1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von proto, 21. Dezember 2008.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. proto

    proto Benutzer

    Die Aussteuerung/Prozessing - Post gab mir die Idee, mein Problem mal hier vorzutragen, auch wenn ich nicht beim Radio arbeite und ein Laie in Tonsachen bin.
    Ich habe angefangen zu meinen 3D-Animationen selber den Ton zu erstellen. Ich brauchte u.a. Flugzeuggrollen und andere laute und v.a. tiefe Geräusche dazu. Da der Verstärker beim Abspielen ziemlich heiss wurde mit nur Lautsprechern, wurde ich belehrt, ein Subwoofer müsse her. Am Schluss hatte ich in einer Eigeninstallation einen vielseitigen, mich befriedigenden Ton.
    Nun mein Problem: Wenn ich die DVD meiner Produktion jemandem schicke, wird das Ding meistens auf einem Laptop an(gehört)geschaut, d.h. der Ton kommt überhaupt nicht zur Geltung. Ich bin drauf und dran Vorführkopien zu erstellen, die ich völlig übersteuere, damit die Leute an einem Laptop überhaupt auf den Ton achten.
    Hat jemand ähnliche Probleme oder Ideen, wie ich mein Audio auch für Laptop erhörbar machen könnte? Betrifft Jurierungen, bei denen nicht extra für den Ton Zusätzliches installiert wird, da das Bild die Hauptsache ist.

    Vielen Dank für Ideen oder ähnliche Erfahrungen.

    Maia

    Ich könnte mir vorstellen, dass bei riesigen Publikumsvorführungen (Aussteuerung/Prozessing-Post) die Millionen Leute am TV mitverfolgen, sowieso der Grossteil nichts von feinerer Aussteuerung und feineren Tönen mitbekommen würden, da die Tonqualität ihrer Apparate eingeschränkt ist. Wird wohl auch auf dieses Publikum Rücksicht genommen bei v.a. lauter Tonpräparation ?
     
  2. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Der Versuch, aus kleinvolumigen Gehäusen und mit winzigen Membranflächen einen kräftigen Tiefbaß zu zaubern, wird immer scheitern. Physik läßt sich nicht austricksen - die Grenzen lassen sich höchstens mit noch mehr Physik verschieben. Tiefbaß hat ne Menge Energie, das setzt potente Verstärker und große Membranflächen (oder extrem großen linearen Membranhub) voraus. Kleine Lautsprechergehäuse haben eine viel zu hohe untere Grenzfrequenz, deshalb treibt man ja den Aufwand mit Baßreflex, Transmissionline (gefaltete, lange Baßreflexöffnung genau abgestimmter Resonanzfrequenz) oder gar einem zweiten Lautsprecherchassis (Innentreiber), der hinter dem außen sichtbaren Chassis sitzt und für ihn den Druckausgleich macht und so ein viel größeres Arbeitsvolumen für den Frontkollegen vortäuscht.

    Laptops haben das alles nicht. Du hast real keine Chance, diese Quäklautsprecher zu vollem Tönen zu bringen, vergiß es. Deshalb haben Laptops auch keine THX-Zertifizierung und werden nicht zur Beschallung von Kinosälen verwendet. ;)

    Oft genutzter Trick ist der, oberhalb des nicht möglichen Bassbereichs eine Überhöhung zu machen (Equalizer, bei mehr Budget auch gerne keine statische, sondern eine dynamische Entzerrung, die auf unterschiedliche Pegel reagiert). Dieser Pseudobass suggeriert mehr Tiefgang, ohne wirklich weiter runter in den Frequenzkeller zu kommen. Wohnzimmertaugliche Kompaktboxen nutzen diese Überhöhung bei ca. 80 Hz auch gerne. Doch selbst das kann kein Laptop. Da werden alle Versuche scheitern außer dem, an das Laptop anständigen Sound anzuschließen.

    Von Übersteuerungen würde ich dringend abraten. Die führen zu aggressiven Verzerrungen und killen im schlimmsten Fall beim Abhören Deiner DVDs über eine anständige Anlage dort die Hochtöner. Mache Experimente mit Kompression, wenn es gar nicht anders geht. Wenn Deine Geräusche sehr große Dynamik haben, kannst Du die Laptop-tauglich auf vielleicht 20-40 dB einschränken. Dabei wird aber der Aha-Effekt auf ner anständigen Abhöre für immer verlorengehen und alles nur plärrig-platt klingen. Auch sinnvoll: den Bass unterhalb 50-80 Hz abschneiden (!!!), der macht eh nur Wärme, wird aber nicht in Töne umgesetzt. Das entlastet den kleinen Verstärker massiv und das System antwortet deutlich präziser. Auch hier gilt: so behandelte Aufnahmen werden auf ner anständigen Abhöre nie wieder "voll" klingen.

    Ein Gerät, mit dem Pseudobass erzeugt wird, ist der Aphex 204 (bzw. seine "Big Bottom"-Funktion). Ob die in Zusammenhang mit Laptops was bringt, weiß ich aber nicht.
     
  3. proto

    proto Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Vielen Dank Radiowaves für deine ausführliche Antwort!

    Dass ich Basstöne in ihrer Physikalität auf keinen Laptop bringe, ist mir eigentlich klar. Ich dachte an einen Ersatz, der mindestens erahnen lässt, dass da was ist. Deine Ratschläge helfen mir sowas Ersatzmässiges mal auszuprobieren. Natürlich behalte ich den Originalsound, schicke beim nächsten Mal eine DVD mit Ersatzton oder Beschreibung und eine Originalsound-DVD für den Fall, dass sie ordentlich abgespielt werden kann.
    Diesmal hatte ich die Situation und Ausstattung einer Jury nicht realistisch überdacht. Ein Ersatzsound müsste auch auf einem Laptop gut hörbar sein und mindestens neugierig auf den Originalsound machen. Diesmal merkten die Jurymitglieder den Sound kaum.
     
  4. codo

    codo Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Die Idee zwei Tonspuren auf der DVD anzulegen ist schon ganz gut.
    Falls Du 5.1 produzieren kannst, für die Leute die DVD auf einem Home Entertainment System sehen würden, hättest Du auch die Möglichkeit gezielt auf den
    Bass Subwoofer zu produzieren, da es einer der 5 Kanäle ist.

    Im Fall Sound für den Laptop, ist der Hinweis von radiowaves psychoakustischer
    Bass Anhebung ganz richtig.
    Als Tipp: Es gibt außer dem Aphex Gerät auch "billige" Software Plugins die das
    bewerkstelligen. Suche mal nach Begriffen wie Max Bass, Bass Maximizer,
    Power Bass in VST Plugin Bibiliotheken. Davon gibt es eine Vielzahl, da sie von jedem Discodödelbasspumpenproduzenten eingesetzt werden (müssen).

    Ich habe da jetzt keine spezielle Empfehlung.
    Aber gut eingestellt, bewirken sie genau das, was Du im Bassbereich erwartest.
     
  5. Commander_Keen

    Commander_Keen Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Nur zur Info. Der LFE-Kanal ist bei 5.1 der sechste Kanal. Die 5.1 sind die Front/Center-, sowie den Surround-Lautsprecher. Hier sind zumeist nur Tonsignale von 20-120Hz aufbereitet.
     
  6. proto

    proto Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Vielen Dank Codo und Commander_Keen für eure weiteren Ratschläge.
    Das mit den zwei Tonspuren auf einer DVD ist ein Missverständnis, ich werde zwei verschiedene DVD's brennen, sollte ich wieder einmal keinen Einfluss auf die Tonwiedergabe haben.
    Es geht um keine Surroundsysteme, das ist mir um einiges zu kompliziert, ich steh auf Mono. :D Und die Bässe müssen bei einer richtigen Vorführung physisch spürbar sein.
    Bässe anheben dürfte das Richtige sein für Labtop-Vorschauen. Vielen Dank Codo für den Hinweis auf die Plugins. Werde mich auf die Suche machen. :cool:
     
  7. voive

    voive Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Du kannst den Laptop doch an jede x-beliebige Stereoanlage anschließen. Oder Du besorgst Dir ein kleines aber feines, portables Boxenset. Zum Beispiel dieses hier von Teufel:

    http://www.teufel.de/de/iTeufel/Motiv-2.cfm

    Ist extra für solche Zwecke gebaut und hat mit 300 Watt sowas von physikalisch spürbare Bässe ;)))

    Gruß,
    Voive
     
  8. proto

    proto Benutzer

    AW: Eingeschränkter Tonempfang bei Jurierung von visueller Kunst

    Danke Volve für den Link, nur kann ich leider einer Jury nicht die ganze Technik mitliefern.
    Das ist mein ursprüngliches Problem:
    'Wenn ich die DVD meiner Produktion jemandem schicke, wird das Ding meistens auf einem Laptop an(gehört)geschaut, d.h. der Ton kommt überhaupt nicht zur Geltung.'
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen