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Geigerzähler - welcher ist sein Geld wert?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von mw_88, 27. Mai 2012.

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  1. mw_88

    mw_88 Benutzer

    Ich möchte mir einen handlichen Geiger-Müller-Zähler zulegen und kein Geld im vierstelligem Bereich ausgeben. In ebay und auch bei diversen Elektronikhändlern (z.B. Conradelektronik) bekommt man einen Überblick über ein paar dutzend Geräte, aber welcher Geigerzähler ist brauchbar und das Geld wert?
    Hoffe hier im Forum Antworten zu finden.. :)
     
  2. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    Erstens würde ich mal behaupten: Falsches Forum - Radio hat i.d.R. nix mit ionisierender Strahlung zu tun.
    Zweitens: Deine Frage wird sich so nicht beantworten lassen.
    Was willst Du nachweisen und zu welchem Zweck? Oberflächenkontamination? Ortsdosisleistung? Personendosis? Radionuklid-Analyse einer Materialprobe? Alpha-, Beta-, Gamma-, Neutronenstrahlung?
    Du solltest zumindest den Background zu diesen Begriffen einigermaßen kennen und begreifen, bevor Du ein Messgerät kaufst und dann aus dem, was da angezeigt wird, sehr wahrscheinlich die falschen Schlüsse ziehst.
    Nein, es gibt nicht das Kästchen für XXX Eur beim Versandhändler, das Du (bzw. jeder beliebige Laie) über die Pilze aufm Markt hältst oder in den Sandkasten im Stadtpark, das Dir sagt "alles ok" oder "bleib weg" - auch wenn das manche Katalogbeschreibungstexte suggerieren.
     
  3. mw_88

    mw_88 Benutzer

    Wir sind hier in der Auszeit, in der man sich auch über nicht radiorelevante Themen äussern kann.

    Ich möchte, um zu meinem Anliegen zurück zukommen, ein Gerät haben, welches erhöhte Radioaktivität in der Luft nachweisen kann. Wie zum Beispiel nach den atomaren Unfällen in Fukushima, Tschernobyl, Windscale,
    Majak oder Geestacht, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Radioaktive Elemente z.B. in Nahrungsmitteln nachzuweisen habe ich nicht vor, dazu fehlt mir das nötige Kleingeld. Daher meine Frage: welches Gerät in der
    dreistelligen Euroklasse ist empfehlenswert?
     
  4. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

  5. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Daß jetzt auf dieser oben verlinkten Website die örtlich gefallenen Niederschläge eingezeichnet sind, die zu Auswaschungen von Radon aus der Atmosphäre und damit zu einer kurzzeitigen Erhöhung der ODL führen, ist relativ neu.


    @mw-88: Wenn du erhöhte Radioaktivität in der Luft feststellst, ist es schon zu spät - oder willst du das Ding 24/7 laufen lassen, damit es evt. Alarm gibt? Zu diesem Zeitpunkt solltest du eigengentlich schon längst mit "Kind und Kegel" im Auto sitzen und im Winkel von 90 Grad zur aktuellen Windrichtung "davondüsen".

    Frag mal in deinem Rathaus nach, ob du dort für den Ernstfall kostenlos Jod-Tabletten bekommst... (Hier bei mir - ja, dich wird man aber höchstwahrscheinlich auslachen ("Was, Sie wollen "Jod -S11-Körnchen? Für Ihren Wellensittich?" und wegschicken.)

    Grüßle Zwerg#8
    ("Stammgast" auf dieser Website, da sich das AKW Fessenheim in meiner Nähe befindet.)
     
  6. chapri

    chapri Benutzer

    Wenn's kein Spielzeug sein soll, ist der GAMMA-SCOUT für rd. 350 EUR noch die akzeptabelste Lösiung.
     
  7. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    Na, damit kommen wir schon mal weiter. Da kommt dann eine Ortsdosisleistungsmessung in Frage - für manche Wetterstationen gibt es so was als Zubehör. Auch der zitierte Gama-Scout ist da eine Lösung. Was die leider nicht so richtig messen ist die Partikelaktivität, die sich z.B. auf dem Boden ansammelt. Dazu wird der Luftstaub angesaugt und analysiert.
    Erinnerst Du Dich noch an die Geschichte, wie Tchernobyl damals publik wurde? Die Mitarbeitenden eines schwedischen Kernkraftwerkes sind nicht aus ihrem Arbeitsbereich gekommen, weil man Körper-Kontamination festgestellt hat. Es ging Stunden, bis man mal geblickt hat, dass die Kontamination von draußen eingeschleppt wurde. Auch damals schon war die Umgebung von Kernkraftwerken mit Dosismesssystemen ausgestattet. Die von denen gemessene Erhöhung war allerdings noch nicht Alarmwürdig. Warum ich das schildere? Die Aussage, die ein Gamma-Scout (als Ortsdosisleistungsmesssystem) machen würde, würde Dich im Zweifelsfall in falscher Sicherheit wiegen.
    Ohne Deine Beweggründe zu wissen: Oft kommt der Wunsch nach einem "eigenen Messgerät" aus einem latenten Misstrauen an den offiziellen Strahlungsmesswerten. Aber die Verfahren, die für eine einigermaßen aussagekräftige Messung nötig sind, sind einfach nicht mit einem dreistelligen Betrag abzudecken.
    Gerade auch das Mess-NETZ macht erst vernünftige Aussagen möglich (und "dank" Tchernobyl wurde da auch äußerst viel investiert).
     
  8. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    Hab noch ein Schätzeisen gefunden!
    Wenn Du ein Handy mit Android hast: [COLOR=#414242]
    [COLOR=#414242]Radioaktivität Zähler Lite[/COLOR]​
    [/COLOR]
    bzw. [COLOR=#414242]
    [COLOR=#414242]Radioaktivitäts Zähler[/COLOR]​
    [/COLOR]
    .
    Nein, das ist kein Fake oder eine App, die Werte stationärer Messstationen anzeigt. Nutzt den Umstand, dass ionisierende Strahlung in CCD-Chips (also auch der eingebauten Kamera) Signale hinterlassen.
    Ein Bekannter von mir, der beruflich Zugriff auf "amtliches" Mess-Equipment und Teststrahler hat, bestätigt die Funktion und auch eine gewisse Brauchbarkeit der gemessenen Werte. Auf den geeichten, überwachten persönlichen Dosimeter würde er jedoch trotzdem nie verzichten. Einige Kommentare anderer Fachleute äußern sich ähnlich.
    Im Zweifelsfall einfach mal die direkt verlinkten und weiteren zugehörigen Videos in Youtube anschauen.
    Die App für iOS scheint in Arbeit.
     
  9. count down

    count down Benutzer

    Wenn die Zeit nicht reicht, sollte man vorgesorgt haben. [​IMG] [​IMG]

     
    Makeitso gefällt das.
  10. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Sorry Countie, für die verspätete Reaktion! Aber bei mir ticken die Uhren gerade etwas langsamer.

    Dieser geniale Sketch stammt aus einer Zeit (das muß Ende der 70er gewesen sein), als sich viele Bundesbürger wirklich einen "Bunker" im Vorgarten gebaut haben. Das wissen junge Leute von heute natürlich nicht mehr, sie können sich auch nicht in diese Zeit reindenken. Damals stand die "Zivilisation" ganz nah vor ihrer nuklearen Selbstvernichtung. Ich bekomme jetzt Gänsehaut.

    Könnt ihr euch noch an diese Story erinnern? Sicherlich...

    http://de.wikipedia.org/wiki/We_begin_bombing_in_five_minutes


    Grüßle
     
  11. chapri

    chapri Benutzer

    Na, da schweift der Zwerg ganz schön ab.

    @StageManager
    Was die app betrifft, zweifle ich deren Genauigkeit an. Vermutölich explodiert das damit versehene Smartphone, wenn ein LKW mit Lauge (die immer natürliche Strahlung abgibt!) neben dem Nutzer hält. ;)
     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Ganz so ist es nicht, wie wir heute wissen. Dieser "Gag" des US-Präsidenten zeigt doch nur, wie absurd die Weltsituation zu dieser Zeit war! Welcher "Staatsmann" würde HEUTE und "aus Spaß" so einen Spruch ablassen?

    Du kennst Filme wie "War Games", "Terminator 1" oder "The day after" aus dieser Zeit. Es war definitiv eine Minute vor Zwölf! Wir alle haben das geahnt, aber wie die Menschheit nunmal reagiert - völlig ignoriert.. Die nukleare Selbstvernichtung ist uns damals erspart geblieben. Glück gehabt... Glück? Ich würde eher auf "Zufall" tippen.

    Wir (meine Generation) war damals jung, hat das nicht wirklich "ernstgenommen". Wir haben uns damals lieber (noch ohne Kondome) geliebt. Und das war auch richtig so!

    Heute sehe ich das etwas anders. Und ich sehe durchaus "dunkle Wolken" am Horizont. Das sind aber keine "Atomwolken", sondern eher "Blasen", die mit dem Euro zu tun haben...

    Grüßle
     
  13. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  14. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Ach du liebe Scheiße! Eine Nebelkammer für den jungen amerikanischen Atomamateur! Fast unglaublich!

    Danke Kulti!

    Das erinnert mich an diese "Zivilschutzhefte" aus den frühen 60er Jahren, die es sicher auch bei der Bundeswehr gab.

    Kurzfassung: Im Falle eines "Atomschlags" nimmt man "in aller Ruhe" eine Plastikfolie, "dichtet" damit das Kellerfenster ab und wirft noch einen kleinen Erdhaufen vor das Fenster... Fertig ist der "Bunker".

    100 kPa Uberdruck einer heranbrausenden Druckwelle und euch fliegen nicht nur die Trommelfelle aus den Ohren...
     
  15. StageManager75

    StageManager75 Benutzer

    Die Kommentare einiger Fachleute (Strahlenschutzbeauftragte u.Ä.) räumen ja durchaus ein, dass es ein Schätzeisen ist, wobei sich alle einig darin sind, dass es erstaunlich gut mit einem entsprechenden "amtlichen" Messgerät übereinstimmt. Ich würde mein Leben auch nicht an das Funktionieren dieser App hängen (aber an den bereits hier im Thread genannten "Gamma Scout" eben auch nicht...).
    Die Handys im Test (siehe verlinkte Filmchen) sind selbst bei 10 Gy/h nicht "explodiert". Der Aufenthalt in einem solchen Feld wurde als ziemlich tödlich bezeichnet. Also keine Angst um das Smartphone. Das hält mehr aus als Du.

    Zur Genauigkeit: Es gibt auf der Homepage des Entwicklers Kalibrierlisten (der scheint sich tatsächlich die Mühe gemacht zu haben, mit einer nennenswerten Anzahl Android-Handys Messreihen gefahren zu haben). Auch bei den Profigeräten beeinflusst die Handhabung das Messergebnis spürbar - also wird ein Laie mit jedem noch so teuren Gerät ohne Einweisung Murx messen.

    Spannender fand ich die Filmchen mit den Pilzen im Bayrischen Wald...

    Tip von meinem Bekannten (der ebenfalls im Strahlenschutz arbeitet und die App bei sich im Eichlabor ausprobiert hat) auf meine Frage, wo ich denn einen Teststrahler herbekäme um mal mehr als ein/zwei "Kick" pro Minute zu hören: Staubsauger auf, vor den Beuteleinlass ein Papiertaschentuch, ein paar Minuten den "sauberen" Boden absaugen und dann das Tuch ausmessen. Er rechnet damit, dass da genug Radon-Abbauprodukte drauf sind, damit man eine Zunahme der Aktivität sieht. Mein eigener Test steht noch aus.
     
  16. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Mit dem Satz "Es wird übrigens noch ein Bild gesucht." endet der Eintrag zum Karatschai-See im "Kuriositätenkabinett" auf Wikipedia. Möglicherweise liefert der Kamerasensor noch ein paar Bilder, bevor er erblindet. Also nix wie hin!


    Wenn man sowas liest, muß man sich die Frage stellen, ob man im Zusammenhang mit dem Wirken der Menschheit in den letzten 200 Jahren überhaupt noch den Begriff "gesunder Menschenverstand" verwenden darf. So eine Sauerei!



    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kuriositätenkabinett
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See
     

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