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Frage zu Neumann KM 85

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von damara, 14. Oktober 2011.

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  1. damara

    damara Benutzer

    Hallo . Jetzt melde ich mich mal mit einer Frage an die Neumann-Spezies.
    Wir haben aus dem Fundus eines Studios diverse Mikrofone übernommen.
    Darunter Neumann TLM 170 und 103 (zu denen gibt es auch keine Fragen , da diese Typen hier selbst schon seit einiger Zeit Ihren Job machen und everydaybiz sind).
    Meine Frage(n) drehen sich eher um die restlichen Mics : Es handelt sich dabei um 8 Neumann KM 85 (Niere; Schwarz und mit den guten alten Din-Steckern) . Frage 1 : Was taugen die ? Frage 2 : wozu werden diese am ehesten eingesetzt ( Direktabnahme Gitarren ? Voice in Gesprächsrunden....? Frage 3 : Was sind die Mics wert. (Ich habe Google benutzt und bin auf Anzeigen bei ebay gestoßen , wo das Paar für über 2000 Dollar verkauft wird ; andersrum habe ich Händler gefunden , die ein KM 85 für unter 300 Euro gebraucht verkaufen....:confused:.
    Frei heraus : Ich möchte Wissen ob ich über den vernünftigen Kaufpreis der Großmembran-Mics hinaus mit den KMs on top einen guten Deal gemacht habe oder nicht.Ob ich die "kleinen Schwarzen"verkaufen soll oder doch lieber als "Geheimwaffe" im Mic-Schrank verwahre.....
    Ich würde mich über Antworten dazu sehr freuen und bitte an dieser Stelle vorsorglich davon Abstand zu nehmen , meinen Geschmack bez. Mikrofonauswahl oder aber meine Unwissenheit bez. der nicht von mir benutzten Mikrofontypen zu kritisieren.
     
  2. tenor

    tenor Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Kleinmembran(=KM)-Mikrofone von Neumann gehören zu den besten Mikrofonen überhaupt. Anständige Behandlung und gelegentliche Herstellerwartung vorausgesetzt, halten sie ewig.

    Wenn du sie günstig bekommen hast und sie noch in Ordnung sind, hast du praktisch Gold abgestaubt. Ich würde sie beim Hersteller überprüfen und warten lassen.

    Auf der Neumann-Website gibt es nähere Informationen zu den Mikrofonen. Es sind übrigens Hypernieren, nicht Nieren.
     
  3. Pianist_Berlin

    Pianist_Berlin Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Najaaaaa - also wenn sie keine hörbaren Störungen verursachen, muss man sie eigentlich nicht mal warten lassen. Die werden ja vermutlich in Bereichen eingesetzt gewesen sein, wo niemand draufgesabbert hat. Das wäre eher ein Großmembranproblem. Diese Mikrofone wurden früher im Fernsehbereich zum Beispiel für Studio-Moderationen und Nachrichten-Sprechertische eingesetzt, oftmals in Verbindung mit der Kapselverlängerung in Tische eingebaut.

    Im Musikbereich wurden sie vor allem als Stützmikrofone bei Orchesteraufnahmen eingesetzt, wenn man als Hauptmikrofone zum Beispiel KM 84 genutzt hat. Wenn der Ursprungsfrager davon acht Stück hat, sollte er die unbedingt behalten und dann bei passender Gelegenheit hervorzaubern. Natürlich muss er sich passende Kabel anfertigen, sofern nicht schon vorhanden.

    Was mich allerdings wundert: Die Kombination aus DIN-Schraubverbindern ("Kleintuchel") und der Farbe "schwarz". Ich hätte mich jetzt so erinnert, dass es die damals (muss ja 30 Jahre her sein) nur in silber gegeben hat und dass erst mit XLR-Einführung auch die schwarze Version kam. Kann mich aber auch irren.

    Auf jeden Fall gehören KM 85 zu den Mikrofonen, von denen man nie genug haben kann.

    Matthias
     
  4. damara

    damara Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Danke für die Antworten.
    Also hier bei uns ist es jetzt beschlossen : wir werden die Mikrofone wohl behalten (obwohl 8 schon etwas viel sind , werden die nicht gebrauchten Mikros quasi als Stille(geld-)Reserve in den Schrank legen.

    Am Rande : Habt Ihr schon Erfahrungen mit Kleinmembranen bei der Sprachaufnahme gemacht. Man sieht ja meist nur Großmembran-Mikros in den Sprecherräumen (bei uns sind auch nur Großmembranen in den Sprecherräumen)? Vorteile ? Nachteile ?Vorurteile?
    Was meint Ihr ?
     
  5. Pianist_Berlin

    Pianist_Berlin Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Du scheinst Dir im Hinterkopf schon irgendwie bewusst zu sein, dass Du gerade einen Glaubenskrieg anzettelst... :)

    Aber ich hoffe, wir müssen keine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates einberufen. Über dieses Thema haben wir hier schon oft diskutiert und ich fasse die Ergebnisse für Dich zusammen: Früher konnte man keine Mikrofone mit kleinen Membranen bauen, die rauschfrei genug arbeiteten. Daher hat Georg Neumann mit großen Membranen gearbeitet und das Unternehmen ist bis heute dabei geblieben. Schoeps baut ausschließlich Kleinmembranmikrofone und der pensionierte Chef-Entwickler, Jörg Wuttke, erwähnt gerne mal, dass es heutzutage eher so ist, dass die große Membran sich selbst im Weg steht.

    In einigen Sendern und Studios wird viel mit Kleinmembran-Mikrofonen aufgenommen, dann meistens Schoeps, aber die Regel ist immer noch ein Großmembranmikrofon, und dann meist von Neumann. Viele Sprecher erwarten sowas ausdrücklich, obwohl sie überhaupt keine Ahnung davon haben.

    Wenn irgendwo ein Gefell M 930 hängt, dann geht das zum Beispiel auch extrem in Ordnung. Und davon sind auch immer mehr im Einsatz. Wer sparsam sein muss, und für Draußen-Töne ein MKH 416 oder MKH 60 hat, kann damit natürlich auch drinnen den Sprecher aufnehmen. In Synchronstudios werden gerne auch mal Neumann KM 83 bzw. 183 genommen, also Kugeln, weil es dort zu keinen Verfärbungen kommt, wenn die Schauspieler sich mal ein wenig bewegen. Im Hörspiel so ähnlich.

    Fazit: Für eine gute Sprachaufnahme brauchst Du einen guten Sprecher, einen guten Text und einen guten Raum. Der Durchmesser der Membran spielt da eher eine untergeordnete Rolle.

    Matthias
     
  6. tenor

    tenor Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Es verwundert schon ein wenig, dass in einer Zeit, in der ja alles möglichst immer kleiner werden muss – was nicht selten mit Nachteilen behaftet ist – ausgerechnet Mikrofone nicht groß genug sein können – und diese „großen Klopper“ haben handfeste Nachteile.

    Aber vielleicht braucht man ja auch mal einen Hammer im Studio. Dafür eignet sich ein großes, schweres Mikrofon vermutlich besser als ein kleines. Aufpassen: Die großen Bändchenmikrofone sind dafür gänzlich ungeeignet!

    Hier gibt es Informationen über den Mythos Großmembranmikrofon. Schön kurz gehalten, damit ungeduldige Zeitgenossen nicht gleich wieder wegklicken. Aber umfangreich genug, um die Zusammenhänge zu verstehen.

    Weitaus ausführlicher, dafür ein bisschen, na sagen wir mal sehr freundlich gewöhnungsbedürftig strukturiert sind die Internetseiten von ebs unter www.sengpielaudio.com. Danke Eberhard!
     
  7. dea

    dea Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Wenn jemand der Ansicht ist, ein Großmembranmikrofon sei nichts als ein Mythos, dann kann er freilich locker einen Antimythos und sich damit einen Namen schaffen. Eine solche Theorie muss allerdings allerhand erklären können und nicht nur widerlegen, was ohnehin schwierig zu widerlegen ist.

    Durchgesetzt haben sich große Membrandurchmesser aber sicher nicht, weil es vermeintlich "geil" ist, sich als Sprecher oder Sänger das Gesichtsfeld mit einer Keule zu verhängen. So ein Unsinn.....
     
  8. Pianist_Berlin

    Pianist_Berlin Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Zur allgemeinen Erheiterung schlage ich jetzt mal einen Blindtest vor. Ich habe eben (gleichzeitig) eine Sprachaufnahme mit einem TLM 103 und einem KM 184 gemacht. Technisch ist danach alles gleich, also gleiche Kabellänge, verstärkt durch ein Stereo-SQN, und dann gleichzeitig in Stereo aufgenommen und anschließend separiert. Keine weitere Bearbeitung, also kein Kompressor, kein De-Esser, keine Entzerrung. Nun bin ich mal gespannt, wer die Aufnahmen richtig zuordnet. Vorneweg: Ich finde schon, dass man es leicht erkennt, aber ich weiß trotzdem nicht, welche der beiden Aufnahmen mir nun eigentlich besser gefällt.

    Matthias
     

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  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Böse Falle... ;)

    Ich tippe, daß Probe A mit dem KM 184 gemacht wurde.
     
  10. AW: Frage zu Neumann KM 85

    B ist ziemlich eindeutig Großmembran.
     
  11. Pianist_Berlin

    Pianist_Berlin Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Ich löse das mal noch nicht auf. Könnt Ihr vielleicht jeweils noch ein paar Sätze dazu schreiben, warum Ihr Euch für diese Zuordnung entschieden habt? Welche klanglichen Merkmale gibt es? Und bei welchem von beiden wart Ihr Euch sicherer, so dass Ihr dann das andere ausgeschlossen habt? Oder haben sich die Merkmale genau ergänzt?

    Matthias
     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Auch auf die Gefahr hin, daß ich meinen "Großohrzwerg" Status verliere... ;) Ich meine folgendes gehört zu haben:

    1.) A rauscht etwas mehr und "heller", als B.
    2.) A überträgt die S-Laute besser. Bei B klingen die S-Laute etwas "abgeschliffen" (oder sagen wir mal: nicht ganz so "brillant" wie A, ohne damit zu sagen, daß A "spitz" klingt).

    Eine gleitende FFT über beide Proben zeigt bei B (unten) einen gut sichtbaren Höhenabfall ab 10kHz, während sich A bis 17kHz noch "einigermaßen hält". Die Zuordnung sollte also stimmen: A: KM184, B: TLM103

    Grüßle Zwerg#8
     

    Anhänge:

  13. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Schließe mich der allgemeinen Meinung an: b = Großmembran, a = Kleinmembran.

    Der "Großohr-Zwerg" bringt es schon ganz gut auf den Punkt. Bei sehr genauem Hinhören rauscht a) etwas mehr, viel auffälliger ist jedoch die Transparenz. Ich finde, die Sprache wird besser aufgelöst.

    Die "B-Probe" :D schwimmt untenrum leicht im Bass-Bereich; der Begriff "abgeschliffen" gefällt mir sehr gut. Sie klingt rund und warm, wird aber einem präzisen Sprecher nicht gerecht. Man merkt es im direkten Vergleich.

    b) hätte ich ohne Vergleich locker durchgehen lassen, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre a) mein Favorit.
     
  14. AW: Frage zu Neumann KM 85

    Sauber klingen beide Mikrofone, zumindest hier auf meinen Laptop-Boxen, aber das Großmembran klingt eindeutig präsenter und "breiter" als das Kleinmembran. Letzteres erinnert mich an den Sound des Sure SM 58 Beta, das ich früher mal hatte - an sich recht klar und sauber, Frequenzgang gut, aber eben etwas dünn, kein Studiosound.
    Klangvergleiche zwischen Neumann-Kondensatormikros und Billigheimer-Kondensatormikros würden mich mal sehr interessieren! Oder auch Neumann mit dem günstigen AKG C-3000. Ich vermute, da wird der Blindtest schon etwas schwieriger...?
     
  15. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Hefeteich, du bekommst bestimmt gleich Haue, wenn du behauptest, daß ein TLM 103 "einem präzisen Sprecher nicht gerecht" wird. He, dat is'n Neumann! ;)

    Viel interessanter wäre jetzt ein Test mit einer Frauenstimme. (Sie muß ja nicht die "Zauberflöte" trällern...) Möglicherweise ist das KM 184 "zu gut" und bringt zu viel Brillanz, worauf uns dann die Ohren abfallen.

    Bis denne
    Zwerg#8
     
  16. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Ich hatte mal das Vergnügen, ein Shure Beta 87A ansprechen zu dürfen. Im ersten Moment haut es Dich um, aber im Studio? Nein. Das 58er (Niere, dynamisch (!)) soll nicht ganz so brillant sein wie das 87er (Superniere, Kondensator).

    An anderer Stelle im Forum hatte ich mich für das Rode M3 erwärmt. Toller Frequenzgang, schön ansprechbar, sensationelles Preis-/Leistungsverhältnis; aktuell so um die 80 Euro. Rauschen? Nicht, dass mir eins aufgefallen wäre.

    - - -

    Lieber Zwerg, dann haue mich: Mir hat diese Aufnahme nicht so gut gefallen wie die andere. Ich habe ja nicht gesagt, dass es ein schlechtes Mikrofon ist (ich werde mich hüten!), aber als reines Sprechermikrofon für Wortakrobaten wie von Matthias vorgeführt?

    Viel interessanter wäre jetzt mal das TLM 103 gegen das U87, und dann darfst Du mich prügeln (lassen). Ob ich das hören würde?
     
  17. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Keine Angst ich haue dich nicht, da ich keine Neumänner besitze. Wie Matthias schon schrieb, kann er sich nicht entscheiden welche Aufnahme nun besser klingt. Ich möchte eigentlich auch keine Entscheidung fällen.

    Bezüglich Tests, Matthias hat bestimmt noch ein paar Mikrofone, die wir antesten können. TLM 103 gegen U87? Da wird die Luft sicher ganz dünn. Keine Ahnung, ob man da Unterschiede wahrnimmt. Könnte ja auch nur Einbildung sein...
     
  18. tenor

    tenor Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Noch besser zum Threadthema passend wäre natürlich ein KM (1)85. Leider kann ich damit nicht dienen, die TE aber wohl. Was sagt sie denn im Vergleich zum TLM 170/TLM 103?
     
  19. Pianist_Berlin

    Pianist_Berlin Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Der klangliche Unterschied zwischen KM 184 und KM 185 dürfte nicht so groß sein... Ich hätte zum Vergleich noch ein etwa 20 Jahre altes KM 83 (Kugel) und ein mindestens 30 Jahre altes U 87, dessen Kapsel vor zehn Jahren erneuert wurde. Dieses U 87 haben wir hier schon mal gegen das TLM 103 antreten lassen, müsste etwa zwei Jahre her sein. Das Ergebnis war, dass einige Leute hier verblüfft waren, wie unterschiedlich die beiden klingen, obwohl sie auf derselben Kapsel basieren. Das U 87 klang in diesem Vergleich zwar irgendwie interessant, aber eben nicht korrekt. Und natürlich rauscht es viel zu viel, so dass man es heute kaum für reine Sprachaufnahmen einsetzen kann, die in keine Mischung eingebaut sind. Als Stütze für Blech ginge es sicher, wird ja auch oft gemacht.

    Noch mal zum gestrigen Test: Mir sind ohne jegliche Bearbeitung beide Aufnahmen zu "spitz", ich bin schon sehr daran interessiert, die Zischlaute und Konsonanten etwas zurückzudrängen, was ich durch einigermaßen kunstvolle Einstellung meiner ADT-Module auch halbwegs hinbekomme. Auch teile ich die Auffassung, dass das TLM 103 irgendwie ein wenig "schwammig" klingt, im direkten Vergleich zum präziseren KM 184. Aber ich glaube, solche Unterschiede hören nur sehr geübte Hörer auf sehr guten Lautsprechern (bei mir RL 940 und RL 906).

    Vielleicht mache ich nachher noch mal einige Probeaufnahmen, dann aber mit Ansage und dann auch jeweils durch die ADT-Module, um den "Endzustand" zu hören.

    Ach ja - und nun muss ich ja noch die Auflösung liefern: Hier wurde durchweg richtig vermutet. A ist das KM 184 und B ist das TLM 103.

    Matthias
     
  20. dea

    dea Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Hatte er schon mal gemacht, da ging es um die WP; du erinnerst dich? Damals hatte das U87 klar verloren, wobei die Frage offen blieb, ob es möglicherweise u.a. auch wegen seines hohen Alters Veränderungen seiner Eigenschaften erfahren hat, die ungünstig sind.

    Auch ich bin, was den Test hier angeht, der Ansicht, dass es sich bei B um das TLM handeln dürfte. Während A ganz allgemein gesagt mit Präzision punkten mag, glänzt B mit Konsistenz, die es vor allem aus den niederen Bändern des Spektrums gewinnt. Und ja, B rauscht erheblich weniger, was durchaus auch für das TLM als Wandler spricht. Außerdem höre ich bei B ganz leicht dieses etwas Metallische, das von Reflexionen herrühren dürfte, und das ich auch vom C-4500 her nur zu gut kenne. Die Sensitivität, das mit aufzunehmen, scheint bei flächenmäßig größeren Kapseln naturgemäß eher ein "Problem" zu sein.

    Was mir besser gefällt, hängt davon ab, womit ich höre. Der Blechbüchsenköpfhörer, der zu Testzwecken, für Skype-Kram und andere Zweitrangige Späße zum Einsatz kommt, gibt die Aufnahme A sauberer und angenehmer wieder. Mit K240 auf den Ohren oder auf dem Hörplatz ist dagegen Aufnahme B für mich die angenehmere, da sie mir den Sprecher gefühlt einfach näher bringt. Matthias ist ja auch niemand, den ich auf Abstand halten wollte, wenn er mir etwas zu sagen hat. :)
    Übrigens: Schön und äußerst angenehm, ihn mal zu hören, wenn er sich nicht selbst, besser gesagt sein Signal, gegen die Wand gefahren hat.
     
  21. Gutz

    Gutz Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Ich beteilige mich mal als interessierter Amateur an diesem Thread.
    Was ich bisher heraushören konnte ist, dass Unwägbarkeiten beim Abhörer einen größeren Einfluss auf die Wirkung des Mikrofons haben.
    Gehört über einen Grado SR60 (Hifi-Kopfhörer) gefiel mir die kleine Membran eindeutig besser. Höhen werden besser aufgelöst und kommen für mein empfinden klar und akzentuiert, jedoch auf keinen Fall zu spitz zu Gehör. Auch, ich nenne es mal "Brodeln in der Kehle" wird besser wieder gegeben.
    Über meine Hifi Anlage gehört stellt sich das Bild anders dar. Ich vermisse etwas Wärme im Klang, was für mich eine Art "heimeligkeit" suggeriert. Der Begriff Telefonsound ist zwar extrem weit her geholt, jedoch im direkten A/B Vergleich über meine Boxen kam mir unwillkürlich dieser Begriff.
    Das Grundrauschen spielt für mich eine untergeordnete Rolle, da es in beiden Fällen so gering ausfällt, dass mein Gehör dies nach weniger Minuten aus zu blenden vermag, gerade bei der Wiedergabe über LS.
    Für ein ermüdungsfreies Langzeithören würde ich die Große Membran wählen und nehme gerne leicht verrundete Höhen und etwas weniger Transienten zugunsten eines schönen Brustklangs in Kauf.
    Als, im engen Sinne "richtiger" empfinde ich das KM184, jedoch es rastet an meinen Lautsprechern einfach nicht ein, bzw. kann mir das Mikro im Rahmen einer abendlichen Musiksendung weniger gut vorstellen als z.B. für einen Nachrrichtensprecher.

    An eine Beyerdynamic DT75 (kein wirklich schlechter KH, ein Jubilee Modell damals für 75 DM gekauft) wurden Transienten im Gegensatz zum Grado weniger gut aufgelöst uns es blieb allein die leicht kehlige Wiedergabe bestehen. an diesem Hörer gefiel mir die Großmembran ebenfalls besser.

    Als Lautsprecher kamen diese Boxen zum Einsatz: http://www.lautsprecherbau.de/Magaz...mber-2008/_Elip1-und-Elip-2_8636,de,90903,152 (D’Appolito Version)
    Ein Mittelklasse Denon Verstärker und dieser D/A Wandler: http://www.projekt-akustik.de/wp-co...Force-uDAC-2-Testbericht-einsnull-10-2010.pdf

    Schönen Gruß
    Gutz

    PS: Ich überlege selbst einen ähnlichen Vergleich mit weitaus billigerem Equipment hoch zu laden, dann allerdings in dem Bereich "Internetradio"
     
  22. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Nach der Auflösung der Frage können wir nun wenigstens festhalten, daß die Leute, die sich getraut haben ihre Meinung zu sagen, keine "Holzohren" haben. ;)

    Ich wollte eigentlich schon gestern danach fragen, wie ihr die Proben gehört habt. Aber die Antworten kamen ja von selbst. Ich habe nur über meine DT-770 Pro gehört, da ich nur sehr selten über die Boxen meiner Anlage Musik laufen lasse. Praktisch kenne ich den Klang über meine Boxen nicht gut genug, um diese feinen Unterschiede zwischen den beiden Proben heraushören zu können. Ich fühle mich unter KH einfach sicherer - und es hat ja auch ganz gut geklappt.

    Irgendwer hat mal geschrieben (oder ich bilde das mir jetzt nur ein), daß Großmembranen den Klang "verhübschen". Das ist im Prinzip der "runde und warme Klang" oder - wie ich schrieb - daß die S-Laute (hohe Höhen) "verschliffen" werden. Die S-Laute klingen einfach nicht mehr so "knackig" - ganz einfach, weil die große Membran viel zu träge ist, um den Luftdruckschwankungen mit sehr hoher Frequenz überhaupt folgen zu können. Man könnte das Verhalten im mathematischen Sinne als Integration bezeichnen. Sie "bügelt" hochfrequente Pegelspitzen etwas aus... Okay, das ist eine Binsenweisheit, denn jeder hier weiß, daß Kleinmembran-Mics "impulstreuer" sind. Bekanntlich bedingt ein "steilflankiger" Impuls hohe Frequenzen (siehe einfach Herleitung der Rechteckschwingung).

    Was wollen/machen wir denn nun?

    Wenn ich Hi-Fi (höchste Klang/Wiedergabetreue) will, dann muß ich schon aus rein physikalischen Gründen zu Kleinmembran-Mics greifen. Es heißt ja nicht umsonst, daß KM "analytischer" sind. Das wird hier auch niemand bestreiten.
    Will ich einen "runden" Sound (ohne Ecken und Kanten), nehme ich Großmembran-Mics. Das ist dann aber strenggenommen kein Hi-Fi mehr, denn das Mikro "sounded" ja schon. Eigentlich darf aber GENAU DAS nicht sein. Zumindest dürfte jetzt den Puristen der Schreck in die Glieder gefahren sein.

    Und dann kommen - auch hier - Aussagen, daß ein Großmembran-Mic "auf Dauer gehört" weniger nervt. Möglicherweise, weil die aufgenommene Stimme etwas "geglättet" wird und damit nicht "voll Volley" auf die Ohren haut. Kann sein. Sorry Leute, ich hab darauf auch keine gute Antwort.


    Zwerg#8
     
  23. Gutz

    Gutz Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Ich denke es gibt da, ab einer gewissen Qualitätsstufe, kein richtig oder falsch.
    Schwarz/Weiß Malerei bringt es hier glaube ich nicht. Nach dem Klangbild welches ich beim Hörer projizieren will, wähle ich das Mikro aus.
    Ein Beispiel: Wie klingt denn eine Gibson Les Paul in Wirklichkeit?
    Der verwendete Amp zählt mit zum Instrument und bildet mit diesem eine untrennbare Einheit.
    Ebenso wenn ich meine Stimme über ein Medium hörbar machen will, gehört ein Mirko leider nun einmal als hinnehmbares Übel dazu, aber man kann aus der Not auch eine Tugend machen.

    Schönen Gruß
    Gutz
     
  24. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Einfacher Sennheiser HD, keine hohe Qualität, am M-Audio Fast Track Pro. Ich hatte unterwegs keine bessere Möglichkeit.

    Das dürfte aus dem Link zu dem "Mythos-Artikel" in #6 gewesen sein.
     
  25. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    AW: Frage zu Neumann KM 85

    Wenn es um Atmo geht, stimme ich Dir zu. Im Fall meiner Stimme bevorzuge ich das Mikrofon, das am besten dazu passt, und das würde ich auch jedem anderen empfehlen.

    Ich hätte es vielleicht etwas anders ausgedrückt. Mikrofone sind ganz wunderbare Instrumente, um meine Worte weiter zu transportieren, als es mir ohne technische Hilfsmittel möglich wäre. Deswegen sollte man ihnen eine besondere Bedeutung beimessen.
     

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