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Live-Übertragung unterschiedlich schnell

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von LIVE, 31. Dezember 2013.

  1. LIVE

    LIVE Benutzer

    Hallo,

    wie kann es sein, dass Live-Übertragungen im Fernsehen (bei gleicher Empfangsart) unterschiedlich "schnell" sind?

    Eurosport hängt öfter mal so drei Sekunden (mindestens) zurück: Hinter der ARD jedenfalls. Beim ZDF habe ich das schon umgekehrt erlebt (Empfangsart ist jeweils Satellit digital).

    Live-Streams funktionieren auch unterschiedlich schnell - im Vergleich zu Satellit meine ich, das auch schon erlebt zu haben, dass das Bild "schneller" war. Theoretisch könnte man ja die 3,6 Sekunden oder so für die Satellitenübertragung (teilweise) sparen. Ist das in der Praxis (öfters) so?

    Auch bei der Michael Schumacher-Pressekonferenz war das ganz interessant: N 24 war eher langsam, RTL/n-tv waren schneller. Bin nicht sicher, ob exakt so schnell wie BBC World. BBC wiederum war etwas schneller als "Heimsender" France 24.

    Interessant bei Eurosport, die eine Zeit lang (bis Sommer 2011 oder ´12 im Digitalzeitalter) fümf Sekunden hinten dran waren, dass es mit dem Ton öfter nicht passt. Normal ist der Ton ja schneller als das Bild, da kann der Kommentator fast zum Hellseher werden. Bei Euro passiert es aber andersrum (nervig gerade bei Tennis), der Kommentar kommt dann - technisch bedingt - zu spät an.

    Gibt es das Phänomen (gleiche Übertragungsart vorausgesetzt) auch beim Hörfunk? Ich bilde mir ein, dass ich früher bei einigen Live-Einsätzen den Radio-Kopfhörer im Ohr hatte und gegenüber der telefonischen Ansprache gar keine Verzögerung bemerken musste.

    Viele Grüße LIVE
     
  2. webradioo

    webradioo Benutzer

    Deine Ausführungen sind nicht ganz schlüssig bzw. eindeutig. Sprichst du nun von Geschwindigkeitsunterschieden oder von einem Zeitversatz?
     
  3. LIVE

    LIVE Benutzer

    Zwei (oder mehr) Sender übertragen LIVE, aber in meinem/deinem Gerät kommt ein Signal früher als das andere an (bei gleicher Empfangsart). Wo fehlte es an Klarheit?
     
  4. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Das liegt in der Regel am Übertragunsgweg. Früher war Sat 2-3 sec. langsamer, weil der Weg zum Satelliten und zurück nunmal 2-3 sec. ausmachte. Heute relativiert sich diesbezüglich manches, weil noch Codierungen und evtl. auch Ver- und Entschlüsselungen von Bild- und Tonsignal hinzukommen. Live-Spiele im TV wie beispielsweise einst der "Goldene Schuss" (ZDF und später Sat1) oder dieses ominöse Ballspiel im einstigen Sat1-Frühstücksfernsehen bei dem der Moderator als eine Art Joystick vom Anrufer die Anweisungen rechts, links etc. bekam, wären heute aufgrund des immer (!) vorhandenen Zeitversatzes definitiv nicht mehr möglich.
    Früher war es wie gesagt nur der Weg zum Satelliten, heute kommt noch die "Verarbeitung" des digitalen Bildsignals hinzu. Je nach Gerät ist der eine Fernsehen etwas schneller damit und der andere halt etwas langsamer. Entscheidend ist auch ob HD oder nicht, denn HD = mehr Daten = langsamere Entschlüsselung. Geh mal zu einem TV-Fachgeschäft deiner Wahl und bitte darum, das alle Fernsehgeräte eingeschaltet werden und auf allen das gleiche Programm läuft. Du wirst erstaunliches feststellen.
    Beim Radio ist der Versatz nicht ganz so krass, aber auch da ist die Art der Zuführung entscheidend. Ein Versatz von teilweise mehreren Sekunden ist auch da keine Seltenheit.
     
    Maschi gefällt das.
  5. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    Also muss ich doch mal wieder etwas Nachhilfe in Physik geben. Mit einer agenommenen Lichtgeschwindigkeit von 300000 km/s sind wir erst mal hinreichend genau. Ein Satellit auf 19° Ost ist im Mittel 35800 km über den Äquator stationiert. Woraus sich über die Winkelbeziehung eine Strecke von 38575 km von Deutschland bis zum Satellit ergibt. Damit durchläuft das Funksignal vom Sender zum Satellit und zurück zum Empfänger eine Stecke von 77150 km. Wenn wir nun diese Strecke mit Hilfe des Dreisatzes, in eine Beziehung zur Lichtgeschwindigkeit setzen, errechnen wir eine Signallaufzeit von rund 0,26 Sekunden. Diese 0,26 Sekunden sind die Zeit die auf das Konto der zurück gelegten Strecke gehen. Alle anderen Verzögerungen gehen auf das Konto der Signalverarbeitung.
    Um 2 Sekunden Laufzeit zu erreichen muss ich das Signal von der Erde zum Mond und wieder zurück schicken.

    Im diesem Sinne ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014 Olliver_55
     
    legasthenix gefällt das.
  6. LIVE

    LIVE Benutzer

    Hallo, das Phänomen, das ich tatsächlich meine, ist gerade z. B. wieder bei der Vierschanzentournee zu beobachten (auch gerade beim Männerslalom von Zagreb): Bisher war das Signal von ARD bzw. ZDF immer etwas "schnelller" als das von Eurosport. Schalte ich auf Eurosport um, sehe ich erst einen Moment später die Bilder, die ich im anderen Kanal gerade gesehen habe. Z. B. einmal stößt sich der Springer ab, während er sich beim anderen gerade erst auf den Bakken gesetzt hat ... Viele Grüße LIVE (empfangsart jeweils Sat digital - Astra - gleicher Fernsehapparat!).
     
  7. olliver_55

    olliver_55 Benutzer

    Im Zeitalter der digitalen Signalverarbeitung sind solche Laufzeitunterschiede was vollkommen normales. So gongt zum Beispiel die Tagesschau in HD später als in SD beim ZDF ist ähnlich. Richtig interessant ist das ARD Morgenmagazin, wenn ich von ARD HD auf ZDF HD umschalte, da ist der Zeitunterschied fast im ein Sekunden Bereich. Ein Prozessor braucht halt eine gewisse Zeit um richtig zu rechnen. :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 06. Januar 2015
  8. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Und diesbezüglich kann man unter günstigen Umständen (und wenn man ganz genau zuhört) z.B. auch die "Round-trip time" beim Gespräch mit dem "SWR1-Wetterstudio" (bekanntlich "wetter.com" mit Sitz in Konstanz) hören und bestimmen.

    Ich höre im Mitschnitt das Signal (Sprache) aus Stuttgart nach ziemlich genau 1,1 Sekunden erneut. Das Signal aus Stuttgart ging also (offensichtlich) über die Kopfhörer in Konstanz direkt wieder ins Mikrofon (wenn man so will eine Art Rückkopplung), kam nach 1,1s zurück und ging über den Sender. Von diesem Delay entfallen also allein 0,52s (2x Up/Downlink) auf die Lichtgeschwindigkeit. Der Rest der Zeit ist mehrfaches DSP beim Sender und Empfänger.

    Und nur als Hinweis. Die "Gegenstelle" hat nach 0,55s die Message erhalten und kann antworten. Bei einem normalen (Telefon-)Gespräch fällt diese kleine Verzögerung bei der Antwort nicht weiter auf, auch wenn es weitere 0,55s dauert, bevor wir die Antwort hören.
     

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  9. freiwild

    freiwild Benutzer

  10. dramaking

    dramaking Benutzer

    Und mich erstaunt es immer wieder, das Menschen wegen dieses "Problems" überhaupt erstaunt sind.
    Sie zeigen doch damit viel mehr, dass sie überhaupt keine Ahnung haben, wie digitale Bildübertragung funktioniert und sie nach wie vor davon ausgehen, dass ständig das komplette Bild Zeile für Zeile von der Kamera in linearem Strom an den Fernseher übertragen wird.

    Irgendwann kommt man mit dem damals™ erworbenen Schulwissen einfach nicht weiter und man muss sich mal mit dem technischen Fortschritt etwas genauer befassen. Dass einem diese Themen im Radio mal näher erklärt werden, kann man vor lauter "Comedy" und Musikgedudel natürlich überhaupt nicht erwarten (um mal beim Thema dieses Forums zu bleiben).
     

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