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Die Libyen-Krise

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Tweety, 23. März 2011.

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  1. Tweety

    Tweety Benutzer

    Jetzt ist er also da, der Krieg gegen Gaddafi. Mal wieder vorschnell und ohne wirkliches Konzept hauptsächlich von Frankreich vom Zaun gebrochen. Natürlich kann man jetzt das Land kaputtbomben, aber was soll das bringen? Gaddafi kann man so nicht wegbekommen und irgendwann ist dann alles zerstört. Bodentruppen sind vom UN-Mandat nicht gedeckt und wären innenpolitisch auch kaum durchsetzbar. Die ganze Hilflosigkeit kommt ja jetzt mit der Seeblockade und dem Waffen-Embargo im Mittelmeer zum Ausdruck. Sicherlich gibt es Libyen keine Waffen- oder Munitionsdepots und deshalb wird denen schon nach wenigen Tagen die Munition ausgehen. Ausserdem hat man Glück das Libyen eine Insel ist und deswegen Nachschub auf dem Landweg nicht ins Land kommen kann.:rolleyes:;)

    Gibt es Lösungsmöglichkeiten wir die internationale Gemeinschaft aus der Libyen Nummer wieder rauskommt?
     
  2. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Im Grunde wäre Libyen mal eine Angelegenheit für die arabische Liga gewesen, die militärisch hätte eingreifen müssen - und dann ggf. Nato oder UNO um Waffenhilfe hätte bitten können/müssen.
    So ist es wieder einmal der "böse" Westen, der seine Interessen durchsetzt und - egal wie die Sache ausgeht - am Ende wieder aushalten muss, das man ihm Einmischung in arabische Angelegenheiten vorwirft.
    Bei Typen wie Gaddafi helfen meines Erachtens nur Geheimdienste mit der berühmten "Lizenz zum Töten". Sonst hockt der Despot in seinem Bunker und lacht sich schlapp, wenn der Westen auch noch ausdrücklich erklärt, er trachte nicht nach dem Leben des Diktators.
     
  3. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Ich glaube die sind noch zerstrittener als die UNO und DAS will schon was heissen.

    Im Moemnt sieht es ja so aus, als wenn sich das Blatt wieder zugunsten der Opposition wendet, wobei selbst dann die Frage bleibt, wie geht es nach Gaddafi weiter. In Ägypten und Tunesien kann von Stabilität keine Rede sein. Ähnlich wird es wohl auch in Libyen nach Gaddafi keine wirklich Ruhe geben.
     
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Unter der Überschrift "Westerwelle verwirrt Freund und Feind", berichtet Spiegel-online heute über die Nato-Konferenz in Berlin:
    Hier der ganze Artikel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,756825,00.html

    Gleichzeitig heißt es über die Kanzlerin:
    Also: Gaddafi muss weg, notfalls mit Waffengewalt, aber ohne uns, obwohl wir mitreden und mitbestimmen wollen, und möglicherweise doch mit unseren Soldaten, aber nur, wenn wir noch mal ganz fest gefragt werden, dann auch trotz unserer Stimmenthaltung im UN-Sicherheitsrat, denn wir sind fest dafür und dagegen und dazwischen! Super!
     
  5. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Politischer Eiertanz zu Ostern. :D;)
     
  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Soll das irgendwie eine diskriminierende Anspielung auf Guido Westerwelle sein?
     
  7. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Nö. :D

    @ Mannis Fan

    Wieso sind wir eigentlich die einzigen, die das Thema interessiert? Auch wenn Deutschland sich enthalten hat, wird man wohl bald nicht mehr umhinkommen die Strategie zu ändern. Jedenfalls ist man mit der "Bomben auf Tripolis Strategie" um keinen Millimeter weitergekommen. Gaddafi sitzt fester als je zuvor im Sattel. Also doch Bodentruppen? Vielleicht unter dem humanitären Deckmantel? Droht vielleicht ein zweites Afghanistan?
     
  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Ich fürchte, weil Menschen, die von der Frage "Welche Hits der 90er müssten häufiger in meinem Lieblingssender gespielt werden?" umgetrieben sind, ganz einfach andere Prioritäten setzen.
     
  9. XXLFunk

    XXLFunk Gesperrter Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Na gut, jetzt sage ich was - Ihr habt es so gewollt. :D

    Gaddafi ist eben nicht der Geisteskranke, als der er bisweilen dargestellt wird. Der ist erprobt im Taktieren, Tricksen und Täuschen und braucht als Diktator auf demokratische Spielregeln keine Rücksicht zu nehmen. Also kein einfacher Gegner.

    Die weiter oben geäusserte Befürchtung, die Araber könnten über unser Engagement sauer sein, sehe ich nicht und selbst wenn. Die Lybier haben uns schließlich gerufen, weil sie kurz vor der Abschlachtung standen. Bis dahin wollten ja selbst die Amis nichts machen. Ich finde schon, besonders bei einer solchen drohenden Greueltat in unmittelbarer europäischer Nachbarschaft darf man sich nicht in die Büsche schlagen. Auch das lehrt der zweite Weltkrieg (auch hier hatten sich die Amis zuerst aus der Weltpolitik zurückgezogen, um dann von den anderen Alliierten mit ins Boot geholt zu werden). Ich kann nur sagen: Gott sei Dank haben damals die Alliierten ohne Rücksicht auf eigene Verluste Hitler und seinem Schreckenregime den Garaus gemacht.

    Dann frage ich mich, wie ich Weggucken erklären wollte. Da nehmen die Nordafrikaner ihr Schicksal in die eigene Hand, nachdem einige im Westen jahrelang über die Demokratiefähigkeit der Moslems philosophiert haben und fordern politische Teilhabe, und ausgerechnet in dieser Situation versagen wir die Solidarität. Das finde ich schäbig. Das wäre für mich der eigentliche Grund, weshalb Guido Westerwelle zurücktreten sollte. Kein Wunder, dass Franzosen und Co. sauer sind, daß sich die Deutschen für die Drecksarbeit mal wieder zu schade sind!
     
  10. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Allerdings bedeutete "die Drecksarbeit" in diesem Falle Krieg. Und deutsche Soldaten im Krieg, das ist immer noch - zu recht - eine extrem hohe Hürde, zumal ein Erfolg von der Bereitschaft abhängt, mit allen Mitteln zuzuschlagen (alles andere beeindruckt Gaddafi nämlich nicht), anstatt ein paar symbolische Drohgebärden über den libyschen Himmel fliegen zu lassen.
     
  11. XXLFunk

    XXLFunk Gesperrter Benutzer

    AW: Die Libyen-Krise

    Nicht für Amerikaner und die anderen Europäer. Das ist doch eine Ausflucht. Weil es Hitler gab, müssen sich die Lybier von ihrem Staatschef abschlachten lassen - das widerstrebt mir zutiefst. Außerdem ging es seit 1990 noch nicht einmal bzw. nie um einen deutschen Alleingang. Und: Man wird auch durch Unterlassen schuldig.

    Ist mir klar...ein Bodenkrieg ist ganz nah.
     

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