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Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Inselkobi, 16. Juni 2011.

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  1. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    ... sagt der Sony-Music-Chef Berger.

    Hat er damit Recht wenn er die Schuld auf der Gema ablaedt?
    In dem neuerlichen Streit geht es um die abzufuehrenden Gebuehren von Google/Youtube an selbige. International sind wohl inzwischen Einigungen zwischen den Verwertungsgesellschaften und Google/Youtube geschlossen, nur in Deutschland dauert die Diskussion noch immer an.

    Hier ein Link zu einem recht interessanten Artikel zum Thema.
     
  2. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Ich weiß gar nicht was die Plattenbosse haben. An normalen CD-Verkäufen verdient die GEMA 6% des Kaufpreises, bei Musik-Downloads sind es 10% je Titel. Das man dieses Treiben jetzt bei Plattformen wie Youtube fortsetzen möchte, ist doch nachvollziehbar. Und was tönen die da von anständiger Entlohnung der Künstler? Satte 31% des Kaufpreises einer CD und ganze 37%* an jedem aus dem Netz geladenen Song gehen an das jeweilige Label.
    Fazit: Die Kritik ist zwar inhaltlich richtig, aber irgendwie brüllen da die falschen Löwen!

    * 32% Label + 5% Labelvertrieb
     
  3. AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Aber das ist schon verständlich. Sonst kommt noch einer auf die Idee, es wäre die Schuld der Plattenbosse, dass in Deutschland jedes zweite Youtube-Video nicht zu sehen ist, weil es Content zum Beispiel von "Sony Music Entertainment" enthält.
     
  4. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Wieso auf die Idee kommen? Sie sind es! Oder wie ist sonst zu erklären, dass beispielsweise alle Videos des vergleichsweise kleinen van-Cleef-Labels problemlos bei Youtube gesichtet werden können? Die Zugriffszahlen auf Kettcar & Co.-Filme sollte man dabei nicht unterschätzen. Letztlich war eine Einigung mit anderen Video-Plattformen ja offenbar auch möglich. Woran sollte es also dann liegen?
     
  5. AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Ach, Radiokult, ich dachte, du verstehst meine Formulierung: "Sonst kommt noch einer auf die Idee...". ;)
     
  6. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Ich bitte untertänigst um Vergebung, deine bittersüße Ironie nicht als solche erkannt zu haben. ;) :D
     
  7. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Man sollte mal veranschaulichen, worum es bei dieser Auseinandersetzung wirklich geht. Die GEMA verlangt für jeden gestreamten Titel 12,78 Cent Urheberpauschale, ein Betrag der von keinem international tätigen Streamingservice aufgebracht werden kann. Aus exakt diesem Grunde haben die Streamingseiten Pandora und Spotify auf einen Start in Deutschland verzichtet, auch der labelübergreifende Videoanbieter VEVO möchte laut eigenem Bekunden gern nach Deutschland expandieren, scheut aber vor den hohen Kosten zurück. Im internationalen Vergleich sind die GEMA-Forderungen geradezu astronomisch, sie betragen ein Vielfaches der Beträge, die in anderen Ländern ausgehandelt wurden.

    Wie Simfy das Problem umschifft hat ist unbekannt, es wird jedoch über immense Anlaufkosten spekuliert. Sollte sich der Dienst mittelfristig als unwirtschaftlich erweisen, wird der Druck auf die GEMA enorm wachsen. Es ist durchaus bedauerlich, dass Deutschland nur über eine sehr überschaubare Zahl von Streamingdiensten verfügt, vor allem das Fehlen des offiziellen Videoportals VEVO macht es in Deutschland in den meisten Fällen unmöglich, amerikanische und internationale Musikvideos in hervorragender Bild- und Tonqualität abzurufen.
     
  8. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

  9. Mikey

    Mikey Benutzer

    Hacker-Angriff auf die GEMA?

    Die Gema ist das Ziel von Hacker. In einen Video bei You Tube kündigt eine Hacker Gruppe mit Namen Anonymous das die Website der Gema Ziel von Hackern werden kann.
    Als Grund wird die Blockade durch die Rechtsverwertungsgesellschaft der Gema von Musikvideos bei YouTube genannt.
    Schon seit einiger streiten sich die Gema und You Tube um Lizenzrechte.
    Bisher blieben die Verhandlungen erfolglos.
     
  10. empire1970

    empire1970 Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Hähähähähä....
    Auch wenn ich sonst strikter Gegner jeder Hackattacke bin. Minus derer die Sicherheitslücken aufdecken sollen.
     
  11. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    a) @Mikey: das Thema ist bereits in der Auszeit innerhalb eines Threads vorhanden,
    b) @empire1970: Was ist an einer DDOS-Attacke das Aufzeigen einer eine Sicherheitslücke?
     
  12. Musikmütze

    Musikmütze Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Die GEldMAfi hat nichts anderes verdient!
    Aber die werden trotzdem, so weiter abzocken, wie bisher..:cool:
     
  13. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Und weswegen? :rolleyes:
     
  14. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Geschieht ihnen recht. Wer so unbeweglich ist wie die GEMA und so unzeitgemäss hantiert, der muss mal auf den Boden der Tatsache zwangstransferiert werden. :D
     
  15. Musikmütze

    Musikmütze Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Weil sie Geldgierig sind.
     
  16. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Okay, Du hast offensichtlich keinen Plan wovon du da schreibst, aber Hauptsache du schreibst.

    Hast du dich jemals mit der Materie beschäftigt?
     
  17. Musikmütze

    Musikmütze Benutzer

    AW: Angriff auf die Gema

    Im Gegensatz zu Dir, sehe ich die Dinge wie sie sind und verstecke sie nicht hinter Floskeln.
     
  18. Thomas Wollert

    Thomas Wollert Administrator Mitarbeiter

    AW: Hacker-Angriff auf die GEMA?

    Aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen:

    Zurück zum Thema!
     
  19. radiodiplom

    radiodiplom Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Ich würde das Problem eher auf Seiten des milliardenschweren Konzerns Google sehen. Die wollen sich natürlich mit Youtube eine goldene Nase verdienen, vergessen dabei aber offenbar eine Entlohnung der Künstler, die zum Teil für den Erfolg von Youtube mit ihrer Musik verantwortlich sind. Das die Forderungen der GEMA angeblich keinen gewinnbringenden Umsatz mit Musik erlauben würden - wie von Google behauptet - ist ein Witz. Andere Dienste wie simfy oder Napster haben sich erfolgreich mit der GEMA bei ihren Streamingangeboten geeinigt. Apple wird ein gleiches tun in den nächsten Monaten mit IOS5 und ICloud, auch Spotify wird iM Schlepptau von Facebook nachziehen ... Google wiederum setzt auf Krawall.

    Ich hoffe, das wird für Youtube nach hinten losgehen. Wer Musikvideos sehen will, kann sich schließlich ohne Ende andere Dienste suchen, von tape.tv (ebenfalls mit funktionierender GEMA-Abrechnung) bis dailymotion oder vimeo (bei denen ich allerdings nicht genau weiß, ob die die GEMA abrechnen).

    Die oben erwähnten 12,78 Cent pro Stück mit maximal 5 Minuten sind Bestandteil der Basispreisliste. Allerdings ist die GEMA gerade bei Großkunden zu massiven Rabatten bereit, wie man aus der Veranstaltungsbranche zum Beispiel schon seit Jahren weiß. Die GEMA selbst hat bei den letzten Verhandlungen nach eigenen Angaben 1 Cent pro Stück verlangt, wenn die Abrechnung transparent ist. Mutmaßlich geht es Youtube aber genau darum: die Hoheit über ihre Nutzerdaten zu behalten.
     
  20. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Dass das Problem bei Google zu suchen ist, sehe ich etwas anders. Allerdings scheine ich damit nicht allein dazustehen:
    Allerdings bezieht sich diese von dir angesprochene Basispreisliste ausschließlich auf Deutschland! Bezüglich des einen Cent/Titel ging es Youtube/Google zwar um die Hoheit der Nutzerdaten, allerdings wissen wir nicht, in wie fern, bzw. welche Daten die Gema hier einforderte. Zu den "typischen" Lizensierungsbedingungen entstünden Youtube aktuell die Kosten von 0,1278 Euro/Titel (bis zu 5 Minuten). Dieses 1 Cent-Angebot bestand allerdings bereits 2009!
     
  21. count down

    count down Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Lieber Kulti, ich erlaube mir, auf ein paar Formulierungsungenauigkeiten hinzuweisen, die allzugern zu falschen Schlussfolgerungen führen.

    Basis für die GEMA-Abgabe ist nienmals der "Kaufpreis" im Laden, sondern der sogenannte HAP, der Händler-Abgabepreis, also der Preis, den der Händler an den Firmenlieferanten zahlt.

    Deine Formulierung: "...verdient die GEMA" ist auch falsch. Die GEMA ist von den Urhebern beauftragt, das Geld für die im GEMA-Verteilungsplan festgeschriebenen Beteiligungen einzuziehen und an sie, die Urheber, auszuzahlen.

    Im Streit zwischen Youtube und GEMA Deutschland geht es - ich weise nachdrücklich darauf hin - nicht um Künstler, zu denen wir Sänger, Musiker, Bands rechnen, sondern um ----> Urheber: sprich Komponisten, Textdichter und Verleger.

    Richtigerweise steht jetzt bei gesperrten Videos jetzt auch der Hinweis auf die Verwertungsgesellschaft GEMA. Leider immer noch juristisch unsauber formuliert wie z.B. "Leider ist dieses Video, das Musik von SME [o.A. Anm. v. mir] beinhaltet, in Deutschland nicht verfügbar, da die GEMA die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat"

    Zum einen streiten sich Plattenfirmen wie SonyMusicEntertainment, Universal, Warner oder EMI gar nicht mit Youtube, zum anderen sollten bei Einigung zwischen Youtube und GEMA gar keine "Verlagsrechte eingeräumt" werden, sondern Urheber beteiligt werden.

    Über die Höhe der Beteiliging, die als solche unbestritten ist, wird nun gerichtlich entschieden.

    Ein ähnlicher Streit über die Höhe der Urheber-Beteiliging liegt auch zwischen den Downloadportalen itunes, musicload, amazon etc und GEMA an. Hier wird von den Portalen ein niedriger Prozentsatz des HAP an die GEMA gezahlt und weiter an die Urheber ausgeschüttet, einen zusätzlichen Teil legen aber alle Download-Portale auf Sperrkonten zurück, da die endgültige Höhe der GEMA-Abgabe bisher nicht festgelegt werden konnte.

    Unwahr ist übrigens eine Behauptung, die ich neulich vernommen habe, dass das Downloadportal itunes gänzlich keine GEMA abführe. Da kann mal sehen, welch wilde Gerüchte selbst bei Hauptberuflern im Musicbusiness kursieren.
     
  22. count down

    count down Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Nachtrag...

    ...damit nicht immer wieder Lizenzen (für Labels, Künstler, Sänger Musiker, Bands) und Tantiemen (für Autoren, also Komponisten und Textdichter, sowie Verleger) in einen Topf geworfen werden.

    Die Verwertungsgesellschaft GEMA bezieht die Urheberabgaben (also ausschließlich für die letztgenannte Gruppe) nach festen Verträgen immer dann, wenn urheberrechtlich geschützte Musik genutzt wird.

    Das ist der Fall bei:
    1. Tonträger-Verkäufen
    2. Download-Verkäufen
    3. Rundfunk- und Fernsehaufführung
    4. Kapellen-Aufführung
    5. bei Verwendung in Werbung
    6. Streaming

    Diese an die GEMA gezahlten Gelder sind schon mal keine "Gebühr", sondern werden an die jeweiligen Urheber weiterverrechnet. Insofern ist das Wort "Abzocke" immer fehl am Platze, denn die berechtigten Autoren sollen ja beteiligt werden. Selbst wenn es so klingt: ich singe hier nicht das Lied der Gema, denn diese wahrt lediglich die Interessen der Urheber, die von ihr genau das erwarten. Möge so mancher für sich erst einmal überlegen, wer in diesem Zusammenhängen sonst der finanziell Leidtragende ist.

    Würde sich ein Komponist nicht von der GEMA vertreten lassen, kann er ja gern auch selbst mit allen Vertrieben, Verkaufsportalen, TV- und Radiosendern, Kapellen Einzelverträge abschließen, die ihm die Komponistenvergütung zusichern. Viel Spaß.

    Konkret müssen derzeit an die GEMA abgeführt werden:
    bei 1.: 9,009% vom HAP (Händler-Abgabepreis)
    bei 2.: 12% vom HAP, hier laufen Verhandlungen, in denen etwa 8% vom HAP angepeilt werden.
    bei 3a. TV: Bin ich überfragt
    bei 3b. Radio: Einkünfte der GEMA von Radiosendern geteilt durch die angefallenden Musikminuten pro Jahr. Die berechtigten Autoren erhalten entsprechend der Menge ihrer Aufführungen ihre "Gema-Minuten"-Anteile.
    4. - 6.: überfragt, siehe aber z.B. #7 von ricochet

    Interessant ist der Unterschied, dass bei Tonträgerverkäufen das Label je nach Höhe der Pressauflage die GEMA-Abgabe zahlen muss (nicht der Händler) und bei Downloadverkäufen das Downloadportal (nicht das Label). Nun gut: unterm Strich ist es wurst, wenn das Portal die Gema-Abgabe vor Ausschüttung an das Label wieder abzieht.

    Auf diverse GEMA-Sondervergütungssätze bei z.B. unterschiedlicher Durchmischung von Neumaterial und Backkatalog etc. wollen wir jetzt hier nicht eingehen.

    Ich hoffe, dass ich mal wieder für etwas Klarheit sorgen konnte. Den Postern #12 und #14 besonders zum Studium empfohlen.
     
  23. count down

    count down Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Üüüürrgs: es feht noch der Punkt "Öffentliche Aufführung, Discos".
    Auch dort wird Musik genutzt.
     
  24. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Deutschland ist im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland

    Im Webradio-Bereich fand ich hier unter anderem einen recht interessanten Kommentar vom Forenkater, der die Gema/GVL-"Gebühren" auflistete. Die Gema macht beim Streaming im Webradio allerdings den kleineren Anteil aus:
     

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