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Helmut Schmidt ist tot

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von ricochet, 10. November 2015.

  1. ricochet

    ricochet Benutzer

    Nachdem sein Leibarzt bereits in den frühen Morgenstunden von heftigem Fieber und Bewusstlosigkeit berichtet hatte, zeichnete sich im Laufe des Tages immer mehr ab, was sich am frühen Nachmittag bestätigte: Der Altkanzler (96), zeitlebens eine politische Legende, ringt mit dem Tod. Der abwehrgeschwächte Körper hatte der sich ausbreitenden Infektion nach nur knapp überstandener Gefäßoperation nichts mehr entgegenzusetzen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-schmidt-ist-tot-a-1062105.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2015
  2. Maschi

    Maschi Benutzer

    Der wohl größte Staatsmann den wir je hatten.
     
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  3. Tonband

    Tonband Benutzer

    Es wundert mich, diese Meldung unter "Auszeit" zu finden. Sollte dieses Ereignis nicht ein allgemeines Radiothema sein? :rolleyes:

    Spiegel-Nachruf: "Der Jahrhundert-Lotse"
     
  4. chapri

    chapri Benutzer

    ... neben Willy - auch wenn die beiden sich schon mal gezankt haben ...
    "Schmidt Schnauze" wird sehr fehlen!
     
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  5. ricochet

    ricochet Benutzer

    Schmidt Schnauze (im Alter wurde er ja zunehmend milder und philosophischer) 1986 in einer Talkshow des NDR, in der er u.a. mit einer Loriot-Persiflage konfrontiert wurde:

     
  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Was verstehst Du unter "je"?
    Und wer ist "wir"?
     
  7. Skywise

    Skywise Benutzer



    Gruß
    Skywise
     
  8. dramaking

    dramaking Benutzer

    Als die BREAKING NEWS am Nachmittag durch den Ticker von BBC News (Inlands-Nachrichtenkanal) lief, lautete die Berufsbezeichnung "früherer Kanzler von Westdeutschland". Ist das korrekt genug?
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2015
  9. Tweety

    Tweety Benutzer

    Mit Schmidt geht einer der ganz Grossen "von Bord". Schmidt war noch ein Politiker von altem Schrott und Korn, der wenig Rücksicht auf Umfragen oder Beliebtheitswerte genommen hat. Schmidt war nur seinen Überzeugungen verpflichtet und von seinem Wesen her staatsmännisch, hanseatisch kühl aber immer auf Kurs. Das machte ihn so beliebt und nötigte auch seinen Gegner höchsten Respekt ab. Leider war es ihm nicht vergönnt länger Bundeskanzler zu sein, da er ja per konstruktivem Misstrauensvotum auf Betreiben der FDP gestürzt wurde.

    Schmidt hatte ja bereits ein biblisches Alter erreicht und es war eigentlich ein Wunder, dass er trotz seines Lasters, so alt wurde. Mein Beileid gilt seinen Angehörigen und Freunden. Mit Schmidt verlässt einer der ganz grossen europäischen Politiker die Bühne für immer. Er hat Deutschland in schwierigen Zeiten Halt gegeben und war für nicht wenige ein Vorbildpolitiker, wie es sie leider nicht mehr gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  10. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Ach komm schon Vögelchen, Du konntest auch schon mal weniger besser rumfloskeln.
     
  11. grün

    grün Benutzer

    Ein bisschen mehr Respekt, bitte.:D

    Im Ernst: Mit ihm geht leider der letztze Politiker, der noch vom "alten Schlag" war. Heute ist doch Politik nur noch langweilig. Da ist einfach kein "Drive" mehr hinter....
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  12. Tweety

    Tweety Benutzer

    Ja, meinte natürlich von altem Schrot und Korn. :oops:
     
  13. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    "Schmidt war noch ein Politiker von altem Schrott "
    Darüber hätte er herzhaft gelacht...
     
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  14. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ich hatte die Frage "wer ist wir?" zwar an @Maschi gerichtet, aber wenn Du sicher bist, dass er das gleiche "wir" wie Du meint, dann kann ich auch mit Deiner Antwort gut leben.
    Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass ein solches "wir", falls es ganz allgemein die "Deutschen" meint, durchaus auch weiter interpretiert werden kann, als lediglich im Hinblick auf die Staatsmänner der Bundesrepublik.
    Es hätte sich auch auf alle bisherigen Kanzler, Präsidenten und Minister in allen bisherigen deutschen Staatsformen beziehen können, vielleicht sogar auf die vorangegangenen diversen Deutschen Reiche unter Kaisern und Königen. Dann stünde man vor der Aufgabe, die Leistungen eines Helmut Schmidt neben jene eines Otto von Bismarck zu stellen, und neben Friedrich den Großen (der Alte Fritz) und andere frühe Herrscher.
     
  15. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Weniger besser?

    Soll ich das gleich in den Faden "Sprachlotterei" verschieben, oder willst Du noch einen Rettungsversuch unternehmen?;)
     
  16. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Das "weniger besser" hat schon seine Berechtigung. Schau Dir mal die ganzen Floskeln heute zum Tod von Schmidt an. Da überbietet der eine den anderen regelrecht an Superlativen und Tweety spielt mit seiner in einer ganz hohen Liga (um direkt noch eine Floskel zu verwenden) mit.

    Na gut, "weniger gut" hätte vermutlich besser geklungen. :)
     
  17. legasthenix

    legasthenix Benutzer

    Bei allem gebührenden Respekt sollte man das Ganze nicht übertrieben hochsterilisieren!

    (SCNR)
     
  18. Maschi

    Maschi Benutzer

    Ich bezog mich auf die Geschichte der Bundesrepublik, die kann man selbst und die Elterngeneration noch gut einordnen, danach bzw. zeitlich gesehen davor hörts auf. Hätte ich natürlich deutlicher schreiben können und ja, das "wir" ist mir da so ein bisschen rausgerutscht, darauf verzichte ich eigentlich sonst selbst bei der DFB-Elf...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  19. ricochet

    ricochet Benutzer

    Wie wahr. Die Wahldebatte 1976 mit Schwergewichten wie Schmidt, Strauß, Kohl und Genscher war bei weitem unterhaltsamer als die Krimi-Dutzendware, die heute im Fernsehen läuft.

     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
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  20. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Was wünsche ich mir heute noch so charismatische, unbequeme und gradlinige Politiker, wie es Helmut Schmidt einer war! Nur noch glattgebügelte Typen, die bloß nicht anecken wollen. Gysi wäre da evtl. noch erwähnenswert, aber den nimmt scheinbar kaum jemanden ernst.

    Gestern gab es nach der Tagesschau eine Sondersendung in der ARD mit Friedrich Nowottny (zugeschaltet), Maischberger und Steinbrück (im Studio). Als Steinbrück gefragt wurde, wie Schmidt heute als Kanzler mit der aktuellen Flüchtlingsthematik umgegangen wäre, antwortete er süffisant: "Schmidt hätte sich nicht ständig in Talkshow gesetzt, er hätte nach der Tagesschau zu seinem Volk gesprochen und seine Sicht der Dinge erläutert und Lösungen geschildert." Eigentlich ist es genau das, was dieser Tage fehlt: eine klare Ansage der Kanzlerin, ein Statement, Aufklärung. Und nicht dieses Gezanke zwischen CDU und SPD, CDU und CSU, usw. Dazu noch Absprachen untereinander, die Stunden später wieder vom Innenminister infrage gestellt werden. Dieses rückgratlose Geeier wird den rechten Parteien enormen Zulauf bescheren, mittlerweile sind auch 50% der Deutschen nicht mehr sicher, ob Deutschland das Flüchtlingsproblem bewältigt.

    Egal, Schmidt ist tot. Viele wollen Merkel weg haben, raffen aber nicht, dass es aktuell keine Alternative für den Kanzlerposten gibt, die Flüchtlinge rennen uns weiterhin täglich ungebremst und ungefiltert die Bude ein. Mal sehen, wann die Stimmung kippt.

    R.I.P. Helmut Schmidt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  21. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Es gibt in Deutschland übrigens noch ein paar mehr Themen als die "Flüchtlingsprobleme", an denen man Staatskunst beweisen könnte.
     
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  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Der Witz ist doch dass seit kurzem zumindest offiziell wieder nach dem Buchstaben der Dublin-Übereinkunft ins jeweilige Ersteinreiseland abgeschoben wird. Damit steht fest dass die Kanzlerin mit ihrer Masseneinwanderungsstrategie grandios gescheitert ist, zumal ihr nicht nur die eigenen Bataillone sondern Kommunalpolitiker aus allen politischen Lagern den Kampf angesagt haben.

    Es ist doch klar dass eine ungeregelte Einwanderungspolitik zu chaotischen Zuständen führt und eine förmliche Einladung an alle Syrer, sich ins gastfreundliche Deutschland aufzumachen, eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes auslösen muss. Mit dieser unbedachten Entscheidung hat die Kanzlerin ihre eigene Autorität untergraben, schließlich bleibt der Einwanderungsdruck auch weiterhin aufrecht und wird sich schon allein wegen der schieren Menschenmasse und der Aufnahmeunwilligkeit anderer EU-Staaten noch eine Zeit lang in Richtung Deutschland entladen. Spätestens mit dem juristisch schwer verhinderbaren Familiennachzug wird die Stimmung endgültig kippen, das Umfragentief der Unionsparteien ist ohnehin schon ein unmissverständlicher Schuss vor den Bug.

    Die deutsche Medienöffentlichkeit macht sich zur Zeit zwar noch weitgehend undifferenziert für den unbegrenzten Flüchtlingszustrom stark, mit dem Stimmungsumschwung, den zunehmenden Kapazitätsengpässen und der grassierenden Wohnungsnot dürfte aber auch deren Hurra-Geschrei schnell verstummen. Einwanderung mit Augenmaß ist eine gute Sache, dabei dürfen einem allerdings die Zügel nicht entgleiten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  23. Maschi

    Maschi Benutzer

    Nunja, genug Threads zum Flüchtlingsthema haben wir schon, Helmut Schmidt in diesem Zusammenhang zu nennen, das kam schon gestern nicht gut an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2015
  24. Audiofrosch

    Audiofrosch Benutzer

    Es ist ein Mensch gegangen, der für Hamburg und die Bundesrepublik Deutschland sein Bestes getan hat.
    In diesem Sinne
    Tschüs Herr Schmidt und vielen Dank.
     
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  25. ricochet

    ricochet Benutzer

    Zur Wahldebatte '76: Die Empörungsattitüde, die ständige Pikiertheit und die moralischen Vorhaltungen Helmut Kohls an die Adresse Schmidts sind in zeitgenössischen Wahldiskussionen glücklicherweise undenkbar. Strauß war zwar ein feixender Haudrauf, aber immerhin konnte er gut kontern. Genschers Stil entsprach schon damals genau dem moderner deutscher Konsenspolitiker. Schmidts pragmatische Klarheit, sein kühl abwägender Verstand und seine Gestaltungskraft hingegen fehlen heute wirklich.
     
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