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Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von aladin112, 08. Juni 2011.

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  1. aladin112

    aladin112 Benutzer

    Hat die Kripo echt die Hintermänner von Kino.to geschnappt?

    Beim Aufruf der Seite kam folgender Text:

    :wow:
     
  2. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

  3. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Diese Dumpfbacken haben einen eigenen Streamingdienst betrieben, über den die Allgemeinheit Zugriff auf terabyteweise illegales Film- und Serienmaterial hatte. Zu allem Überfluss haben die Unglücksraben ihre Server auch noch in Deutschland aufgestellt und den Ermittlungsbehörden die Beweissicherung damit besonders einfach gemacht.

    Für ihre Streamingseiten boten sie dann sogar noch Premium-Accounts an, mit denen man für eine kleine Gebühr besonders schnell auf den sauber sortierten Berg von Raubkopien zulangen konnte. Und so schnappte die Falle zu: Gewerbsmäßiger Handel mit urheberrechtlich geschützten Inhalten.
     
  4. Badener

    Badener Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Ja, lief auch bei diversen Radiostationen in den News.
    Gestern hat mich das aber auch schon ziemlich gestört, dass die Seite nun offline ist :D
     
  5. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Wie sieht das mit den Nutzern aus? Kann man die nicht auch noch rechtlich belangen? Ähnlich wie bei den illegalen Musikdownloads?
     
  6. Steinzeitmensch

    Steinzeitmensch Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Gute Frage. Wird sicherlich nicht ganz so einfach. Der einfache User hat nichts vervielfältigt oder im eigentlichen Sinne heruntergeladen. Und in wie weit die Nutzung der Seite und des Angebots an sich schon einen Straftatbestand darstellt..... :confused:
     
  7. chapri

    chapri Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Das reine Nutzen ist kein Straftatbestand, das Kopieren auf eigenen Rechner schon!
    Aehnliches aeussert auch ein Rechtsanwalt in dieser Sache...
     
  8. Johnny

    Johnny Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Für manche Anwälte ist auch das Streamen bzw. das Anfertigen einer Kopie im RAM des Rechners eine Verletzung der Urheberrechte. Allerdings steht der Aufwand, die IP-Adressen der Nutzer (derjenigen, die sich dort Filem angeschaut haben) zu analysieren und jeden Nutzer zu verfolgen, in keinem Verhältnis zum Nutzen.
     
  9. Plattenschrank

    Plattenschrank Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Für manche Anwälte vielleicht ja, für die Gerichte nein. Und nur darauf kommt es an.
    Außerdem ist es fraglich, ob beim Herunterladen bei Kino.to überhaupt die IP-Adresse gespeichert wurde. Es handelt sich schließlich hierbei nicht um eine Tauschbörse, bei der die IP-Adressen der Teilnehmer mit relativ geringem Aufwand herauszufinden sind.
     
  10. dea

    dea Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    ist wohl nicht so die Frage, da so ziemlich jeder Server ein Log führt. Dass die Leute ihre "Kunden" schützten, indem sie das Logfile laufend kurzfristig "shreddern" ließen, ist dagegen kaum anzunehmen.
     
  11. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Nein. Die Verletzung der verschärften Bestimmungen des 2008 novellierten Urheberrechts (Download aus offensichtlich illegalen Quellen) ist ein Rechtsvergehen aber keine schwere Straftat. Zwar werden auch Rechtsvergehen milde sanktioniert, zur Klageerhebung ist jedoch die Identität des Nutzers (Up- oder Downloaders) erforderlich. Um den Rechtsverletzer ausfindig zu machen, ist die Herausgabe der IP-Adresse zwingend erforderlich, erst dann kann ein straf- oder schuldrechtliches Verfahren eingeleitet werden.

    Um an die IP-Adresse heranzukommen, benötigt die klagende Partei (also der Rechteverwerter) die Zustimmung eines Richters. Die wird aber nur erteilt, wenn der begründete Verdacht auf eine schwere Straftat besteht, wie zum Beispiel gewerbsmäßiger Handel mit Raubkopien, Bedrohung von Leib und Leben oder sexueller Missbrauch. Im Prinzip genügt auch schon das In-Umlauf-Bringen noch nicht veröffentlichter Werke, wie etwa Filme, Alben oder Singles durch eine undichte Stelle im Unternehmen.

    Diese hohen Anforderungen gehen auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 11. 3. 2008 zurück, wonach die Herausgabe einer IP-Adresse einen schweren, irreperablen Eingriff in die Grundrechte darstellt. Dieser Spruch wird von den Gerichten konsequent befolgt, Zustände wie zur Mitte des zurückliegenden Jahrtausends, als Abmahnanwälte im Auftrag der Musikindustrie tausendfach jugendliche Internetuser mit Gerichtsverfahren bedrohten und dabei tüchtig Kasse machten, gehören somit der Vergangenheit an.

    Kurz zusammengefasst: Wer "illegal" Musikdateien oder andere geschützte Werke auf seinen Rechner lädt, begeht ein Rechtsvergehen aber keine schwere Straftat. Damit ist er vor der Preisgabe seiner Identität sicher. Das Bundesverfassungsgericht hat also die von der großen Koalition zugunsten der Content-Industrie verschärften Urheberrechtsbestimmungen (Strafbarkeit von Downloads) auf indirektem Wege wieder ausgehebelt.
     
  12. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Es reicht im Uebrigen auch, eine CD/DVD, die sich im eigenen Besitz befindet zu kopieren und anschließend zum Download bereit zu stellen.

    Ahja? - Dann stellt sich allerdings eine Frage, naemlich die nach der nicht gerade erheblichen Anzahl an Meldungen die stetig durch die Presse gehen bezueglich Download-Plattformen/Programmen und Usern die fuer eben das, was du hier als 'Vergehen' hinstellst mit bis zu Freiheitsstrafe belegt wird/wurde.
    Wir erinnern uns am besten zeitgleich an die TV-Spots mit der Mutter, dem Kuchen mit der Feile und dem Kind, die dem 'Papa alles Gute zum Geburtstag' ueber die Gefaengnismauern wuenschen.
    Darauf wuerde ich mich nicht verlassen! Hast du entsprechende Unterlagen aus denen das hervor geht?

    Zu dem Thema von mir auch an anderer Stelle ein Beitrag.
     
  13. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Was ich hier schildere ist geltende Rechtslage, ob du es glaubst ist deine Sache.

    Tatsache ist, dass der Verbraucher heute besser gestellt ist als 2007, als skrupellose Winkeladvokaten bei den damals zuständigen Staatsanwaltschaften Herausgabebeschlüsse wegen "Verdachts auf eine strafbare Handlung" erwirkten und die Justiz jahrelang mit Arbeit eindeckten. Wohlgemerkt: Zum damaligen Zeitpunkt war der in Tauschbörsen verbreitete zeitgleiche Up- und Download urheberrechtlich geschützten Materials mangels präziser Gesetzesbestimmungen noch gar nicht dezidiert strafbar (juristische Grauzone), die Anwälte nutzten den fingierten "Verdacht auf eine Straftat" nur als Vorwand, um an die Identität der Nutzer zu gelangen und Schadenersatzforderungen zu stellen.

    Sie übergaben den Staatsanwälten die mittels Monitoring-Software ermittelten IP-Adressen und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt, woraufhin gegen jeden Verdächtigen Ermittlungen in einer Strafsache eingeleitet wurden. Sobald die Identität der Nutzer bekannt war, wurden die Klagen zurückgezogen und Abmahnschreiben verschickt. Bei dieser dreisten Masche wurden die Staatsanwaltschaften von schamlosen Anwaltsfritzen ungeniert zum Kassemachen missbraucht, bis die Justiz vielerorts auf stur schaltete und zu guter Letzt der erlösende BVG-Entscheid kam.

    Von welchen konkreten Fällen sprichst du?

    Mir sind nur Fälle bekannt, bei denen in Deutschland ansässige Firmen mit Gewinnabsicht, Betreiber illegaler Downloadplattformen oder gewerbsmäßige Raubkopierer verurteilt wurden.
     
  14. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Beispielsweise habe ich hier eine Rechtsprechung (Neues Urheberrecht - Auskunftsanspruch bei Tauschbörsen) aus 2008. Die sagt etwas anderes, als das, was du beschrieben hast.
    Statt dessen wurde sogar der "Private Auskunftsanspruch leicht durchsetzbar".

    Des weiteren:
    Ebenso auch Wikipedia hat eine etwas andere Sichtweise auf das Thema als die, die du uns hier vortraegst.

    Haben private Endverbraucher generell eine Gewinnabsicht oder sind sie gewerbsmaeßige Raubkopierer?
     
  15. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Es handelt sich um folgenden Fall:

     
  16. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Nicht mehr aktuell?
    Du selbst schriebst doch bereits in #11, dass - Zitat -
    Das heißt, du berufst dich selbst in deinem Posting auf das Jahr 2008. - Weitere Urteile, etc. bringst du nicht mit in die Diskussion. Heißt fuer mich soviel wie: Uninteressant, da nicht existent!
    Ich bat dich bereits in einem vorherigen Posting, entsprechende Links/Quellen zu nennen, die belegbar deine Angaben stuetzen, solange sehe ich deine "rechtsberaterischen Informationen" als Wischi-Waschi an und beende fuer mich die Diskussion mit dir diesbezueglich.
     
  17. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Wegen Bagatellangelegenheiten werden heute keine IP-Herausgabebeschlüsse mehr ausgestellt; Fälle, die weiter zurückliegen werden aber ausjudiziert. Pech gehabt.

    Wenn sogenannte Rechtsexperten aktuelle Entscheidungen des BVG ignorieren und sich stur aufs UrhG berufen ist das nicht mein Problem. Die bisherige Rechtspraxis spricht ja eine eindeutige Sprache.

    War halt alles noch ein bisschen neu damals, Präzedenzfälle lagen wohl auch noch nicht vor.
     
  18. musika

    musika Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Tja, dann heißt es jetzt wohl wieder wir früher im Fernsehen darauf warten, dass die Filme endlich gezeigt werden. Die Filme, die einen wirklich interessieren kann man sich ja auch im Kino angucken oder sich günstig auf DVD besorgen. Da wird Filme gucken halt wieder zu was besonderem. die Qualität von solchen Seiten war eh nie berauschend....
     
  19. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Kino.to gehackt oder von der Kripo geschlossen?

    Ach, du hast noch keine "zwei Sekunden" Zeit aufgebracht um eine Alternative zu suchen?
     
  20. Tweety

    Tweety Benutzer

  21. Tweety

    Tweety Benutzer

  22. ricochet

    ricochet Benutzer

    Das ist eine Rechtsmeinung und kein explizites Urteil. Im Verfahren ging es um die Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials, zum Streaming ist allerdings noch kein Urteil ergangen, und wo kein Kläger, da kein Richter. Dass die Leipziger Strafkammer ein ebenso hartes wie abschreckendes Exempel statuieren wollte, hat sie ja schon im Vorfeld gegenüber zahlreichen Presseorganen kundgetan. Das kann man begrüßen oder missbilligen, an der rechtlichen Grauzone beim Streaming ändern die Ansichten des Richters vorerst nichts. Bei nachfolgenden, spezifischeren Prozessen können sich die mit Einzelfällen betrauten Gerichte der Leipziger Interpretation anschließen oder zu völlig anderen Schlüssen gelangen. Es gibt nach wie vor keine eindeutige gesetzliche Regelung bezüglich des Streamings und so lange kein Höchstgericht geurteilt hat bleibt sowieso alles beim alten.

    Es gibt unzählige illegale deutsche Download- und Streamingseiten, die nicht die kritische Größe von kino.to erreicht haben und doch musste sich noch kein deutscher Richter mit ihnen auseinandersetzen. Die Betreiber sind nicht ganz so dumm wie die Kino.to-Crew, die ihre Serverstandorte in Deutschland unterhielt.
     
  23. princess1960

    princess1960 Benutzer

    Ob der Gesetzgeber tatsächlich Vervielfältigen mit Herunterladen gleichsetzen würde, ist in der Strafsache kino.to unbeachtlich. Darüber hatte Mathias Winderlich überhaupt nicht zu richten und es war auch nicht Gegenstand.
    Kurz, ein obiter dictum! Die persönliche Meinung des Richters am AG interessiert höchstens die Medien, kaum jedoch Juristen und wird auch nicht richtungsweisend sein.

    Die Verfahren gegen die Leute von kino.to laufen. Das weiß jeder. "Nummer 4" als Serverbeschaffer war geständig, die StAschaft hat 3 Jahre und 10 Monate gefordert und 3 Jahre 5 Monate sind herausgekommen, weil der Rest gesetzlich verankert war. Auf Rechtsmittel wurde verzichtet.
    Ein Urteil - auch wenn das Strafmaß das bislang Höchste im Vorgang kino.to war - was keinem vom Hocker gerissen hätte und eine weitere ähnlichlautende Pressemitteilung der GVU wäre einfach nur langweilig gewesen, ja ... wenn nicht jene Aussage gewesen wäre.
    Insofern auch nicht verwinderlich, dass sich Christine Ehlers von der GVU gegenüber der Online-Redaktion der LVZ positiv über die Meinung des Amtsrichters äußert.
    (Quelle)

    Mal sehen, ob das 'nebenbei Gesagte' auch so im Volltext des Urteils zu finden ist...
     
  24. ricochet

    ricochet Benutzer

    Das eigentliche Vergehen der kino.to-Betreiber besteht in tausendfach begangenen Urheberrechtsverstößen und im Verkauf gestohlener Inhalte aus dem Bereich der Film- und Unterhaltungsindustrie. Die Delikte ließen sich durch die Sicherstellung der beschlagnahmten Serveranlagen leicht nachweisen, daher sind die Urteile auch absolut rechtskonform und nachvollziehbar. Seit den strengen Urteilen gegen die Raubkopierer-Seite ftp-welt, deren Geschäftsmodell gewisse Ähnlichkeiten mit dem von kino.to hat, hat es keinen so dreisten Fall von Webpiraterie mehr gegeben.

    Beim Streaming steht man grundsätzlich vor ganz anderen Problemen als beim Download, denn wo soll ein argloser Internetanwender die Grenze zwischen "offensichtlich illegalen Quellen" und rechtlich unbedenklichen Seiten wie Youtube ziehen, die kurzfristig ebenso bedenkliches Material hosten, solange keine DMCA- oder GEMA-Löschaufforderung ergangen ist? Geschweige denn, dass die Content-Industrie noch ein Interesse an der kollektiven Kriminalisierung potentieller Kunden hätte. So hält man sich an die großen Fische, die nachweislich gestohlenes Material in Umlauf bringen.

    So gesehen war das Statement des Leipziger Richters nicht mehr als das Pfeifen im Walde.
     

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