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Energiekonzept der Bundesregierung

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 30. September 2010.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Bundesweit durch alle Medien ist das neue Energiekonzept der Bundesregierung nach meinem Eindruck eher durchgefallen: Klientelpolitik für die Atomkonzerne, Wettbewerbsnachteile für dezentrale Erzeuger, insbesondere Stadtwerke, Verdrängung erneuerbarer Energien durch billigen Atomstrom, Kappung der Förderprogramme etc., alle relevanten Umwelt- und Klimaschutzgruppen sehen wegend er Atomlaufzeiten einen Rückschritt beim Ziel des Umbaus auf Erneuerbare Energie, zudem hat - einNovum in der Geschichte der BRD - eine Bundesregierung mit Brachialgewalt eine von einer Vorgängerregierung eingeschlagenen gesetzgeberischen Weg (Atomausstieg) komplett umgekehrt.
    Das ganze soll am Bundesrat vorbeigeschmuggelt werden und droht dann vor dem Bundesverfassungsgericht zu landen.
    Hat jemand Lust, hier darüber zu diskutieren?
     
  2. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Habe ich....
    die Verlängerung der Atomkraftwerk-Laufzeiten z.B. Das unabsehbare Risiko wird durch Uraltschleudern wie Biblis II noch erhöht (nur 60cm breite Wände).
    Die Gewinnabschöpfung ist zu niedrig. Zudem verstopft der Atomstrom bereits heute unsere Leitungen, wir würden ohne die Gefahr eines blackouts bereits jetzt auf erneuerbare Energie umsteigen können.

    Dann die Sache mit den angedrohten höheren Mieten, die bei Gebäudesanierungen auf uns alle zukommen. So richtig die Sache an sich ist: Aber
    a) werden die Hausbesitzer zu hohen Investitionen praktisch gezwungen (woher nehmen, wenn dafür kein Geld da ist?) und
    b) habe ich nirgendwo gelesen, das beispielsweise ein HartzIV-Empfänger diese erhöhte Miete dann auch erstattet bekommt (wovon soll er sie denn zahlen?) bzw. die "Mietspiegel" dieser Klientel (was der Betroffene sich an Wohnraum, Miete und Nebenkosten erlauben darf) angeglichen wird.

    Das sehe ich im übrigen auch nicht bei den Kosten der Krankenversicherung, die jetzt direkt Zusatzkosten verlangen dürfen. Soll dies ein HartzIV-Empfänger von seiner üppigen 5-Euro-Erhöhung aus eigener Tasche bezahlen.

    Ja, ich bin für eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Egal, wie sie ausgeht, aber es müssen klare Verhältnisse her.
    Bin einigermassen enttäuscht von dieser neuen Bundesregierung...
     
  3. dea

    dea Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Eigentlich nicht, aber irgendwie schon.

    Abgesehen davon, dass "billiger" Atomstrom mit Sicherheit den Irrglauben hinterlässt, er bliebe so billig, werden die großen Kraftwerksbetreiber die Preise jetzt erst recht gezielt steigen lassen, denn die Abzweigungen an den Staat, der damit mit Sicherheit am allerwenigsten Forschung an erneuerbaren Energien fördern wird, wollen die amortisieren. Im Grunde wird die Brennelementesteuer also nichts anderes als eine steigende Stromsteuer für die Verbraucher sein. Da es aber nicht die Stromsteuer ist, kann sich der Staat doppelt freuen, denn die steigt ja mit. Sehr klug, aber nicht klug genug, als dass es keiner erkennen könnte.

    Was die erneuerbaren Energien angeht: Ich frage mich seit Jahren, wie so mancher glauben kann, wir können mit ein paar Solarzellen und einem Windrädchen unseren immensen und stetig steigenden Energiebedarf decken. Gegen Energie aus Kernspaltung kann man ja wettern, aber nur, wenn man Alternativen im Ärmel hat. Diese Alternativen können aber nicht so aussehen, dass wir in Deutschland alle AKW abschalten und rückbauen und die Stromerzeugung dem Franzmann überlassen, der uns am Ende noch bereitwillig ein oder zwei neue vor die Grenze setzt.
    Noch viel weniger können wir alle Ackerflächen und sämtliche Hügellandschaften mit Windkraftanlagen zupflastern. Schon jetzt ist damit lokal großer ökologischer und ästhetischer Schaden angerichtet worden. Die Langzeitwirkungen bei weiterem Ausbau werden fatal sein, denn die Tierwelt toleriert es nicht, wenn wir ihre Lebensräume unbewohnbar machen und die Flora wird darauf reagieren.

    Was mich an der ganzen Diskussion über erneuerbare Energien stört, ist die Tatsache, dass wir bis heute nichts in der Hand haben, was eine echte Problemlösung wäre. Alles nur Gefrickel mit neuen Problemen, auf das man sich nicht verlassen kann. Der TOKAMAK geht im Zuge der Diskussionen um Kernkraft völlig unter, weil so mancher getreu dem Dogma "Mir kommt kein Atomkern in meinen Kaffee!" jede Beschäftigung mit dem Thema ablehnt. Auf Dauer werden wir aber um einen Fusionsreaktor nicht herumkommen und es wäre sinnvoll, die Millarden gezielt in die Konstruktion und den Aufbau einer solchen Anlage zu investieren. Das sollte nicht erst passieren, wenn wieder kein Geld mehr da ist und man irgendwann Stromsperren einführen muss, weil die paar Windmühlen nicht reichen, um eine ganze Industrienation zu versorgen und die Sonne in Scheißewetterdoidschelande nicht genug Lücken in der Wolkendecke findet.

    Insofern halte auch ich das "Energiekonzept" für kein Konzept, weil außer eiskaltem Kalkül nichts dabei herausgekommen ist.
     
  4. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Die gleichen Bedenken mit "dann beim Franzmann einkaufen und dort die Verlängerung von Atomstrom mit fördern" hatte ich auch.

    Ich kann den Wahrheitsgehalt von Studien nicht überprüfen, aber die GRÜNEN haben eine (mehrere) Studien vorgelegt, die besagen, dass bereits heute
    a) der Atomstrom durch die Einspeisung "die Leitungen verstopft" und verhindert, das erneuerbare Energie dafür dort eingespeist wird, die
    b) bereits ausreichend erzeugt wird, um problemlos aus der Atomkraft auszusteigen.

    Wenn dem so ist, gibt es mir schwer zu denken....

    http://www.wir-sind-klima.de/
     
  5. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Wer sagt eigentlich dass der Energiebedarf steigen muss? Alle neueren elektrischen Geräte vom Fernseher bis zur LED-Lampe verbrauchen doch heutzutag sehr viel weniger Strom als Altgeräte. Dazu kommt das heute immer energiesparender gebaut wird (Stichwort Wärmepumpe, Solarzellen, Isolierungen etc.). Also wenn es einen steigenden Energiebedarf gibt, dann kommt der eindeutig von der Industrie. Den kompletten Energiebedarf kann man natürlich noch nicht über alternative Energien decken, aber man kann versuchen die Quote Jahr für Jahr zu steigern und irgendwann in naher Zukunft vielleicht mal 50% damit zu decken. Wenn wir das schaffen würden, wären wir schon ein ganzes Stück weiter. Mit dem Festhalten an der Kernkraft hat man aber jegliche Anreize in neue Technologien zu investieren geradezu im Keim erstickt und DAS kann auf keinen Fall richtig sein.
     
  6. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Ist Atomstrom eigentlich so "billig", wie uns weis gemacht wird? - In der reinen Herstellung sicherlich, was ist aber mit den Kosten des Rohstoffabbaus (einschließlich Renaturierung der Abbauflächen) und vor allem der "Entsorgung" des nicht mehr nutzbaren Brennelemente; wenn überhaupt, sind diese doch nur schön gerechnet.

    Was die Mieten für Hartz-4-Empfänger betrifft, orientiert sich die Optionskommune "Ammerland" schon heute nicht an den aktuellen Mieten, ein Mietspiegel für die Gemeinden existiert nicht. So werden hier maximal 6,16 EUR/m² (einschließlich Nebenkosten, ohne Heizung) gezahlt. In Bad Zwischenahn sind Wohnungen entsprechender Größe (die aber sehr sparsam vorhanden sind) erst ab 7 EUR aufwärts zu haben. - Luxuswohnungen sind das aber auch noch lange nicht.
     
  7. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    @ Ammerländer

    Du hast völlig Recht. Die Kosten für Endlagerung und Endsorgung sind doch da gar nicht mit eingerechnet. Das darf am Ende wieder der Steuerzahler blechen. Von den volkswirtschaftlichen Schäden, wenn was schief geht, will ich gar nicht sprechen. Damit meine nicht noch nicht mal einen Störfall o.ä. sondern eventl. Einsickerungen ins Grundwasser oder Strahlungen beim Transport ect.
     
  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Bevor hier nach dem Muster "Ich habe aber gehört dass..." allzuviele Ansichten, Theorien und vermeintliche Erkenntnisse als Stand der Wissenschaft verkauft werden, empfehle ich die Lektüre des Greenpeace-Newsletters "Energiewende". Er informiert über das aktuelle Geschehen hinter den Kulissen von Politik und Energiewirtschaft, über Greenpeace-Aktivitäten - und darüber, wie jeder selbst für klimafreundliche Energie ohne Atomkraft und Kohle aktiv werden kann. Vor allem aber räumt er mit dem Märchen auf, wir wären ohne eigene Atomkraftwerke von den Atomkraftwerken Frankreichs abhängig. Schon heute ist Deutschland per Saldo ein Stromexportland, das heißt, wir produzieren mehr Strom, als wir selbst verbrauchen.

    http://newsletter.greenpeace.de/go/BYU87AF-1USZ2TB-1USFX3N-1788LVT-I.html
     
  9. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Die Endverbraucher selbst. Ueberleg mal was du dir an Neugeraeten - oder Zusatzgeraeten in den vergangenen Jahren angeschafft hast was du zu frueheren Zeiten nicht hattest - und auch absolut nicht vermisst hast.

    Frueher brauchte man beispielsweise keine Set-Top-Box um Fernseh zu schauen. - Heute schon!
    Frueher brauchte man keinen Computer um sich zu hause zu beschaeftigen. - Heute schon!
    Frueher brauchte man keinen CD-Player um Musik zu hoeren. - Heute schon!

    Ja, alles Dinge die heute als selbstverstaendlich angesehen werden, es aber nicht sind.
    Natuerlich traegt die Industrie ihren Teil dazu bei, aber dass auch jeder einzelne seinen Anteil dazu beitraegt, habe ich dir, glaube ich, verstaendlich genug oben dargelegt.
    Wenn das stimmen wuerde was Fach-Frauen/Maenner und -blaetter uns glauben machen wollen, waeren wir bereits heute dazu durchaus in der Lage, allerdings fehlen die noetigen finanziellen Mittel um diese Technologie umzusetzen.
    Thema: Energiepark in der Wueste, energieeffiziente Haeuser, etc..
    Damit hast du wohl Recht. Allerdings sieht man das in manchen Ecken der politischen Riege etwas anders, denn:
    Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

    Guten Hunger!
     
  10. dea

    dea Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Irrglaube.

    1. LED-Leuchtmittel sind noch lange nicht auf dem Stand, endlich die unsägliche "Energiesparlampe" mit all ihren Nachteilen abzulösen. Der Trend ist zwar schon da, aber es gibt noch keine konsumtaugliche Lösung. Mit "konsumtauglich" meine ich vor allem Bezahlbarkeit für den Endkunden sowie optische, technische und ästhetische Kompatibilität, die die Menschen ernsthaft zum Kauf und Austausch ihrer Leutchtmittel veranlassen könnte.

    2. Fernseher: Dann nimm mal einen Wirkleistungsmesser und begib dich auf Messwertsuche. Dann wirst du feststellen, dass lediglich die als Stromfresser verschriene Plasmatechnik im Vergleich zu LCDs erhebliche Fortschritte in der Wirtschaftlichkeit gemacht hat. In der Summe schluckt die Masse der verkauften Neugeräte aber deutlich mehr Strom als die meisten Röhren-TV, was u.a. daran liegt, dass es heute als MUSS gilt, ganze Quadratmeter Bildwiedergabeflächen zu haben, die auch ausgeleuchtet und vor allem angesteuert werden wollen. Hinzu kommen in den modernen Geräten aufwendige Grafikprozessoren, die ebenfalls nicht einfach mit 'ner Flachbatterie angetrieben werden können.
    Zum Kauf neuer Geräte gibt es nicht nur ständig neue Anreize, sondern bisweilen sogar Zwang und somit steigt der Stromverbrauch allein fürs Fersehen, ohne dass die Leute mehr Zeit vor der Glotze verbringen würden.

    Dann kommen noch die vielen Computer hinzu, die nirgends weniger werden, mehr und mehr Telekommunikationsanschlüsse, die ohne irgendwelche Zusatzgeräte nicht mehr betrieben werden können und und und....

    Eigenartig ist aber schon, dass jedes Gutachten irgend etwas anderes sagt. Man wird den Eindruck nicht los, dass sich jede Organisation, jede Partei und die Regierung selbst sich immer jeweils das zusammenfälschen lässt, was für ihren Populismus gerade nötig ist. Dass die Aussagen dabei teilweise vollkommen konträr gehen, wird fein totgeschwiegen. Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
     
  11. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Nein, totgeschwiegen wird es nicht.... sonst wüssten wir nicht davon. Aber die eine Seite (Partei) nimmt von der anderen (und deren Gutachten) keine Notiz bzw. stellt sie in Frage (respektive: unterstellt der Gegenseite Schönfärberei bis hin zur Lüge).

    Für mich wäre es hochinteressant, mal zu erfahren, welches Gutachten denn nun stimmt... Sicher tendiert der eine oder andere von uns -von seiner politischen Haltung her gesehen- dem einen oder anderen Lager mehr zu "trauen".
    Für die Bevölkerung an sich wäre es aber notwendig, mal wirklich die Wahrheit zu erfahren....
     
  12. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    ... und dafür sind unter anderem meines Erachtens die Leute da, die sich als (Wirtschafts- und/oder Technik-)Journalisten in den Medien tummeln.
     
  13. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    So lange Deutschland Strom ins Ausland verkauft und viele Windräder stillstehen, weil der Strom der Atomkraftwerke die Leitungen blockiert (u.a. im "Stern" wurde darüber berichtet), kann ich über die aktuelle Atomdiskussion der Bundesregierung nur den Kopf schütteln! Skandalös alleine schon die Tatsache, dass die Regierung mit dem 4 großen Atomstromanbietern diskutiert und sich einlullen lässt. Die sollen Entscheidungen treffen und basta!

    Da steckt eine Riesenlobby dahinter. Würde man ein entsprechendes Hochseekabel verlegen, könnte Norwegen 25% seines Ökostroms (Windkraft, Wasserkraft) an Deutschland liefern, und das sehr günstig. Nicht nur die FDP regiert aktuell stark am Wähler und am Bürger vorbei...
     
  14. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Ammerländer hat einen wichtigen Punkt angesprochen: Nehmen die Medien (beziehungsweise die inhaltlich auf Augenhöhe befindlichen Fachjournalisten) ihre Aufgabe wahr. In den Printmedien nach meinem Empfinden schon. Im Rundfunk weniger. Da rächt sich inzwischen die seit Jahren gepflegte Tendenz zur Simplifizierung und Boulevardisierung - an den in den Stundenuhren noch übriggebliebenen Wortbeitragsplätzen hat eine differenzierte Betrachtung bei der Masse der "Ich-erklär-dir-die-Welt in 1.30 Minuten-Sendern" einfach keinen Raum mehr.
     
  15. dea

    dea Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Damit hat er recht und du ebenfalls. Die breite Masse an Hörern - bleiben wir sinnvollerweise einfach mal beim Hörfunk - erfährt nur reine, politisch gefärbte und aus jedem Zusammenhang gerissene Tatsachen durch die eine oder andere Nachrichtenmeldung. Jeder Hintergrund bleibt im Dunkeln.

    Ich sehe für den Hörrundfunk-Jounalisten aber noch ein weiteres Problem: Nicht nur, dass in 1:30-Beiträgen kaum Informationen zu dem Thema unterzubringen sind, es sei denn, man tut dies konsequent nahezu täglich z.B. im Rahmen einer Themenwoche o.ä. Auch wirklich kompetente und ungeschmierte Gesprächspartner ohne Parteibuch zu finden, erscheint außerordentlich schwierig.

    Da kann man Wochen verbringen, Interviews zu führen, Fakten zu sammeln und all das aufwendig aufzubereiten. Für eine solche Arbeit kann mich doch aber auch nur ein Infoprogramm abstellen, wenn es beabsichtigt, wirklich abseits politischen oder wirtschaftlichen Bezuges das Thema Energieversorgung umfassend zu beleuchten und dem Hörer nahebringen zu wollen, wo wir wirklich stehen.

    Das scheint aber so nicht vorgesehen. Da ist es wirklich so, dass eher eine TV-Dokumentation oder ein Printbeitrag aus einer solchen Arbeit herauskommen. Wer sich aber keine Nachrichtenmagazine kauft und kein TV sieht, dafür ständig ein Radio um sich herum hat, erfährt wirklich fast nichts.
     
  16. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Ok, da ist schon was dran. Das hatte ich so nicht bedacht. :eek:
     
  17. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Du sagst es! Schon auf der Seite der Journalisten fängt diese Schwierigkeit an.
     
  18. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Hallo!

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, das die Menschheit die Kernspaltung besser noch nicht entdeckt haben sollte - zumindest nicht in ihrem damaligen und jetzigem Entwicklungsstadium.

    Schaut euch doch mal die ganze Scheiße an, die der Mensch mit dieser Technologie angerichtet hat! Hiroschima und Nakasaki - okay geschenkt. Voll daneben - unreif. Bis 1962 viele hunderte Testexplosionen in der Atmosphäre, im Wasser, unterirdisch. Radioaktiver Fallout "all over the world": Noch meine Generation hat diese Scheiße mit der Muttermich aufgesogen und in den Knochen vermehrt eingelagert.

    Was meint ihr was passiert, wenn es im AKW Fessenheim (das älteste AKW in Frankreich direkt am Rhein; der Wind weht vorherrschend aus Südwest) zu einem Super-GAU kommt? Danach kann man den halben Südwesten der Bananenrepublik Deutschland bis weit nach Stuttgart evakuieren und für Jahrhunderte schließen. Keine Ahnung, ob uns die Franzosen dann aufnehmen, wo sie doch gerade die Roma mit 300 Euro in der Hand wieder auf den Balkan geschickt haben? Und FR hat noch 60 andere AKW am Laufen...


    Werft mal einen Blick nach Gorleben oder in die ASSE. Was soll das? Das ist eine ökologische Zeitbombe - oder einfach - eine riesengroße Sauerei! Lustigerweise liegt da unten noch viel mehr "Abfall", als bisher offiziell bekannt. Wir beherschen die Atomkraft nicht, also sollten wir die Finger davon lassen. Und Frau Merkel ist Physikerin. Sie weiß was Atomkraft und Radioaktivität bedeuten. Nur der Mensch zerstört sich wissentlich seinen eigenen Lebensraum - den Planeten Erde. Noch haben wir kein Backup (meinetwegen den Mars) und wir spielen mit dem Feuer. Genaugenommen rennen wir mit einer riesengroßen Fackel um ein Faß Dynamit. Kein anderes Lebewesen auf der Erde hat dieses Wissen oder die nötige Intelligenz, um das Leben auf dem ganzen Planeten auszulöschen. Intelligenz? Wer baut schon technologische (Zeit)Bomben und lebt darauf/damit Jahrzehnelang? Wir können das...

    Keine Frage - wir müssen weg von fossilen Brennstoffen. Diese von der Natur "unterirdisch" eingelagerte Energie in Form von Kohle, Gas und Öl, bringt nur Ärger, denn mit der Verbrennung entfachen wir im Prinzip einen riesengroßen Waldbrand. Aber halt mit "Wald", der längst nicht mehr auf Erde steht. Aus dem dort gebundenen Kohlenstoff und Sauerstoff wird CO2 - zusätzliches CO2 - in der Atmosphäre. Diesen Kreislauf haben wir erkannt und wollen im Prinzip weg davon. Gut.

    Über Atomkraft hatte ich mich schon ausgelassen. Das muß unbedingt aufhören, sonst gehen wir irgendwann alle drauf. Das ist nur eine Frage der Zeit. Ich hätte ja nix gegen die Kernfusion, denn dann kann man aus Meerwasser Energie (und Helium) herstellen. Im Prinzip könnte man dann auch "irgendwie" alle Elemente künstlich herstellen - auch Silber, Gold und Platin. Die Börsenkurse dürften dann massiv einbrechen. Vielleicht hat die Menschheit bis dahin die bisher bekannten Gesellschaftsordnungen überwunden und freut sich gemeinschaftlich, daß diese für die Elektronik wichtigen Elemente fortan "problemlos" erzeugt werden können. Wer soetwas kann, kann auch 8 Mrd. Menschen ernähren. Theoretisch kein Problem. Die dazu nötige Gesellschaftsordnung heißt jedenfalls nicht Kapitalismus.



    Mal 'ne andere Frage. Bekanntlich definert sich der Wärmehaushalt eines Planeten über die Solarkonstante (also die Energie, die pro Quadratmeter von der Sonne kommt) und der (Wärme)Energie, die vom Planten reflektiert oder abgestrahlt wird. Den Grad der Reflexion nennt man Albedo.

    Dunkle Flächen (z.b. Meer) absorbieren viel Energie, helle Flächen (Schnee, Gletscher etc.) wenig. Das ist alles bekannt.


    Angenommen, wir kleistern - vollkommen "Öko" wie wir drauf sind - die Sahara mit Solarzellen zu. Was passiert?

    Nun, zunächst haben wir den Strom - sicher viele hundert TWh pro Jahr. (Das müßte man mal ausrechnen.) Andererseits haben wir das Albedo des Planeten verändert. Die (angenommen) 10000 km² "Wüste" würden mit Solarzellen bedeckt vielleicht "nur" 20% der Energie reflektieren. Der Rest wird in Strom und Wärme, letztendlich nur aber nur Wärme umgewandelt. Der "trockene Sand" hätte gut 40% der Energie gleich wieder reflektiert.

    Wer nun aufmerksam gelesen hat, wird nicht leugnen können, daß wir mit den Solarzellen in der Sahara zusätzliche Energie (denn Strom wird hauptsächlich zu Wärme) ins System Erde eingebracht haben. Denn grundsätzlich gilt der Energieerhaltungssatz. Wir haben zwar dabei kein CO2 oder andere Treibhausgase produziert, nein, wir haben nur mehr Energie von der Sonne "eingesammelt". Kurzum, diese zusätzliche Wärme ist im Sytem "Erde" drin! Eisflächen werden noch schneller schmelzen und zu Wasser werden, die erhöhte Temperatur wird zu vermehrter Wolkenbildung führen. Wolken reflektieren viel Energie "von oben". Damit wird es "unten" wieder etwas kälter und erste Eiskristalle bilden sich... eine weiße Fläche entsteht. Im nächsten Frühjahr blockiert diese Fläche die Wärmeaufnahme. Es wir kälter und es bilden sich weniger Wolken. Das Meer erwärmt sich wieder "etwas" und drängt die Eismassen zurück. Ein ewiger Zyklus. Und wir bilden uns ein, die Krönung der Schöpfung zu sein?



    Könnte man sagen, daß für einen Planeten X nur ein maximaler "Energieverbrauch" Y seiner Bewohner zulässig ist, damit der Planet nicht aus seinem "Energiegleichgewicht" kommt und fortan extreme Wetterlagen (starke Stürme) für einen schnellen Energieaustausch sorgen. Ist der (Energie)Bogen überspannt, "kippt" halt das Klima auch schnell...


    vg Zwerg#8
     
  19. legasthenix

    legasthenix Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Sehr interessante Gedanken, die Du da formulierst.

    Ich habe mich auch schon gefragt, was mit dem Öko-Gleichgewicht - oder wie man es sonst nennen will - geschähe, wenn man die gesamte Erde mit Windmühlen, Wasserkraftwerken und eben auch mit den von Dir genannten Solarzellen zupflasterte.

    Denn wenn man die fossilen Brennstoffe und die Kernenergie komplett ersetzen wollte, liefe es ja letztlich darauf hinaus.

    Meine Überlegung ist, dass dem Wind und dem Wasser Energie entzogen wird, die ja vorher auch irgendwo geblieben ist und Einfluss auf das Gesamtsystem genommen haben muss.

    Möglicherweise beeinflussen wir damit Wetter und Klima in einem noch gar nicht abzusehenden Maße.

    Deshalb frage ich mich, ob die vermeintlich idealtypische Lösung mit den erneuerbaren Energien vielleicht ein Holzweg ist, der völlig neue, bisher unbedachte Fragen aufwirft.

    Ich muss bei dem Begriff "erneuerbare Energien" im Hinblick auf den von Dir bereits erwähnten Energieerhaltungssatz ohnehin stets ein wenig schmunzeln!
     
  20. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    In Zwergs Frage liegt aber meines Erachtens ein Denkfehler. Es ist nämlich nicht die zusätzlich gezapfte und in die Erde "eingespeiste" Energie, die das von ihm geschilderte Problem auslöst, sondern es ist die Flächenversiegelung in der Sahara. Das heißt: Energie kann man soviel in den Erdkreislauf hineinpumpen, wie man will, nur die Flächenbilanz darf man nicht ungestraft über eine bestimmte Marke hinaus verändern.
     
  21. Hinhörer

    Hinhörer Benutzer

    Das verstehe ich leider nicht...

    Was meinst Du mit „Flächenbilanz“?

    Ansonsten glaube ich nicht an einen Denkfehler beim Zwerch, im Gegenteil. Meines Erachtens kann man eben nicht ungestraft Wärme in den Energiehaushalt der Erde eintragen und denken, daß sich nichts ändert.

    Ich frage mich schon seit längerem, was passierte, wenn Energie im Überfluß vorhanden wäre und ihre „Erzeugung“ praktisch nichts kostete – was man sich ja von einer funktionierenden Kernfusion verspricht. Meine Vermutung: Wenn Energie nichts kostet, wird sie im Übermaß verwendet. Taghelle Beleuchtung ganzer Gebiete in der Nacht, Heizung und Klimaanlage nach gefälligem Belieben, gern auch bei offenen Fenstern, Kreuz-und-quer-Fahren nach Lust und Laune und sooft man will usw usf.

    Die Folge: Bei jeder Aktion wird ein Teil der Energie in Wärme umgewandelt. Wohin mit dieser (Ab-)Wärme? Wenn man sie nicht in den Weltraum schießt, wird sie wohl auf der Erde bleiben und das Temperaturgleichgewicht nach oben verschieben.

    Obwohl, sicher werden dann Vorschläge kommen, die Erde weiß anzumalen, um ihre Albedo zu erhöhen...
     
  22. dea

    dea Benutzer

    AW: Das verstehe ich leider nicht...

    Wenn man bedenkt, dass 80 % der Erdgeschichte praktisch völlig eisfrei waren und weiterhin bedenkt, dass die Leuchtkraft der Sonne weiter zunimmt und entsprechend früher niedriger war, mutet jede Diskussion und das Geheul über globaler Erwärmung ohnehin seltsam an. Es ist übrigens des extremen Treibhauseffektes der Uratmosphäre der Erde zu verdanken, dass sie nicht kurz nach ihrer "Fertigstellung" gleich komplett vereist ist. Dann wäre ihr Albedo so dramatisch hoch gewesen, dass es bis heute kaum möglich gewesen wäre, sie wieder aufzutauen. Erst, wenn die Solarkonstante in den kommenden Millionen bis ca 2 Millarden Jahren soweit angestiegen ist, dass hier auch der letzte Tropfen Wasser verdampft, wäre Schluss mit dem Spiel. Allerdings nimmt der Sonnenwind bis dahin ebenso dramatisch zu und schießt der Erde parallel dazu die Atmosphäre weg.
    Soweit zu den düsteren Zukunftsaussichten und dem Blick in die Vergangenheit, die immer schon dramatische Hitzeperioden bereit hielten.

    Nun ist es natürlich so, dass sich die Fehlkonstruktion "Mensch" als Krone der Schöpfung sieht und plötzlich ist die Aussicht auf eine Reduktion der Population oder gar das Aussterben der Art ein "Problem". Bei Dinos und sämtlichen anderen Tierarten, die der Planet schon kommen und gehen sah, zucken wir nur mit den Schultern und sagen: "OK, war halt so!"

    Nein, ich will keinesfalls damit sagen, dass es richtig wäre, einfach weiterzumachen und zu warten, bis der letzte Mensch dahin ist. Das Ende kommt noch früh genug und das wahrscheinlich unweigerlich, denn wir werden es wohl kaum schaffen, uns irgendwo anders niederzulassen. Vielmehr sollten wir wirklich alle Kraft in zukunftstaugliche Projekte stecken, bei denen uns auch und gerade die Erforschung der Vergangenheit mithilft. Die Drendroklimatologie hat schon Erstaunliches über das Wirken des Menschen als Klima-Manager herausgefunden und u.a. festgestellt, dass er wohl schon vor 10.000 Jahren eine eigentlich stattfinden müssende Kaltzeit verhindert hat. Na, jedenfalls sprechen die Meßwerte dafür.

    Auf diesem Sektor der Wissenschaft wird Gott sei Dank eifrig weitergeforscht, gemessen, berechnet und simuliert. Leider passiert das weitgehend abseits öffentlichen Interesses und Information, so dass das auch zu einer Schieflage im Verständnis um das führt, was uns ein paar Lobbyisten weißmachen wollen.

    Die gibt es längst. Dazu wurden von Meteorologen ernsthaft schon Modelle berechnet, zum Bleistift, was wäre, wenn wir Dächer künftig mit weißer Keramik deckten statt todschicken, pechschwarzen Edelziegeln. Funktioniert und hat Effekt. Muss uns das wundern? Nein. Im Orient ist so manches Dach weiß und rund - aus gutem Grund. In den Staaten hat man sogar angefangen, Flachdächer mit weißer Spezialfarbe anzumalen, um die Wärme.

    Vielleicht braucht Radio wirklich einfach mehr öffentlich zugängliche Wissenschaftssendungen, die über solche Themen informieren. Themen, die wirklich jeden etwas angehen. Hier nützen Wissenradios auf DAB oder im Internet nichts - die Reichweite ist zu klein.
     
  23. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Hallo!

    Ihr habt das Problem offenbar erkannt. Die Energie, die die Menschheit maximal "verbrauchen" kann, ist begrenzt. Denn die (Ab)Wärme muß wieder in den Weltraum abgestrahlt werden, damit sich die Duchschnittstemperatur der Erde nicht erhöht.

    Im Idealfall (oder Gedankenexperiment) könnte man die Nordhalbkugel komplett mit schwarzer Farbe anpinseln, die Südhalbkugel mit "Silberfarbe". Daraus ergibt sich der maximal mögliche "Energiedurchsatz", der auf der Erde möglich ist. Abziehen muß man noch die Energie, die duch Gezeitenreibung (die Tageslänge nimmt daher zu, da sich die Erde langsamer dreht) oder durch Erdwärme ins System (sprich: an die Oberfläche) kommt.

    vg Zwerg#8
     
  24. dea

    dea Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Was im wesentlichen das selbe ist, denn ohne unseren Mond wäre der Erddynamo, dem wir unter anderem auch das Magnetfeld verdanken, längst zum Stillstand verdammt. Die Erde und das Leben auf ihr hatten verdammtes Glück, dass es diesen für unsere Verhältnisse gewaltigen Trabanten in so großer Nähe geben durfte.
    Allerdings ist das ein fast vernachlässigbares Nichts, so gewaltig uns ein Vulkanausbruch auch vorkommen mag. Und selbst solche Ausbrüche sind in ihrer Auswirkung umstritten. Zum einen pusten sie immense Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre, andererseits werfen die zerstäubten Gesteinsmengen auch Schatten und sorgen für Abkühlung. In welchen Verhältnissen all diese Effekte im Zusammenspiel mit unzähligen anderen Klimafaktoren wie z.B. der Veränderung und Verlagerung von Meeresströmungen, die ihrerseits u.a. auch Resultat der Plattentektonik sind, stehen, ist ja noch längst nicht geklärt.

    Die Menschen wissen viel zu wenig von all diesen Sachen und lassen sich infolge dessen viel zu leicht von Schlagworten wie "Kernenergie" zu militanten Emotionen hinreißen. Dass ihnen ein Reaktor unvorstellbaren Ausmaßes ihr Leben erst ermöglicht und dass es ohne solche Reaktoren nicht einmal die paar Atomkerne gäbe, aus denen sie bestehen, müssen einige, die wild toben, erstmal realisieren.
     
  25. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Energiekonzept der Bundesregierung

    Ob man sich nun zu "militanten Emotionen hinreißen" läßt oder versucht die Sachlage zu verstehen, es ist einfach nicht gut, wenn verbrauchte Brennstäbe etliche tausend Jahre vor sich hin strahlen und man glaubt, sich durch einfaches "verbuddeln" des Atommülls des Problems entledigen zu können. Und ja, "die Menschen wissen viel zu wenig von all diesen Sachen" und sollten daher die Finger davon lassen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Unfälle_in_kerntechnischen_Anlagen


    BTW: Heute ist "Montagsdemo" wegen der Laufzeitverlängerung für AKW im sonst so verträumten und mit sich selbst beschäftigten Städtchen Breisach, knapp 30 km entfernt vom AKW in Fessenheim... Von der Demo habe ich gerade zufällig am mobilen "Hähnchen-Grill" meines Vertrauens erfahren. Nach Aussage der Verkäuferin brachte jemand um etwa 14 Uhr das Plakat mit dem Aufruf zur Demo zum Stand. Um 18 Uhr solls schon losgehen. Sehr "kurzfristige" Promotionarbeit... :rolleyes:

    http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/breisach-demo-atom-laufzeitverlaengerung.html


    Grüßle Atomkraft-nein-danke-Zwerg
     

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