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Gauck fährt nicht nach Sotschi

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 09. Dezember 2013.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Unser Bundespräsident wird nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi reisen. Irgendwie ist das das Mindeste, was ein westliches Staatsoberhaupt tun kann. Man muss ja gar kein großes Boykottgerede drum machen, es reicht, einfach nicht hinzugehen.

    Wie steht es eigentlich mit den Medien? Die feiern jetzt den Bundespräsidenten wegen seiner klaren Kante, fahren aber selbstverständlich alle mit Großaufgebot hin.
    Konsequent wäre (ähnlich wird es ja auch mit der dopingverseuchten Tour de France praktiziert) lediglich ein paar Agenturen nach Sotschi zu schicken und ansonsten aus der Ferne zu berichten. Für die Athleten sind olympische Medaillen und Platzierungen sportlich genauso viel wert, ob sie nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder mit Medienauflauf errungen werden.
     
  2. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    In den "Desert Island Discs" vergangene Woche meinte die lesbische Sportmoderatorin der BBC Clare Balding man müßte als direkt Betroffener gerade dort hinfahren und berichten (ab 28:20 in der Sendung). Die Zeichen müssen da schon von außen kommen, genau so wie es Gauck jetzt macht.

    Und das Geschrei möchte ich nicht hören wenn ARD und ZDF Fantastillionen für die Rechte bezahlen (müssen) und dann nur ausschließlich die vom IOC gelieferten Bilder senden und nicht mit eigenen Leuten vor Ort wären.
     
  3. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Es muss schon auffallen und wehtun, sonst erzielst Du keine Wirkung.
     
  4. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Warten wir doch einfach mal ab was sonst noch so passiert. Vielleicht haben Cameron und Hollande plötzlich auch "Terminschwierigkeiten".

    Ein deutliches Zeichen wäre natürlich ein Boykott durch große Länder. Aber damit schneiden sich die Sportler, die vier Jahre lang auf dieses Ereignis hingearbeitet haben nur ins eigene Fleisch und bestrafen sich letztlich selbst. Sie sind wie immer nur der Spielball der Funktionäre, die diesen Austragungsort entschieden haben.

    Aber für einen Boykott dürfte das Thema einfach nicht "wichtig genug" sein.
     
  5. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Ihhhhhh! Das wäre ein Abschaltfaktor.
     
  6. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    Ob der ehebrechende Pastor und erster Winkaugust dieser Landes in Sotschi ist oder in Peking fällt ein Sack Reis um. :wow:

    Ich finde es ist schon etwas komisch in der Termin Planung, gar nicht vorzusehen nach Sotschi zu fahren aber jetzt lauthals die politische Fahne raus zu hängen. Aber das ist das Typische Verhalten solcher östlichen Wendehälse. In der DDR alle Vorteile der Westkontakte durch die Kirche ausnutzen und dann als erster den großen Verfolgten geben. :wall:
     
    Zuletzt bearbeitet: 09. Dezember 2013
  7. Tweety

    Tweety Benutzer

    Das sieht Mutti aber anders, aber die ist ja nicht Staatsoberhaupt. :D
     
  8. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Was waren das noch für Zeiten als 1980 und 1984 ganze Staatenbündnisse aus purer Überzeugung Olympischen Spielen fernblieben...
    Heutzutage wird der höchstbezahlte Politiker der Republik ohne tatsächliche Funktion vorgeschickt, um medienwirksam von Protest zu schwadronieren und um überhaupt mal öffentlich stattzufinden. Irgendwie armselig.
     
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  9. br-radio

    br-radio Benutzer

    Olympische Spiele und Fußballweltmeisterschaften sind für mich keine Sportereignisse mehr, sondern viel eher Duelle nach dem Motto: "Wer besticht besser"?
    Und ich sag's ganz ehrlich, das ganze hat weder was mit Sport, noch mit Leistung zu tun, sondern nur mit Geldscheffelei. Alleine, wenn man sich überlegt, was die Ausrüstung, etc. der Sportler kostet, etc., dann denke ich mir: sollte man das Geld lieber in Schulleistungszentren, in die sportliche Entwicklungshilfe geben anstelle, dass sich auf Kosten der Welt Leute in Katar kaputtschinden müssen. Bei solchen großmannssüchtigen Veranstaltungen zeigt der Kapitalismus seine unschöne Fratze!
     
  10. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich begrüße ausdrücklich Gaucks Entscheidung. Wenigstens einer beweist da mal uneingeschränkt, das er noch Rückgrat hat. Was allerdings im Nachgang seiner Entscheidung passiert bzw. wie man überhaupt auf der politischen Bühne damit umgeht, ist peinlich und armselig. Wie schon gesagt: Früher traf man Entscheidungen aus Überzeugung, heute nur noch nach Kassenlage. Das Länder aus Überzeugung Olympischen Spielen fernbleiben (1980 der Westen, 1984 der Osten), wird es vermutlich ohnehin nicht mehr geben, eben weils nicht mehr um den Sport, sondern nur noch ums Geld geht. Die Zeit trifft es heute ganz gut auf den Punkt: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-12/gauck-merkel-sotschi
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2013
    br-radio gefällt das.
  11. br-radio

    br-radio Benutzer

    @Radiokult: Der Sport ist mittlerweile zu einer grausamen geldgierigen Veranstaltung verkommen. Richtiger Sport ist das nicht mehr! Das ist industrialisiertes Großvergnügen!
     
    Lord Helmchen gefällt das.
  12. doglife

    doglife Benutzer

    Die Olympischen Spiele in Sotschi sind überflüssig, wie anderswo.
    Bei allen Sportgroßereignissen zahlen die Zeche die, die nichts von diesem Massenspektakel haben, das noch nie anderem gedient hat, als den politischen und wirtschaftlichen Interessen der Veranstalter.

    Die Olympischen Spiele 2008 in Beijing waren belastet durch den Boykott-Aufruf von Pro-Tibet-Gruppen (Richard Gere, Franz Alt, Claudia Roth), ihnen voran der Dalai Lama, der in einer Brandrede verkündete, China habe "als das größte Land der Welt ein Anrecht auf die Olympiade. Die olympischen Regeln verlangten aber, daß im Gastgeberland der Spiele die Menschenrechte eingehalten würden. Da dies in China nicht der Fall sei, habe Beijing eben doch kein Anrecht."
    Vielfach wurden die Spiele 2008 mit den Nazi-Spielen 1936 verglichen, deren internationaler Boykott - nach Meinung mancher Experten - womöglich den Zweiten Weltkrieg verhindert hätte.

    Die live-Übertragung durch die Medien ist ein Muß, denn der Sport läuft auf einer anderen Ebene, und wenn man einigermaßen beurteilen kann, was die Athleten da tun und vollbringen und wenn das Spiel gut ist, dann vergißt man das Geld,
    dann sei ihnen die Million gegönnt, so funktionieren ja unsere Stargehaltsmodelle. Das kann man, finde ich, gut voneinander trennen.
    In der kapitalistischen Gesellschaft gibt es nichts, was nicht vom Kapitalismus berührt wird. Und man kann auf Dauer nicht so tun, als wäre das nicht so.

    Für Politiker aller Couleur, aber auch für viele andere, die die Zeit und das Geld besitzen, ist die Olympiade als größter Event eine willkommene Gelegenheit interessanten und auch wichtigen Personen zu begegnen.
    Wen kümmert denn da noch die Einstellung eines alten, vielleicht schon müden Mannes?
     
  13. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Für die Sportler und deren Anstrengungen sind olympische Spiele ein Karrierehöhepunkt, den man ihnen nicht aus politischen Gründen (Boykott) nehmen sollte. Sie können schließlich nichts für die Vergabe der Veranstaltungsorte und für die Lage in den jeweiligen Ländern.
    Allerdings sollten die Politker ihren Olympiatourismus unterlassen. Einfach wegbleiben. Man muss ja nicht einmal aus dem Wegbleiben eine große Propagandashow machen. Man muss es nur tun.
    Aber welcher westliche Politiker hat das Zeug dazu?
     
  14. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Die Schweizer finden ungewohnt klare Worte für die Entscheidung Gaucks. Ich teile nicht alles in dem Artikel, lesensswert ist er trotzdem.

    >>Im Grunde macht Gauck nur, was üblich in der deutschen Politik ist. Er schweigt wenn es wichtig wäre seine Stimme zu erheben und redet wenn es besser wäre einfach den Mund zu halten. Somit passt er sich dem ganzen Drama deutscher Aussenpolitik hervorragend an, die seit vielen Jahrzehnten nur noch ein Fliegengewicht ist.<<

    http://www.schweizmagazin.ch/nachri...cher-Bundesprsident-Gauck-versagt-erneut.html
     
  15. br-radio

    br-radio Benutzer

    Übrigens: Frankreichs Präsident Francois Hollande und auch Außenminister Laurent Fabius werden auch nicht nach Sotschi fliegen, wie man gestern hören konnte.
     
  16. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @Radiokult
    Wobei die Schweizer Außenpolitik, wie auch die Schweizer Politik insgesamt, in den letzten Jahren auch nicht gerade durch ihre ethisch-moralische Integrität aufgefallen wäre.
     

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