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Funktion Stereo Multiplexsignal

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von ontheair, 18. Oktober 2004.

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  1. ontheair

    ontheair Benutzer

    hallo kollegas,

    ich hätte mal - rein aus interesse - eine frage zum multiplexsignal bei ukw. im prinzip ist mir die funktionsweise schon klar:

    bis 15 khz hat man auf dem träger das summen-monosignal (l+r) um volle monokompatibilität zu erreichen.

    links und rechts des unterdrückten 38 khz-trägers hat man jeweils das differenzsignal l-r.
    durch die summierschaltungen
    (l + r) + (l - r) = (2) l
    (l + r) - (l - r) = (2) r
    erhält man wieder die jeweiligen links/rechts kanäle.

    allerdings stellen sich mir dabei folgende fragen:
    1) warum moduliert man das differenzsignal gleich zwei mal auf? das erhöht doch die bandbreite des sendesignals unnötig, oder?

    2) warum moduliert man überhaupt die differenzsignale auf? man könnte doch, theoretisch, auch links von 38 khz den linken audiokanal und rechts davon den rechten audiokanal aufmodulieren? beim empfangsseitigen dekodieren könnte somit das summensignal gänzlich ausser acht gelassen werden und würde damit die störfestigkeit erhöhen.

    die entwickler werden sich damals bestimmt was dabei gedacht haben, warum sie das genau so machen. allerdings würde mich interessieren, WAS sie sich dabei gedacht haben und was die vorteile dieser methode sind gegenüber meinen gedankengängen.

    spezialisten vor! :p
     
  2. frozenfrog

    frozenfrog Benutzer

    AW: Funktion Stereo Multiplexsignal

    Das Monosignal (L+R) ist frequenzmoduliert, das Differenzsignal (L-R) ist auf dem Hilfsträger von 38 kHz amplitudenmoduliert und damit nach außerhalb des Hörbereichs verschoben. Bei der Amplitudenmodulation entstehen nun erst einmal zwei Seitenbänder (f0-fm (max) und f0+fm (max)). Weil eine direkte Demodulation des 38kHz-Hilfsträgers nur unter optimalen Empfangsbedingunen funktionieren würde, unterdrückt man diesen Träger und überträgt stattdessen die halbe Frequenz als Pilotton in der "Lücke" zwischen 15kHz und 23 kHz; Durch Verdoppelung wird daraus wieder der HT, Phasenstarr an den Oszillator im Sender gekoppelt. So ist auch bei schwankender Empfangsfeldstärke gewährleistet daß der PT mit ausreichend Pegel ankommt. Aus dem gleichen Grund macht man keinen Gebrauch von der im Amateurfunk üblichen Einseitenbandmodulation (SSB) - sie ist einfach zu empfindlich gegen Störungen. Außerdem vereinfacht die Übertragung in A3 (Standard-Amplitudenmodulation) die Empfängerschaltung. Nach dem Regenerieren des noch modulierten L-R-Signals muß lediglich das L+R-Signal dazugemischt werden, so ergibt sich ein Signal mit 38 KHz-Träger daß als positive Hüllkurve den linken und als negative Hüllkurve den rechten Kanal trägt. Dieses Signal wird dann im Takt des 38kHz-Trägers "umgeschaltet". Während der positiven Halbwelle liegt es am linken Ausgang, während der negativen Halbwelle am rechten Ausgang. Noch nen 50-15kHz-Bandpassfilter für jeden Kanal hinterher, dazu eine kleine Schaltung die bei Ausfall des Pilottons den Stereo-Decoder komplett überbrückt und nur das L+R-Signal durchschaltet und fertig.
     
  3. ontheair

    ontheair Benutzer

    AW: Funktion Stereo Multiplexsignal

    okay, es geht also um die störanfälligkeit. wieder ein bisschen schlauer geworden :p
    vielen dank für die infos!
     

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