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Häglaredsmasten (332m) bei Borås/Schweden eingestürzt

Dieses Thema im Forum "Radioszene Weltweit" wurde erstellt von iro, 16. Mai 2016.

  1. iro

    iro Benutzer

    http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=125&artikel=6432898
    Übersetzt: https://translate.google.de/transla...gramid=125&artikel=6432898&edit-text=&act=url

    Am 15.Mai 2016 um 22.30 Uhr stürzte der 332 Meter hohe Gittermast Häglaredsmasten auf dem Trollberget bei Borås bis auf 100 Meter ein.
    Es gibt Hinweise auf einen Sabotageakt, die sich nach jüngeren Meldungen verdichtet haben, so daß jetzt alle anderen schwedischen Grundnetzsender unter verschäfter Bewachung stehen.

    Ab heute Mittag wollte man einen mobilen Ersatzsender/Masten in Betrieb nehmen, der natürlich nicht die ursprüngliche reichweite haben wird.

    Weitere Artikel finden sich unter Google/News und dem Stichwort Borås.
     
  2. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Interessant.

    Dieses Video, welches die "Turmbesteigung" am 12. Mai von ein paar vermummten Personen zeigt, ist wohl seit heute nicht mehr auf YT zu sehen. Daß heißt natürlich nicht, daß man heute nicht auch noch Ausschnitte davon finden kann.

    Ich beziehe mich jetzt mal nur auf einen Screenshot aus diesem Video,

    http://www.gp.se/nyheter/västsverige/här-klättrar-de-upp-för-masten-1.1168145

    Auf diesem Foto in dieser Fotostrecke ist das Gesicht "verpixelt". Okay.

    Im Video ist das nicht so. Wie dumm muß man eigentlich sein, um sowas vor dem Upload auf YT zu "übersehen", wenn man ernsthaft einen Sendemast "legen" will?

    Mittlerweile sind die Jugendlichen wohl bekannt und nicht der Sabotage verdächtigt. Das waren wohl nur irgendwelche "YT-Helden", die einfach mal im Rampenlicht stehen wollten. So eine ähnliche Nummer gab es ja vor ein paar Monaten auch in Rottweil. Dabei ging es um die "Besteigung" dieses Krans für den Bau dieses Fahrstuhl-Testturms. Das waren über 250 Meter ohne Sicherungsseil. Idiotisch.

    https://translate.googleusercontent...botage&usg=ALkJrhgzrUm8khyBMfi65rO9QlgQoJJSrQ

    Und jetzt mal ehrlich: An diesem Turm sind Schraubverbindungen zu lösen (oder wenigstens etwas zu lockern), damit das Ding überhaupt etwas "instabil" wird. Das sind M20 oder noch "fetter". Nie und nimmer bekommt man die mit Muskelkraft und einem handlichen "Schraubenschlüssel" gelöst! Bitte! Dazu muß man schon ein Rohr von einem Meter Länge mitnehmen und auf den Schraubenschlüssel (sozusagen als Hebel) mit auf den Turm nehmen. Nee - das sehe ich nicht inm dem Video. Ich kenne genug Leute, die den ADAC angerufen haben, weil sie mit dem Bordwerkzeug im Auto einfach nicht die Schrauben am platten Rad aufbekommen haben. Das nennt sich "Drehmoment" - oder hier speziell für Schraubverbindungen - "Anzugmoment", üblicherweise in der Einheit "Nm" angegeben.

    Ich mache jetzt keine "Physikstunde". Keiner der Vermummten hätte das geschafft. Darum hat man sie wohl auch erstmal "laufenlassen"...
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2016
  3. iro

    iro Benutzer

    Die "Vermummten" hat die Polizei ja bereits ausfindig gemacht und ausgeschlossen als Tatverdächtige, das Video der "Swedish Pride" ist auch bereits wieder bei YT zu finden. Unverpixelt.
    Wenn jemand einen Mast "legen" will, wird er wohl nicht am Mast, sondern an den Pardunen tätig werden. An allen einer Richtung, um den ganzen Mast zu knicken, oder nur an einer oder zweien, worauf dann ein Teil stehen bleibt.
     
  4. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Das Video gibt es jetzt hier:



    Die sind richtig krass draufgewesen, denn sie haben auf dem Mast bis zum Einbruch der Dunkelheit ausgeharrt, um noch die tolle Abendstimmung mitnehmen zu können. Das würde kein ordnungsgemäß gesicherter und geschulter Monteur freiwillig tun, wenns nicht dringend nötig wäre. Außerdem sind sie wohl durch die Antennenfelder gestiegen bei voller Leistung. Schönen Dank auch. Da wird einem ganz warm ums Her(t)z.

    Wenn ich mir das Foto hier anschaue
    http://sverigesradio.se/sida/images/83/3687002_2048_1152.jpg?preset=article-slider

    wirkt das, als wäre der Mast direkt über einer Reihe Pardunen gebrochen. Die kümmerlichen Schrauben (mich wundert sowieso, daß dieser Mast offenbar mit Metallbaukasten-Technik gebaut wurde, die Verschraubungen müssen doch bei jeder Bewegung des Mastes scheuern, bis sie durch sind?) hats dabei alle nach einer Seite verbogen. Ich gehe deshalb mit @iro und vermute: obere Pardunen gekappt, eine oder zwei davon. Und zwar am Boden.

    Und aktuell findet man dazu auch Aussagen: demnach wären massenhaft Verschraubungen auf den Pardunenfundamenten gelöst worden:

    https://translate.googleusercontent...-fall/&usg=ALkJrhjKOU3YHGSBgJs4UZF-ENV3Q6vEbQ

    https://translate.googleusercontent...asten/&usg=ALkJrhiuou-4be84V24OFM8YOH3gTNyLzA

    Und für den Zwerg: die idiotischen Mutproben laufen auch in Deutschland, hier z.B. am 363 (!) Meter hohen Donebach-Langwellenmast des DLF.



    Da wird zumindest mir übel, wenn ich sehe, wie die Jungs bei dem Wind (Böen nicht ausgeschlossen) auf dem Blitzfangkorb mit der selfie-Stange hantieren. Aber geiles Video, insofern: Mission erfüllt. Das Leben scheint ihnen egal zu sein. Sehe gerade: in Rottweil warens auch die Grave Yard Kidz. Der Name scheint Programm zu sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2016
  5. s.matze

    s.matze Benutzer

    Wenn die ihre Anlage mit einem 1,50 Meter Holzzaun sichern darf sich doch niemand wundern.
    Was machen die eigentlich im Falle eines Terror-Anschlags? Es wäre ein Leichtes für Attentäter.
    Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man derart wichtige Anlagen nicht ausreichend absperrt!
     
  6. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Bitte nicht vergessen: aufs Inland bezogen bringen wir gerade die längste Friedensperiode seit ich-kann-mich-nicht-erinnern zuende - in Ost- und in Westdeutschland. Außer der RAF hatte Westdeutschland seit 1945 keine Herausforderung. Gegen den jeweils anderen militärischen Pakt gab es die innerdeutsche Grenze, die Türen im Inland waren dann weitgehend offen, da nichts weiter zu befürchten war.

    Heute ists wurscht. Allein die Tatsache, daß der AM-Rundfunk als robustestes und weitreichendstes Medium komplett abgewickelt wurde, spricht doch Bände über die Naivität, mit der man an künftige Herausforderungen rangeht.

    Aber dafür haben wir nen anderen Thread: http://www.radioforen.de/index.php?threads/radioempfang-im-ernstfall-wie-was-wo.24187/
     
  7. iro

    iro Benutzer

    Eher ja wohl: keine Herausforderung angenommen... Ich erinnere z.B. an den Oktoberfestanschlag aus Kreisen der Wehrsportgruppe Hoffmann (vermutlich zu "Gladio" gehörend), der bis heute nicht wirklich aufgeklärt wurde.

    Die DDR hatte bis 1989 ihre eigene Sabotagegruppe im Westen (Gruppe Ralf Forster). Die Russen haben Berichten zufolge heute ihre "Systema"-Leute im ganzen Westen installiert. Sendemasten dürften immer mit auf der Liste stehen - aber natürlich nicht "einfach so", sondern erst im Kriegsfall.
     
  8. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Ich hab man ein besseres Luftbild gesucht. Bei GoogleEarth ist der Sonnenstand zu niedrig.

    Im Vergleich zum Video nach dem Einsturz ist das Luftbild wohl etwas älter, denn es fehlen die zwei kleinen Parabolantennen unten im Bild. Dafür sieht man das Fundament der Abspannung sehr gut (etwa 180m vom Mast entfernt). Von dort gehen (besser: gingen) drei Seile nach oben. Ein weiteres Fundament befindet sich etwa 120m vom Mast entfernt. Von dort gehen zwei Seile nach oben. Und genau über dem oberen Seil ist der Mast weggebrochen.

    Wie man im Bild sieht, belasten die Seile die (später gelösten) Schrauben am Fundament praktisch "auf Zug". Ein paar Schrauben haben die Täter sicherlich bewußt nicht gelöst. Ich möchte persönlich auch nicht daneben stehen, wenn so eine Trosse wegfliegt...

    http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=57...89_13.055972_Häglaredsmasten___&ignoreoptin=1




    @Radiowaves: Wenn Schrauben fest(!) angezogen sind, besteht eigentlich keine Gefahr bezüglich Abscherung, denn die Haftreibung zwischen der beiden verbundenen Teilen muß ja erstmal überwunden werden, bevor sich überhaupt etwas bewegen kann. Sicherlich ist eine Schraubverbindung mit mehreren Schrauben auch überdimensioniert - möglicherweise reißt dann einfach das Material neben der eigentlichen Schraubverindung. Wenn man die Schrauben natürlich lockert, dauert es sicherlich nicht lange, bis der "Schadensfall" eintritt. Der Eiffelturm (obwohl nur genietet) steht ja auch noch... ;)
     

    Anhänge:

  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Für die Traditionskiste der "Grave Yard Kidz": Ihr könnt euch diesen SWR1-BW Aircheck vom 29.10.2015 in hoher Qualität runterladen. Aber erst anmelden!

    Erschreckend in diesem Bericht sind eigentlich nur die Reaktionen der Schüler aus Rottweil! Die finden das wirklich echt cool! Das muß man sich wirklich mal anhören!

    Ich war auch mal jung - habe auch viel Scheiße gebaut. Heute (und mit Nachdenken) bin ich froh, daß ich alle Vorkommnisse im Zusammenhang mit "Leichtsinn" (auch Alkohol) schadlos überstanden habe.

    Aber "die" spielen bewußt mit ihrem Leben.

    Jetzt müßte man fagen: "Ja, sind die denn nicht ausgelastet?"

    Sind sie eben nicht. Jugendarbeitslosigkeit. Die "Kidz" von heute suchen sich halt andere Kicks.

    EDIT: Man beachte das Wort "Kranfriedensbruch"! ;)
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 22. Mai 2016

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