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MA 2/2004

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Steinberg, 20. Juli 2004.

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  1. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    Ich möchte hier im "erlauchten Kreise" noch einmal die Diskussion anschieben um die aktuellen Ergebnisse (auch ohne zu erklären, warum eine "Kombi" kein Sender ist :))
    WIe sind eure Meinungen? Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren? Was sind die Trends? Welche Konsequenzen ergeben sich?
    Denn ehrlich gesagt, machen mich die Ergebnisse zur Zeit recht ratlos. Ich sehe einen großen Gemischtwarenladen mit maximal lokalen Trends.
     
  2. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Tja... mich macht das auch etwas ratlos. Ich habe den Eindruck, dass die Hörer gern was "neues" ausprobieren wollen und die Programme verlieren, die zu lange das alte, eingefahrene Programm machen. Zumindest mal auf Mitteldeutschland bezogen: Ant Thue hat gewonnen, weil sie was Neues wagen, neue Sendungen, neue Moderatoren. R.SA hat gewonnen, weil BöFi da sind, PSR, Jump und LW Thuer haben aus oben angeführten Gründen verloren. Ebenso die SLP. Das ist MEINE Theorie.
     
  3. Jasemine

    Jasemine Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Unser Medium ist seinen regionalen Märkten und Strukturen unterworfen und jede Entwicklung oder Nichtentwicklung derart (sorry, wenn ich's sage) multifaktoriell bedingt und (ich setz noch einen drauf) interdependent, dass ich es für vermessen halte, mit Blick auf einen quantitativen (NICHT qualitativen) Zahlenberg einen klaren Trend zu formulieren. Aber das ist meine persönliche Meinung. Jeder hat seine Theorie. Wer Trends sehen möchte, sieht welche, wer an den Status Quo glaubt, fühlt kaum Veränderungen.

    Mein Programm hat gewonnen. Meine Theorie dazu: wir haben mehr richtig gemacht als vorher. Darauf trinkt die Jasemine ein Gläschen Schampus und hofft, dass viele Kollegen ordentlich zu feiern haben.
     
  4. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Aussagekraft und Glaubwürdigkeit der MA-Daten

    Auch hier im Kollegenkreis möchte ich den Artikel aus dem heutigen "Tagesspiegel" zur Kenntnis geben. Besser, finde ich, kann man es kaum formulieren. Insbesondere der letzte Satz ist von beglückender Richtigkeit:
     
  5. Nomos

    Nomos Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Ich glaube, daß es garnicht soo der Neuigkeitswert war, der Hörer angezogen hat. Es scheint mehr oder weniger die etwas ruhigere Gangart im On air Auftritt gewesen zu sein, die den von Sachsenradio2 genannten Sendern ihr Plus beschert hat. In einem anderen Thread hieß es dazu sinngemäß: Kommt das Wort wieder zu Enfluß und Bedeutung?! Dieser Faktor kommt wohl noch hinzu. Von den Sendern mit Hörerverlust haben nicht wenige extrem formatiert und gespart. D.h. null Beiträge, Reportagen und informative Moderation. Nur Fokus Frühsendung, der Rest des Tages muß die Morgenshow teasen, sehr viel Eigenwerbung und eine sehr agressive (nervige) Ansprechhaltung der Moderatoren. Jeder Break wurde zwingend mit einem Claim begonnen. Wahrscheinlich ist es dann irgendwann doch zuviel??!! und wirkt nur noch künstlich?
    Im Gegenzug haben andere Sender ihr Informationsangebot ausgebaut, also auch den Wortanteil erhöht, vereinzelt sogar Beiträge gesendet. Und die Sendungen nach der Frühsendung haben ein eigenes Profil behalten dürfen, bzw, wiederbekommen, sogar Spezialsendungen habe ich teilweise wieder gehört. Dabei wurde natürlich auch ordentlich geclaimt und positioniert, aber dezenter und nicht so aufdringlich. Diese Sender haben meist deutlich gewonnen! Es wäre durchaus möglich, daß dies eine beginnende Entwicklung sein könnte.
     
  6. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Aber was ist beispielsweise mit Antenne Niedersachsen oder Thüringen - ich will denen nicht unrecht tun, hab sie schon ne Weile nicht gehört, aber die fahren doch wohl nen hartes Hit-Format und haben dazugewonnen, oder?
    Das spräche dann ja für die These der Jasemine...
     
  7. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Antenne Thüringen fährt kein deutliches Hit-Format. Die Rotation kommt mir recht groß vor, Beiträge und inhaltsschwangere Moderationen gab es da schon immer, selbst die Nacht ist live. Der totale Contrapunkt zur Landeswelle. Ant Thue ist ein durchhörbares, nicht nerviges Programm. Da muss ich Nomos Recht geben und finde, sie haben zu Recht zugelegt. Landeswelle hingegen fährt meines Erachtens nach auf dünnem Eis, das ebenso schnell entstehen kann und dicker wird, aber genauso schnell wieder tauen kann. Und dann steht ihnen das Wasser bis zum Hals. Mal schauen, was da noch so kommt. Aber die Wahlsendungen zur Landtagswahl verglichen, kommt Ant Thue deutlich besser weg. Und ich denke mal, der Hörer sieht das, im Allgemeinen betrachtet, auch so.
     
  8. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    aber mal ehrlich - du kennst ja die Sender wohl recht gut - ist der Unterschied zwischen Ant. Thüringen und Jump so groß???
     
  9. Sachsenradio2

    Sachsenradio2 Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    In welcher Beziehung? Musikalisch? Inhaltlich?
    Musikalisch ist der Unterschied nicht soo groß, obwohl Jump mehr jugend- und chartorientiert ist als Ant.Thue. Inhaltlich ist der Unterschied doch recht groß! Die Moderatoren kommen natürlich und volksnah rüber, wirken absolut nicht arrogant. Was bei Jump eher nicht der Fall ist.
    Ant.Thue ist für mich lebendiges Radio! Und nach den Entwicklungen bei ABY der wohl beste private Radiosender. Jump ist für mich eher Flachfunk und Baustellenradio.
     
  10. Keek

    Keek Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Also, ich glaube nicht daran, dass sich anhand der MA-Ergebnisse allgemeingültige Rückschlüsse für die Gesamtentwicklung im deutschen Radiomarkt ziehen lassen. Die Ergebnisse einzelner Sender sind m.E. von zu vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig, die zumeist durch die regionale Marktistuation bedingt sind.

    Halbwegs seriös lassen sich Gründe für Gewinn/Verlust ohnehin nur anhand des kompletten Zahlenmaterials finden, welches den einzelnen Sendern zugeht, sprich: Liegen Probleme am Wochenende/einzelnen Tagesstrecken oder wurden gleichmässig Hörer verloren, wird ein Hörerverlust eventuell sogar positiv bewertet, weil sich die Altersstruktur der Hörerschaft verändert hat etc.. Aber selbst mit dem kompletten Zahlenmaterial ist das immer noch ein Stück Kaffeesatzleserei.

    Und während ich zwischendruch mal hochscrolle stelle ich fest, dass die gute Jasemine im Grunde das Gleiche schrieb wie ich. Also lass ich´s jetzt mal sein.
     
  11. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Ich denke, man muss sich klar machen, welche Zahlen welche Funktionen haben.
    MA-Zahlen werden dazu genutzt, Werbepreise festzulegen, bzw. mit ihnen die Mediaberater der Sender auf Tour zu schicken. Entsprechend werden sie erfasst und ausgewiesen.
    Wer herausbekommen will, welche Programmbestandteile wie auf sein Publikum wirken, wo Defizite bestehen, Chancen und Vorteile liegen, bedient sich eigener Researches völlig anderen Zuschnitts als MA-Abfragen.
     
  12. Keek

    Keek Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Richtig DeeBee,

    allerdings können die MA-Zahlen zumindest einen Hinweis darauf geben, welche Programmbestandteile man überhaupt qualitativ untersuchen lassen sollte (falls man keinen Basis-Research machen will)
     
  13. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    nur um nicht missverstanden zu werden. Ich wollte lediglich die aktuelle DIskussion um die MA-Zahlen anschieben und habe einige mögliche Themen vorgegeben. Ich wollte keinesfalls eindeutig darauf insistieren, daß eine eindeutige These herauszulesen ist.
    Nichtdestrotz denke ich, daß man (eben auch regional) einige Dinge aus den Zahlen ableiten kann...
     
  14. Keek

    Keek Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Schon klar "Brockenhügel" *lach*

    natürlich kann man vieles ableiten, dennoch denke ich, dass das

    a) nur innerhalb der einzelnen Märkte passieren kann und sich eben nicht aus den einzelnen Ergebnissen bundesweite Trends ablesen lassen und

    b) aus den obengenannten Gründen alles immer nur ein interpretatorischer Ansatz sein kann

    Damit wollte ich unser Gespräch aber nicht unterbinden. Also los: Suchen wir gemeinsam nach Gründen...
     
  15. Nomos

    Nomos Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Ich will meine Antwort zweiteilen:
    erster Teil:
    Es stimmt natürlich, daß aus einem MA Wert(Hörer pro Durchschnittsstunde) kaum Rückschlüsse auf die Programmqualität gemacht werden können. Es läßt sich aber aus dieser Zahl ein deutlicher Schluß auf den Erfolg eines Programms ziehen(wenn man Privatradio betrachtet). Nur deshalb läßt sich diese Zahl nämlich für den Verkauf verwenden, weil sie die erreichten Hörer bzw. potentiellen Werbespotkonsumenten darstellt. Dieser Wert ist auch keine reine Marketing- oder Verkaufsgröße, sondern die Hörerzahlpro Stunde ist über das Programm extrem beeinflußbar. Wer jetzt genaue Qualitätsaussagen aus der MA ziehen (das ist durchaus möglich) der braucht dann die kompletten Datensätze der Erhebung. Also erste und zweite Welle, Stundenreichweiten, Trend, Verweildauer, Geschlechtsunterschiede bei beliebten oder unbeliebten Sendungen, Sozialstruktur usw. Damit läßt sich dann schon sehr genau was sagen. Nicht umsonst sind diese Daten der AGMA nur dem GF und Verkaufsleitern zugänglich.(an einem guten Tag kriegt der PC auch mal einen Ausriß zu sehen:))

    zweiter Teil:
    @steinberg u. sachsenradio2

    Ant. Thü. hat eine interessante Entwicklung gemacht, vielleicht nicht ganz freiwillig, aber das wollen wir mal vernachlässigen. Das Programm ist auf jeden Fall inhaltlich besser als das von JUMP. Musikalisch sind die zu 90% gleich. Aber die restlichen 10 % machen den Unterschied. Beispiel:Es gibt da wirklich Spezialsendungen zu Musik, wo Formatbruch wahrscheinlich Pflicht ist.
    Die Wahlberichterstattung (landtagswahl vor vier Wochen) habe ich auch mitbekommen, sehr souverän! Dagegen ist sind die unsicheren Verlautbarungen der Landeswelle Thü. pure Belästigung (sorry) Ant-Thü. geht mit umfangreichen Nachrichten (selbstgemacht) und einer manchmal fast schon ausufernden Sportberichterstattung auf Hörerfang..die letzten zwei MAen haben ihnen wohl recht gegeben. Dafür spricht auch, daß der Sender keinen Ärger mehr mit der Landesmedienanstalt wegen zu geringem Wortanteil hat (war früher der Fall)...Ich kann mich jetzt auch täuschen, und die Hörer hören den Sender aus anderen Gründen, aber von außen fällt mir eben all das auf, was ich oben angeführt habe.
     
  16. Keek

    Keek Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    @Nomos

    Allerdings lassen eben auch die genauen Daten über Stundenreichweiten, Verweildauer, Geschlechtsunterschiede etc immer noch viel Raum für Spekulationen für etwaige Gründe. Liegt es am Moderator, an der Musik, an Inhalten der Sendung usw., dass man genau dort gewonnen oder verloren hat? Und um eben solche Fragen dann zuverlässig zu beantworten, reichen die Erkenntnisse, die die MA liefert, nicht aus.
     
  17. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: MA 2 -2004

    Aber um den Gedanken der Jasemine wieder aufzunehmen. Aus den Daten, die ein gemeinsamer Markt hergibt - bleiben wir von mir aus in Sachsen - läßt sich ableiten (interpretieren, kaffesatzlesen).. was (bei gemeinsamer Hörerschaft) die einen offenbar richtiger gemacht haben, als die anderen. Gut, und dann gehts es ja in den in der Tat schwammigen Bereich... Ist es die Musik, die Moderation, Personality, Verpackung, Anmutung etc, pp. usw...
    Aber genau da liegt auch der Spaß des Ganzen :)

    Anderer Gedanke: vielleicht hat Antenne Thüringen auch nur gewonnen, weil sie schlichtweg "mal was anderes" sind - denkt an eure Beziehungen: nichts ist spannender und interessanter, als das, was man noch nicht kennt :)
    (Nein, ich rede selbstredend NICHT aus Erfahrung)
     

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