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Digitalwahnsinn Deutschland

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von crunchnroll, 02. Juni 2016.

Schlagworte:
?

Zwangsumstellung auch bei Hörfunk?

  1. JA

    11 Stimme(n)
    44,0%
  2. NEIN

    14 Stimme(n)
    56,0%
Status des Themas:
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  1. crunchnroll

    crunchnroll Benutzer

    DAB+ kommt einfach nicht aus dem Quark. Beim TV machen die Verantwortlichen einfach Tabula Rasa. Umstellung auf DVB-T2 wird terminiert und die Abnehmer gehen neue Receiver shoppen!

    Macht es beim Radio genauso liebe Politiker und "Ende Banane".
     
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  2. radiospezialist

    radiospezialist Benutzer

    DAB+ bietet einige Vorteile gegenüber UKW. Unter anderem hat man kein Zischeln und Rauschen mehr, man hat mehr Programme und damit meine ich nicht mehrere Sender doppelt und dreifach wie bei UKW (z.B. ffn ist bei mir auf 4 Frequenzen empfangbar und andere Sender teilweise auch). Und sehr wichtig man hat eine gewisse Vielfalt, die über UKW fast gar nicht vorhanden ist (besonders in NRW und SH sieht es düster aus mit Vielfältigen Angeboten außer dem Deutschlandradio, NDR Info und Kultur in SH, sowie WDR 3, 5, Funkhaus Europa und dem Deutschlandradio in NRW hat man dort nichts. NDR 1 und WDR 4 sind zu Dudelwellen mutiert und der Rest ist der altbekannte Dudelfunk.) Teilweise laufen auf 4 verschiedenen Sendern der gleiche Titel zeitversetzt weil es ja so wenig Musik gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. Juni 2016
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  3. kwegener

    kwegener Benutzer

    Wie meinst Du das? Der Ausbau von DAB+ geht zügig voran. Programmlich kann man nicht mehr erwarten, wir sind schließlich in Deutschland. Das was auf UKW vorhanden ist, ist auch auf DAB+ vorhanden, teilweise sogar mit höherem quantitativen Angebot (D-Radio ist nicht in allen Gegenden auf UKW empfangbar, und der Bundesmuxx hat sogar noch ein paar zusätzliche Privatprogramme mit an Board). Lediglich den Overspill wird es nicht mehr geben, den es auf UKW gab (aber wer hört heute in NRW noch ernsthaft den SWR?).

    Was sollen sie machen? UKW abschalten? Meinst Du das mit "Ende Banane"? Dann würden aber ein Großteil der der Hörer wegfallen. Beim TV hat es funktioniert, da (fast) niemand ohne Glotze leben kann. Also wurde nachgerüstet. Keiner kann ohne Fernsehen leben. Fernsehen ist doch der Hauptlebensinhalt vieler Menschen. Wenn man UKW hingegen abschalten würde, würde sich nur ein geringer Teil einen neuen Empfänger kaufen. Viele können bestimmt auch ohne Radio leben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. Juni 2016
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  4. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Manche begreifen es halt spät oder nie...

    Ich empfehle - aus dem Hause der DVB-T2-Treiber - diese Präsentation:

    https://www.rtr.at/de/inf/Vortraege...orderungen_der_Umstellung_auf_DVB_T2_in_D.pdf

    Seite 2: 35 Mio Sat- oder Kabel-Haushalten stehen nichtmal 4 Mio DVB-T-Haushalte gegenüber. IPTV hat in der Summe schon 50% der DVB-T-Nutzung erreicht. (Mehrfachnennung möglich, Summe daher > 100%)

    Seite 4: nur in Berlin (klar, ca. 30 Programme und viele Haushalte in prekärer finanzieller Situation im städtischen Raum) und NRW (auch viele Programme und städtisches Gebiet) wird DVB-T überhaupt nennenswert genutzt, bleibt aber auch da eine Randerscheinung. Völlig ignoriert wird DVB-T im Osten (sind keine Privaten drauf, die genießen dort Vorrang, außerdem hat man im ländlichen Raum natürlich Satempfang) und in BaWü (ich vermute hier einen Mix aus Satempfang im ländlichen Raum und der einst vorbildlichen Kabel-Digital-Philosophie von Kabel BW).

    Fazit: absolutes Minderheiten- und "Drittfernseher"-System am Rande der Bedeutungslosigkeit. Da kann man beinahe nach Herzenslust drehen, schrauben und abschalten wie man will, das Grummeln bleibt in äußerst überschaubarem Rahmen.

    Seite 5: DVB-T muß weg, weil es schon 14 Jahre am Markt ist. Eine dumpfere Begründung ist ihnen offenbar nicht eingefallen. Heute wird also schon mit geplanter Obsoleszenz bei den Öffis argumentiert.

    Und nun vergleiche mal mit UKW. Marktdurchdringung von faktisch 100%, der Großteil der Nutzer ist zufrieden bis sehr zufrieden - das kalkverschmierte Radio neben dem Zementmischer dudelt doch gut. Kannste gerne mal versuchen, abschalten zu lassen - damit hat sich das Thema "Radio" erledigt. Und zwar nahezu vollständig. Auch dann, wenn die UKW-Angebote alle regional auf DAB abgebildet wären. Dann kommt halt das Smartphone an die Bluetooth-Box.

    Das, was Du gerne mit der Situation DVB-T -> DVB-T2 vergleichen kannst, ist der Übergang DAB -> DAB+. Frustrierend für die "early adaptors", das war ein einstelliger (paßt perfekt!) Prozentsatz der Radionutzung. Über 90% der Radiohörer wußten nichts von DAB und merkten also auch nichts von der Umstellung auf DAB+. Bitter, aber nunmal die Wahrheit.

    Nun Du bitte.
     
  5. Gegenstromanlage

    Gegenstromanlage Benutzer

    Abseits der Glaubenskriege empfehle ich einmal die Lektüre dieses Textes:

    http://www.epd.de/fachdienst/fachdienst-medien/schwerpunktartikel/kommunikative-leistungen

    Endlich mal ein SINNVOLLES Szenario für die Zukunft des Hörfunks. Ansonsten habt ihr recht. UKW lässt sich nur zwangsabschalten, ansonsten dudelt das 70er-Jahre-Radio neben dem Zementmischer oder beim Pizzabäcker auch noch in 30 Jahren. Radios als Geräte sind nahezu unkaputtbar. Und auch die deutsche, etablierte Radioszene wäre ohne Zwangsabschaltung unkaputtbar, und daran kann auch ein Spotify nichts ändern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. Juni 2016
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  6. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Schon geht es mit den Pauschalisierungen los.

    Statt Zischeln und Rauschen gibt es nun Kratzen, Schaben, Quäken und Matschen dank magerer Bitrate (ja, selbst manche Kulturwellen laufen in 96 oder gar 88 kbps HE-AAC). Und das mit der Programmvielfalt ist auch regional sehr unterschiedlich.

    Am übersichtlichsten ists im Nordosten des Landes, z.B. auf der Insel Rügen:

    UKW: 9 Programme, darunter DLF, DKultur, 5 x NDR, 2 Private, weitere Programme mit Antennenaufwand.

    DAB: nichts


    Was die "doppelten" Programme angeht, ists auf DAB noch viel übler als auf UKW, weil der Paketzwang mit den deutschen Regionalisierungs-Kleinstaatereien kollidiert. Beispiel aus meiner Heimatstadt Gera:

    UKW: 14 Programme ohne Antennenaufwand, demnächst 15 Programme. Redundanzen nicht mitgezählt.

    DAB: 4 Programme des Deutschlandradios und 8 x Privatfunk-Müll aus dem Bundesmux. Dazu 2 x MDR Kultur, 2 x MDR Aktuell, 2 x MDR Jump, 2 x MDR Klassik, 2 x MDR Sputnik, 4 x MDR Thüringen (unterscheiden sich für wenige Minuten am Tag), 6 x MDR Sachsen, R.SA.
     
  7. WilliWinzich

    WilliWinzich Benutzer

    Zwangsumstellung: NEIN! Aber 5 Jahre subventionierter Zwang zum Simulcast für alle derzeitigen UKW-Programme wäre geboten. Bei Lokalsendern müsste das Verbreitungsgebiet großzügig erweitert werden und Anbieter für mehrere Verbreitungsgebiete zusammengefasst werden.
    Und in den 5 Jahren müssen Geräteähersteller gezwungen werden, sowohl analogen UKW-Emfang, als auch DAB+-Empfang unterstützen. UKW-Empfänger ohne DAB+-Empfang dürfen nicht mehr verkauft werden, genausowenig in Neuwagen ausgeliefert werden. Nach den 5 Jahren sehen wir dann weiter.
    Mit Wegfall der Subvention können dann Anbieter wieder frei wählen, welchen Verbreitungsweg sie bevorzugt nutzen. Wenn die überregionalen Netzwerke (landes- und bundesweite Sender) dann nur noch auf DAB+ senden, wäre das UKW-Band frei für lokale Angebote, die partout kein erweiterstes Verbreitungsgebiet nutzen wollen ...
    Da Fördergelder zum x-fachen eher beim Fernsehen landen oder bei unwirtschaftlichen Internet-only-Leuchttürmen, bleibt da nix übrig.
    Leider nein. In bayrischen Großstädten ist das der Fall, aber ganz und gar nicht in Berlin. Grade die Programme auf den Low-Powerfrequenzen fehlen, da die eben auch auf UKW schwierig empfangbar sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. Juni 2016
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  8. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    Endlich mal wieder eine Thread, der Potenzial zu einer guten Pro-/Contra-DAB-Diskussion hat. Da warten wir doch schon ewig drauf. :D

    @Radiowaves:
    Man darf fest davon ausgehen, dass man UKW erst dann ausknipsen wird, wenn die DAB-Netze ordentlich ausgebaut sind. Das was du beschreibst, ist der Ist-Zustand heute, da muss v.a. im Norden noch ordentlich ausgebaut werden, bevor man da was abschalten kann. Hier im Süden gibt es beim BR-Paket durchaus auch schon Ecken, wo die DAB-Versorgung sogar besser als die UKW-Versorgung ist., und die Programmvielfalt auf DAB übersteigt hier die von UKW bereits sehr deutlich. Es gibt also schon auch andere Beispiele.
    Wovor ich aber auch etwas Angst habe, dass sich die heute aus Kostengründen etablierten Magerbitraten so etablieren, dass sie auch bei einer späteren UKW-Abschaltung nicht mehr hochgefahren werden, da sie ja 1:1 mit Kosten verbunden sind. Für Ottonormalhörer reicht's doch, wird man dann argumentieren.

    Ich bin übrigens gegen eine Zwangsabschaltung. Es soll jeder dort senden, wo er es für richtig hält. Ich bin aber dafür, DAB+ als Standard auf Geräteseite vorzuschreiben, sprich jedes neue Radiogerät für terrestrischen Empfang, das ab sofort produziert wird, sollte UKW und DAB gleichwertig enthalten. Gerne auch mit automatischem Suchlauf auf beiden Bändern und dann gemischten Programmlisten UKW/DAB, sodass man auf DAB und UKW-Stationen gleichwertig zugreifen kann. Dann ist es für Programmanbieter recht egal, ob sie auf UKW oder DAB senden, sie werden gefunden. Neue Anbieter können auf DAB senden, und alle, denen die UKW-Abstrahlung irgendwann zu teuer ist, können auf das kostengünstigere DAB wechseln, sobald es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

    Es wird ohnehin immer wieder Dinge geben, die sich via DAB gar nicht oder nur mühsam realisieren lassen. Man denke nur an Autokinos, die ihren Ton via UKW übertragen, oder Eventradios oder die von vielen benutzten 50nW-UKW-Transmitter zur Tonübertragung.
     
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  9. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ach nö, jetzt bitte nicht schon wieder die 598. Pro und Contra DAB Diskussion. Zum Thema ist eigentlich alles gesagt. Ich wäre auch für eine Übergangsphase bis 2025 und bis dahin Simulcastbetrieb. Bis dahin sollten alle Netze soweit ausgebaut sein, dass in Fläche ein guter bis sehr guter Empfang möglich sein sollte.

    Daneben wäre es sinnvoll wenn man in Gegenden wo bereits ein guter DAB- Ausbau besteht die Leistungen der UKW-Sender langsam runterfährt um damit Kosten einzusparen und die Leute zum Umstieg zu bewegen.
     
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  10. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Einspruch, wertes Vögelchen! - Das würde nämlich bedeuten, dass es mit der derzeitigen Vielfalt an Programmen aus anderen Bundesländern kurz hinter den Landesgrenzen (hier speziell Radio Bremen) vorbei ist.
     
  11. Wertham

    Wertham Benutzer

    Ich komme aus Bad Nauheim, das ist gute 40 Kilometer von Frankfurt. Ich fahre jeden Tag von Bad Nauheim nach Friedberg mit dem Fahrrad, dann von Friedberg nach Altenstadt ( Bus) . Nachmittags von Altenstadt nach Bruchköbel ( Bus) und von Bruchköbel nach Friedberg ( Zug). Das dauert ein Weilchen und um mir die Zeit zu vertreiben höre ich gerne Radio. Auf Anraten der Experten hier habe ich mir ein kleines DAB+ Radio gekauft. Der Hinweg ist gut. Ich kann durchgehend D radio Kultur hören. Auf dem Rückweg gibt es einige Aussetzer beim Dab+ Radio. Dann nehme ich mein altes Handyradio ( UKW Empfang ) und ich kann durchgehend HR Info hören und so lange es bei DAB+ solche Aussetzer gibt, will ich mein UKW behalten Jawohl :)
     
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  12. iro

    iro Benutzer

    Zwangsumstellung... nein!
    Wird auch niemals kommen.
    Allerdings bin ich schon dafür, die öffentlich-rechtlichen Sender zur Abschaltung aller Sendeketten bis auf EINE verbleibende zu zwingen. Diese eine sollte für Verkehrsfunk sowie Katastrophenschutz in Betrieb gehalten werden.
    Die freiwerdenden UKW-Frequenzen sollten allerdings nicht mehr neu vergeben, sondern nur für die Optimierung der bestehenden Funzellandschaft verwendet werden.
     
  13. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer

    Zu DVB-T2:
    DVB-T hatte bereits im Vergleich zum analogen nicht hochauflösendem Fernsehen eine schlechtere Bildqualität. Hier kann ich ein Parallele zur schlechteren Klangqualität von DAB im Vergleich zu UKW sehen. DVB-T2 hingegen, liegt bei der Bildqualität (HD mit 1080@50p) vor allen anderen Übertragungswegen. Und mit 40 Programmen ab 2017 steht es im Vergleich nicht so schlecht da. Außerdem ist es für den Nutzer auf Dauer günstiger im Unterhalt.

    Das würde ich mir für DAB+ auch wünschen: 40 Programme in spürbar besserer Klangqualität als UKW für weniger Geld!
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. Juni 2016
  14. DPITTI

    DPITTI Benutzer

    Der ganze Digitale Verbreitungsweg hat ein Nachteil! Sofern es Regnet Bild Ade. Bei Dab das selbe ohne Ausbau muß Ukw bleiben. DVB-T2HD taugt auch nichts. In Rostock wurde wohl die Leistung runtergestellt. Vor paar Tagen noch top jetzt nichts mehr. So lange nur gefunzelt wird, kann von mir aus Dab und co Abgeschafft werden :D
     
  15. iro

    iro Benutzer

    DAS war beim analogen TV aber auch so: bei Starkregen Bild ade!
     
  16. grün

    grün Benutzer

    Ach herrjeh: Ich verstehe diesen ganzen DVB-T-Hype sowieso nicht! Die meisten nutzen Satelliten- bzw. Kabelfernsehen, DVB-T war schon immer eine "Randerscheinung" und wird es auch immer bleiben. Dafür ist der Empfang einfach zu schlecht (aus eigener Erfahrung, den Blödsinn nutze ich schon lange nicht mehr).
     
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  17. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer

    DAB+ und Regen:
    Gestern bin ich 600 km quer durch Deutschland gefahren und hatte im Bundesmuxx nicht eine Empfangsstörung. Und geregnet hat es gestern mehr als ausreichend, wie wir alle wissen.
     

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