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Die Wahl in Italien

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von br-radio, 26. Februar 2013.

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  1. br-radio

    br-radio Benutzer

    Die Wahl in Italien ist geschlagen: Keines der favorisierten Lager konnte sich am Ende deutlich durchsetzen, weder Piere Luigi Bersani noch Silvio Berlusconi. Der einzige, der wirklich viel "Revolution" machen konnte, war Beppe Grillo mit seiner Allianz "5 Stars". Diese Bewegung ist die Entdeckung bei den Wahlen.
    Was sagt ihr zur Wahl?
     
  2. Tweety

    Tweety Benutzer

    Was soll man da gross sagen? Mir fällt dazu nur ein: Di Idioten sterben einfach nicht aus. Ist mir absolut unverständlich wieviele Italiener wieder für Silvio gestimmt haben. Die lernens einfach nicht. Ich persönlich hätte mich ja gefreut wenn die Mumie die Mehrheit bekommen hätte. Dann hätte man Italien direkt aus der EU schmeissen können und dann hätten die aber mal ganz dumm aus der Wäsche geschaut.
     
  3. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    So wie es aktuell ist, ist jedoch die EU auch "besorgt" um Italien, laut Tagesschau.
     
  4. Tweety

    Tweety Benutzer

    Besorgt muss man um Italien immer sein. Die wievielte Regierung ist das nochmal seit dem 2. Weltkrieg? Länger als 2 Jahre hält da doch keine Regierung durch. Das Land ist einfach unregierbar.
     
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Italien hat italienisch gewählt: Heraus kommt der Mix aus Berlusconi, Grillo, Bersano und Monti!
    Wenn Deutschland wählt haben wir Merkel, Rössler, Steinbrück und Trittin.

    Jedem das Seine! Die handelnden Figuren sind in Deutschland wie in Italien jeweils ein Abbild von Mentalität, gesellschaftlichen Strömungen und historischen Wurzeln.
     
  6. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Dass viele Italiener diesen schmierigen Berlusconi erneut wählen, lässt mich schaudern! Dazu noch den Komiker Grillo, der nur leere Worthülsen parat hat, aber kein reales Konzept. Ich denke, dem Volk ist weniger wichtig, wer jetzt an die Macht kommt. Wichtiger ist wohl, dass Monti weg ist. Er hat dem Volk harte Sparmaßnahmen auferlegt, die auch nötig waren, auch wenn es viele finanziell schmerzt.

    Generell wäre es mir egal, was die Nachbarn wählen. Bloß hängen die Italiener auch an unserem Finanztropf, den wir bald wieder gut füllen dürfen. Ob es wirklich so dramatisch für Deutschland wäre, aus der EU (rein theoretisch!) auszutreten? Ein vereinigtes Europa wird es nur auf dem Papier geben, aber für die Völker nicht, dafür ist der jeweilige Nationalstolz und die Mentalitäten zu groß. Die Schweiz und die Briten lachen sich ins Fäustchen.
     
  7. ricochet

    ricochet Benutzer

    In diesem Sinne...

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  8. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    59 % gegen das was heute €-pa ist 41 % dafür, der von außen ohne Mandat aufgezwungene Regierungschefs Mario Monti mit 10,56 % abgestraft und der DAX um 2 % abgestürzt. Mal sehen wann die Hochfinanz die Kavellerie in Italien einmarschieren lässt.
     
  9. chapri

    chapri Benutzer

    Apropos "Kavallerie": Wenn Peer Steinbrück in Politainment-Manier die italienischen Zustände zutreffend beschreibt, ist Italiens Staatspräsi beleidigt...
     
  10. Kobold

    Kobold Benutzer

    @olliver
    Moody`s droht doch schon mit Abstufung. Im nächsten Leben werde ich Wirtschaftsweiser oder Rating Agentur. Das muss unglaublich Spaß machen in die Glaskugel zu gucken, den Daumen in den Wind zu halten und mal so rumzustufen. Wenn es dann nicht passt, macht man das einfach wieder rückgängig. Großartiger Job. So was will ich auch machen. Kriegen die sogar Geld für. Genial.

    Grillo hat m.E. eine Funktion wie seinerzeit hier die Piraten, so was erledigt sich ganz schnell. Und der Rest ist wie Manni es schon beschrieb: Übrig bleiben die, die man halt wählen kann.
     
  11. Lord Helmchen

    Lord Helmchen Benutzer

    Einstecken können sie anscheinend nicht. Aber mit Nazi-Vergleichen kommen. Das war doch jemand von Silvios Gefolgsleuten gewesen, wenn ich da nicht irre.
     
  12. br-radio

    br-radio Benutzer

    Obwohl: Kanzler Faymann, SPÖ, hat beide, Grillo und Berlusconi, als "Komiker" bezeichnet. Da frage ich mich: wer ist von wem der schlechtere Ghostwriter?
     
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  13. McCavity

    McCavity Benutzer

    In meinen Augen wird die "Clown"-Geschichte aus den falschen Gründen aufgebauscht. Ganz grundsätzlich halte ich die Bezeichnung "Clown" für einen Politiker nicht wirklich für ehrabschneidend - unangemessen, ja, aber es ist eine Meinungsäußerung, zumal, wenn sie auf einer Veranstaltung namens "Klartext" geäußert wird. Sie mag überspitzt sein und es ist möglicherweise auch ungeschickt, als Kanzlerkandidat jemanden, dem man später auf dem politischen Parkett u.U. begegnen kann, mit solcherlei Rede zu düpieren - das tiefergehende Problem sehe ich aber darin, daß mir das Wort "Clown" in Bezug auf die beiden Adressaten geradezu als Euphemismus erscheint. Beide sind gefährliche Männer und alles andere als "Clowns", der eine aufgrund seiner Macht, der andere aufgrund seiner totalitären Ansichten. Beide, so scheint es mir, handeln aus höchst persönlichen Gründen, Ihre Anhänger dienen hauptsächlich dazu, Ihnen die Macht zu verschaffen, nach der sie streben - in einem Fall werden sie gar "Grillini", "kleine Grillos" genannt. Das kann man niedlich finden, sollte aber dennoch ein wachsames Auge darauf haben, oder anders ausgedrückt: wäre ich zur Wahl zugelassen gewesen, hätte ich keinen von beiden guten Gewissens wählen können. Es muß dabei gar nicht auf "Wiederholung der Geschichte" hinauslaufen, es reicht schon, daß egoistische Menschen in Machtpositionen eine Menge Schaden anrichten können (den dann die Wähler, die ihn in diese Machtposition gehievt haben, tragen müssen) und möglicherweise ungestraft damit durchkommen.

    Aber das ist Italien und das müssen zunächst die Italiener unter sich ausmachen, auch, wenn es uns natürlich durch unsere Beziehungen zu Italien nicht kalt lassen kann, was dort passiert. Zurück zu "Steinbrücks Fettnäpfchen", wie es in hr1 gestern genannt wurde. In meinen Augen wirft diese Episode eher ein Licht darauf, wie (auch) hierzulande gern "Wahlkampf" gemacht wird: durch Diskreditierung mißliebiger Kandidaten (In diesem Falle Peer Steinrück). Wie bereits erwähnt halte ich die Äußerungen Steinbrücks für nicht so sehr ehrenrührig, daß man aus diesem Grund einen Skandal daraus machen muß, da sehe ich den Euphemismus wesentlich schwerwiegender. Aber sowohl Steinbrücks Diskreditierung italienischer Politiker als auch die anschließende Diskreditierung Steinbrücks durch die Presse sind wunderbare Nebelkerzen, die von dem eigentlichen Problem des Euphemismus und der unerträglichen politischen Situation in Italien ablenken. Was wird am Ende hängenbleiben? Daß Peer Steinbrück ein Elefant im politischen Porzellanladen ist? Da sind aber schon ganz andere Pachyderme durch Meißen getrampelt und das lange vor Steinbrück.

    Das tiefergehende Problem - sowohl in Italien als auch bei uns - ist: es werden - zumindest in Teilen - nicht die Leute in die Parlamente gewählt, die den Job besonders gut können, sondern die, die am lautesten schreien, die tollste Frisur oder das netteste Grinsen haben und die in der Presse möglichst viel in den Himmel gelobt und mit möglichst wenig Schmutz beworfen werden - gleichgültig ob zu Recht oder inszeniert. Ob sie dann hinterher Bunga-Bunga machen oder sich neben dem mageren Abgeordnetengehalt noch ein kleines Taschengeld dazu verdienen, interessiert vielleicht als Kurzzeit-Skandal in der Presse, bei der nächsten Wahl läuft trotzdem alles wie vorher. Insofern sehe ich den Erfolg des "echten" (ehemaligen) Clowns in Italien zum Teil zwar als Protestwahl - ob es eine gute war, wird sich aber zeigen müssen, ich bin da eher skeptisch. Für die kommende Bundestagswahl im Herbst können uns die Wahlen in Italien aber zumindest als Weckruf dienen, unsere Stimme nicht als Stimmvieh abzugeben, sondern uns wirklich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wo wir unsere Kreuze setzen. Inwieweit verbale Entgleisungen in diese Entscheidung einfließen, sollte man dabei aber getrennt von anderen politischen Leistungen der betroffenen Kandidaten bzw. ihrer Partei bewerten.

    Das hat jetzt mit dem Faden nichts mehr zu tun, aber ich habe - auch wegen dieser Geschichte und wie ich darüber denke - für kommende Wahlen eine Bitte an Euch (i.e. an jeden, der bei einer Wahl wählen darf), oder besser zwei. Erstens: nutzt die Wahlen. Geht hin, macht mit. Verleiht Eurer Stimme Ausdruck. Es ist (momentan) Eure beste (weil, abgesehen von einigen wenigen Volksabstimmungen, einzige) Möglichkeit, über die politische Richtung mitzuentscheiden. Und die zweite Bitte: informiert Euch. Macht Euch die Mühe, nehmt Eure Kandidaten unter die Lupe, ob sie und Ihre Partei wirklich das, was Ihr wollt, am besten vertreten. Macht Euch auch ein Bild über die für Euren Wahlkreis zuständigen Konkurrenten und lehnt niemanden einfach nur deshalb ab, weil Ihr schon immer eine andere Partei gewählt habt - das ist keine Demokratie, sondern Herdentrieb. Welche Partei und welche Kandidaten Ihr wählt ist ganz allein Eure Sache - aber bitte, wählt fundiert und nicht "einfach so". Vielleicht bekommen wir dann ja mal "bessere" Politiker, wenn mal genügend Leute für andere Kandidaten stimmen, als für die ewigen Berufsgrinser. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die kommende Bundestagswahl, sondern jede Wahl, an der Ihr teilnehmen dürft.

    LG

    McCavity
     
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  14. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Das ist auch ein Euphemismus, denn die letztgenannten Attribute reichen nicht. Es sind die, die die besten Antennen für gärende Ressentiments, Minderwertigkeitskomplexe, Rassismen und Populismen haben. Je mehr davon in einer Gesellschaft blubbern, desto erfolgreicher und gefährlicher werden diejenigen, die diese Strömungen bedienen.
    Die Zeit der Scharlatane kommt aber immer erst dann, wenn das politische Establishment versagt und sämtliches Vertrauen verspielt hat. Ich möchte keine Prognose wagen, wann dies bei uns in Deutschland der Fall sein wird, aber wir sind auf dem besten Wege dahin.
     
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  15. djtechno

    djtechno Benutzer

    Tja, was soll man saghen: Die EU wird auseinanderbrechen. Dieser Regulierungs-und Vereinheitlichungswahn KANN halt eben nicht gutgehen. Heute Glühbirnenverbot, morgend Duschkopfregulierung, Chips zum Abschalten in Kühlschränke und Waschmaschinen, Wärmedämmvorschrift, u.s.w. Die logische Konsequenz ist ein Zerfall der EU und ein totaler Zusammenbruch der Europäischen Wirtschaft
     
  16. ricochet

    ricochet Benutzer

    Man sollte man bei all dem voreiligen Jammern und Zähneknirschen nicht vergessen, dass Berlusconi und Beppe Grillo seit Jahren Intimfeinde und zu keiner Form der Zusammenarbeit fähig sind, weder auf personeller noch auf ideologischer Ebene. Dieser Umstand nutzt wiederum Bersanis PD und ihren Verbündeten, die im Falle der Bildung einer Minderheitsregierung mal mit der einen, mal mit der anderen Seite paktieren können.

    Die Partei Berlusconis kann sich einer wirtschaftlichen Gesundung Italiens nicht entgegenstellen, zu viele PDL-Abgeordnete verlangen einen maßvollen aber konsequenten Sparkurs, der letztlich auch dem parteieigenen Wirtschaftsflügel am Herzen liegt. Die von Berlusconi im Wahlkampf ausgegebenen Losungen dienten nur der Stimmenmaximierung und waren von Anfang an als illusorisch entlarvt worden, vor allem als der Cavaliere in Aussicht stellte, die ungeliebte kommunale Immobiliensteuer abzuschaffen und alle geleisteten Zahlungen aus seiner Privatschatulle an die Bürger zurückzuerstatten.

    Die mit der PDL verbündete "Lega Nord" von Roberto Maroni hat einer führenden Rolle Berlusconis von vornherein eine entschiedene Absage erteilt und einen Generationswechsel gefordert. Zwar wurde die LN italienweit schwer abgestraft, im Senat spielt sie aber nach wie vor eine bedeutende Rolle, zumal sie mit der Lombardei, dem Piemont und Venetien drei Industriehochburgen mit insgesamt 20 Millionen Einwohnern regiert.

    Beppe Grillo wiederum erfreut sich einer gebildeten, jungen, mehrheitlich ökologisch-linksliberal-ausgerichteten und hochengagierten Anhängerschar, die in vielen verfassungsrechtlichen und sozialpolitischen Fragen aufs Haar mit der PD Bersanis übereinstimmt. In Kommunal- und Regionalparlamenten haben sich die Abgeordneten der "Cinque Stelle" bereits mit kühler, sachorientierter Detailarbeit hervorgetan und Kompetenz und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Beppe Grillo wird wegen einer Vorstrafe aus den 80erJahren nie ins Parlament einziehen und wie es scheint hat er trotz aller ihm zur Last gelegten autoritären Rochaden nur wenig Einfluss auf die politischen Entscheidungen seiner selbstbewusst agierenden Parlamentsabgesandten, die mit viel Sachverstand ans Werk gehen und den theatralisch auftretenden Grillo als "Inspirator", nicht etwa als Hegemon empfinden.

    Die "MoViemento 5 Stelle" ist keine Führerpartei, sondern ein bunter Haufen handlungsbereiter Bürger, die für ihre Ideale einstehen.
     
  17. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @ricochet
    Danke für diese Versachlichung. Das unreflektierte Draufhauen ignoriert nämlich, dass sich vielleicht in Italien durch die Fünf-Sterne-Bewegung eine völlig neue Perspektive auftut, eine Neuerfindung der parlamentarischen Mitwirkung und damit der Demokratie, wie sie den etablierten Pfründenverteidigern im Parteiensystem natürlich nicht willkommen sein kann. Das erklkärt aber vielleicht auch das laute Geschrei quer durch Europa.
     
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  18. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Nicht "und". "Oder"!
     
  19. doglife

    doglife Benutzer

    [SIZE=13px]Man kennt ihn hierzulande nur als Populist, Clown, Komiker, Vorbestrafter oder Rotbrigadist.[/SIZE]
    Er sieht sich selbst als Satiriker, Moralist, Umweltschützer und Antichrist(!) der italienischen Politik.
    Warum läßt man Beppe Grillo nicht in deutschen Medien zu Wort kommen?
    Aber es gibt ja Dein Rohr:

     
  20. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Jedenfalls wäre dies nicht das erste Mal in der Weltgeshcichte, dass außer den Clowns (oder Hofnarren) niemand dem Volke ungeshcminkt die Wahrheiten serviert.
     
  21. djtechno

    djtechno Benutzer

    Wenn man vor einer neuen Sprache nicht zurückschreckt, bereit ist, seine Freunde und bekannten hinter sich zu lassen, und nochmal bei 0 anzufangen, dann bietet sich das Auswandern aus der EU an. Skandinavien ist ja zum Glück nur zum Teil in der EU. Dort sollen ja die glücklichsten Menschen leben. Aber wie gesagt, man müßte dafür eben alles hinter sich lassen. Und daran scheiterts am Ende...
     

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