktion ist wohl seitens der Medien zu rechnen, wenn sie anstelle des Bistums Limburg bspw. einen Blick auf die Ausgaben in den reicheren Diözesen München-Freising, Köln oder Rottenburg-Stuttgart werfen würden?
    Der jetzige Papst ist auf jeden Fall ein Segen für die Kirche; daran sollte sich so mancher deutsche Bischof ein Beispiel nehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2013
  15. Radioverrückter

    Radioverrückter Benutzer

    Endlich mal ein Thema, wo du Ahnung von hast und mitreden kannst !
     
  16. OnkelOtto

    OnkelOtto Benutzer

    Nachrichtensprecher evangelisch: Jinglesprecherin katholisch
    Nachrichtensprecher katholisch: Jinglesprecherin evangelisch
    Nachrichtensprecherin evangelisch: Jinglesprecher katholisch
    Nachrichtensprecherin katholisch: Jinglesprecher evangelisch
     
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  17. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Genau dessen Bischof ist gleichzeitig Vorsteher der Archidioecesis Coloniensis, zu der das Bistum Limburg gehört. Dieser Kirchenprovinz-Vorsteher hat eine Leitungs- und Aufsichtsfunktion ohne Eingriffsrechte sowie eine Meldepflicht an den Apostolischen Stuhl gegenüber den Suffragandiözesen. Joachim Kardinal Meisner müsste sich eigentlich fragen lassen, wie er seinen Pflichten gerecht wurde, übrigens genau wie der Heilige Stuhl in Rom (nicht der in Mainz) gefragt werden müsste, ob und was er wusste/wissen wollte von dem, was Kardinal Meisner gemeldet hat.
     
  18. K 6

    K 6 Benutzer

    [​IMG]

    Mal im Ernst: Wie sind diese Varianten mit geringfügig unterschiedlicher Ansprechhaltung eigentlich beschriftet und nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt? Würde mich wirklich mal interessieren, was für ein elaboriertes Rumgemache das da ist.

    Und jetzt um 17 Uhr auf der 1 (ja, die Rede ist immer noch vom DLF): Unklarheit darüber, ob Tebartz-van Elst nun auf dem Weg nach Rom ist oder nicht. Leute, Leute, Leute; da kann man sich den Spruch mit den Tassen und dem Schrank kaum noch verkneifen, völlig unabhängig davon, wie man das Handeln dieses Bischofs bewertet.

    Ist inzwischen halb Limburg mit SNGs und deren Gerümpel zugestellt oder wie?
     
  19. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Wenn man bedenkt, dass der gute Herr Bischof z.B. eine Badewanne für 15.000€ eingebaut bekam zeigt, wie realitätsfern und abgehoben diese gut bezahlten Beamten sind! Die Kirche ist übrigens der größte Grundbesitzer im Land, aber das viele Geld kommt nicht unten bei den"Schäfchen" an, sondern wird nach oben gepumpt.

    Ich wette, die Medien decken noch mehrere ähnliche Kirchenskandale auf! In München u.a. soll man seinerzeit noch verschwenderischer gewesen sein....
     
  20. OnkelOtto

    OnkelOtto Benutzer

    ...und das (sorry) schweineteure Spezialglas wurde eigens aus Washington eingeflogen. Und die Klanginstallationen via Loudspeakers in den Räumlichkeiten erledigte eine extra beauftragte Spezialfirma. Der Fitnessraum hätte 77 Quadratmeter gehabt (wenn er nicht abgeblasen worden wäre). (Quelle: heutige Sonntags-FAZ)
    Wenn man bedenkt, dass der Papst in einem klapprigen Gebrauchtwagen durch die jubelnde Menge knattert...
    Aber egal, auch wenn Rehlein Tebartz baldigst zurücktreten sollte: Er wird weich fallen. Der Herr weidet ihn weiter auf einer grünen Au. Ihm wird es an nichts mangeln. ;)
     
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  21. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Nein, das ist es eben nicht! Bischöfe werden in diesem Staat hier nämlich nicht aus Kirchensteuermitteln sondern durch das jeweilige Bundesland, sprich von unser aller Steuergelder bezaht.
    Die Höhe der Gehälter orientiert sich an der Besoldungsgruppe B für leitende Positionen des höheren Verwaltungsdienstes. Und das können dann schonmal bis zu 12.000 € brutto im Monat sein.
     
  22. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    In Limburg ist immerhin eine werthaltige Immobilie entstanden. Wenn der dortige Bischof tätsächlich einer wäre, würde er seine Hütte jetzt als Schenkung für ein Altenheim, Kindergarten, Schule oder dergleichen der Gemeinde vermachen.
     
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  23. chapri

    chapri Benutzer

    Immobilien waren einst unter anderem der Grund, warum jetzt Vater Staat die Bischöfe entlohnt. Und das berechtigt dann wiederum den aktuellen "Hype"...
     
  24. Wertham

    Wertham Benutzer

    Nein, der hype ist natürlich nicht berechtigt,ABER verständlich. Er ist eben der klasssiche " Gegenentwurf" zum " Armenpapst". Man darf auch nicht vergessen,daß er eben auch ganz ander s ist als sein Vorgänger, der auch mal den Konflikt mit Rom " gesucht " hat und er deswegen eh schon eher unbeliebt war. Wäre allerdigs jemand anderes Papst, wäre das Ganze nur eine Lokalnachricht.
     
  25. br-radio

    br-radio Benutzer

    Ich finde, dass die Berichterstattung zum Teil groteske Züge annimmt. Die BILD ist ganz WILD, den Bischof irgendwo schon im Nirvana zu sehen. Das Sprachrohr des kleinen Mannes haut mächtig gegen diesen Bischof.
    Fakt ist, dass Bischof van-Elst einige gravierende Probleme mit Geld hat. Es haben in jüngster Zeit einige Bischöfe deshalb gehen müssen, u.a. der ehem. Bischof von Eichstätt, Walter Mixa. Wenn es van-Elst wirklich ernst wäre, hätte er sich einsichtig gezeigt, und gesagt, dass dieser Bau auf dem Domberg zu Limburg vielleicht doch zu bombastisch geworden, und er selbst sich Größenwahnsinn zugestanden hätte, sich vielleicht für sein Fehlverhalten und dessen Konsequenzen entschuldigt und wirkliche Reue gezeigt hätte, hätte er eine zweite Chance verdient. Doch unter diesen Umständen, meine ich, ist eine mögliche Abberufung unumgänglich. Übrigens: Jesus Christus ist in einer armseligen Krippe geboren worden. Ich stelle mir grad die Krippe im Limburger Bischofspalais vor: ob die golden glänzt, mit Swarovski-Steinen besetzt glitzert und das Jesuskind als herrlich-barockes Kindlein da liegt...
    Meines Erachtens liegt sogar eine Behinderung des Bischöflichen Stuhls von Limburg vor:
    Can. 412 — Der bischöfliche Stuhl gilt als behindert, wenn der Diözesanbischof wegen Gefangenschaft, Ausweisung, Exil oder Unfähigkeit vollständig an der Wahrnehmung seines Hirtendienstes gehindert wird, so daß er nicht einmal in der Lage ist, schriftlich mit den Diözesanen in Verbindung zu treten.
    (Quelle: http://www.vatican.va/archive/DEU0036/__P1G.HTM).
     

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