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Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von gunnide, 27. Oktober 2004.

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  1. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    mal was anderes:

    Die Bild-Zeitung aus dem Axel Springer Verlag, der an etlichen <b>Radiosendern</b> in D'land beteiligt ist, hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Wahlempfehlung abgegeben, und als erste europäische Zeitung in diesem Wahlkampf eine Aufforderung zur Wahl von
    <big><b>George W. Bush</b></big>.

    Den Text der Wahlempfehlung findet Ihr <a href="http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2004/10/27/us__wahl__pro__bush/us__wahlkampf__empfehlung__pro__bush.html" target="bildgwb"><b>hier</b></a>.

    Dazu meine Fragen:

    Wie beurteilt Ihr, dass die auflagenstärkste europäische Zeitung sich, entgegen der überwältigenden Meinung der Bevölkerung, zu so einer Wahlempfehlung entschließt?

    Wie berichten die Radiosender, an denen Axel Springer maßgeblich beteiligt ist (Ostseewelle, Radio Hamburg, FFH, HitRadio Antenne 1 und viele weitere; <i>bitte korrigiert mich gegebenenfalls</i>) über den Wahlkampf in den USA und die Politik dort? Passen Sie sich der Meinung der Hörer an, oder vertreten Sie die ihrer Gesellschafter? Wird dort überhaupt über Politik berichtet? <i>(Diese Diskussion erinnert auch ein bisschen an die <a href="http://www.radioforen.de/showthread.php?t=11321">Radio7-Unterschriftten-gegen-Unterschriften-Aktion</a>).</i>

    Gespannt auf eine nicht ausschließlich radiobezogene Diskussion,

    gunnide​
     
  2. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Wie gut, daß der gemeine amerikanische Bürger doch in den meisten Fällen kein Bild liest.
    Die tumbe Argumentation und die einfach strukturierte Schwarz/Weiß-Denkweise sind doch genau das, mit denen auch Bush versucht, zu trumpfen! Und in etwa die Hälfte der Amis ist blöd genug, darauf reinzufallen.
    Die Frage ist, ob die Alternative wirklich etwas besseres bietet. Mehr denn anderswo erscheint mir diese Wahl wirklich die Entscheidung für das kleinere Übel.
    Das einzige Argument pro Kerry ist ja die Abwahl Bushs. Das lässt doch irgendwie an die Bundestagswahl 1998 erinnern...falls die Abwahl erfolgreich wird (bleibt sie erfolglos, lässt sie an 2002 denken, als Stoiber auch nur ein schlagkräftiges Argument hatte: Rot-Grün muss weg, nach dem Motto: alles was wir machen, kann nur besser sein!)
    Daß Sachthemen im amerikanischen Wahlkmapf nicht gefragt sind, wen wunderts!
     
  3. htw89

    htw89 Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Find ich auch nicht gut,eine Zeitung sollte doch eigentlich unparteiisch sein, oder?
     
  4. Persil

    Persil Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Steht sogar vorne auf der Zeitung groß und breit als Claim unter dem Bild-Logo drunter: "unabhängig - überparteilich".

    Sehr interessant. Die sind sooo überparteilich, daß sie eine parteibezogene Wahlempfehlung aussprechen. Das ist Verarschung pur. Aber wem erzählen wir das ...
     
  5. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Natürlich habe auch ich hierzu eine Meinung:

    Axel Springers "Die Welt" und "Bild" haben sich schon im Irak-Krieg stramm an die Seite der amerikanischen Regierung gestellt, obwohl die überwiegende Mehrheit der öffentlichen Meinung den Krieg ablehnte.
    Auch wenn man bei Bild oft den Eindruck hat, sie vertrete nur populistische Positionen, und drehe ihr Fähnchen oft genug nach dem Wind, darf man nicht übersehen, dass sie

    a) ihren konservativen Pro-Amerika-Kurs, der auch in den <a href="http://www.axelspringer.de/inhalte/geschich/inhalte/as/grundsae/grundsae.htm" target="asg">Unternehmensgrundsätzen</a> in den Arbeitsverträgen aller Redakteure verankert ist, zu verteidigen hat, und sie

    b) es in ihrer Geschichte immer besser verstanden hat, Meinungen so zu setzten, dass es auf schlechter informierte Kreise in der Leserschaft den Eindruck macht, sie würde lediglich Stimmungen und Bewegungen <i>aus der Mitte des Volkes</i> widergeben. Ein typisches Beispiel hierfür sind Schlagzeilen á la <i>"Riesensauerei. Deutschland schimpft über den Skandalpolitiker"</i>, wenn zum Zeitpunkt der Erscheinens der Zeitung noch niemand etwas von diesem <i>"Skandal"</i> gemerkt hat.

    Für die Argumentation, auf die sich die Bild-Zeitung, Springers <i>"Kettenhund"</i> (1), dabei stützt, hat man sich noch nicht einmal eigene, europäische Ideen ausgedacht. Stattdessen übersetzt Kommentator Hugo-Müller Vogg (2) lediglich die klitzegleiche Argumentation, die auch die nordamerikanischen Pro-Bush-Kommentatoren nutzen: Bush habe die Zeichen der Zeit verstanden, er sei eingearbeitet, Kerry würde uns nicht verteidigen können, es gebe nur diese eine Form des Kampfes gegen den islamischen Extremismus, er setze wirtschaftspolitisch die richtigen Prioritäten.

    Interessanterweise sieht, vor allem letztereres, die wirtschaftsliberale Londoner "Financial Times" das etwas anders. (3)

    Durch die Einfluss, den sie auf ihre Leserschaft hat, verstärkt sie auch ihren Einfluss bei den sogenannten Entscheidern. Man kann also damit rechnen, dass in den nächsten Tagen, deutschen Politikern, die sich <b>für</b> GWB aussprechen, eine positive Darstellung in der Bild zuteil wird.

    Mit den Radiosendern dagegen will Axel Springer vor allem Geld verdienen. Das bedeutet, Kosten runter, dafür ein massenattraktives Programm. Dies führt dazu, das politische Berichte in den Sendern meistens ausbleiben, und wenn sie kommen, sie das Hörervolk nicht so sehr erschrecken, dass dieses zu <i>"linken"</i> Sendern wie RPR umschaltet.

    Ich hoffe, das war jetzt nicht zuviel Politik, falls doch, beschwert Euch bitte.

    (1) Zitat: Verlagsgründer Axel Cäsar Springer d. Ältere, höchstpersönlich
    (2) HMV, Exmitherausgeber der FAZ, wurde von seinen Herausgeberkollegen aufgrund seiner überkonservativen Haltung gefeuert. Er ist der Co-Autors des Buches "Offen will ich sein - und notfalls unbequem" unseres Bundespräsidenten Horst Köhler
    (3) Die FT hat eine Wahlempfehlung für Kerry ausgegeben, leider habe ich leider keinen Link zu ihr.
     
  6. Lt.Cmdr.Lee

    Lt.Cmdr.Lee Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    man könnte doch einfach mal bis morgen abwarten, ob irgendein kolummnist seine empfehlung für kerry abgibt......dann wäre es wieder ausgeglichen.
    aber ob die meinung von BILD für eine entscheidung des amerikanischen wählers beiträgt, können wir getrost vernachlässigen.
    wir können uns zwar darüber ereifern, aber sinn macht es auf keine fall.

    was störts die eiche, ob sich ein schwein dran kratzt.
     
  7. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Stimmt Commander,
    und mit Tieren haste es heute auch irgendwie. :D ;)
     
  8. Lt.Cmdr.Lee

    Lt.Cmdr.Lee Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    ich bin ja auch ein vieh......*feix*
     
  9. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Komm schon, laß ihn raus den Tiger. :D :D :D

    Ähmm... zurück zu BILD und Bush ! :rolleyes:
     
  10. radiobayern

    radiobayern Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    ähmm... zurück zum thema radio!?!?!
     
  11. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Meine Frage bezog sich auch aufs Radio. Nicht nur, weil AS auch ein Radiokonzern ist.
     
  12. alqaszar

    alqaszar Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Ronald Reagan hat was mit dem Fall des Kommunismus zu tun? Lächerlich! Als schon alle Welt hoffnungsvoll auf Gorbatschow blickte, legte genau dieser Präsident paranoides Misstrauen an den Tag. Natürlich weil er in seinen primitiven Denkschablonen gefangen war -- es konnte ja nicht sein dass das "Reich des Bösen" einfach so seinen ganzen Schrecken verlor.

    Nun muss also der "islamische Terrorismus" herhalten -- der "uns" bedroht. Hauptsache Angst! Soweit die Show. Doch dahinter steckt meiner Meinung nach ein nachhaltiger Wandel.

    In den USA könnte Propaganda-Masche am 2. November für Bush funktionieren. Die soziologischen Ursachen dafür mögen vielfältig sein, was aber ins Auge sticht ist die zunehmende Kluft zwischen Europa und den USA. Nicht nur in der Haltung zum Krieg, sondern auch in Fragen des Wirtschaftsregimes. Während des Kalten Kriegs wurde eine "Wertegemeinschaft" ausgerufen, welche den "Westen" gegen die Bedrohung des Totalitarismus aus dem Osten schützen und die Freiheit bewahren sollte.

    Diese Wertegemeinschaft wurde in Westeuropa zwar von der Linken kritisiert, aber sowohl z. B. deutsche Sozialdemokraten als auch italienische Kommunisten haben sich, als es durch Übernahme von Regierungsvernatwortung in den 1970ern zum Schwur kam, zu dem Bündnis mit den USA bekannt.

    Dennoch scheinen es vor allem die Konservativen zu sein, für die die USA offenbar so etwas wie ein Vorbild sind. So hat Spaniens Aznar stramm zu Bush gehalten -- und ist abgewählt worden. Berlusconi in Italien droht ein ähnliches Schicksal -- er hat am Sonntag bei Nachwahlen zwei seiner Hochburgen verloren. Blair muss einen sehr schmerzhaften Spagat zwischen der Ablehung der Bush-Politik im Lande und der offiziellen Unterstützung seinerseits aushalten und ist damit deutlich in der Defensive.

    Dies zeigt ganz klar -- die uneinige Haltung Europas zum Irakkrieg war gar keine, denn die Völker waren alle dagegen. Eine Regierungen haben aber aus ideologischen Gründen zu Bush gehalten, und mussten dafür die Quittung akzeptieren oder stehen noch davor.

    Sollte Bush wiedergewählt werden, sind die USA als verlässlicher Partner für Europa gestorben. Damit aber würde eine Neuorientierung der europäischen Sicherheitspolitik anstehen. Wahrscheinlich keine radikale Abkehr von den USA, weil das weder in deren noch in unserem Interesse liegt. Doch die Distanz droht spürbarer, sichtbarer zu werden. Letztendlich droht das Konzept des "Westens" als Wertegemeinschaft zu scheitern oder zumindest Schaden zu nehmen.

    Dennoch scheint es in Europa -- eben anders als in Amerika -- eine große Mehrheit zu geben, die eben nicht auf die Phrasen der Scharfmacher "hereinfallen". Selbst wenn Kerry am Dienstag knapp gewinnen sollte, so ist die Situation in den USA 50:50; in Europa hinegegen etwa 90:10 was die Unterstützung der Bush-Politik angeht.

    Nach wie vor gilt nämlich: Der Gefahr des Terrorismus kann man nur mit Klarheit und Entschlossenheit für ein Konzept der Freiheit entgegentreten; nicht mit Kriegen, die auf Lügen aufbauen.
     
  13. Dandyshore

    Dandyshore Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Hallo miteinander!

    Wenn ich das richtig empfinde, ist Antenne Bayern (allerdings auch nicht Springereigen) sehr kritisch mit dem US-Präsidenten George W. Bush.
    Bei Stefan Meixner höre ich sogar eine sehr deutliche Präferenz für John F. Kerry heraus. Gerade im Nachhall zu den Fernsehduellen hatte ich den Eindruck.
    Natürlich kann ich mich täuschen - es handelt sich um ein rein subjektives Empfinden.
     
  14. Lt.Cmdr.Lee

    Lt.Cmdr.Lee Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    das ist zwar grundsätzlich richtig, aber es ändert nichts daran, das wir bei der entscheidung über einen neuen oder alten präsidenten keinen merklichen einfluss haben.
     
  15. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema <i>Axel Springer und George W. Bush</i>

    "Die Welt", die <i>Intelligenzzeitung</i> aus selbigem Hause wie die Bild, hat heute doch tatsächlich einen großen Artikel zum US-<b>Walkampf</b> (sic!) <a href="http://www.welt.de/data/2004/10/27/351730.html" target="weltwal">auf ihrer Medienseite</a>.

    Falls der Fehler inzwischen korrigiert wurde (was ich nicht glaube, da der Artikel seit 24h <b>so</b> online steht, hier auch ein Screenshot.

    Leider muss ich Dir widersprechen. Axel Springer <b>ist</b> an Antenne Bayern beteiligt. Ich kann leider nicht sagen, wie hoch, ich weiß nur, <a href="http://www.axelspringer.de/inhalte/angebot/inhalte/hoerfunk/antebay/antebay.htm" target="asab">dass es so ist</a>.
     

    Anhänge:

  16. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    AW: deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    @ htw89 & Persil:

    Unparteiisch und überparteilich sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Man kann das eine sein und das andere nicht (und umgekehrt), da gibt es keine Kausalkette.

    Im übrigen finde ich die BILD-Aktion auch nicht blöder, als die des "Guardian", der seine Leser aufgefordert hat, Amerikanern Briefe zu schreiben und diese aufzufordern, Bush abzuwählen. Dieses Blatt geht sogar noch ein Stück weiter (zu weit nach meiner Ansicht) und plädiert indirekt für die Ermordung des US-Präsidenten:
     
  17. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Die Bild-Zeitung?

    Eine Wahl-Empfehlung von HUGO MÜLLER-VOGG
    ...
    Hier nennt BILD-Autor Hugo Müller-Vogg seine zehn Gründe, warum es für Deutschland, die Welt und Amerika besser wäre, wenn George W. Bush Präsident bleibt.


    Für mich ist das zunächst einmal das, was dort steht: Eine Empfehlung von Herrn Müller-Vogg.
     
  18. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    @alqi
    ich muss dir an zwei entscheidenden punkten widersprechen:
    natürlich hat reagan was mit dem fall des kommunismus zu tun. sein "totrüsten" der sowjetunion war eine massgebliche ursache. dafür ist leider auch deutschlands letzter ernstzunehmer kanzler, helmuth schmidt, ein verfechter des seinerzeitigen "NATO-Doppelbeschlusses", von seiner partei (spd) geköpft worden.
    auch mit dem islamistischen terror ist nicht zu spassen. natürlich bedroht er uns, warum setzt du das in anführungstriche?
    nur genau bei der bekämpfung des terrors hat bush doch versagt. statt bei tora bora sich auf die eigenen leute zu verlassen, wird es örtlichen kämpfern ermöglicht, bin laden rauszuschmuggeln. stattdessen dieser sinnlose krieg, der neben überflüssigem menschlichen leid die gefahren mangels waffenfunden allenfalls langfristig verkleinert, aber auch nur, falls es gelingt, im irak eine stabile alternative regierung zu ermöglichen. zur zeit jedoch sieht es so aus, als würden sich die amis daran (leider) verschlucken.
     
  19. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    <i><b>PLEASE NOTE: Der nun folgende Kommentar stellt lediglich die Privatmeinung des Autors und keineswegs die von "radioforen.de" dar.</i></b>

    Anders als bei den "Broadsheets", also den Qualitätszeitungen, kommt es der Bild nicht darauf an, dass sich der Leser durch unterschiedliche Darstellung selbst ein <i>Bild</i> :D von der Situation machen kann, sondern ihm wird eine bestimmte Meinung vorgelegt, die er bequemerweise direkt übernehmen kann.
    Wenn man sich die Berichterstattung der Bild-Zeitung (oder des ganzen Axel-Springer-Konsortiums) der letzten Zeit vornimmt, würde es auch verwundern, wenn dies <i>nicht</i> die Meinung der Zeitung als ganzes wäre.
    Desweiteren ist die Wahlempfehlung in jedem Fall als Provokation und Anspielung auf den in den USA üblichen Standard zu verstehen. Dort geben (fast) alle Zeitungen (und nicht nur deren Chefredakteure) eine Wahlempfehlung ab.
    Weiteres zur Praxis der Bild entnehme bitte meinen Hauptartikel oder der Fachpresse.

    Ich weiß nicht, ob ich Dich überzeugen konnte, aber diese Einschätzung des Bild-Kommentars habe ich jedenfalls nicht exklusiv.

    <a href="http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/987/41946/" target="mmueb">Süddeutsche</a>, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,325216,00.html" target="mmueb">Spiegel</a>, <a href="http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=7921" target="mmueb">Focus</a>, <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1377803,00.html" target="mmueb">die Deutsche Welle</a>, Rupert Murdochs <a href="http://www.timesonline.co.uk/article/0,,11069-1333221,00.html" target="mmueb">The Times</a> oder der britische <a href="http://www.guardian.co.uk/uselections2004/story/0,13918,1337588,00.html" target="mmueb">Guardian</a>, (oder zumindestens die jeweiligen Autoren dieser Zeitungen:p) sehen das ähnlich.
    Mehr aus Deiner Sicht beschreibt das z.B. das <a href="http://zeus.zeit.de/hb/599681.xml" target="mmueb">Handelsblatt</a>, desses Artikel <a href="http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/bt/3/depot/0/SH/0/fm/0/id/125/id/80087/fb/0/prvcmsc/0/prvoaid/0/artpage/0/mcpage/0/pgpage/0/notag/0/fl/0/prvmode/0/index.html" target="mmueb">in etlichen Holtzbrinck-Medien</a> widergegeben wird, den Vorgang.
     
  20. Nomos

    Nomos Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Der BILD-Kommentar ist eine ziemlich harte Gangart! Das ist schon unverhüllte Meinungsmache, sprich: Propaganda! Das hat mit Ausgewogenheit der Berichterstattung nichts mehr zu tun, aber das wird sicherlich nicht in der Lizenz der BILD stehen! ;) Da passt es zum BILD, daß in letzter Zeit im Blatt immer Meinungsumfragen gedruckt wurden, die alle ausschließlich George W. vorn sahen...

    Stellt sich jetzt die Frage, ob BILD zur nächsten Bundestagswahl in Deutschland auch so eindeutig Position bezieht. Das wäre dann wirklich ein Skandal! Sollte ein Radiosender dies machen (weil AS abhängig) dann müßten die Landesmedienanstalten eingreifen. Aber ob sich die durchformatierten Privatsender überhaupt an Politik heranwagen????
     
  21. gunnide

    gunnide Gesperrter Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Dazu fällt mir ein:
    <b>Wer hat noch Mitschnitte von <i>Hundert,6</i> in Berlin, als es noch von (Springer-Journalist) Georg Gafron geleitet wurde?</b>

    Glaub' ich im allgemeinen eher nicht. Das Marktkonzept von Bild ist ein anderes als das der Hitradios. Allerdings kann man durch Auswahl der Meldungen in den Nachrichten oder eine unterschwellig tendenziöse Berichterstattung ebenfalls Meinungen schüren, ohne dass das so plakativ wie bei <i>Bild</i> wirkt.
     
  22. Dr. Fu Man Chu

    Dr. Fu Man Chu Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Mann o Mann, jetzt habe ich aber mal wieder richtig was gelernt. Diese Erkenntnisse,
    die hauen einen alten Chinesen wirklich um; richtig nett der Begriff:
    Deutsche Bild-Zeitung.
    Dazu Fragen eines Unwissenden: Gibt es eine nichtdeutsche Bild-Zeitung, dass wäre mir wirklich neu. Wird das "Verabscheuungswürdige" der Bild-Zeitung durch
    den Zusatz von Deutsch noch gesteigert?
    Zum Schluss, wirklich bewundernswert, wie aus allem eine Verschwörung wird und was die Bild-Zeitung mit Radio zu tun hat, außer das die Mehrzahl der Moderatoren sie regelmassig lesen und benutzen, erschließt sich sicherlich dem echten Deutschen Radiofan /-macher. Welche Verlage an welchen Sender Anteile halten, ist allgemein bekannt und wirklich genügend dokumentiert.
    In China haben wir zum Glück andere (echte) Probleme.
     
  23. DerPhil

    DerPhil Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    War es nicht auch die BILD, die gestern ängstlich fragte: '7 Mio Deutsche süchtig nach RTL-Ekel-Show - Macht Dschungel-TV dumm?'

    Das fragt genau die richtige Zeitung! '10 Mio Deutsche süchtig nach Bild - Macht Lügen-Journalismus dumm?'

    Klares JA!

    Es ist und bleibt eine Dreckslektüre, egal ob die für Kerry, Bush oder meine Oma wären.

    Oma for President!

    Phil
     
  24. Heidi

    Heidi Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    Ich muß gestehen,

    normalerweise bin ich ein BILD-Fan. Und ich kann den Leuten, die hier unreflektiert die uralten Dumpf-Parolen wiederholen, nur zurufen: Ihr habt echt keine Ahnung.

    Gleichzeitig muß ich auch gestehen:

    Bush und seine gesamte Administration sind für mich mit dass Gefährlichste was dieser Planet in den letzten Jahren auszuhalten hatte, und ich frage mich, ob er es weitere vier Jahre aushält (ich nicht). Deshalb schockt mich dieser blöde Kommentar dieses erzkonservativen Dumpfhubers (und häßlich ist er auch) in der BILD besonders.

    Doch mit ein bischen Nachdenken kann man die alte Strategie der BILD dahinter erkennen. Nur so bleibt sie im Gespräch (dieser Fred ist das beste Beispiel, dass es funktioniert). Denn, auf die Frage - würden sie Bush wählen, wenn sie könnten, würden warscheinlich nicht mal 5 Prozent der Deutschen sagen: "Jäh, klasse der Typ." Also polarisierender kann die BILD ma wieder nicht sein.

    Stellt euch nur mal die Redaktionskonferenz bei denen vor: "Nehmen wir den Pro-Kerry Kommentar rein, oder lieber den Pro Bush Kommentar? Keine Frage - wenn wir in Deutschland pro Bush sind, schlägt dass viel größere Wellen. Die anderen Blätter zitieren uns, die Agenturen und wir sind in aller Munde - super, machen wir also Bush." Bumms aus...Dafür liebe ich die BILD und ihr seit alle wieder voll reingetappt.

    Und dass wir jetzt so schön diskutieren kann ja auch nicht schaden, oder? Danke BILD!!
     
  25. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    AW: Deutsche Bild-Zeitung empfiehlt Wahl von George W. Bush

    @ Nomos:

    Es ist immer wieder erheiternd, mit welchem Halbwissen hier über journalistische Grundsätz philosophiert wird und wie munter Begrifflichkeiten durcheinandergeworfen werden:
    Natürlich hat der Kommentar nichts mit Ausgewogenheit der Berichterstattung zu tun. Das muß er auch gar nicht, denn ein Kommentar gibt dezidiert die Meinung des Kommentierenden wider und gehört nicht zum berichtenden Teil. Genaugenommen beherzigt die BILD hier sogar einen der elementaren Grundsätze des Journalismus, nämlich die klare Trennung von Meldung und Meinung. Andere Blätter, die "taz" zum Beispiel, sind da deutlich weniger zurückhaltend.
    Lizenzen für Zeitungen benötigte man in den Zeiten der alliierten Besatzung vor der Gründung der Bundesrepublik, seit 55 Jahren jedoch nicht mehr. Willkommen in der Gegenwart!
    Warum? Wo war der Skandal, als die Financial Times Deutschland vor der letzten Bundestagswahl eine Wahlempfehlung zu Gunsten von Edmund Stoiber ausgesprochen hat? Wo steht geschrieben, daß Zeitungen neutral sein müssen?
    Nochmals die Frage: Warum? Welches Gesetz, welche Vorschrift verpflichtet Radiosender zur politischen Neutralität?

    Fazit: Viel Empörung, wenig Substanz. Ungenügend, setzen!
     

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