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Discovery (Eurosport) schnappt ARD & ZDF die Olympiarechte weg

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von freiwild, 29. Juni 2015.

  1. freiwild

    freiwild Benutzer

    (Ich hätte ja einen Radiobezug konstruieren können, schließlich gab es früher ja mal das ARD-Olympiaradio, aber lassen wir das.)

    Heute hat das IOC bekanntgegeben, dass man sämtliche europäsichen Übertragungsrechte (Pay-&Free-TV) an den olympischen Sommerspielen 2020 und 2024 sowie den olympischen Winterspielen 2018 und 2022 erstmals nicht an die EBU, sondern an Discovery Networks (u.a. Eurosport, Discovery Channel, DMAX, TLC) verkauft habe. Ausgenommen ist nur Russland, sowie für 2018 und 2020 Frankreich und Großbritannien, weil hier France Télévisions und die BBC schon vor Jahren die Rechte erworben haben. Die Sommerspiele nächstes Jahr in Rio sind nicht betroffen; hier gilt noch der alte EBU-Vertrag von ARD&ZDF.

    Der Rechteerwerb ist mit der Auflage verbunden, dass von den Sommerspielen jeweils mindestens 200 Stunden im Free-TV ("free-to-air") laufen müssen, von den Winterspielen jeweils mindestens 100 Stunden. Außerhalb Deutschlands ist Eurosport überall in Europa Pay-TV, und wenn ich richtig orientiert bin, betreibt man nur noch in Italien und Spanien weitere Free-TV-Sender. In Skandinavien, wo Discovery vor ein paar Jahren der ProSiebenSat1-AG ihre dortigen Sender abkaufte, und seitdem neben ihren den bekannten internationalen Sendermarken auch nationale Generalisten-Privatsender betreibt, werden diese nur als Pay-TV vertrieben.

    Damit bleibt die Frage, wo die olympischen Spiele künftig laufen werden. Wenn man sich an die enge Definition von Free-to-Air hält, blieben in den meisten Ländern nur noch die öffentlich-rechtlichen Sender übrig. Übrigens ab 2022 auch in Deutschland, falls dann, wie geplant, RTL, ProSieben, Eurosport, Sport 1 & Co ihre SD-Kanäle abschalten und nur noch über das kostenpflichtige HD+ (Eurosport gar nur noch über Sky) zu empfangen sein sollten.

    Im Prinzip gibt es zumindest für Deutschland drei Möglichkeiten:

    1. (wohl am wahrscheinlichsten): ARD&ZDF greifen doch wieder in die Tasche, wie schon bei der Fußball-WM 2002, und berichten wieder (weitgehend) im gewohnten Umfang auf den linearen Kanälen. Die Zusatzangebote im Internet (oder früher auf den Digitalkanälen) dürften dann aber wegfallen bzw. kostenpflichtig von Eurosport angeboten werden.

    Es sei denn, ARD&ZDF kommen angesichts des FIFA-Debakels doch wieder zur Vernunft, und setzten mal ein paar Jahre bei Olympia aus, sozusagen als Ausgleich für den Millionenerwerb der Fußball-WM-Rechte in Russland und Katar. Halte ich aber für unwahrscheinlich - auch bei der Tour de France ist man nach einer kurzen Schamfrist wieder mit dabei.

    2. Man einigt sich mit einer der großen Privatsendergruppen (wahrscheinlich eher mit ProSiebenSat1) auf eine Aufteilung der Rechte. Dann ist es auch mögich, dass Discovery die redaktionelle Hoheit über die Übertragung behält und Sat1 (oder wer auch immer) das Signal einfach durchstellt, so wie das einst beim DSF-Premiere-Deal bezüglich der Champions League war.

    3. Eurosport machts alleine, bzw. wertet damit seine Schwestersender auf. Oder man betreibt eine Alibi-Berichterstattung im Free-TV und behält alle Highlights dem Pay-TV vor. Wäre eine sehr riskante Strategie.

    Bei den Varianten 2 und 3 bleibt vor allem die Frage, wie eng es das IOC mit der Free-TV-Auflage halten wird. Wird man am Ende auch HD+ (und dessen Pendants v.a. in den nordischen Ländern) als "Free-TV" akzeptieren, obwohl es das eigentlich nicht ist?
     
  2. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Vielleicht haben ARD und ZDF rechtzeitig die Handbremse gezogen, als die Preise bei den Verhandlungen ins Bodenlose gingen?

    Über die Höhe des Zuschlags der Übertragungsrechte ist bisher nichts zu erfahren. Der IOC dürfte die gleiche Geldgeilheit wie die Fifa haben...
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2015
  3. Ganztageshörer

    Ganztageshörer Benutzer

    Wo steht denn das mit den Privatsendern 2022?
     
  4. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Seit wann interessiert das denn bei ARD & ZDF?
    Ah, Moment! Es ging um Olympia. Das ist etwas anderes. Wäre es um Fußball gegangen, hätte niemand die Handbremse gefunden.
     
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  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Erinnert mich an die ARENA-Bundesliga-Episode 2006/2007, wo der Betreiber aus eigener Kraft keine befriedigende Reichwerte herstellen konnte und sein teuer erstandenes Produkt mit erheblichen Abschreibungen an andere Distributoren weiterreichen musste.
     
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  6. LIVE

    LIVE Benutzer

    Hallo,

    die ganze Plattform-Komponente vernachlässige ich mal zugunsten der Inhalte.

    Denke, im Endeffekt wird sich nicht viel ändern. Die Kräfteverhältnisse, ja die ändern sich wohl.

    Hey, von 1992 bis 2012 war Olympia außer bei ARD und ZDF bei Eurosport zu sehen (in Deutschland). Die Winterspiele 2002 hab es bei Euro nur zeitversetzt (da war übrigens Premiere live mit am Start) - ansonsten war der Sender immer live dabei (außer dann 2014 in Sotschi). Es mag Regelungen gegeben haben, dass Eurosport nicht immer alles live zeigen darf. Was weiß ich bzw. schnurz: Das Angebot konnte sich sehen lassen - insbesondere der Vergleich der "Live-Elemente". Toll war, als Eurosport bei uns auch noch in Französisch (nur `92) und in Englisch (wesentlich länger) zu empfangen war. Das machte zusammen mit dem öfftl.-rechtlichen Angebot quasi vier Sender. ARD und ZDF - Olympia durch die deutsche Brille - okay, ja, das will ich auch haben, aber das pure Sportangebot von Eurosport taugt mir mehr. Wenn ich früher dachte, ARD oder ZDF "müsste" eigentlich zwei Olympia-Ereignisse zugleich live zeigen, kam oft gar nichts live(sondern der Studio-Interview-und-Höhepunkte-Quatsch - Sport 1 scheint mir das Konzept - allerdings ohne Interviews bei den Europaspielen kopiert zu haben). Für Eurosport ist es sicher wesentlich wieder dabei zu sein, alleine werden sie nicht alles und überall übertragen wollen - schon aus finanziellen Gründen. Schauen wir nicht nur auf Deutschland: Österreich, die Schweiz, Norwegen usw. - würden die nicht eigens bedient werden (von nationalen Sendern), das wäre ein Verlust.

    Ein anderer Punkt sind die Zeitverschiebungen (2018, 2020): Unter Umständen sind da zeitversetzte Ausstrahlungen (für ein breites Publikum) gar nicht so unattraktiv. In den USA hat NBC (Sydney 2000) ja schon als exklusiver Olympiasender null Minuten live gezeigt (und merkwürfdgerweise ging die Welt nicht unter). Also: Eurosport ist 2018 usw. (auf einigen Kanälen?) rund um die Uhr und live dabei, ARD und ZDF zeigen u. a. zu günstigeren Zeiten Höhepunkte.

    Könnte mir vorstellen, dass es ein europaweites Arrangement gibt: Wie auch immer es aussehen mag, aber vielleicht kann Eurosport in Frankreich und Großbritannien etwas vom Kuchen abbekommen und "verzichtet" wiederum in den anderen Märkten auf Exklusivität.

    Personell ist Euro schon stark: Ob Dirk hiele, Sigi Heinrich und Co. die Rente verschieben. Thiele wird schon 2018 75 sein, Heinrich um die 65. Bei Ron Ringguth und Co. sieht es alterstechnisch günstiger aus. Aber nur Marc Rohde (noch jüngerer Alles-Kommentierer) möchte ich auch nicht hören.

    Viele Grüße LIVE
     
  7. freiwild

    freiwild Benutzer

    Mit NBC hast Du einen interessanten Punkt angesprochen. Die Winterspiele in Südkorea 2018 und die Sommerspiele in Japan 2020 werden jeweils in einer Zeitzone ausgetragen, die uns acht Stunden voraus ist. Das heißt, wenn bei uns 20-Uhr-Primetime ist, ist es vor Ort vier Uhr nachts. Das werden also Spiele, die nach europäischer Zeit größtenteils während der Nacht und am Morgen/Vormittag ausgetragen werden. Für werbefinanzierte Privatsender also äußerst unattraktiv. Bei den Winterspielen 2022 wäre es mit Kasachstan kaum besser, und wenn Peking den Zuschlag erhalten sollte, wären drei olympische Spiele hintereinander in derselben, europaunfreundlichen Zeitzone ausgetragen worden. (Fairerweise muss man sagen, dass in dieser Zeitzone fast zwei Milliarden Menschen leben.) Die einzigen der vier Spiele, die in Deutschland und Europa quotenträchtig werden könnten, wären die Sommerspiele 2024, sie werden voraussichtlich in Europa ausgetragen. Aber auch wenn Boston den Zuschlag erhalten sollte, gäbe es Livesport zur Primetime.

    Was ich sagen will: Abgesehen von 2024 wird Discovery auf Schützenhilfe der übrigen Privatsender nicht besonders hoffen müssen. Entweder, man schafft es, die öffentlich-rechtlichen doch noch irgendwie angemessen zu beteiligen (oder über den Tisch zu ziehen, je nach Ansichtssache), oder man muss versuchen, die Rechtemilliarde irgendwie selbst wieder zu erwirtschaften - und das ginge wohl nur über das starkes Pay-TV-Angebot, wofür das Free-TV-Angebot nicht zu attraktiv werden darf.

    Es gibt ja längst kein alleiniges pan-europäisches Eurosport mehr wie früher, als es ein einheitliches Bild und lediglich getrennte Tonspuren gab. Jedes Land (oder zumindest jede Sprache) hat inzwischen sein eigenes Eurosport, mit eigener Programmierung abhängig von den jeweiligen Rechten (diverse osteuropäische Eurosports zeigen zum Beispiel die deutschen Fußball-Bundesliga live) - da wäre es kein Problem, auch nationale Feldreporter einzusetzen. Um die Norweger brauchst Du Dir da keine Sorgen zu machen, zumal Discovery in Skandivanien auch noch "normale" nationale Privatsender betreibt. Ob Österreich und die Schweiz eine nationale Übertragung bekommen, hängt wohl auch davon ab, ob hier ein nationaler Sender von Eurosport sublizensiert wird. Üblicherweise haben Österreicher und Schweizer keine Hemmungen, Sport bei den Deutschen zu schauen - sogar dann, wenn er parallel auch auf den eigenen Sendern kommt. Allerdings dürfte zumindest bei den Winterspielen auch eine gehörige Portion Patriotismus eine Rolle spielen.
     
  8. dramaking

    dramaking Benutzer

    Natürlich werden die Sportentscheider bei ARD und ZDF der Meinung sein, dass sie unbedingt das verplante Geld für irgendein Paket an Subrechten ausgeben müssen. Und sei es nur, um die gekränkte Eitelkeit zu pflegen, wobei dann das "Informationsrecht des Zuschauers" bzw die angebliche Verpflichtung dazu die horrende Ausgabe rechtfertigen soll.

    Für mich ist es schon seit Jahren angesichts der immer knapper werdenden Mittel sowieso nicht mehr nachvollziehbar, dass von beiden Systemen jeweils komplette Mannschaften zu diesen Großereignissen fahren müssen. Es würde doch vollkommen reichen, wenn ein Großereignis jeweils von nur einem Sender abgedeckt wird und man sich dann abwechselt.

    Und was in den USA bei den Olympischen Spielen 2012 von NBC veranstaltet wurde, spottet im Internetzeitalter, in dem sich jede wichtige Nachricht innerhalb von Sekunden verbreitet, sowieso jeder Beschreibung. Ein Schwimmrennen, bei dem ein(e) Amerikaner(in) auf dem ersten Platz landete, fand in London in den Nachmittagsstunden statt. Die Lokalnachrichten aus der Heimatstadt des/der Gewinner/in um 18:00 Ortszeit meldeten dann zwar irgendwie den Sieg, aber man warnte die Zuschauer vorher: "Wenn Sie das Ergebnis nicht wissen möchten und lieber die Übertragung bei NBC in zwei Stunden abwarten wollen, halten Sie sich jetzt bitte die Ohren zu." Der amerikanische Fernsehzuschauer wurde dann gegen 20:00 über den Ausgang des Ereignisses offiziell informiert, das vor mehr als acht Stunden passierte. Noch lächerlicher kann man es eigentlich bei LIVE-Ereignissen nicht machen, die nur um die größtmöglichen Werbeeinnahmen zu erzielen zeitversetzt gesendet werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juni 2015
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Mal ehrlich: Es ist doch völlig egal, welcher Sender am Ende Olympia überträgt. ARD und ZDF sollen bloß nicht so tun, als könnten sie es besser als die Privaten. Sie hauen vielleicht vor Ort mehr Mann und Maus rein, aber im Programm schlägt sich das meist nur durch überflüssige "bunte" Landschaft-, Folklore- und Historienreportagen nieder, die kein Sportfan wirklich interessieren.
     
  10. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Warum wohl? Wenn die Nationalmannschaft sehr weit bei einer WM oder EM kommt, sind bei der Liveübertragung mehr als 20 Millionen Zuschauer dabei, plus nicht gezählte Zuschauer beim Public Viewing. Was das für die Jahresquoten und die Werbeeinnahmen bedeutet, muss man nicht weiter erläutern.
     
  11. LIVE

    LIVE Benutzer

    Klar, Eurosport hat sich verändert, freiwild. Die Sachen, die du ansprichst, weiß ich in etwa auch. Wenn du mehr Details weißt, gerne her damit. Es ist weiterhin ein schlanker Sender.

    Wenn z. B. nicht einmal der niederländische Eisschnelllauf-Kommentator vor Ort ist (war zumindest noch in Vancouver zu), obwohl dieser Sprachraum (NUR) in diesem Bereich gute Chancen hat, dann heißt das ja schon was.

    Anderes Beispiel: Beim Tennisturnier in Stuttgart war genau ein Kommentator vor Ort (Matthias Stach für den deutschen Dienst), früher kam zumindest noch ein Engländer für Halbfinale/Finale.

    Nehmen wir die Grand Slam-Berichterstattung: Da parlieren Barbara Schett und Co. auf Englisch -und es wird z. B. fürs deutsche Publikum übersetzt. Ist ja okay, einfach auch sparsam. Aber es ist auch der Beleg dafür, dass nicht für viele Märkte ein eigenes Fenster aufgemacht wird/werden soll.

    Nehmen wir die US Open 2014: Da entschuldigte ein Kommentator (Rückkehrer Marco Hagemann, meine ich) die Programmgestaltung. Anders als fürher schonmal gäbe es keinedeutsche Regie - also selbst bei einem relativen Höhepunkt doch ein Einheitsprogramm.

    Also speziell was "Field-Reporter" angeht, gehe ich nicht davon aus, dass Eurosport , die der bisher übertragenden Sender übersetzt. Eine multillinguale Person wie früher der frühere US-Sport-Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur, und Eurosport Deutschland-Chef, Sven Busch, bei der Leichtathletik, oder die norwegische Ex-Alpine Kari Anne Saude (Ski alpin), wird gefragt sein, um mehrsprachig Interviews führen zu können, aber eben auch nicht in allen erdenklichen Sprachen.

    Für mich gibt es einen großen Unterschied zwischen Sommerspiele-TV und Winterspiele-TV. Dieser hat verschiedene potentielle Konsequenzen. Im Winter kannst du MEHR ODER WENIGER alle Entscheidungen live zeigen, wenn du willst: Es ist normalerweise nicht so viel zugleich los. Im Sommer sieht das komplett anders aus. Eben wegen der Programmfülle im Sommer verteilen sich die Wettbewerbe naturgemäß über den ganzen Tag. Im Winter ist das nicht notwendigerweise so - man KANN viel eher variieren (und der deutsche bzw. europäische Markt dürfte generell einen Tick, wenn nicht sehr viel wichtiger sein, als bei Sommerspielen) ...
     
  12. LIVE

    LIVE Benutzer

    ... als zum Beispiel Biathlon-WM war im künftigen südkoreanischen Olympia-Ort kamen die Live-Übertragungen meiner Erinnerung nach um 9.30 Uhr. Klar, das ist keine Top-Sendezeit, aber es ist auch nicht mitten in der Nacht. Und es ist eine Zeit im typischen Wintersport-Bereich, der auch locker von 9 Uhr bis 18 Uhr deutscher Zeit reicht. Schlagen wir die Zeitdifferenz drauf, haben wir sogar für die Zuschauer am Ort eine durchaus attraktive Zeit. Flutlicht-Veranstaltungen sind ja im Kommen.

    Die Pay-TV-Komponente macht mir (noch) keine schlaflosen Nächte. Es wäre bescheuert, allzu sehr auf bezahlwilliges Publikum zu hoffen (gut, genau weil es bescheuert ist, KÖNNTE es passieren, dass irgendwelche Manager einen Murks-Kurs vorgeben ... so viel Zynismus am Rande darf angesichts der bisherigen Entwicklungen in der Medien-Welt schon sein). Ich denke, das beste, was Eurosport (aus finanzieller Sicht) passieren kann, ist andere Sender ins Boot zu holen. Zusätzlich kann man immer noch auf ein paar Pay-TV-Kröten hoffen. Aber ARD, ZDF und Co. sind definitiv zahlungskräftiger und -williger als die Masse einzelner Sportfreunde - zumal in Deutschland. Werbung kann Euro trotzdem verkaufen, da man mit einem gewissen Publikumsaufkommen in jedem Fall rechnen kann.

    Kurzum der Kosten-Nutzen-Mix scheint mir am Günstigsten, wenn man sublizensiert (und nicht auf die Monopolstellung setzt). Wie gesagt, es gibt ja auch reichlich Erfahrung, was prallele (Olympia)-Berichterstattung angeht.

    Interessant ist natürlich, was für die Sublizensierung angeboten wird und zu welchen Bedingungen. ARD, ZDF und Co. wollen sicher Höhepunkte wie Leichtathletik, Schwimmen etc. lieber (live) übertragen, als Judo, Ringen und Bogenschießen.

    Interessant ist dieser Punkt besonders im Winter, wo es viel eher Verzögerungen und natürlich Absagen gibt.Selbst wenn man Konkurrenz ausschließen wollte, indem man einzelne Hochkaräter nicht zum Weiterverkauf anbietet, könnte es am Ende zuKollisionen kommen (ist aber auch nichts Neues, jetzt kommt es auch mal vor, dass Skisprung-Weltcup gegen Biathlon-Weltcup läuft - war z. B. beim Saisonfinale 2015 zu, wobei da obendrein Ski alpin mit Felix Neureuther auch noch reinspielte).
     
  13. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Dann sieh Dir mal die Zahlen bei Olympia an. Und dennoch stellt sich die Kosten-Nutzen Frage. Spätestens dann, wenn jeder Quadratmeter Bildfläche beim Public Viewing über 100 Euro kostet. Da sprechen wir noch nicht mal vom Endspiel. Gebe ich also für Vielfältigkeit im Sport, für mehrere Sportarten, die mehrere Zielgruppen anspricht, auch mehr Geld aus, oder lieber für eine Sportart, die nur eine einzige Zielgruppe anspricht?
    Theoretisch könnte hier eigentlich erneut nach der hochgelobten "Programmvielfalt" gefragt werden. Zumal selbst in den Nachrichten (egal ob bei ARD oder ZDF) in dieser Zeit Fußball das TOPthema ist und selbst wichtige Dinge unwichtig werden.
     
  14. freiwild

    freiwild Benutzer

    Ich bin jetzt auch kein Eurosport-Insider, aber was ich gelesen habe, wird dort wegen der Discovery-Übernahme, die noch nicht so lange her ist, ohnehin gerade viel intern umgebaut. In jedem Falls gehe ich davon aus, dass man die Olympiaberichterstattung deutlich breiter fahren wird als bisher - nur Weltbild und ein Kommentator aus der Sprecherkabine in der Zentrale ist nicht mehr. Die spannende Frage insbesondere auf Deutschland bezogen wird sein, ob Discovery insgesamt sein Free-TV-Geschäft stärken will, wie man es bislang in Deutschland und Südeuropa praktiziert, oder man die Rechte nutzen will, Pay-TV auch hierzulande weiter durchzusetzen. Ich tippe eher auf letzteres und würde glatt darauf wetten, dass die Zeiten vom frei empfangbaren Eurosport bald auch hierzulande vorbei sind.
     
  15. dramaking

    dramaking Benutzer

    So wie ich die Berichte zum Deal verstanden habe, muss Eurosport eine nicht unerhebliche Zahl an Programmstunden Free senden. Natürlich wird man den Großteil der Ereignisse (für Deutschland) über die Zusatzfeeds bei sky senden, die man sonst auch schon für die Tennisübertragungen nutzt. Und mal ehrlich: Für den Zuschauer, der die Pay-Sender ohnehin gebucht hat, wird das Olympia-Angebot auf jeden Fall vielfältiger als es zuletzt von ARD/ZDF angeboten wurde, weil die sich zuletzt weigerten, die 6 möglichen digitalen Zusatzsender für zusätzliche Veranstaltungen weiter zu nutzen.

    Aber Eurosport wird es sich auch nicht leisten können, auf den genutzten Free-Sendern ausschließlich stundenlang Curling zu senden. Da wird schon ein etwas breiteres Angebot stattfinden müssen, wenn man keinen Ärger mit dem IOC möchte.
     
  16. freiwild

    freiwild Benutzer

    Ein Aspekt, der noch nicht behandelt wurde: Die Free-TV-Auflage verpflichtet zwar zu etwa 10 Stunden Berichterstattung pro Tag im Free-TV, aber das muss nicht notwendigerweise "live" bedeuten. Würde es also reichen, jeden Abend eine dreieinhalbstündige Highlight-Show zu zeigen und diese im Verlauf des nächsten Tages zweimal zu wiederholen?
     
  17. freiwild

    freiwild Benutzer

    Eurosport vor dem Aus!

    (Ab morgen heißt der Sender völlig anders, nämlich Eurosport 1. Was wohl der Hauptkonkurrent hierzulande zu diesem neuen Namen sagt?)
     
  18. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ich finde auch, dass Olympia nicht unbedingt bei ARD und ZDF laufen muss. Das war eh viel zu viel geworden. Wochenlang nur rund um die Uhr Olympia. Soll man die Sachen doch auf Eurosport auslagern, da kann man dann 24 Stunden Olympia senden. Hätte ich kein Problem mit und Eurosport ist doch auch Free-TV. Bei DMAX und TLC ist das letzte Wort bei HD+ auch noch nicht gesprochen. Bis dahin kann sich noch viel ändern...
     
  19. Spectra Color

    Spectra Color Benutzer

    Sehr richtig.

    Sportberichterstattung wird völlig überbewertet. Ich war überrascht darüber, daß diese Meinung auch der Programmdirektor eines landesweit führenden Privatsenders teilt. Und ich persönlich kenne nur exakt 1 Person, die sich den Kram überhaupt anschaut (dafür aber quasi ununterbrochen).
     
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  20. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Ich sehe das anders!

    Es ist fraglich, ob die Olympia-Fans sich den Sport bei den Nischensendern ansehen, die Zuschauerquoten werden wohl sinken. Daraus könnte resultieren, dass die Werbeeinnahmen sinken und letztendlich weniger Geld bei den Olympioniken hängen bleibt. Viel verdienen sie mit ihrem Sport schon heute nicht, ein wenig Zuschuss bieten Werbeverträge.

    Unsere Großtante (87 Jahre alt) schaut sich wenn möglich alle Wettkämpfe der Winter- und Sommerspiele an, kennt sich da auch verdammt gut aus. Ob die sich dann aber das alles künftig mit Werbeunterbrechung antut, bezweifle ich. Zudem hat sie heute weder Sport1 noch Eurosport auf der Liste, sie gehört der Generation an, die nur ARD, ZDF und das "dritte Programm" braucht. Pay-TV wird sie sich erst recht nicht (mehr) zulegen.

    Ich fand die Olympiasendungen von ARD und ZDF immer gut gemacht und warum sollten die ÖR nicht Gebührengelder für die Rechte ausgeben? Mal sehen, was Eurosport und Co. jetzt daraus machen und ob das alles Erfolg hat.
     
  21. LIVE

    LIVE Benutzer

    Hallo,

    Leute, ich kann das wirklich nur bedingt verstehen.

    Seit 1992 hat Eurosport Olympia übertragen - live (Ausnahme Sotschi 2014, Salt Lake City 2002 nur zeitversetzt). Auch Premiere (2002) war schonmal parallel dabei. Eishockey gab`s zuletzt 2014 bei Sport 1. Und der eine oder andere dürfte auch ausländische Olympia-Sender empfangen können.

    Diese Fixierung auf ARD und ZDF - meine Güte. Bei denen galt zumindest teilweise schon das Motto: wenn es zwei Wettbewerbe gibt, die live übertragen werden sollten, kommt gar keiner live.

    Das war/ist teilweise eine üble Kunden-Bevormundung. Viel Plüschsofa und Moderatoren- bzw. Nachrichtensprecher-Selbstinszenierung - weniger puren Sport. Ach ja, ARD und ZDF haben bei Olympia nie Werbung gezeigt? Da glaube ich lieber, dass es den Weihnachtsmann gibt.

    Aber gut, wer dann nichtmal kuckt, was die Alternative ist (bei der Großtante kann ich`s noch verstehen, aber bei Menschen bis zum mittleren Alter, erst recht bei Leuten mit Medienbezug ...). Nicht alles bei Eurosport ist toll, das gebe ich auch zu (und wenn mal Dirk Thiele, Sigi Heinrich etc. weg sind und nur noch Marc Rohde und Co. kommentieren, dann fehlt auch etwas).

    Macht euch mal keine Sorgen: ARD/ZDF werden schon mit ins Boot kommen ... Ist doch besser, wenn zwei Anbieter übertragen, als wenn man auf ein Programm angewiesen ist.

    Viele Grüße LIVE
     
  22. freiwild

    freiwild Benutzer

    Bei Athen 2004 lief Olympia nonstop (mit Schwerpunkt auf Live-Übertragungen) bei ZDFtheater, ZDFdoku, EinsMuxx und EinsFestival, zusätzlich zur traditionellen, highlight- und interviewlastigen Übertragung auf Das Erste und ZDF (täglich wechselnd). Das war perfekt so. Bei den letzten olympischen Spielen verzichteten ARD & ZDF auf die Übertragungen auf den Digitalkanälen (angeblich aus finanziellen Gründen, was mir bis heute völlig schleierhaft ist), boten aber alternative Livestreams im Internet an.

    Falls ARD&ZDF sich von Discovery sublizensieren lassen, wird es sicherlich nur die traditionellen Übertragungen im Hauptprogramm geben; keine Zusatzprogramme im Netz oder den Digitalkanälen, und sicherlich auch keine Highlightshows zur Primetime. Zur Erinnerung: die olympischen Spiele 2018, 2020 und 2022 finden alle in Ostasien statt, was bedeutet, dass es gerade zwischen 18 und 24 Uhr keine Liveübertragungen geben wird, weil dann vor Ort gerade Nacht ist.

    Meine Gründe, warum ARD&ZDF nicht kaufen sollten, kurz zusammengefasst:
    • die olympischen Spiele sind ein durchkommerzialisiertes Ereignis
    • der Veranstalter ist korrupt
    • ein wesentlicher Teil der Teilnehmer ist gedopt
    • ein solches System sollte nicht durch Gebührengelder aufgepäppelt werden.
    • Übertragungen wird es so oder so im Fernsehen geben, da Free-TV-Klausel im Übertragungenvertrag
    • Die Umstände sprechen dafür, dass Discovery ARD&ZDF bei der Sublizensierung über den Tisch ziehen würde, so ähnlich wie Kirch bei der Fußball-WM 2002.
     
  23. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Passend hat @freiwild mal ein paar Punkte für euch zusammengetragen, weshalb die öffentlich-rechtlichen von Fußball- und Radsportereignissen WEIT Abstand nehmen sollten:
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. November 2015
  24. count down

    count down Benutzer

    Dafür wäre ich auch, sofern bei den Übertragungen außerhalb von ARD und ZDF keine Werbung liefe.
     
  25. freiwild

    freiwild Benutzer

    So, Hamburg hat Olympia abgelehnt, wie vor zwei Jahren schon München. Vielleicht sollten sich ARD&ZDF überlegen, ob es ihrem öffentlichen Ansehen nicht zugutekäme, auf einen schlechten Deal mit Discovery zu verzichten und es mit Olympia gut sein zu lassen?
     

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