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Interviewtechnik Slomka versus Gabriel

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Mannis Fan, 29. November 2013.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Interessanter Schlagabtausch im "Heute Journal" zwischen Marietta Slomka und SPD-Chef Gabriel:

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/kom...ietta-slomka-mit-sigmar-gabriel-a-936346.html

    Zum Anschauen hier:



    Frau Slomka hat mich überrascht. nhaltlich lag sie zwar vollkommen daneben, da hatte Gabriel Recht, aber in Form und Stil hat Frau Slomka sich gut geschlagen. Hätte ich ihr gar nicht zugetraut. Und Gabriel scheint ja endlich mal jemand zu sein, der nicht nur glattgebügelte und rundgelutschte Antworten parat ist, sondern auch bereit ist, in einen echten Schlagabtausch zu gehen. Echt gutes Fernsehen! Mehr davon!
     
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  2. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Lag sie inhaltlich wirklich so daneben? Darüber ließe sich vortrefflich streiten.
     
  3. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    @Kulti: Lass dich dazu bitte live in die grüne Hölle schalten. Dann würde ich mir sogar noch mal freiwillig eine dieser "Nachrichten"-Sendungen des Mainzer Boulevards ansehen.
     
  4. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Gabriel hat mich an das Sprichwort mit den getroffenen Hunden erinnert. Er hat genauso dünnhäutig reagiert wie jemand, den offensichtlich ein schlechtes Gewissen plagt. Frau Slomka fand ich sehr souverän, sie hat offenbar nichts aus der Ruhe gebracht - halt wie jemand der weiß, dass er Recht hat.
     
  5. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Sie hat eine ganz normale Frage gestellt, BlueKO, die aufgrund der Nachrichtenlage betreffs des Mitgliederentscheids der SPD völlig legitim war. Gabriel war der, der völlig daneben reagiert hat. Ob sie oder er dabei schlußendlich "Recht" hat, spielt im Grunde überhaupt keine Rolle. Gabriel hat doch schon nach der ersten Frage auf "Antimodus" umgeschaltet, wohl wissend das es natürlich in der SPD teils erhebliche Wiederstände gegen die Koalitionsvereinbarung gibt.

    Und postwendend kommt natürlich gleich die fast schon ekelerregende Verquickung von Politik und Medien wieder zum Vorschein: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/gabriel-verteidigt-zdf-auftritt
     
  6. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    Der Seehofer tickt sowieso nicht mehr ganz sauber. Aber das ist ja im Grunde nichts Neues.
     
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  7. chapri

    chapri Benutzer

    Slomka wollte auch mal in die Schlagzeilen - und das ZDF, als "Schwazfunk" verschrien, direkt dahin mitnehmen. Das ist ihr gelungen. Sie hat auf gereizte Antwort gereizt reagiert und das Gespräch dadurch eskalieren lassen. Offensichtlich, um den Gesprächspartner vorzuführen. In abgeschwächter Form konnte der geneigte Zuschauer das in früheren Zeiten ausgerechnet im Gespräch mit "Roten" bereits miterleben. Das geziemt sich nicht für eine Journalistin, die zur zweitbesten Einschaltzeit ihr Gesicht in die Kamera halten darf.
    Möge ihr die fällige Abmahnung zukommen - allerdings nicht von Seehofer, sondern vom eigenen Chef!
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. November 2013
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  8. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Wenn überhaupt, hat sich Gabriel selbst vorgeführt. Wenn jemand nicht in der Lage ist, sachlich auf eine klare Frage einfach nur zu antworten, ist das nicht das Problem des Moderators bzw. in diesem Fall der Moderatorin. Und überhaupt: Auf der einen Seite beschweren sich ständig alle, dass unsere Politiker nur noch irgendwelche Floskeln drauf haben. Jetzt holt mal jemand einen von denen aus der Reserve und dann ist es plötzlich ein "vorführen"...
     
  9. Bend It

    Bend It Benutzer

    Der "Schulbub" aus dem Harz bekommt in den aktuellen Nachrichten einen "Geradehalter" von "Papa" Seehofer aus Bayern.
    Danke Marietta Slomka für das Interview.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. November 2013
  10. schneeschmelze

    schneeschmelze Benutzer

    Slomka hat ganz erhebliche Fragen aufgeworfen, und Gabriel hat anfangs auch gut dagegen argumentiert, aber nach etwa fünf Minuten kippten die Sticheleien dann um, und sie provozierte Gabriel immer mehr. Die Absicht dahinter, ihn vorzuführen, war leicht durchschaubar. Die sachlichen Argumente – ist es verfassungsmäßig, wenn die Mitglieder einer Partei, die nur gut 20 Prozent gewählt haben, am Ende über die künftige Politik in Deutschland entscheiden? – gingen dabei völlig unter. Daß die anderen Parteien noch undemokratischer verfahren, wurde nicht aufgegriffen. Die Interviewführung war deshalb m.E. sehr schlecht und ist der Moderatorin entglitten. Und im Ergebnis spricht man heute mehr über dieses Interview als über die Sachfragen. Entscheidend für den Verlauf war Slomkas Reaktion auf Gabriels Wort vom „Blödsinn“/„Quatsch“. An der Stelle hätte sie nicht noch weiter aufdrehen dürfen. Es hätte ausgereicht, daß Gabriel die Meinung etablierter Staatsrechtler für „Blödsinn“ hält. Das wäre ein ganz anderer Nachklang für dieses Gespräch gewesen. An der Stelle hat er sich selbst demontiert. Dazu brauchte er nur einen Anstoß von außen. Ein Blitzlicht auf die blank liegenden Nerven nach den anstrengenden Verhandlungen, aber auch auf die Denkweise in der SPD-Spitze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2013
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  11. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ist es nicht erstaunlich wie sehr die SPD mit dem heiklen Mietgliedervotum die Koalitionsverhandlungen in ihrem Sinne beeinflussen konnte, wo doch stets die Gefahr im Raum stand, dass die Parteibasis im Falle eines allzu ruppigen Umgangs mit ihrem Führungspersonal die ganze Chose platzen lassen und die Union in die Arme der Grünen treiben könnte? Das allgemeine Wohlgefallen am Ende des nächtelangen Gefeilsches stimmte sogar Horst Seehofer milde, der im jovial-landesväterlichen Umarmungsgestus die SPD am liebsten zur neuen Schwesterpartei erwählt hätte. So viel Zuneigung zwischen dem roten Siggi und dem überzeugten Herz-Jesu-Sozialisten aus Ingolstadt hätte kaum einer für möglich gehalten. Seit die Liebe zwischen CDU und CSU sichtlich erkaltet ist (Stichwort Autobahnmaut) braucht der Hüne aus dem tiefen Süden ein anderes Liebkind, das er fürsorglich an die breite Brust drücken kann. Der Siggi hat seine Hausaufgaben gut gemacht meint wohlwollend auch die um Eintracht bemühte Kanzlerin-Mutter, die mit dieser Einschätzung in der eigenen Partei wohl ziemlich allein dasteht. Liebkind Siggi ist mit treusorgenden Eltern fürwahr reich gesegnet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2013
  12. schneeschmelze

    schneeschmelze Benutzer

    Diejenigen, die dazu nötig wären, sind aber schon sehr lange gar nicht mehr Mitglieder der SPD. Die sind schon lange gegangen. Schon vor über zehn Jahren sind ganze Ortsvereine zugemacht worden. Ich sehe keine Probleme für so eine Abstimmung. Alles Show.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2013
  13. br-radio

    br-radio Benutzer

    Oder gestorben!
     
  14. schneeschmelze

    schneeschmelze Benutzer

    Oder sie sind gar nicht erst eingetreten, nachdem die anderen ausgetreten oder verstorben waren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2013
  15. chapri

    chapri Benutzer

    Verstärkte Mitglieder-Befragung war lange vor den Wahlen beschlossene Sache. Verfassungsrechtler haben mit innerparteilichen Befragungen gar nichts zu tun!
     
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  16. br-radio

    br-radio Benutzer

    Außerdem erinnert sich die SPD an vier wichtige Dinge in ihrer eigenen Parteigeschichte:
    - an 1916, als man in der Kriegskreditefrage auseinanderbrach (USPD linker Flügel, MSPD rechter Flügel)
    - an 1933, als man politisch tot gemacht wurde
    - an 1946, als man sich mit der KPD in der SBZ zur SED, unter z.T. hohem Blutzoll zwangsvereinigen musste
    - an 2005, als man sich unter Merkels Herrschaft am Ende zur Opposition entschloss.
     
  17. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Die Mitglieder der SPD entscheiden darüber, ob ihre Partei auf der Basis eines bereits ausgehandelten Koalitonsvertrages (den jeder lesen kann), in eine Regierungskoalition mit der CDU/CSU eintreten soll oder nicht. Wenn Sie mehrheitlich dagegen voten, dann wird die SPD-Spitze diese Koalition nicht bilden. Wo und wie und gegen welchen Verfassungsartikel soll dieses Vorgehen verstoßen?
    Wird die Entscheidung nicht von den SPD-Mitgliedern getroffen, dann wird sie nur vom SPD-Vorstand getroffen. So wie sie bei der CDU nur vom CDU-Vorstand getroffen wird. Ist das demokratischer?
    Frau Slomka hat auf ihre Frage mehrfach eine Antwort bekommen - nämlich die, dass es keinen Verfassungskonflikt gibt, weil das Vorgehen der SPD gegen keine Verfassung verstößt.
    Sie wollte dies aber auch nach der dritten Antwort immer noch nicht akzeptieren und hat zum vierten Mal einen angeblichen Verfassungskonflikt behauptet. Was hätte Gabriel dann sagen sollen? Ach ja, Frau Slomka, jetzt, wo Sie es zum vierten Mal fragen, glaube ich doch langsam, dass etwas dran ist? - Oder war es an dieser Stelle nicht endlich Zeit, es beim Wort zu nennen: Diese Frage ist Quatsch!
     
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  18. br-radio

    br-radio Benutzer

    Zudem will die SPD nicht die Katze im Sack kaufen (3 EUR fürs Phrasenschwein). Ich finde das durchaus demokratisch, dass man als SPD sich dafür Zeit lässt. Das hätten CDU und CSU auch machen können, nur sind die Vertreter eines eher "obrigkeitsstaatlichen" Denkens... Im aktuellen Sonder-Vorwärts kann man den Koalitionsvertrag nachlesen... Und damit können die Genossen gut drüber debattieren. Find ich gut!
     
  19. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Bist du dir dessen so sicher? - Ist es nicht so, dass auch die SPD-Abgeordneten nur ihrem Gewissen und nicht irgendwelchem "Fußvolk", welches sie zwar wählt, verpflichtet sind? SPD-Führung bzw. Abgeordnete und Gewissen...
     
  20. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ja, Ammerländer, Du hast Recht, aber das ist dann der nächste Schritt. Wenn die SPD-Spitze (nicht die einzelnen Abgeordneten) das Votum der Parteimitglieder haben, dann kann die Parteiführung die Große Koalition ausruufen (wie sie es ja auch hätte tun können, ohne die Parteimitglieder zu befragen). Dann aber erst kommt es zum parlamentarischen Schwur, denn dann wird im Bundestag der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin gewählt. Und wenn dann die einzelnen SPD-Abgeordneten (die ja nur ihrem Gewissen verpflichtet sind) nicht mitmachen, dann wird es nichts mit der großen Koalition.
     
  21. br-radio

    br-radio Benutzer

    Ich glaub einfach, dass die SPD, wirklich ganz einfach alle Register des demokratischen Mittuns zieht. Und das tut sie nicht schlecht!
     
  22. doglife

    doglife Benutzer

    Augenbrauen hochziehen, Grimassen schneiden, Grinsen, Doofdeutsch - kann Frau Slomka ihr impertinentes Privatgehabe nicht einfach in der Garderobe ablegen?
     
  23. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Das tut sie grottenschlecht, und die CDU genauso. Jeder weiss das Papier geduldig ist, insbesondere das auf dem Koalitionsvereinbarungen festgehalten sind. Keine der beiden Parteien hat bis jetzt beantwortet, wie man eigentlich finanzieren will, was da vereinbart wird. Und aus den Koalitionsvereinbarungen vergangener Regierungen weiss man auch, dass nicht mal ansatzweise umgesetzt wird, was man da so alles festhält zu Beginn einer Legislatur. Wie realistisch ist also zu betrachten, dass diese Vereinbarungen auch mal zu Gesetzen werden?

    Schlitzohr Seehofer wird seine Maut umgehend durchsetzen, denn die bringt Geld rein und Übermutter Merkel spielt den Gutmenschen mit ihrer skurillen Mütterrente. Die Einführung des Mindestlohn ist dagegen aufs Ende der Legislatur verschoben, wo dieses Land mit Sicherheit schon wieder andere Sorgen haben wird. Die FDP-"Mövenpick"-Steuer wurde entgegen der Versprechung auch nicht zurückgenommen und die Vorratsdatenspeicherung wird wieder eingeführt... Wer wird also am Ende tatsächlich Gewinner und Verlierer dieser Koalition sein?
    Was CDU und SPD dem offenbar erblindeten Wahlvolk zur Zeit vorführen ist eine Farce, die diese Bundesrepublik so noch nicht erlebt hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2013
  24. br-radio

    br-radio Benutzer

    Die PKW-Maut wird scheitern, das wird für die CSU die Katastrophe!
     
  25. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Und um mal zurück zum Thema zu kommen:

    "Christoph Degenhart, Staatsrechtler aus Leipzig, verwies gegenüber dem Blatt auf das Parteiengesetz, das lediglich eine Beteiligung der Parteien an der Willensbildung des Volkes vorsehe. „Parteien wirken an der Willensbildung zwar mit. Sie dürfen diese aber natürlich nicht monopolisieren“, sagte er. Das Problem: Der Mitgliederentscheid wäre zwar rechtlich nicht bindend, praktisch aber schon: „Wenn die Mitglieder Nein sagen, sollen die Abgeordneten auch nicht Frau Merkel zur Kanzlerin wählen“, erklärt Degenhart. Und das sei im Grunde nicht legitim. Denn das Grundgesetz sieht ein gebundenes Mandat eigentlich nicht vor und betrachtet Abgeordnete als Vertreter des ganzen Volkes, die lediglich ihrem Gewissen verpflichtet sind."

    Genau deshalb waren die Fragen der Slomka völlig legitim.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/interview-mit-dem-spd-chef-im-zdf-sigmar-gabriel-gegen-marietta-slomka-verstoesst-die-spd-gegen-das-gesetz_id_3444598.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 01. Dezember 2013

Status des Themas:
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