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Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Gelb, 28. August 2009.

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  1. Gelb

    Gelb Benutzer

    Am Tag 2 vor 0 dürften beim ein oder anderen Sender die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich warte wirklich mit Spannung auf Hochrechnungen und Ergebnisse und selbstverständlich auch auf die unterschiedliche Berichterstattung in diversen Radiosendern - immerhin dürfte gerade der MDR alle Hände voll zu tun haben.
    Mir sind im Vorfeld der Wahlen schon einige Wahlwerbespots der Parteien aufgefallen, die ganz unterschiedliche Reaktionen bei mir hervorgerufen haben:

    :D, :eek:, :mad:, :confused:, :wall: oder :rolleyes:

    Die Runde ist eröffnet.
     
  2. dira

    dira Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Im günstigsten Fall bekommt man nur Sodbrennen. Ich frage mich meistens in welchem Hinterhof die zusammengeschustert wurden.
     
  3. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Und, wie sieht die Bilanz aus? Was sagen uns die Ergebnisse in bezug auf die Bundestagswahl?
     
  4. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Dann lass mich mal (ausnahmsweise...D) auch hier etwas dazu sagen... Erkenntnisse:

    1.) Es bleibt bei einer 5-Parteien-Landschaft mit den daraus resultierenden schwierigen Bündnissen und Koalitionsverhandlungen. Die Parteien untereinander müssen gesprächsbereiter werden und manche Kröte schlucken, um zusammen zu kommen.

    2.) Die SPD wird auch weiterhin circa 10 Prozentpunkte hinter der CDU liegen, und diese wird auch weiterhin sich irgendwo um die 35% bewegen und einen Koalitionspartner brauchen. Die Zeiten der "echten" Volksparteien (mit mehr als 40% jeweils) sind wohl vorbei.

    3.) Ob wir es gut finden oder nicht: Mit der "Linken" müßen wir rechnen und es wird früher oder später auch auf Bundesebene kein Weg an einem Bündnis mit diesen vorbeigehen, denn

    4.) eine neue bürgerliche Mehrheit für die nächste Bundestagswahl (CDU/FDP) ist noch lange nicht sicher oder "im Sack". Das wiederum würde bedeuten:

    5.) Die Grünen müssten sich mal bewegen und "Jamaica" wird getestet. Oder

    6.) Es gibt eine Neuauflage der "Großen Koalition", unausweichlich, ungeliebt, aber was sonst?
     
  5. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Könnte man auch umgekehrt formulieren: Vielleicht sollte die FDP endlich ihren SPD-Hass ablegen und sich ggf. auch einer "Ampelkoalition" öffnen. Nicht dass ich mir das wünsche ;)
    Aber in Hessen bspw. hätte sie 2008 die Möglichkeit gehabt!

    Ergänzen würde ich noch:

    7.) Wenigstens haben es die Rechten nur in ein Landesparlament geschafft!

    PS: Mir gefällt übrigens die Formulierung "bürgerliche Mehrheit" nicht sonderlich. Was sind denn die anderen? Faschisten? Radikalisten? Revoluzzer? Anti-Bürger?
     
  6. McCavity

    McCavity Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Für mich ist die CDU immer noch einen Tacken zu gut weggekommen. In der Bundestagswahl dürfen die gerne noch ein paar Prozentpunkte an "kleinere" abgeben (solange das keine an den äußeren Flügeln sind). Hintergrund ist, daß wir weg müssen von dem zwei-Parteien-Gemauschel. Die letzten Jahrzehnte haben es gezeigt: regiert nur eine Partei oder ist der Koalitionspartner vergleichsweise klein, wird praktisch alles durchgewunken. Mit einer dritten Kraft in der Koalition, besonders, wenn die Partner nicht übermäßig auseinanderliegen, was ihre Sitzplatzstärke betrifft, ist das nicht mehr so einfach möglich: die Partner müssen mehr miteinander reden, mehr "echte" Politik machen. Vielleicht brächte uns das mal weiter.

    LG

    McCavity
     
  7. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Mal über die Linken nachgedacht? Deren Wahlkampfmethoden sind mir in den letzten Wochen und Monaten ganz besonders aufgefallen, und irgendwie haben die mich an etwas erinnert.
     
  8. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Bei allen unterschiedlichen Position was politische Parteien angeht, denke ich dennoch, dass die Linkspartei eine Partei ist, die auf dem Boden der Verfassung steht. Man kann ja mit den politischen Zielen der Linkspartei nicht übereinstimmen, aber die Verfassungstreue kann man ihr sicherlich nicht absprechen: sonst würde ja auch die Schönbohm-CDU in Brandenburg bspw. wohl kaum auf kommunaler Ebene Koalitionen gegen die SPD mit ihr eingehen! Gerade jener CDU-Innenminister ist doch der Inbegriff demokratischer Denkweise :rolleyes:

    Wenn ich dagegen die NPD-Funktionäre in Dresden gestern Abend sehe, könnte ich einfach nur noch kotzen! So was braucht Deutschland 70 Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wirklich nicht mehr.

    Ich habe auch kein Linken-Plakat hier in NRW gesehen auf dem 'Ausländer raus' oder 'Deutsches Geld für Deutsche Arbeitsplätze' stand o.ä.

    Ich bin zwar kein Anwalt der Linkspartei, aber schau doch mal nach Berlin oder Meck-Pomm: dort regiert bzw. regierte die PDS/Linke auch mit der SPD, musste folglich Kompromisse eingehen und sich in konstruktiver Regierungsarbeit beweisen. Gleich wie es in diesen Ländern finanziell aussieht (gerade in Berlin hat das ja ganz bestimmte Gründe!): ich finde ein Vergleich Linke-Rechte hinkt total!
     
  9. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Aber die Kommunisten der SED/PDS/Linken 20 Jahre nach dem Mauerfall?
    Ich bin der Meinung, daß eine radikale Partei (ja, dazu zähle ich die Linken sehr wohl), die ihr Niveau und ihre Ansprach so runterschraubt wie die von Dir genannten, generell doch sehr fragwürdig ist. Natürlich erreicht man mit populistischem Geschwätz die Massen, wenn man ihnen nach dem Schnabel spricht. Wenn ich mich hinstelle und so tue, als würde ich den Hartz IV-Empfängern mehr Geld geben, ist doch klar, daß diese Leute mich wählen. Da es von diesen Leuten bekanntermaßen immer mehr gibt, steigt damit auch äquivalent die Zahl derer, die mich wählen. So einfach ist das, und daß das funktioniert, hat uns der gestrige Abend deutlich gezeigt.
    In diese Form der Ansprache und des Wahlkampfes sehe ich dann doch deutliche Parallelen zwischen den Linken und den Rechten.
     
  10. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Oh, ich glaube, in dieser Form könnte ich den ganzen Tag weiterdiskutieren, fraglich bleibt dann nur die Sinnhaftigkeit einer solchen Diskussion.

    Der Anteil der Kommunisten - vor allem derer, die bereits vor der Wende Machtpositionen hatten oder Mitläufer waren - dürfte mittlerweile sehr gering sein, zumal in den sog. "alten Bundesländer"! Dort besteht die Linke doch aus Gewerkschaftlern und ehemaligen Sozialdemokraten.

    Natürlich ist es Propaganda, wenn man Hartz-4-Empfängern mehr finanzielle Wohltaten verspricht oder wie es Lafontaines Ehefrau fordert, Hausfrauen ein staatliches Gehalt zu zahlen gedenkt. Aber die Linkspartei ist Oppositionspartei, da kann man alles fordern! Siehe FDP: Steuersenkungen bei einem Milliardendefizit im Bundeshaushalt. Wer profitiert denn davon bzw. wie soll das denn finanziert werden? Ist das denn redlich? Und wieso fordert die FDP mehr Krankenkassen, um den Wettbewerb zu fördern? Haben wir nicht genug Krankenkassen?
    Oder das Steinmeier-Versprechen, 4 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen - ist das realistisch? Und wenn ja, wieso hat man es dann nicht bereits angepackt? Oder ist es redlich, wenn ein CDU-Ministerpräsident den Tod eines Menschen zu verantworten hat und in alter Stasi-Manier dies zu übergehen bzw. vergessen versucht?
    Populisten gibt es doch überall, man muss nur zu unterscheiden wissen, wie man etwas bewertet!

    Wenn das so einfach funktioniert, wieso haben dann gerade die Unionswähler ihre Ministerpräsidenten Müller und Althaus derart im Stich gelassen? Wieso haben dann beide CDU-Ministerpräsidenten, die die absolute Mehrheit hatten, gerade in bildungs- und wirtschaftspolitischen Fragen verloren? Ist doch erstaunlich, denn der typische Hartz-4-Empfänger dürfte ja eigentlich 2004 schon nicht mehr die CDU gewählt haben... 10-14% Minus ist ja nun nicht alltäglich - schon gar nicht für die CDU. Ich denke, so einfach ist es dann doch nicht.

    Ich sagte ja bereits, dass ich keinesfalls ein Anwalt der Linkspartei bin, aber ich wehre mich entschieden dagegen, die Linkspartei oder die frühere PDS als Alt-Kommunisten, krimininelle Post-SED und linksradikal zu diffamieren und was die Rechten angeht die Augen zu verschließen - geschweige denn nach beliebter Stammtischmanier alle in einen Topf zu werfen. Die Linkspartei ist bei aller Demagogie (für die bislang eigentlich Guido Westerwelle zuständig war) eine demokratische Partei und dass kann keine Rechte für sich behaupten!
     
  11. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Viel spannender ist doch die Frage, wer die (ernst zu nehmende?) Wahlprognose noch vor Schließung der Wahllokale via Twitter verbreitet hat.
    Diskutiert wird aktuell eine mögliche Anfechtbarkeit der Wahl.
    Twitter als simples Sabotage-Instrument? Schwer zu glauben.
     
  12. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    ... und vor allem, denkt einmal über die Begriffe "Volkspartei" nach, oder "Große Koalition" mit der doch gerade in Sachsen bis gestern noch regiert wurde oder in Thüringen denächst regiert werden könnte.

    "Propaganda" betreibt doch jede Partei in ihrer eigenen Art. Müntefering hat es doch ausgesprochen, was das Volk schon lange weiß: Es ist vermessen, die Arbeit der Abgeordneten nach ihren Walversprechen zu messen.
     
  13. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Mir wird gerade wieder historisch übel...
    Nur mal so am Rande: Die SED ging aus einem Zusammenschluß der KPD und der SPD hervor. Nach deiner Logik müßte demnach die SPD ebenso verboten oder zumindest verteufelt werden. Und wenn ich dann noch sehe, wie ein Guido Westerwelle bei Anne Will die tausenden wirklichen Opfer des DDR-Regimes gnadenlos verhöhnt, in dem er das gesamte Treiben der DDR-Blockflötenpartei LDPD kurz und schmerzlos legitimiert, dann läuft hier wirklich irgendwas falsch in diesem Land.
    Wer davon ab nur das belanglose, undifferenzierte Gequatsche einer gewissen Partei mit einem C im Namen nachplappert, und zum hunderttausendsten Mal die Rote-Socken-Kampagne bemüht, der sollte lieber die Klappe halten. Zeig mir mal bitte die Stelle im Programm der Linkspartei, die auch nur annähernd irgendetwas mit Kommunismus zu tun hat. Und komm mir jetzt nicht mit der Kommunistischen Plattform innerhalb der Linkspartei. Die nimmt sowieso keiner für voll. Die existieren doch nur, damit die wirklich Ewiggestrigen nicht zur DKP abwandern.
    Ich bin übrigens kein Linkspartei-Wähler, nur mal so als Info...
     
  14. Kobold

    Kobold Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Dazu stelle ich folgendes Szenario zur Diskussion:
    Sollte es zu einem schwarz-gelben Bündnis kommen, bleiben dennoch die Landtagswahlen in NRW 2010 abzuwarten. Sollte Herr Rüttgers abgewählt werden und wieder die SPD an der Landesregierung sein, dann hätte die SPD die Mehrheit im Bundesrat. In einem solchen Falle wäre es dann nichts mit "Durchwinken" der politischen Entscheidungen einer konservativen Regierung.
    Wie ja 2005 zu sehen war: Kippt NRW, kippt Berlin. Schröder hatte das Problem schon verstanden, aber wohl nicht damit gerechnet, wie sich die Wähler dann entschieden haben.

    @Gelb
    Was mich wundert ist, dass allenthalben vergessen wird, dass sich z.B. auch in der SPD und CDU ehemalige SED-Politiker wiederfinden. Das will irgendwie keiner mehr wissen.
     
  15. Jupiter

    Jupiter Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Ich glaube, daß am Tag der Bundestagswahl, bzw. dann, wenn die Wahllokale geschlossen haben, ganz schön buntes Treiben herrscht. Der Wahlausgang wird sicherlich noch uneindeutiger werden wie jetzt schon bei den Landtagswahlen.

    Und zu den Wahlversprechen: Finanzierbar ist wohl nichts, was versprochen wird. Aber was kommt, wird wohl ganz schön düster, weil sich jetzt alle bis zu den Wahlen retten.

    Ich bin schon sehr gespannt.
     
  16. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Daß die Linken (inzwischen) zu den demokratischen Parteien zählen, dürfte unbestritten sein. Auch wenn es CDU/FDP-Anhänger gerne anders sehen würden. d'accord.

    Das, was gelb meint (und womit er Recht hat) sind gewisse Phrasen und Slogans samt dem entsprechendem Zielpublikum. Hatte damals Hitlers Partei nicht auch den "Sozialismus" im Namen und die Arbeitslosen als Wählerklientel im Auge?

    Die Linken haben auch Lösungen für die Finanzierung aufgezeigt. Die Frage für mich und andere Wähler wäre: Was würde passieren (mit der Wirtschaft, Stichwort Abwanderung und Verlagerung von Produktion), wenn sie das in (Mit)-Regierungsverantwortung dann umsetzen? Welchen Aufschrei würde es im Ausland geben?
    Und hinsichtlich Aussenpolitik (Europagegner, Afghanistan-Thema) haben sie einen schweren Bremsklotz am Bein..:rolleyes:

    So optimistisch wie McCavity bin ich aber hinsichtlich "mehr Schwung durch breitere Koaltitionen/Bündnisse" nicht. Ich sehe eher die Gefahr, daß dann gar nichts mehr passiert: Die einzige Chance, strittige und unvereinbarbare Themen zu umgehen, ist, diese zu umgehen ("auszuschliessen").
    Sollten also CDU.FDP und die Grünen zusammen kommen, findet in einigen Bereichen keine Politik mehr statt (siehe Elbtunnelbau in Hamburg, dort CDU & Grüne).
    Für andere Bündnisse gilt ähnliches.

    Und bald wird auch der Tag kommen, wo keiner bei CDU oder SPD von einer Volkspartei mehr spricht. Die Zersplitterung hält an. Die SPD war aber am heftigsten betroffen (erst die Grünen, dann die Linken...).

    In gewissen Grenzen die jetzigen "Republikaner" schon. Das gilt aber auf keinen Fall für die ferngelenkte DVU und noch viel weniger für das parlamentarische Alibipflaster "NPD" für den Schmelztigel der Ewiggestrigen.
     
  17. Gelb

    Gelb Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    ;)
    Was mir an der Linkspartei etwas sauer aufstößt, das ist die durchaus kommunistisch/sozialistische Forderung, Besserverdiener zu beschneiden und den Hartz IV-Empfängern mehr zu geben. OK - welchen Ansporn sollte ich als normaler Akademiker mit vielleicht nicht ganz so schlecht bezahltem Beruf denn dann noch haben? Aufsteigen, Karriere machen? Wozu? Damit Arbeitslose, die vielleicht auch ganz einfach keinen Bock haben, was zu schaffen, noch mehr kriegen?
    Oder andersrum: wozu sollte ich mich als Hartz IV-Empfänger um einen Job kümmern, weshalb sollte ich dann noch arbeiten gehen? Zahlt doch dann eh alles das Amt! Die Linken werden's schon richten, dann gibt's halt demnächst 500 Öcken fürs Nixtun, ist doch prima! Wozu noch arbeiten gehen, wozu noch studieren, das BSP anheben?
    Wenn das mal nicht sozialistisch ist... Alle sind gleich, bloß keine Unterschiede. Und dann Parolen im Stil von (ich will jetzt keine Namen nennen), da legt sich meine Stirn irgendwie schon in Falten, und da erlaube ich mir auch mal ein kritisches Nachfragen.

    Die ja in den letzten Jahren eine immer unbedeutendere Rolle spielen. Sind die in einem der Länder überhaupt angetreten? Es wundert mich, daß eine NPD antritt und offenbar ja auch ihre Wähler findet. Mindestens genau so wie die Tatsache, daß auch die Linken... Aber lassen wir das.

    Die Quintessenz ist doch viel mehr: wen kann man denn überhaupt noch wählen? Die einen da? Oder die anderen? Oder die da drüben? Viele sagen auch: "Eigentlich kannste doch gar keinen mehr wählen!", und wenn ich mir so anschaue, daß selbst die beiden großen (CDU und SPD) immer stärker an Stimmen verlieren und sich der Rest auf die Kleinen verteilt, dann frage ich mich, ob die Wähler überhaupt noch hinter irgendeiner Partei stehen oder schon längst resigniert haben.
     
  18. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Gute Diskussion, aber mit Ecken und Kanten.
    "Besserverdienende": Damit sind bei den Linken nicht Leute wie Du und ich gemeint, sondern die, die richtig (ich meine: RICHTIG) Kohle machen. Zudem wollen sie die kalte Progression abschaffen, was vollkommen richtig ist.

    Das mit der Hartz-IV-Kohle ist etwas einseitig. Ich kenne viele, die gerne in einen Job kommen würden und es nicht können: Kein Angebot, oder fahrtkosten fressen alles wieder auf, oder zu alt, oder überqualifiziert und und und.
    Versuche Du mal, mit 359 Euro (?) im Monat hinzukommen: Essen, Kleidung, Strom. Da sterben alle sozialen Kontakte ab, weil Du kein Geld (mehr) für 'ne Pizza nebenan unter Freunden oder ein-zwei Bier an der Bar oder einen Kinobesuch hast (nmormalerweise ganz selbstverständliche Dinge). Zigaretten drehst Du Dir selbst, weil Du Dir alles andere nicht leisten kannst. Und und und....
    Da ist meines Erachtens nichts mit "schön vor sich hinleben", das ist teilweise noch unter Existenzminimum. Ganz besonders für die früheren Sozialhilfeempfänger, die man bei HartzIV jetzt mit untergebuttert hat...
    DAMIT hat die SPD am meisten verloren und DADURCH kamen die Linken erst in die Gänge. Und es war aus diesem Blickwinkel notwendig und richtig, daß da ein Korrektiv links der SPD entstand.
    500 Euro wäre schon eine berechtigter Level, um Menschenwürde zu bewahren. Klingt zugegeben populistisch, ist aber auch wahr. Die Frage der Finanzierung eben...

    Ansonsten habe ich auch immer noch große Bauchschmerzen, wenn es um die Linken geht. Kommt Zeit, kommt Rat und in den Bundestag kommen sie auf jeden Fall...

    Ja, die Republikaner sind zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Nur noch in einigen Stadtparlamenten wursteln sie vor sich hin.

    Und die Quintessenz überhaupt, wen man heute noch wählen kann? Das hatten wir in einem anderen thread ja schonmal: Eigentlich keine Partei, weil man bei jeder (wirklich: jeder!) ein-zwei Kröten schlucken muß.
    Und ich sehe Stillstand der Politik und Ausklammerei für 4-5 Jahre kommen, wenn es zu (normalerweise unvereinbaren) Bündnissen wie Jamaica kommt. Und noch mehr Nichtwähler...
     
  19. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Das geht mir sowieso schon seit Jahren auf den Geist: CDU und FDP haben in ihren Reihen viele ehemalige Blockflötenpolitiker aufgenommen und sogar zu Ministerpräsidenten oder Landesministern gemacht - siehe Josef Duchac oder Thomas de Maizière.
    Was ist denn schlimmer? Täter oder Mitläufer? Der historische Vergleich Zentrumspartei-Ermächtigungsgesetz hinkt zwar, aber groß ist diese Distanz dazu nicht! Abgesehen davon sollte Guido Westerwelle mal die Bundestagswahl abwarten: weit von einer Blockpartei entfernt ist die FDP heutzutage nämlich auch nicht mehr!

    Das kann ich mir als Bürger des Landes Nordrhein-Westfalen nur wünschen ;)

    Stimmt nur bedingt, da die SPD 1990 beschloss, keine ehemaligen SED-Mitglieder aufzunehmen. Berühmtestes Beispiel: der ehemalige reformorientierte Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.

    Vermutlich einen der Entzückung, da viele abwandernde Wirtschaftsunternehmen im EU-Land mit Kusshand aufgenommen werden würden, was ja jetzt schon der Fall ist…

    Das war doch schon vor 20 Jahren Thema: Abwanderung vieler CDU-Wähler (Abgeordnetenhauswahl in Berlin Januar 1989, Kommunalwahl Hessen März 1989 und NRW-Kommunalwahl September 1989), die sich bei den Republikanern wieder fanden. Hauptverantwortlicher war für viele Parteimitglieder damals Generalsekretär Heiner Geißler - daher auch dessen Quasi-Abwahl durch Helmut Kohl. Heutzutage spielen die Republikaner ja Gott sei Dank in keinem Landtag eine parlamentarische Rolle! Auf kommunaler Ebene sieht dies leider anders aus.

    Bei aller Diskussion: die Linken werden ebenso wie die Grünen früher durch Altkonservative politisch ignoriert und diffamiert: was den Grünen in den 80ern entgegen geworfen wurde, ging von Spektakeltreibern (Hans Klein, CSU) bis hinzu Neonazis (Wolfgang Schäuble). Damit versuchte man seiner Zeit diese Partei wegzureden, gelang nicht. Heute regiert die CDU mit den Grünen in Kommunen und in der Freien und Hansestadt Hamburg. Und ich gehe jede Wette ein, auch in zwanzig Jahren werden die Linken in mindestens genauso vielen Landesparlamenten vertreten sein, wie es die FDP jetzt schon ist!
     
  20. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    20 Jahre? Das geht schneller bei dem rasanten Tempo, was die vorlegen. Die sind teilweise schon jetzt mancherorts dritte Kraft...! Mit denen müssen wir rechnen und können nur hoffen, daß sie pragmatischer werden.
    Der Aderlass ist seit 20 Jahren aber eindeutig bei der SPD, die CDU leidet nur unter Wechselwählern und dem Austausch mit der FDP, von dem einen Ausrutscher mit den Reps damals in Bayern abgesehen.
     
  21. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Stimmt auch wieder. Wäre ich ein Parteifunktionär würde ich sagen, es zeigt doch, dass es - mit Ausnahme einiger Bundesländer - linke Mehrheiten in Deutschland gibt :D

    Wobei es ja auch den einen oder anderen Ministerpräsidenten oder führenden Landespolitiker gibt, dem man unterstellen könnte, eigentlich das falsche Parteibuch zu besitzen - eines, das nicht so rechts ist, wie sie selbst!

    Wer schließt denn aus, dass es nicht bald eine neue Liberale Partei geben könnte, der der CDU-Kurs von Westerwelle und Kollegen nicht gefällt? Oder dass es eine neue Konservative gibt, der der angeblich linke Kurs der Parteivorsitzenden nicht zusagt? Ich hoffe nur, wir haben nicht bald das Ebenbild von Weimar mit zu vielen Parteien in Parlamenten...
     
  22. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Ja, das könnte kommen: Bloß nicht.... aber so eine richtig sozialliberale Variante (so wie in den 70ern) zur heutigen FDP wäre sehr wünschenswert, und mit den Grünen und der SPD auch bündnisfähig.
    Da gehört aber ein Namen und ein Zugpferd her, sonst gelingt das nicht (Gerhardt aus Hessen z.B.). Sonst wird es eine chancenlose Splitterpartei werden, im Verhältnis ähnlich wie die ÖDP zu den Grünen.

    Mit Besorgnis sehe ich aber so seltsame Parteigruppierungen wie die der "bibeltreuen Christen": Für mich nichts anderes als von vornherein gegenüber Andersgläubigen und -denkenden eingestellte Fundamentalisten.
    Und der "Piratenpartei" gebe ich bei der Bundestagswahl 0.9-1.5% Stimmanteil, wetten?
    Wer hält dagegen?
     
  23. oliver21

    oliver21 Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Wen meinst Du mit Gerhardt? Doch nicht Wolfgang Gerhardt? Der steht ja nun nicht als Gegenkandidat zum schwarzen Westerwelle-Niebel-Kurs...

    Ich fand es auch mehr als lächerlich und krank, dass zur Europawahl knapp 33 Parteien zugelassen waren...
    Aber diese Gruppierungen wie "bibeltreue Christen" sind vermutlich eben solche Erscheinungen wie die Pogo-Partei oder diese kranke Schill-Partei, auch die Grauen Panther gibt es seit Jahren, niemand schenkt ihr große Bedeutung bei.
    Ich gebe der Piratenpartei zur Bundestagswahl knapp 0,6% - würde der Linkspartei knapp 10,3% und Horst Seehofer zutrauen, dass er der Union so schadet, dass es für schwarz-gelb nicht reicht ;)
     
  24. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Da bin ich dann wieder ganz bei dir. Das eigentliche Problem sind nämlich vor allem die beiden großen Parteien, die, um es mal so salopp zu formulieren, in den letzten Jahren ihre Meinungen wechselten wie die Unterwäsche. Das hat enorm viel zur Politikverdrossenheit beigetragen.
    Die Linkspartei vertritt inzwischen sehr glaubhaft etliche Thesen die vor wenigen Jahren noch ureigenste SPD-Themen waren, was die SPD wiederum in eine reichliche Sinnkrise geführt hat. Die letzten Landtagswahlen spiegeln das ziemlich beeindruckend wieder. Die wandelnde Schlaftablette Steinmeier dürfte es bis zum 27. kaum schaffen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Der lachende Dritte dürfte derzeit die CDU sein. Unser aller Kanzlerin hält schön still und läßt nur Seifenblasen-Blabla verlauten. Mehr braucht sie letztlich auch nicht tun, denn die "Drecksarbeit" macht ja schließlich seit Wochen die FDP für sie. Und die FDP spielt das Spiel mit, schließlich will Westerwelle Außenminister werden.

    Da wäre ich mir gar nicht so sicher. Das sie reinkommen ist zwar unwahrscheinlich, aber 0,6 ist dann doch etwas wenig. Die Piratenpartei hat es geschafft die Themen zu besetzen, die vor allem die großen Parteien seit Jahren schlicht verpennen oder nur hochnotpeinlich umsetzen. Ich würde die "Generation Internet" nicht unterschätzen.

    Dafür hat man sich ja glücklicherweise die 5%-Hürde ausgedacht. Noch 1 bis 2 Parteien mehr im Parlament würde ich aber durchaus begrüßen. Das würde unsere Politiker endlich dazu zwingen, tatsächlich mal Demokratie zu üben.

    Also ich kenne Bundesländer, wo die inzwischen zweite Kraft sind...

    Ja und nein. Die SPD bediente sich eines kleinen Kunstgriffs. Im Oktober 1989 gründete sich in der DDR die SDP, welche knapp ein Jahr später in der SPD aufging. Erster Parteichef war Ibrahim Böhme, welcher nur wenige Monate später über seine Stasi-Vergangenheit stolperte. Wieviele weitere alte DDR-Kader sich in diese SDP ungeprüft einschlichen, möchte ich lieber gar nicht wissen.
    Es haben durch die Bank weg alle (Altbundes-)Parteien ihr Päckchen zu tragen in Bezug auf die DDR. Man wird nur heute ungern daran erinnert.

    Und was ist daran kommunistisch oder sozialistisch? Das ist das Prinzip der Solidargemeinschaft und eines der Themen das mal ein ureigenstes Thema der SPD war. Aber wie gesagt: war...
    Über das was die Linkspartei da will und auch wie sie es will, kann man gern diskutieren. Aber allein das Grundprinzip in Frage zu stellen, finde ich schon sehr bedenklich.
     
  25. Reh

    Reh Benutzer

    AW: Landtagswahl im Saarland, in Thüringen und Sachsen

    Was willst du damit sagen? Auch die SPD strebt immer noch den Sozialismus an:

    „Nur durch eine neue und bessere Ordnung der Gesellschaft öffnet der Mensch den Weg in seine Freiheit. Diese neue und bessere Ordnung erstrebt der demokratische Sozialismus.“

    Übrigens allgemein zu Herrn Westerwelle und seinen Äußerungen bei Anne Will. Das war nun wirklich unter aller Kanone, was er da abgezogen hat, und das weiß er. So schamlos einen auf Tränendrüse zu machen, weil ja all die ehrbaren Widerstandskämpfer der DDR sich in der liberalen Ostpartei eingefunden haben und dafür verfolgt wurden. Etwas Schwachsinnigeres habe ich fast noch nie gehört. Es ist einfach unredlich, schamlos und irgendwie verlogen, sich selbst eine weiße Weste ausstellen zu wollen und dazu auf ermordete Widerständler zurückzugreifen. Das ist regelrecht ekelhaft.

    Bei Westerwelle könnte ich eh nur immer kotzen: Meine Theorie ist, er spielt mal wieder eine neue Rolle, versucht den staatstragenden Mann zu geben. Eine seiner Rollen vorher war der Spaß-Guido mit dem Guidomobil. Weder diese Rolle noch seine aktuelle kaufe ich ihm ab! Das ist irgendwie alles nicht echt, nur Show. Und da passt diese Begebenheit bei Anne Will mit ins Bild.
     

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