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Deutsche Medien: wieder mehr Annäherung an Russland?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von HeavyRotation25, 14. Januar 2013.

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  1. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass gerade in den ÖR (auch Sparten) Sendern viel über Russland und über dessen Menschen berichtet wird, und das positiv. War dieses Land doch seit jeher für die Deutschen der Aggressor (nicht nur in Filmen), voll von Kriminalität und Korruption. Die USA wiederum spielten immer die Guten, die Weltretter, die Besieger des Bösen. Nicht nur viele James Bond-Filme spiegeln dies wider oder Rocky 4, z.B. Denkt man an den Ostblock, denkt man sofort an unsere gestohlenen Autos; an Hinterwäldler, die von ihrem selbstgebrauten Fusel blind werden.

    Für mich stellt sich die Frage: war es politisch korrekt und sinnvoll, jahrelang (sogar in der Schule) den Schulterschluss mit den Briten und der USA zu zelebrieren und den Ostblock als schlecht darzustellen? Ist dieses westliche,"the american way of life", tatsächlich besser für uns? Die Musik- und Kinocharts: voll mit Produktionen aus den USA, nichts aus Russland. Warum? Ich kann mich vage an die russische Band TATU erinnern, die hier erfolgreich waren, aber wohl nur weil die Schnecken schick aussahen und zudem noch in Englisch sangen.Siehe auch, ganz typisch, die RTL-nachrichten mit Klöppel: kaum ein Tag ohne eine Meldung aus den USA, und sei es nur ein kleiner Tornado oder Tier in einer misslichen Lage: es wird darüber berichtet. Aus Russland: nichts. Außer, dort herrschen im Winter mal Temperaturen unter minus 40 Grad.

    Der kalte Krieg ist vorbei und gerade die Deustchen (bzw. Europa) sollten sich zwischen den USA und Russland neutral(er) verhalten.

    Möglicherweise haben Schule, Politik und Medien das Verhältnis der Deutschen zum Ostblock ordentlich vergiftet. Und das für mein Empfinden generationenübergreifend. Klar, der 2. Weltkrieg war bitter. Aber nicht nur für uns, auch die Russen hatten enorme Verluste, durch unsere Soldaten.

    Von daher versuche ich schon seit geraumer Zeit zu begreifen, warum uns dieses Feindbild eingetrichtert wurde. Stehe ich mit meiner vielleicht seltsamen Meinung alleine da? Mittlerweile ist mir die Doppelmoral der Amis auch suspekt, und das nicht nur wegen deren Verhältnis zu ihren Waffen.
     
  2. chapri

    chapri Benutzer

    Immerhin haben Sowjets, Amerikaner, Briten und Franzosen in ihren Einflussbereichen das Lehrsystem (bis hin zum "Schulfunk") aufgebaut - gerade in pädagogisch wichtigen Bereichen wurde die Entnazifizierung vergleichsweise gründlich betrieben. Dennoch hat es zu späteren Zeiten von Nachrüstungsbeschlüssen heftige Proteste und Zeichen von Antiamerikanismuzs gegeben. Dem Warschauer Pakt war die NATO Feindbild - und größenteils umgekehrt...

    Die Öffnung der Grenzen hat gleichzeitig mit der "verspäteten" Souveranität und damit wachsender Verantwortung der Bundesrepublik nun eine Öffnung nach RUS zur Folge - allerdings unter der Maßgabe der weiteren Demokratisierung!
     
  3. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    "Politisch korrekt" war es sicher, es setzte halt bloß voraus, dass man den eigenen Verstand ausschaltete.
     
  4. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ich gebe zu, dass ich mich in der Schule und später in dem Punkt beeinflussen ließ.
     
  5. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Vielleicht hat es daran gelegen, dass es sich bei den USA und Großbritannien um freiheitliche Demokratien handelt, die zu Zeiten des kalten Krieges Westeuropa geschützt haben, während im Ostblock Menschenrechte mit Füßen getreten wurden und Atomwaffen auf die Bundesrepublik gerichtet waren?

    Also manchmal ..... :wall:
     
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  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Sehe ich das richtig, Plattenschrank, die USA haben noch nie, niemals, Atomwaffen auf irgendwen gerichtet?
     
  7. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Doch. Aber nicht auf uns.
     
  8. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Mit den Menschenrechten ist es bei Großmächten ja immer so eine Sache. Und weder der Westen, noch der Osten waschen ihre Hände in Unschuld. Es ist schlimm wie verseucht manche Gegenden in der ehemaligen Sowjetunion sind, und es ist genauso schlimm wie die USA ihre eigenen Soldaten bei Atombombentests der Radioaktivität ausgesetzt haben.
    Und wie arrogant diese Staaten sind, einfach den Menschen in der Südsee durch Atombombentests die Heimat zu nehmen, und sie dazu noch krank zu machen.
    Unser freundschaftlicher Nachbar Frankreich unter der Führung Chiracs wollte vor noch gar nicht so langer Zeit (1995) die Tests in der Südsee wiederaufnehmen.
     
  9. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Bei aller berechtigten Kritik an den USA (Turbokapitalismus, selbsternannte Weltpolizei, NRA, Rassismus, Bigotterie usw. usw.) betrachte ich das amerikanische Volk immer noch als befreundet. Das russische allerdings inzwischen - Gott sei Dank - auch. Dass es in den ehemaligen Sowjetrepubliken fast durch die Bank Probleme mit der Demokratie und mit den Menschenrechten gibt ist allerdings für mich immer noch sehr bedauerlich.
     
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  10. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Da Du gerade die Probleme der ehemaligen Sowjetrepubliken ansprichst, davon kann auch die USA sich durchaus nicht freisprechen. Bedingt durch die "Finanzkrise" und deren Geschichte (unsere im Übrigen ebenfalls auch) können sich weder sie noch wir uns von den von den von Dir angesprochenen Problemen freisprechen. Sie sehen zum Teil natürlich anders aus und treten in anderen Formen auf, aber sind ebenso bestehend wie auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken.
    Was den "befreundeten" Blick in Richtung Westen angeht, siehst es nicht nur Du so, das sieht angefangen von der Politik fast durchgehend der deutsche Bürger so. Daher rührt auch die Aussage: "Alles was aus den Staaten kommt ist gut!"
     
  11. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Und das spielt im Spiel "Weltweiter Thermonuklearer Krieg" bitte welche Rolle?

    Du kennst diesen "Kultfilm" (mir gefällt das Wort "Kult" und dessen inflationärer Gebrauch hier im Forum langsam immer mehr ;)) mit Sicherheit:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wargames


    Im Ernstfall wäre es in Mitteleuropa praktisch egal gewesen, durch wessen "Fall Out" man innerhalb weniger Tage/Wochen stirbt. Der Wind treibt die ganze radioaktive Scheiße kreuz und quer über den Kontinent - und in den Rest der Welt. Von den primären Wirkungen beim Einsatz von Kernwaffen rede ich ja gar nicht erst. Niemand hätte einen Atomkrieg überlebt.

    Das Ganze hatten wir hier aber schon im Rahmen unserer foreninternen "Ernstfallübung" durchgekaut. Keine Chance auf "Überleben". Aktuelles Beispiel für "unsere Verletzlichkeit" ist der Ausfall von Radio/TV/Telefon/Internet im Raum Karlsruhe. Ein kleines Glasfaserkabel wurde beschädigt. Soweit mir bekannt ist, herrscht im Raum Karlsruhe seit 1945 "Frieden"....
     
  12. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ja, natürlich. Weil es im Ostblock so toll war gibt es ja auch die DDR noch. Mir ist ein Obama mit all seinen Fehlern immer noch tausenmal lieber als ein solch lupenreiner Demokrat wie Herr Putin. Zugegeben, die Leute im Osten können nix dafür, wer sie regiert und ich habe nix gegen freundschaftliche Beziehungen mit Russland, Polen etc., aber als Vorbild taugt das für uns wohl eher weniger.
     
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  13. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Das ist sicher das entscheidende Bewertungskriterium für die Frage "gut oder böse"?
     
  14. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Für mich als Westdeutscher auf jeden Fall. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass jemand, der in der DDR aufgewachsen ist und Sympathisant des Regimes war, dies natürlich genau andersherum sieht.
     
  15. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ich gebe zu, Putin ist ein eiskalter Typ und womöglich unberechenbar. Da ist mir Obama tatsächlich sympathischer. Wobei George W. Bush mir eher suspekt war!

    Ich bin da auch froh, dass Russland seinerzeit die Füße einigermaßen stillgehalten hat, als die USA inklusive treuem Gefolge in Afghanistan und dem Irak einfiel. Warum? Ging es ums Öl? Aber für Nordkorea und dessen menschenverachtenden Zuständen interessiert sich bis heute keiner! Die USA mögen zwar gerne (damals wie heute) die Weltpolizei spielen, aber richtig liegen sie damit nicht immer.Wer sagt denn, dass das System der USA für die Welt gut ist?

    Das politische Geschehen und System in Russland missfällt mir auch. Aber ich finde es schade, dass uns jahrzehntelang das russische Volk als zwielichtig dargestellt wurde. Und möglicherweise ist das auch mit ein Grund, warum die in Deutschland lebenden Russen gerne unter sich bleiben.

    Der kalte Krieg ist zum Glück vorbei. Aber wir leben auch ohne politisches Feindbild ganz gut, zur Zeit dürfte es keine akute Bedrohung durch eine andere Nation geben.

    Ich bin übrigens im Westen aufgewachsen und war glücklich, als die Mauer fiel.
     
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