1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Digitalradiotag im BR

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von baum89, 11. März 2014.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. baum89

    baum89 Benutzer

    FCS-Fan und Mäuseturm gefällt das.
  2. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Hier ist der Livestream:

    http://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/digitalradio-dab-dab-plus100.html

    Erster interessanter Fakt: Eine Studie der Uni München, wonach LTE auch im Broadcast-Modus absolut ineffektiv ist, also absolut ungeeignet als UKW-Nachfolger. DAB+ dagegen ist 100mal günstiger, wenn UKW demnächst abgeschaltet wird. Also KANN nur DAB+ der Nachfolger von UKW sein, LTE maximal eine Ergänzung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
    FCS-Fan gefällt das.
  3. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Ich fasse mal die Ergebnisse der übrigen Panel-Beiträge zusammen.

    Positiv: Mehr Empfänger verfügbar, auch unterschiedlichste Gerätemodelle
    Negativ: Immer noch wenige Käufer, nur 4,5% der Haushalte besitzt mind. ein Digitalradio
    Noch negativer: Autoindustrie will DAB+ nicht bewerben, da "bereits im Markt", aber bis auf weiteres nur mit Aufpreis von 200 bis 1000 Euro: Grund: Aufrüstung zu teuer, Marktchancen immer noch ungewiss. Augenmerk nur auf Internet im Auto, was viel Kritik von Panel-Teilnehmern einbrachte (da die Netze umgekehrt auf dem Land viel zu schlecht ausgebaut sind).
    Genau so negativ: Vermarkter wollen weiter nur auf UKW setzen und lehnen DAB+ zum aktuellen Zeitpunkt ab, erst recht einen UKW-Ausstiegstermin.
    Konsequenz daraus: Private Veranstalter wollen und können UKW nicht verlassen, aber andererseits bietet ein DAB-Einstieg aktuell keinerlei Refinanzierungsmöglichkeit.
    Forderung: Fördermittel seitens der Politik, Private brauchen Geld, ansonsten keine Investitionen in DAB+
    Noch eine Forderung: Keine reinen neuen UKW-Lizenzen mehr, nur noch mit DAB-Pflicht (kommt freilich von Steul/DLR).

    Fassen wir zusammen: Das Gehampel geht noch mindestens fünf Jahre weiter. Eine große Initialzündung brachte die Veranstaltung nicht, dafür gibt es beim Thema DAB+ zu viele Bremsklötze und Besitzstandswahrer.

    Mein Fazit: DAB+ wird auf Privatsenderseite sterben, wenn es keinen Geld aus einem Topf gibt. Die Öffentlich-Rechtlichen werden dagegen weiter ausbauen!
     
    Johny24 gefällt das.
  4. FCS-Fan

    FCS-Fan Benutzer

    Was auch richtig ist! Wenn die ÖR kräftig in DAB investieren und damit die Leute zu DAB+ bringen können, werden auch immer mehr an den darauf vorhandenen privaten Programmen Gefallen finden. Dann können die DAB-Verweigerer mit ihrer Einheitsgrütze baden gehen ;)

    Tja, fällt denen irgendwann auch mal was neues ein? Jeder weiß, dass Internetradio nicht den terrestrischen Rundfunk ersetzen wird. Es wird mit jedem mal, wo das erwähnt wird, immer lachhafter ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  5. WalterBar

    WalterBar Benutzer

    > Noch negativer: Autoindustrie will DAB+ nicht bewerben

    Es wäre schon viel erreicht, wenn sie wenigstens Antennen verbauen würde, die im VHF Band III noch funktionieren!
     
    Tonband und legasthenix gefällt das.
  6. FCS-Fan

    FCS-Fan Benutzer

    Eigentlich ist die Aussage der Autoindustrie eh ziemlich dumm ;)

    Wenn sie DAB+ nicht bewerben wollen, gibt's auch keine Zusatzeinnahmen über die optionale Ausstattung. Klassisches Eigentor.
    Wenn ich schon nichts "verschenken" und DAB+ serienmäßig einbauen will, mache ich doch wenigstens Werbung für die kostspielige Zusatzausstattung.
     
    radiobino und br-radio gefällt das.
  7. Tonband

    Tonband Benutzer

    DIGITALRADIO-TAG beim Bayerischen Rundfunk, 11.3.2014

    und ein DAB-Verkaufsgespräch aus der BR-Mediathek vom 2. März 2014:
    Helwin Lesch, Leiter der Hauptabteilung "Planung und Technik" beim Bayerischen Rundfunk.

    Ganz schön einseitig, der Herr Planungsleiter. Ausgerechnet die Klassikhörer sollen begeistert sein? "Nicht umsonst ist die CD aufgrund der Klassik erfunden worden"? "Der glasklare Empfang"? Kein Wort zu den Artefakten im DAB+! Und immer wieder die hochgelobte Programm-"Vielfalt". Ich habe eher den Eindruck, dass hier "Vielzahl" mit "Vielfalt" verwechselt wird und oft "vielzählige Einfalt" bedeutet.

    Über die Frage zum UKW-Hörer/Umsteiger-Feedback geht der gute Mann locker weg und schiebt stattdessen eine Floskel (s.o.) über den angeblich begeisterten DAB-Handel ein.

    Um keine Missverständnisse entstehen zu lassen:

    - Natürlich ist Digitalradio die Zukunft und bietet die Möglichkeit qualitativ deutlich besser zu sein als UKW.
    - Und es ist für den mobilen Empfang optimiert.

    Wünschenswert wäre ein guter Kompromiss zwischen Qualität und Vielzahl. Auf mein stationäres DVB-S-Radio möchte ich nicht mehr verzichten.

    Lesch's Fakten:
    - DAB-Abdeckung für den BR bisher 93%,
    - begünstigte Mobilversorgung entlang der Autobahnen
    - 13 neue DAB-Sernderstandorte sollen entstehen

    Schau'n mer mal wie sich das entwickelt.

    ----------------------------
    P.S.: Dass es beim Interview mit dem Technik-Planungsleiter nicht gelungen ist eine ordentliche Sprachaufnahme hinzubekommen, tz, tz, tz ...(mumpfel mumpfel).
     
    Hörfunke>> gefällt das.
  8. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Das hat alles einen ganz anderen Grund: Die Autoindustrie hat gute Verträge mit Portalbetreibern wie TuneIN oder radio.de abgeschlossen. Wie man so hört soll da einiges an Geld geflossen sein. Ich kenne die Verträge nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass es in Bezug auf Digitalradio eine Klausel gibt dass das eben NICHT als Standard in die Fahrzeuge kommen und auch nicht zu stark beworben werden darf.

    Freilich ist Internetradio nur eine von tausenden Möglichkeiten des Connected Cars. Allerdings bringt das alles nichts so lange die Netze nicht massiv auch auf dem Land ausgebaut werden und die Nutzer die Kosten tragen müssen.

    Die Autoindustrie sieht DAB+ nur als lästigen, unnötigen Klotz am Bein an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  9. FCS-Fan

    FCS-Fan Benutzer

    Es müssen im Prinzip nur ein, zwei Autohersteller aus der Reihe tanzen, DAB+ als Serienausstattung anbieten und dafür auch werben. Dann werden Mobilfunk, TuneIN und wie die ganzen Verweigerer und Abzocker heißen ganz schön dumm aus der Wäsche gucken.

    Und mal ganz ehrlich, was soll denn passieren, wenn ein Hersteller trotzdem für DAB+ als Zusatzausstattung wirbt, der einen Vertrag mit einem solchen Abzocker hat?

    Wollen die dann mit dem Autohersteller vor Gericht gehen? Sollen sie doch, spätestens dann kommen diese Machenschaften ans Licht und auch, dass man den Leuten kostenpflichtiges Radio unterjubeln will ;)

    Eben, genau das wird nämlich niemals passieren. Welcher Mobilfunkanbieter hat bitte ein Interesse daran, die komplette Pampa mit HSPA- und LTE-Masten aufzurüsten, die nur ein paar hundert Leute auf zig Quadratkilometer nutzen?

    Ausbau auf dem Land mag es vlt. ja irgendwann mal geben, aber dann doch auch nur die Ortschaften selbst und nicht die zig Kilometer Landstr. dazwischen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  10. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    FCS-Fan: TuneIN ist kein DAB-Verweigerer, sondern das größte Internetradio-Portal weltweit. Deutschland spielt bei denen so eine untergeordnete Rolle, dass es ihnen so was von sch....egal ist, ob sich ein proprietäres DAB+ in einigen europäischen Ländern durchsetzt oder nicht.

    Auf dem Forum wurde heute gesagt dass amerikanische Autobauer sogar komplett auf Broadcast verzichten, also nicht mal mehr UKW und erst recht nicht das ähnlich wie DAB+ katastrophal laufende HD Radio in die Fahrzeuge einbauen. Dann eher noch mobiles Satellitenradio, primär aber Netzradio. Meine Cousine in Nordamerika hört im Auto deutsches Radio via Internet. Dort gibt es aber auch keine Drosselung, und die Kosten wurden beim Autokauf abgedeckt, sprich: Der Autohersteller finanziert auf fünf Jahre den gesamten Internetverkehr. Wäre DAS auch in Deutschland so und würden parallel die Netze ausgebaut würde ich nach einer sofortigen Abschaltung von DAB+ schreien. Und UKW zugleich. Es ist hierzulanbde aber nicht so, daher macht die Einführung von DAB+ (noch) Sinn.

    In Deutschland liegt nun alles an der Politik (mal schaun, welche Lobby die meisten Schmiergelder zahlt...lol):

    - Gibt es eine Einigung auf einen UKW-Ausstieg wird DAB+ der Nachfolger und im Rahmen eines hybriden Systems zusammen mit Internetanwendungen Standard.

    - Gibt es keine Einigung werden wir noch mindestens 30 weitere Jahre UKW haben. Das Radio wird keinerlei Innovationen liefern, und Spotify und Co. werden immer mehr Anteile gewinnen. Und DAB+ wird sterben, denn wie hieß es heute: aus dem Markt alleine gibt es keinerlei Erfolg des Mediums, ohne Zwang geht es nicht.

    Die wichtigste Aussage des heutigen Tages habe ich aber noch gar nicht genannt: DAB+ kann nicht ohne Internet, beide Wege sind keine Konkurrenten, sondern es geht nur zusammen. Und so lange die Mobilfunk-Netze den Ansturm nicht statt halten können, und so lange es eine derartige Kostenexplosion, aber auch unattraktive Dinge wie Datendrossel etc. gibt, kann das (mobile) Internet auch nicht ohne DAB+.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  11. Live@5

    Live@5 Gesperrter Benutzer

    Das ist leider unlogisch. Denn nur wenige Menschen verbringen tatsächlich Tag für Tag viele Stunden in ihrem Auto. Die meisten setzen sich morgens in die Karre und fahren eine halbe Stunde (oder weniger) zum Arbeitsplatz. Nachmittags das ganze rückwärts. Sooooo unerhört viel an Daten fällt dabei nicht an. Die Trucker kommen sowieso längst aus Osteuropa und sind an deutschem Radio nicht interessiert.
     
  12. exhörer

    exhörer Benutzer

    Quatsch! Es mag sein, daß die Mobilfunknetze Stand 2014 NOCH nicht optimal geeignet für "Rundfunk" sind, aber Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, daß sich das in den nächsten 10 Jahren grundlegend ändern wird. In diesem Jahr schon wird beispielsweise Vodafone in Berlin das ganze Netz erneuern ( http://www.golem.de/news/vodafone-berlin-bekommt-ein-besseres-mobilfunknetz-1403-105050.html ), und das ist gerademal der Anfang.

    Ich kann es nur immer wiederholen - vor 20 Jahren wagte niemand auch nur zu träumen, daß es in Deutschland mal mehr Handies als Einwohner gibt, und schon gar nicht, daß sich ausnahmslos JEDER ein Handy leisten kann.

    Vor 10 Jahren wagte es niemand, von VDSL zu träumen und niemand konnte sich vorstellen, daß in Punkto Mediennutzung YouTube dem klassischen linearen Fernsehen den Rang abläuft.

    Vor diesem Hintergrund kannst Du absolut beruhigt davon ausgehen, daß in 10 Jahren mobiles Internet mit hohen Datenraten und stabilem Empfang auch bei höheren Geschwindigkeiten und nicht optimalem Gelände (Berge, Tunnels, ...) so selbstverständlich sind, daß niemand auch nur einen Gedanken darüber verschwendet, wieso man noch terrestrischen Einweg-Rundfunk (UKW, DAB+, DABSuper+, ...) benötigt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
    Thomas Wollert gefällt das.
  13. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    @exhörer: Und genau aus diesem Grund harren die Privatradioanbieter noch aus und fahren mit UKW sehr gut. In der Tat weiß keiner was in 10 Jahren ist und über Studien von heute (auch die alktuelle zu LTE) lacht man dann, genau so wie man heute über das Zitat von Bill Gates lacht, dass 500 Mbit für jeden ausreichen. General Motors zeigt in Nordamerika wie gesagt derzeit schon eindrucksvoll wie man tatsächlich vollständig auf Broadcast verzichten kann. Das ist bei der Netzabdeckung im Mobilfunk in Deutschland und solche deutsche Eigenarten wie Highspeed-Drossel derzeit noch nicht möglich. Mein Verstand sagt heute, man braucht DAB+. Aber der Visionär in mir sagt genauso: Wir brauchen es in 10 Jahren nicht mehr.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. März 2014
  14. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Was ebenfalls Unsinn ist, denn immer mehr Menschen sitzen tagtäglich mehrere Stunden im Auto. Die Zahl derer, die ihren Job "im Auto" ausüben nimmt immer mehr zu, was bedeutet, dass die Zahl der im Auto verbrachten Stunden konstant zunimmt. Diejenigen, die ihr Auto hingegen "nur" zur Fahrt zur Arbeit und zurück nutzen bleibt in etwa seit Jahren konstant, aber auch die gefahrenen Kilometer werden hier mehr, was bedeutet, dass die im Auto verbrachte Zeit zunimmt.
     
    radiobino gefällt das.
  15. br-radio

    br-radio Benutzer

    Kann dieses neue 5G nicht irgendwann mal UKW ersetzen?!
     
  16. @nd1

    @nd1 Benutzer

    Funktioniert das denn bei deiner Cousine zuverlässig? Als ich im November im Großraum New York war habe ich auch deutsches Internetradio, allerdings halt mit meinem Smartphone, getestet und das war eine einzige Katastrophe im AT&T Netz und ich war da schon mit LTE unterwegs. Bei nem Speedtest kam man kaum über 100Kbit, weiter landwärts wurde es dann besser, aber stabil ist auch ein anderes Wort. Ich nehme also mal an, dass für Fahrzeuge Kapazitäten reserviert sind, wenn das ohne Probleme laufen sollte, zum Leid all derer dann mit normalen Smartphone. Dann doch lieber das wirklich exzellente Sirius, sowas wäre hier einfach genial.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. März 2014
  17. Tweety

    Tweety Benutzer

    Jedenfalls ist man in Bayern bemüht Digitalradio nach vorne zu bringen. Während man woanders eher auf der Bremse steh,t schafft man in Bayern jedenfalls Fakten mit neuen Programmen und einem zügigen Ausbau des Netzes.
     
    radiobino und FCS-Fan gefällt das.
  18. Tonband

    Tonband Benutzer

    Na prima!
    Heißt das nun, dass jeder zum simplen Radiohören ein Mobilfunkgerät betreiben muss um sich dort erstmal einzuloggen? :rolleyes:

    Die NSA wird's begrüßen.
    .
     
    FCS-Fan gefällt das.
  19. FCS-Fan

    FCS-Fan Benutzer

    Da könnte ein Auto-Modell des entsprechenden Herstellers noch so geil sein, sowas wäre für mich ein absoluter Nicht-Kaufgrund.
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen