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Formatradio auch im Internet?

Dieses Thema im Forum "Internetradio allgemein" wurde erstellt von Hepp, 16. Februar 2004.

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  1. Hepp

    Hepp Benutzer

    Kann ein kommerziell betriebenes Internetradio auf Dauer nur als Formatradio bestehen, weil es ansonsten mangels Werbeaufträgen für eine konkrete Zielgruppe nicht überleben kann? Oder gibt es eine Chance, sich formatfrei zu positionieren und mit Hilfe der Besonderheiten dieses Mediums (wie z.B. ausgeprägte Interaktivität und enge Hörerbindung) zu bestehen ?

    In diesem Zusammenhang noch was zum Schmunzeln. Auszug aus der Stellenanzeige Moderator eines Formatradios: "Formatradio ist für Sie eine Herausforderung".
     
  2. InetRadioFan

    InetRadioFan Benutzer

    Ich denke einem gewissen Format ist nichts entgegenzusetzen. Wobei sich hier die Frage stellt WAS als Format bezeichnet wird? Sobald Werbung, Nachrichten, Jingles zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden, was viele INetStationen ja schon machen, handelt es sich doch schon um eine Formatvorgabe - oder nicht? Eine gewisse Richtlinie sorgt erstens schon für Wiedererkennungswert und einen geregelten Ablauf des Programms. Beschränken würde ich das ganze allerdings nur auf oben genannte Beispiele, nie auf Musik, da wie ich finde die Vielfalt die ein Internetsender an Liedern bieten kann, durch ein einheitliches Format sehr schnell zugrunde geht.

    Musikformat hab ich im UKW ja schon, warum also Internetgebühren zahlen wenn ich das kostenlos haben kann?

    Ich denke es gilt hier noch die Zielsetzung zu erwähnen. Was will ein Projekt erreichen? Geld verdienen? Dann ist ein Format meines Erachtens nach unumgänglich. Reines Hobbyprojekt? Ein Format würde die Freude am Radio machen vielleicht einschränken durch zuviele Vorgaben.

    Wie seht ihr das? Ich halte das für einen sehr guten Punkt.
     
  3. Teddy

    Teddy Benutzer

    Formatradio, was denn das :))

    Leider sieht es so aus, als wenn die grossen Radiomacher, nur auf so ein durchformatiertes Radio setzen.

    Kein Wunder, denn wo haben wir den noch ein paar Radiopersonalities ?

    So bleibt ja nur ein Format übrig, bei dem man Moderatoren auswechseln kann, der Hörer merkt es kaum.

    Also müsste man jetzt das Pferd von hinten aufzäumen, erst wieder Personen finden die Moderieren können und dann das Format abschaffen, die Sponsoren bleiben doch.

    Aber Formatradio im Internet, wie auf UKW muss nicht sein.
    Wobei ich aber damit ein wirkliches ganz enges Format meine, nicht die Einbindung von Jingles, Nachrichten etc.

    OK ich träume weiter.
     
  4. Maldacil

    Maldacil Benutzer

    da muß ich InetRadioFan recht geben

    format radios gibt es im UKW schon mehr als genug ! und News,Wetter,werbung usw auch ! dafür brauche ich kein Internetradio

    wenn ich allerdings an komerz i-netradio's denke ist die sache schon ganz anders die sind genau wie (die meisten) UKW radios darauf angewiesen ihre formate einzuhalten

    anders ist da schon bei den "freien internet radio's"
    die sollten sich um eines kümmern ! musik zu machen für ihrer hörer und nicht noch zusätzlich ihre moderatoren nerven indem sie news,wetter,werbung und am ende sogar noch verkehr's meldungen(wozu eigendlich gibt es wen der internet radio im auto hören kann???) senden müßen !! den moderator kostet es seine sendezeit ! und seine nerven

    Jingles sind allerding ein abolutes muß ! für den wiedererkennungs wert

    ich habe die erfahrung gemacht das es die hörer einfach nur nervt wenn ständige unterbrechungen sind wegen news usw
    die wollen musik hören und zwar ihre musik ! die ,die sie sich wünschen können(bei den meisten stationen zumindest)

    Ergo mein fazit :
    lasst den "großen" die werbung und haltet euch die hörer warm indem ihr auf sie eingeht

    Gruß Maldacil
     
  5. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    Ich denke mal, wir müssen hier ganz klar zwischen Format-Radio und Dudelfunk unterscheiden.
    Defacto ist es doch so, dass jedes Radio ein Format hat, was man auch durch die Musikrichtung, die gespielt wird, definiert werden kann, oder durch spezielle Wortanteile.
    Die von Hepp angesprochene Interaktivität ist meines Erachtens auch ein Format.
    Kommerziell können nur professionelle Sender überleben, das gilt wohl auch für's Internet. Da spielt das Format keine Rolle. Alleine durch die grosse Reichweite ist es auch denkbar Werbung aus anderen Ländern zu bekommen, wo man noch nicht so auf der Flachfunkwelle schwebt.
     
  6. walli_ac

    walli_ac Benutzer

    @Hepp: Habe die Anzeige auch gelesen und beim gleichen Satz schmunzeln müssen...

    Eins Vorweg: Natürlich MUSS beim InternetRadio gar nix. Mann muss nicht mal durchgehend senden - und wenn man sendet, bestimmt auch keine Behörde, was gesendet werden muss, so lange ich nicht gegen geltendes Recht verstosse.

    Aus einger Erfahrung bei meiner eigenen INet-Station kann ich aber nur Folgendes berichten: Ich lerne dort grade einen Moderator an, der eine erste moderierte Schiene übernommen hat. Und natürlich ist mir wichtig, dass er den Sendernamen und den Claim ordentlich und richtig sagt und sich auch musikalisch an die Linie meiner Station hält. OK, er hat sogar ne Stundenuhr von mir bekommen, aber nur als Hilfestellung, nicht als Zwang.

    Natürlich hängt das in erster Linie damit zusammen, dass ich mir - um mein Radio zu positionieren - selbst einige Vorgaben gemacht habe, was die Anmutung des Ganzen angeht. Format dient hier aber nicht als Sebstzweck und ich sitze auch nicht mit der Stoppuhr daneben und schaue, ob er nach 90 Sekunden wieder in der Musik ist.

    Mein Format - und ich denke, dass ist der Ausgangsgedanke von Format - dient lediglich dazu die Gesamtanmutung des Programmes zu wahren, denn meine Hörer sollen ja im Großen und Ganzen schon wissen, was sie erwartet, wenn sie das Programm einschalten - um dennoch immer wieder mal überrascht zu werden, keine Frage, das widerspricht sich ja nicht zwingend, auch wenn einige PD's echter Stationen das sicher anders sehen.

    Dennoch "muss" ich mal grundsätzlich festlegen, ob ich ein Talk-Radio oder eine Musikstation machen will, ob ich Pop/Rock/Charts oder nur Oldies spiele, ob ich eine junge Zielgruppe ansprechen möchte, oder mich eher auf ein älteres Segment begebe. Darüber sollte ich mir schon im Klaren sein, denn eine gewisse Hörer-Erwartungunshaltung ist sicher auch beim INet-Radio vorhanden und man tut bestimmt gut daran, sich ein wie auch immer geartetes Profil zu geben - und natürlich ist das schon Format.

    Mein Radio steht zum Beispiel für aktuelle Chart-Musik in recht enger Rotation, dazu Powerhits aus den 90ern und ein paar Classic-Hits aus den 80ern - Pop, Rock, Dance, Charts und Comedy-Bits. Ab und an ein paar flockige Moderationen.

    Wenn ich nun zwischendurch altenglische Kinderlieder senden würde, würde ich meine Hörer verlieren. Und wenn plötzlich jemand ne Stunde lang aus Harry Potter vorlesen würde, auch. Und mich schaltet auch keiner ein, der am Wochenende eine Bundesliga-Konferenz-Schaltung hören will, weil er das bei mir gar nicht erwartet.

    Bleibt natürlich noch die Frage nach der Unterscheidung zu kommerziellen Radios.

    Kann ich in meinem Fall zum Beispiel durch die AUSWAHL der Musik beeinflussen. Ich kann die geile 7 Minuten-Version von Prince' Kiss spielen und muss mir keine Gedanken ums Timing machen - ich kann gute neue Musik schneller einsetzen, ohne auf Testergebnisse warten zu müssen, kann Songs spielen, die längst in Vergessenheit geraten sind, weil sie kein kommerzieller Sender mehr plant, Stichwort 80er: wo läuft noch Yello's The Race oder New York, Rio, Tokio...

    Und ich kann das natürlich ganz entscheidend über die Moderation tun, in dem ich auf Liner-Card lesen verzichte, in dem ich nicht gewungen bin, heftig zu claimen und die Major-Promo zu bewerben und dabei mein Timing im Auge zu behalten... Entscheidend ist letztlich, dass ich mich nur den Regeln zu unterwerfen habe, die ich mir selbst auferlegt habe und da ist ja jeder ganz frei und es ist auch eine Frage der unterschiedlichen Ansprüche, die man an sich und sein Radio (und seine potentiellen Hörer) setzt.

    Ich möchte eine professionelle Plattform bieten, die durchhörbar ist und qualitativ - das ist mir sehr wichtig - "kommerziellen" Stationen nicht nachsteht. Gute Verpackungen und eine sorgsame Musikplanung sowie das Einschiessen auf eine jüngere Zielgruppe - das ist mein Format.

    Ich denke einfach, dass es wichtig ist, sich selbst eine Linie vorzugeben und sich ein Profil zu schaffen, dass eine Wiedererkennbarkeit gegenüber anderen INet-Sendern möglich macht - ich muss wissen, wofür und für was mein Radio stehen soll.

    Wie ernst und konsequent ich diese Regeln dann im Betrieb umsetzte und wie oft ich mir ein Ausbrechen und Überschreiten dieser selbstauferlegten Regeln genehmigen möchte ist eine ganz andere Frage und schafft unter Umständen genau die angenehme und sympatische "Abwechslung" zu den UKW-Privat-Radios.

    Grüße in die Szene,

    walli
     
  7. Steve Wilson

    Steve Wilson Benutzer

    @ walli_ac,

    da hört man den Profi heraus :) Dies ist aber absolut positiv gemeint. Ich denke das wir alle Format machen, ob bewusst oder eben unbewusst. Bei den rund 180 Formaten (sind glaube ich aber noch ein paar mehr) die es ofizell gibt ist doch fast für jeden die Schublade in die man reinpasst.

    Darüber mache ich mir weder Gedanken noch Illusionen. Die Frage ist in welchem Maße ich von diesem Format abweiche und welche Elemente ich aus der Schublade werfe, das gibt meiner Meinung nach eben den Wiedererkennungswert

    Selbst wenn einer sagt ich passe in keines der Formate, dann hat er eben ein neues erfunden..lol..

    Für mich ist nicht die Frage ob Format oder nicht für mich ist die Frage wie ich meine Sache realisiere und ansonsten kann ich nur an walli_ac verweisen.


    Gruß

    Steve Wilson
     
  8. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Nun sind wir da angelangt, wo wir den Begriff "Format" ganz freizügig definieren...
    Aber im Sinne des "Formatradios" ist er eigentlich etwas enger definiert, und daher um zur eigentlichen Frage zurückzukehren: Internetradio muss natürlich ein Format haben, aber dieses muss nicht unbedingt einem Formatradio entsprechen, selbst bei kommerziell ambitionierten Unternehmungen.

    Natürlich könnte man auch Angebote nach dem Multichannel-Prinzip als viele kleine Formatradios sehen, oder interaktive Formen als "Format selbstgemacht" bezeichnen.
    Ich denke zudem, dass diese beiden Formen die einzigen zurzeit kommerziell erfolgreichen Varianten sind (wenn überhaupt).
    Stationen, die wie normale FM-Stationen ein einzelnes "durchformatiertes" Programm liefern, werden allerhöchstens von Hobbymachern und -hörern genutzt, aber haben kommerziell aufgrund der etablierten FM-Konkurrenz keine Chancen.

    Und das auch wenn's ein ganz besonderes Nischenprogramm darstellt - denn dafür ist der Markt selbst im großen weiten Web zu klein...

    Aber die Hobbyfreunde interessiert das zum Glück nicht und daher kann man sich hier auch weiterhin an allen möglichen Ausprägungen erfreuen!

    In diesem Sinne,
    einen schönen Abend,
    wünscht der zurückgekehrte Siggi.
     
  9. Odin

    Odin Gesperrter Benutzer

    Wie ist denn Internet-Radio entstanden. Meineserachtens durch die Leute die in diesem Medium tätig sind oder waren und eben kein "Format-Radio" machen wollten. Sondern freies Radio ohne Vorgaben wie Werbung, Nachrichten etc.
    Doch sobald man eben Werbung einbezieht um die Server, Traffickosten halbwegs abzufangen wird man gezwungen, ein Format einzuführen.
    So ist es eben, die Werbung und die dahinter stehenden Kunden bestimmen nunmal mehr oder weniger das Programm.

    Gruss Odin
     
  10. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Ach, noch einen Nachtrag:
    Nachdem doch allgemein bekannt ist, dass viele Hörer im Internet nur Traffic und damit enorme Kosten im Vergleich zum möglichen Gewinn bewirken, sollte man vielleicht bedenken, dass es einem kommerziellen Internetradio eigentlich nicht die Nutzung seiner Streams geht, sondern lediglich um einen regen Besuch der Website.

    Die Werbung, von der dabei die Rede ist, befindet sich auch nicht in den Streams, sondern auf den Webseiten.
    D.h. man muss Konzepte fahren, um möglichst viele Besucher auf die Seiten zu locken. Da ein Webradio sich aber grundsätzlich durch sein Audio-Angebot qualifiziert muss also hier ein entsprechendes Masse-taugliches Angebot vorliegen. Bei einem 1-Kanal-Sender wäre das dann wohl das Formatradio mit dem Format, das alle anspricht, d.h. der Querschnitt.
    Da es dieses querschnittsgelähmte Format aber überall auf FM gibt, ist diese Form im Netz unattraktiv.
     
  11. Matiz

    Matiz Benutzer

    AW: Formatradio auch im Internet ?

    Prügelt mich tot wenn ich falsch liege, aber meiner Meinung nach hören sich die kommerziellen UKW-Radios mit ihren tollen Formaten alle gleich an.

    Diese Behauptung stelle ich hier einfach in den Raum, um die Diskussion nochmal etwas anzufachen. Finde das Thema nämlich äusserst interessant!
     
  12. Tobbe

    Tobbe Benutzer

    AW: Formatradio auch im Internet ?

    Stimme Matiz voll und ganz zu..
     
  13. Lalle

    Lalle Benutzer

    AW: Formatradio auch im Internet ?

    sehe ich genauso. daher ist es für eine bestimmte gruppe von leuten genial etwas eigenes zu machen, sich in gewisser weise bei einem internetradio in gewisser weise ein bisschen selbst zu verwirklichen.
    wo kann man das sonst in dieser form? mit so vielen leuten.
     
  14. geissenpeter

    geissenpeter Benutzer

    AW: Formatradio auch im Internet ?

    hey, das ist mal ein ganz neuer aspekt! ich glaube allerdings, dass das im "radioszene deutschland"-forum schon einmal erwähnt wurde. so nebenbei. kann aber auch sein, dass alle threads davon handeln! ...muss ich nochmal nachgucken :D :D :D
     
  15. Matiz

    Matiz Benutzer

    AW: Formatradio auch im Internet ?

    @ geissenpeter:

    Mag sein, aber ich lese gewöhnlich nur die Threads unter der Rubrik "Internetradios". Trotzdem vielen Dank, dass du mich darauf hingewiesen hast :D
     

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