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Gefechte in Afghanistan

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 03. April 2010.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    So langsam gerät der "Friedenseinsatz" in Afghanistan aus dem Ruder.

    Drei deutsche Soldaten strarben am Freitagabend bei Gefechten, fünf weitere wurden schwer verletzt.

    Auf dem Rückweg von diesem Einsatz erschossen deutsche Soldaten mehrere Soldaten der verbündeten afghanischen Armee.

    Und unser Forum diskutiert über Sommerzeit und Kachelmann....
     
  2. chapri

    chapri Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Nun, das Wort "Friedenseinsatz" wird inzwischen i. d. R. durch "kriegsaehnlicher Einsatz" ersetzt - und die Afghanen waren in Zivil und dank ihres vorschnellen Verhaltens nicht als Verbuendete zu erkennen.
    Tragisch ist allerdings, dass es die jungen deutschen Rekruten direkt nach dem "Eingewoehnen" erwischt hat!
     
  3. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Ich glaube, es ist ziemlich wurscht, wann es jemanden "erwischt", ob als Rekrut, ob "kurz nach dem Eingewöhnen", oder ob als Afghanen in Zivil die "Dank ihres vorschnellen Verhaltens" nicht als verbündete zu erkennen waren. Tot ist tot - und immer tragisch!
     
  4. 2Stain

    2Stain Benutzer

  5. chapri

    chapri Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Parole, Parole...
    Nun, ein 111jaehriger RECHNET mit dem Tod, Soldaten MUESSEN damit rechnen -
    und der verhungernde Saeugling in Afrika KANN noch nicht rechnen.
     
  6. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass vieles anders laufen, wenn nicht gar verhindert, werden würde, wenn wie einstmals Monarchen heute wenn nicht Präsidenten und Kanzler(innen), so zumindest die Verteidigungs- und Außenminister an der Spitze des Heeres in den Krieg ziehen müssten. So aber verschanzen sie sich hinter "Festungen" und schönen Sonntagsreden, gibt es doch genug "Volk" welches die Arbeit und diverse Fehlentscheidungen der Regierenden auszuführen und die Konsequenzen aus Fehlentscheidungen zu tragen hat!
     
  7. 2Stain

    2Stain Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Ich bitte um Beispiele zur ersten Behauptung, mein Geschichtsunterricht dauerte leider nur von der Quarta bis zur Unterprima.
    Meinen bedürftigen Geschichtskenntnissen zufolge, wurden aber bereits in der von Dir angesprochenen Zeit "zum Sterben/Kämpfen" Untertanen ausgesucht.
    Da hat sich nix verändert - bis zum heutigen Tag.

    Kohl steht ja auch immer noch zu seinen Entscheidungen, und Schröder ("Hol' mir mal 'ne Flasche Bier) ist wieder durch Kässmann im Gespräch.

    Schick' Angie mal in den Ring gegen Putin:
    die vorgegebenen Waffe ist die deutsche Grammatik - in Deutschland ist der Streit zu führen, allerdings in russischer Sprache, da haben beide recht gute Aussichten zu verlieren.
    Schlimm könnte eine Waffengang mit der englischen Sprache zwischen Oettinger und dem Rest der Welt ausgehen.
    Oder Westerwelle mit Ahmadinejad in der Kategorie "Welches Fettnäpfchen hatte ich noch nicht?"

    2Stain
     
  8. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Dann möchte ich den "Zwei Steinen" einmal mit dem Geschichtswissen aus der 7. Klasse der (ach so schlechten) Polytechnischen Oberschule und dem, was mir Frau Schöpfel beigebracht hat, folgende Episode, die sich vor 378 Jahren in der Nähe von Leipzig ereignet hat, auf die Sprünge helfen:

    Wir schreiben also November 1632, im "Heiligen Römischen Reich deutscher Nation" wütet ein Krieg um die Vorherrschaft in Europa (gemeinhin ging es auch um klerikale Fragen), der von den nachfolgenden Generationen als 30jähriger Krieg bezeichnet wird. In der Nähe von Lützen fand eine Schlacht statt, im Verlauf derer Gustav II. Adolf, König von Schweden, bei einem Reiterangriff tödlich verletzt wurde.

    ... und nun stelle man sich Horst, Angela, Guido oder Karl-Theodor einmal an der Spitze der am Hindukusch stationierten Bundeswehrverbände während eines Angriffs auf oder von den Taliban vor.
     
  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Hallo!

    Ich bin froh, daß Manni nach sieben Stunden überhaupt eine Reaktion auf sein Eingangsposting erhalten hat. Alles andere wäre auch überaus peinlich für die Mitglieder dieses Forum gewesen.

    Aber was soll man darauf antworten?

    Die Lage ist unübersichtlich und nicht einfach. "Raus aus Afghanistan!" zu fordern ist billige Polemik, denn so einfach ist das nicht. Schließlich ist Deutschland ein vollwertiges Mitglied der UNO und möchte vielleicht auch einmal als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat aufgenommen werden. Warum auch nicht? Wir sind ein sehr wichtiges Land in Mitteleuropa und sollten langsam auch mal das Trauma "2.WK" etwas in den Hintergrund drängen - was nicht gleichbedeutend mit "vergessen" ist. DE hat also auch eine gewisse Pflicht gegenüber der Weltgemeinschaft. Und wenn halt
    ein "sogenannter friedenserzwingender Einsatz" von der UNO legitimiert wurde, kann man sich nicht einfach mit dem Hinweis auf die Geschichte drücken. Macht Deutschland ja auch nicht. Und darum sind unsere Soldaten in Afghanistan.

    Und ja, in Afghanistan läuft vieles schief, in Zukunft ziemlich sicher sogar alles "aus dem Ruder", weil eben der Unmut der Bevölkerung gegenüber der ISAF wächst. All diese Zwischenfälle mit getöteten Zivilisten sind tragisch und dem Ansehen der ISAF nicht förderlich. Aus dem idyllischen Deutschland kann man immer leicht rufen: "Das hätte nicht passieren dürfen!" Selbstverständlich nicht! Aber welche "undgediente Socke" in Deutschland (womöglich ein "Zivi") darf denn überhaupt das Maul aufreißen und sich eine solche Meinung erlauben?

    Freunde, eine Runde "Counter Strike" ist das eine. Eine Runde Dienst in Afghanistan etwas völlig anders. Hier glaubt doch nicht irgendwer, daß in der Truppe nur eiskalte Killer unterwegs sind? Das sind größtenteils junge Männer, Freiwillige zwar, die aber keinerlei Kampferfahrung haben! Woher sollten sie die auch haben? Etwas "Häuserkampf" mit Platzpatronen beim Bund (oder früher im Osten halt bei der "Fahne") zu "üben", ist definitiv keine ausreichende Vorbereitung.

    Ich gehe davon aus, daß die Soldaten, die diese afghanischen Soldaten erschossen haben, bis an ihr Lebensende mit der Verarbeitung dieses Fehlers beschäftigt sind. Die hatten Angst.

    Und ich gehe weiterhin davon aus, daß sich die Bundeswehr ihren Einsatz in Afghanistan ganz allgemein "etwas anders" vorgestellt hat. Ich möchte euch daher diesen Podcast näher ans Herz legen:

    http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/-/id=1895042/nid=1895042/did=3091768/akoubh/index.html

    Im Februar 2008 fand Dr. Reinhard Erös durchaus harte Worte zum Thema "Afghanistaneinsatz" und zeigt den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen echter humanitärer Hilfe, die wirklich bei der Bevölkerung ankommt und daher auch nachhaltige Unterstützung findet, und dem Verhalten gerade der Amis und Briten, auf.


    Weiterhin frohe Ostern
    Zwerg#8
     
  10. Ablauscher

    Ablauscher Benutzer

  11. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    @Ablauscher
    Bitter, aber wahr!
    Oder: Die Wahrheit ist bitter!
     
  12. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Doch, genau so einfach ist es!
    Deshalb müssen wir uns für nichts und wieder nichts abknallen lassen und dürfen das dann noch nicht einmal Krieg nennen? Komische Logik.
    Erklärst du das den Hinterbliebenen der toten Soldaten auch so?

    Wenn irgendjemand in Afghanistan in der Pflicht steht, dann sind es die Russen und vor allem die Amis. Letztere haben die Taliban erst zu dem gemacht, was sie heute sind. Das scheint man gerne zu vergessen. Und auch wenns tatsächlich wie billige Polemik klingt, aber wir haben in unserem Land im Moment ja wohl genug andere Sorgen, als das wir in Afghanistan quasi nichts tun könnend, für andere den Arsch hinhalten müssen.
    Den Verweis auf die UNO etc. kannst du dir im übrigen auch sparen. Das klingt beinahe wie ein schlechter Scherz, wenn man betrachtet wie hilfsbereit alleine die EU-Staaten untereinander in Krisenzeiten sind.

    http://www.youtube.com/watch?v=g2n8j-ccaEw
     
  13. regie 510

    regie 510 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich war von vorneherein gegen einen Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan. Eine Eskalation war früher oder später vorherzusehen, daß es nicht beim sog. "Friedenseinsatz" (was für ein Wort) bleiben wird. Wie viele von unseren Jungs (und verbündete Soldaten) sollen noch in diesem sinnlosen Krieg (für mich ist das absoluter Krieg - was denn sonst), der sich zur never ending story entwickelt, für nichts und wieder nichts verheizt werden?
     
  14. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Ich habe in #9 selbst darauf hingewiesen, daß der ISAF-Einsatz eine "friedenserzwingende" Maßnahme der UNO ist. Allen Beteiligten ist aufgrund dieser Wortwahl klar, daß das im Klartext "Krieg" bedeutet. Es gibt also Tote. Nur in Deutschland ist das offenbar nicht angekommen oder wurde als "Friedensmission" verkauft oder verniedlicht, weil man mal wieder einmal auf den 2.WK Rücksicht nehmen wollte/mußte. Kulti, wir (damit meine ich nicht uns beide persönlich) müssen uns entscheiden. Entweder unsere Delegation spricht in New York nur "große Worte", oder wir lassen auch Taten folgen. Leider, ich wiederhole - leider, bedingt das "Taten folgen lassen" auch den Einsatz von militärischen Einheiten - mit allen Konsequenzen.


    In der Tat! Aber ich zieh' mir diesen Schuh nicht an! Ich habe nicht ohne Grund die "Leute"-Sendung mit Dr. Reinhard Erös hier verlinkt. Dieser Mann beweist, daß man auch ohne große Worte - im Stillen - erfolgreich Hilfe leisten kann. Hilfe, die bei der Bevölkerung ankommt. Seine Organisation hat viele Schulen aufgebaut. Schulen, die von den Bewohnern mit geeigneten Mitteln (auch Gewalt) beschützt werden. Denn das ist ihre (!) Schule im Dorf! Er sagt aber auch, daß sich gerade die Frauen schon langsam wieder auf die Machtübernahme der Taliban vorbereiten - und daher "sicherheitshalber" nur verhüllt die Straßen betreten - oder noch besser - gar nicht erst auf der Straße erscheinen.

    Und damit sind wir beim Punkt: In Afghanistan wird nur Frieden einkehren, wenn es den Menschen nach der "Befriedung" durch UNO-Truppen spürbar besser geht als zuvor. Sollte das nicht gelingen, ist die ganze Aktion umsonst. Ja, dann sind auch knapp 1300 UN-Soldaten umsonst gestorben.



    Selbstverständlich haben wir genug Dreck vor der eigenen Haustür wegzufegen. Das bestreite ich ja gar nicht. Im Gegenteil - es kotzt mich regelrecht an, wie die vermeintlichen "Leistungsträger" in diesem Land mit Hartz IV- Empfängern umgehen. Und keine Bange, die Leute die heute noch mit Stammtischparolen auf die "Hartzer" schimpfen, werden auch bald sehr viel Zeit haben... (und können dann den ganzen Tag lang über ihr eigenes Dasein sinnieren). Ich habe mich dazu schon mehrmals hier geäußert, werde mich also nicht wiederholen.

    Ich verweise erneut einfach mal auf unsere "internationalen Verpflichtungen". Ich weiß, das ist ein Scheißwort, Kulti. Aber wir (Deutschland) können uns nicht immer nur die Rosinen rauspicken und irgendwo und "wohlbehütet" Brunnen bohren. Mitunter muß man auch schießen. Ich verurteile Gewalt, zur Durchsetzung politischer Ziele... - bla bla bla.

    Aber mal ernsthaft: Was würde in Afghanistan passieren, wenn sich die ISAF einfach zurückzieht? Meine Theorie ist einfach: Weiterhin Bürgerkrieg, die Taliban übernehmen wieder die Macht und unter dem Deckmantel des Islam versinkt das Land wieder im Mittelalter...

    Und? Interessiert uns das eigentlich (siehe Hagen Rether)?


    vg Zwerg#8
     
  15. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Das Dilemma beginnt schon damit, dass es auf diesem Globus Nationen gibt, die sich für "die Guten" halten und deshalb das Recht herausnehmen, zu entscheiden, wer "die Bösen" sind, und diesen dann auch noch all ihre Segnungen überzustülpen.

    Und was soll zum Beispiel die Entrüstung der Atomwaffen produzierenden und besitzenden Staaten über jene, die sich ebenfalls solche Atomwaffen zulegen wollen? Verlogen, undemokratisch, imperialistisch!

    Für all diese Macht- und Wirtschaftsinteressen - denn um nichts anderes geht es (@towa: keine linke Verschwörungstheorie) - müssen Hunderte, Tausende, Millionen von Menschen sterben, Generation für Generation.

    Nur: Solange die Menschheit aus Menschen besteht, werden wir an den Zuständen nichts ändern.
     
  16. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Manni, warum vermeidest du das "pöse" Wort, welches all die Probleme in dieser Welt zusammenfaßt? Woher kommen denn die 3% Zinsen, wenn du meinetwegen 10000 Euro für ein Jahr lang "anlegst"? Wer hat sich das Geld (den Mehrwert) eingesteckt, welches durch die aktuelle Finanzkrise angeblich vernichtet wurde?

    Das "pöse" Wort heißt "Kapitalismus", auch wenn es Towa möglicherweise nicht passt. Nein, Towa ist es egal, wie sich unsere Gesellschaftsform nennt. Unser "Towa" schwebt seit Jahren sowieso auf einer anderen Wolke. Ich hoffe, er geht wirklich bald in Rente und zieht sich dann entgültig auf sein Haus in Spanien zurück, trinkt eine Flasche Rotwein, lacht über die "Dummen" (besonders Hartz IV-Empfänger) und genießt den Sonnenuntergang. Nein Towa, ich bin nicht neidisch. Ich wünsche dir viele glückliche Rentnerjahre! Warum tue ich das? Ganz einfach: Damit ich dein menschenverachtendes Geschreibsel nicht mehr lesen muß!


    > Nur: Solange die Menschheit aus Menschen besteht, werden wir an den Zuständen nichts ändern.

    Gestern zu viel "Matrix" auf PRO7 gesehen? ;) Aber ja, die "Menschheit" (nennen wir sie mal so) hat den Planeten Erde in den letzten 150 Jahren praktisch "runtergeritten"! Ich wiederhole: Die "Menschheit" hat in nur 150 Jahren (!) das ökologische Gleichgewicht des Planeten Erde durcheinander gebracht! Wie sagte "Agent Smith" sinngemäß: "Ihr seid wie ein Virus."

    vg Zwerg#8
     
  17. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Dieser gesamte deutsche Einsatz in Afghanistan ist ein Absurdum! In erster Linie sollen deutsche Polizisten das afghanische Polizeisystem aufbauen, betreuen und dahin bringen, irgendwann selbstständig für Ordnung und Frieden im Land zu sorgen. Blöd nur, dass das alles vor über 30 Jahren schon mal versucht worden ist mit einem afghanischen Beamten, der dafür in Deutschland ausgebildet wurde.

    Man sollte die Steuergelder sinnvoller einsetzen und nicht in einem Land, das nachweislich die USA (wenn überhaupt) bedroht und nicht unseres. Aber die Amis sind mithilfe der Medien Weltmeister im Bangemachen ihres Volkes...
     
  18. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Ich bin ein Gegner aller Gewalt und Kriege. Sowohl die alte, insbesondere aber die neue Konfession verbietet es mir. Aber auch nach allem Nachdenken, meditieren und betrachten des Problems:
    Manchmal gibt es keine andere Möglichkeit, besonders dann, wenn Aggression von dem "Gegner" ausgeht. Wir sollten uns alle an die Historie erinnern. Getreu der urchristlichen als auch einer buddhistischen Grundlehre (u.a. "Du sollst nicht töten") wäre der Menschheit wohl nichts anderes übrig geblieben, als sich kampflos von Hitlers Truppen überrollen und hinschlachten zu lassen? Oder bei den Serben tatenlos zusehen, wie sie dies in Bosnien und im Kosovo getan haben?

    KRIEG: Ist eigentlich definiert als bewaffnete Auseinandersetzung zwischen zwei Staaten (resp. Völkern). Insoweit kann man nicht von einem Krieg sprechen. Es sind allenfalls bürgerkriegsartige Zustände, denen auch die deutschen Soldaten ausgesetzt sind. Oder besser: Einem Guerilla-Krieg getreu der maoistischen Linie. Bewege Dich wie ein Fisch im Wasser (und schlage zu).

    Ich würde mich allerdings wohler fühlen, wenn man nicht einfach Soldaten abkommandiert, sondern gerade unter den Rekruten auf eine Freiwilligkeit setzen könnte. Gerade diesen muss klargemacht werden, daß es vielleicht ihr erster und letzter Einsatz werden könnte.

    Den US-Amerikanern allein das Problem zu überlassen wäre ganz sicher falsch. Ebenso die Betrachtungsweise, daß wir damit nichts zu tun haben.... Die radikale Denkweise von Al Q'aida und den Taliban richtet sich gegen alles Westliche, gegen die jüdisch-christliche Welt an sich und gegen alle anderen Religionen (siehe die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan).
    Gerichtet gegen die friedlichste und ausgleichendste Religion überhaupt... :rolleyes:

    Was sollen wir also tun? Wirklich den US-Amerikanern, oft gescholten für deren anmassende Weltpolizei-Einstellung, das Problem wirklich allein überlassen?
    Ich habe da auch keine abschliessende Antwort darauf und kämpfe innerlich mit mir selbst. Das aber nur mal als Anmerkung zum Thema.
     
  19. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Dann sind wir schon Zwei!

    Und schon trennen sich unsere Wege wieder! Ich glaube nicht an Gott oder an ein irgendwie übergeordnetes Wesen. Tut mir Leid, dafür habe ich absolut kein Verständnis. Ich habe vor ein paar Wochen jemanden hier im Forum etwas "auf die Füße getreten", als ich schrieb, daß es keinen Gott gibt. Hinterher tat mir das auch etwas leid, aber vielleicht kann mir ein Gläubiger diese Bilder erklären:

    http://images.google.de/images?q=gott+wo+warst+du+winnenden

    Wo war er denn? Haben sich die Opfer irgendwie "schuldig" gemacht und wurden daher von Gott "bestraft"? Okay, zumindest hat er es zugelassen! Er hat den Tod billigend in Kauf genommen! Damit ist das Verhalten von Gott strafrechtlich relevant. Wer zeigt ihn an?


    So sieht es aus. Was in Afghanistan läuft ist ein Partisanen-Krieg. Mit "normalen" Mitteln ist dieser Krieg (ups!) nie und nimmer zu gewinnen. Vergleichbar ist das mit der Schweiz, die praktisch "uneinnehmbar" ist, wenn Tunnel und Brücken gesprengt werden. Die vorbereiteten Sprenglöcher sind gut sichtbar (z.B. im Gotthard-Tunnel, 500 Meter vor dem Südportal)...


    Aufgeben? Rückzug? Lasst doch die "Kameltreiber" machen was sie wollen? Ich weiß es auch nicht.

    vg Zwerg#8
     
  20. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Schön, daß wir einer Meinung sind. Nur eine Anmerkung: Der Buddhismus kennt auch keinen Gott.

    Eine Lehre, die -das ständige Kommen und Gehen betrachtend- stark an die wissenschaftliche These des Urknalls und alles, was danach kam und sich entwickelt hat, erinnert. Und in der kein Gott vorkommt, außer er wäre derjenige gewesen (eine Geisteinheit), die den Urknall in irgendeiner Ursuppe ausgelöst hat.

    Ich kann allerdings nachvollziehen, daß viele auf Grund von tragischen Todesfällen, Erdbeben, Tsunamis uws.etcpp. an die Existenz Gottes zweifeln.

    Ich persönlich kann nicht sagen, ob es (einen) Gott gibt oder nicht. Das maße ich mir nicht an, und es ist immer ein Frage des ganz persönlichen Glaubens. Immerhin ist der Buddhismus offen für einen Dialog mit den anderen Religionen und denen gegenüber tolerant, was man von manch anderer Religion nicht sagen kann.
    Aber selbst eine buddhistische Sichtweise bringt keine Lösung in den Afghanistan-Konflikt. Außer, alle Beteiligten an dem dortigen Szenario würden ab morgen zum Buddhismus konvertieren... dann ja. Aber warum dann nur Afghanistan?
     
  21. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Es geht bei diesem Einsatz im Grundsatz darum, weitere Ausbildungen von Terroristen in diesen Terrorcamps seitens der Taliban zu vermeiden. Nur wie geht es weiter, wenn diese Taliban halt in den Iran oder sonstwohin weiterzieht, um dort unbehelligt weiter zu machen?

    Und mal ehrlich: warum soll (wie oben geschrieben) die USA als militärische Weltmacht nicht alleine mit ihrem Problem in Afghanistan zurechtkommen? Das sind doch alles noch die alten Bush-Theorien! Zudem ist es mir weiterhin unverständlich, warum dieser im Vergleich kleine Bin Laden die USA plus Verbündeten an der Nase herumführt und nicht aufgespürt werden kann. Oder ist dieser Mann alleine doch nicht mehr das Hauptproblem?

    Der Einsatz in Afghanistan ist eine Steuergeldverschwendung. Und wenn die UN sich in alle Kriegsgeschehen dieser Welt einmischt, hat sie ordentlich was zu tun! Die aktuellen Zustände in China oder Nordkorea beunruhigen mich mehr, als diese Scharmützel in Afghanistan.
     
  22. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    OT
    An radiovictoria01: Was Du da im ersten Absatz schreibst hat Bonhoeffer (?) mal mit dem Bild "einem Amokfahrer ins Lenkrad greifen" umschrieben - egal wie man es macht, man macht es falsch und wird sich für das eine oder andere verantworten müssen. Aber als Angehöriger einer monotheistischen Religion weiß man wenigstens, wem man da gegenübersteht. Ich finde das beruhigend, andere beängstigt das.
    An Zwerg#8: Ich will Dir Deine Überzeugung nicht nehmen und Dich schon gar nicht missionieren. Nur eins zum Nachdenken: Sind es nicht überwiegend die Menschen, die NICHT von einer Katastrophe betroffen sind, die sich "angesichts der schrecklichen Bilder" von Gott verlassen fühlen bzw. seine Existenz leugnen? Man sollte daher vielleicht die Eltern und Angehörigen der Getöteten in Winnenden und Afghanistan nach Gott fragen, aber nicht von Außen draufschauen und sagen "da hat er versagt, der alte Herr auf Wolke 7" - den es ja scheinbar gar nicht gibt. Der Blick verhungernder Kinder, sterbender Opfer "friedenserzwingender Maßnahmen", trauernder Angehöriger nach Amokläufen klagt nicht Gott an, sondern den Menschen.
    Platte Wiedergabe meiner Theorie: Ohne Gott hätte sich die Menschheit schon lange zerlegt. Aber das ist keine Frage von Argumenten, sondern von Glauben.
     
  23. El Beasto

    El Beasto Gesperrter Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Hallo Stagemanager75,
    man sollte immer im Leben an etwas glauben.
     
  24. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Dazu keine Widerrede von mir - Zwerg#8 sieht das aber anders - was sein gutes Recht ist. Und daher ging meine Anmerkung auch an ihn.
     
  25. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Gefechte in Afghanistan

    Es ist auch wieder bemerkenswert, dass wir eigentlich über Krieg und Gewalt in Afghanistan diskutieren wollten und inzwischen bei Gott gelandet sind.
    Bei vielen Kriegen (der Geschichte) war Gott jedenfalls nicht die Lösung, sondern die Ursache.
     

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