1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Markus Lanz - die neue Unterhaltung!?

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von count down, 03. März 2010.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. count down

    count down Benutzer

    Gestern sehe ich beim Zappen Markus Lanz in seiner Show im Gespräch mit "J.R. Ewing", Schauspieler Larry Hagman. Ich schalte hinzu, als ML, ich hatte es befürchtet, Larry Hagman zu seinen Alkohol und Drogenproblemen von einst befragt. Keine Beglückwünschung, dass er nach erfolgter Leber-Transplantation seit einiger Zeit gesundheitlich wieder fit ist. Nein, wie war das damals, wann tranken Sie morgens den ersten Whiskey, Champagner? Immer wieder Fragen dazu aus diversen Blickrichtungen.

    Ich habe alle "Dallas"-Folgen bis zum "Tode" von Bobby Ewing gesehen, da wären mir andere Fragen eingefallen. Auch zu "Bezaubernde Jeannie".

    Angewidert von so wenig Respekt gegenüber einem so weltbekannten, weltberühmten Schauspieler schalte ich zu Maischberger und erlebe das größte Verbal-Chaos dieser Sendung. Alle reden durcheinander. Um sich Gehör zu verschaffen, werden die Argumente nicht schärfer, sondern die Stimmen lautet. Der Ungehobelste in der Runde Thomas Kramer. Immer dann, wenn Aussagen getroffen werden, die ihm nicht passen, fängt lauthals zu Poltern an. Nichts ist mehr zu verstehen, akustisch wie inhaltlich. Sandra Maischberger kann sich nicht durchsetzen. Nichts für mich.

    Zurück zu Markus Lanz: Er stochert in alten Wunden zum Thema Alkohol. Larry Hagman macht gute Miene zum bösen Spiel. Ich erfahre nicht, was der alte Herr derzeit im deutschen Fernsehen treibt. Selbst im Weihnachts-Traumschiff haben sie ihm eine kleine Rolle ins Drehbuch geschrieben.

    Ist das die neue Unterhaltung? Wie war ich froh, als nach Schönherr/Bach und Rosenbauer und nach den Spezialisten in Hamburg, die nur zu gern ihre Gäste mit den dunkleren Kapiteln konfrontiert haben: Armin Halle, Dagobert Lindlau, Reinhard Münchenhagen, Wolf Schneider, Herrmann Schreiber und Lutz Wolfgram - alles hervorragende Leute, waren meine Hass-Talker. Mit Alida Gundlach, später mit Hubertus Meyer-Burckhardt kam der neue, nicht kompromitierende Talkstil. Bewundernswert, wie viel Menschliches, Unbekanntes, Erstaunliches zutage gefördert wurde.

    Man mag JBK als Bruder Leichtfuß ansehen, bei schwierigen, ernsten Momenten war er seriös, manchmal auch behutsam.

    Ist mit dem JBK-Nachfolger Markus Lanz jetzt der Rückfall in die Inquisitions-Talkshow im ÖR-TV zu vermerken?
     
  2. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Markus Lanz - die neue Unterhaltung!?

    Also Markus Lanz finde ich jetzt nicht soo schlecht. Im Gegensatz zu Dauergrinser und anbiederer Kerner ist das echt ne Wohltat. Grundsätzlich gebe ich dir aber Recht, dass das Niveau in den Talkshows immer mehr absackt. Das geht aber einher mit der zunehmenden Verflachung des TV insgesamt. Wir verblöden immer mehr.
     
  3. LIVE

    LIVE Benutzer

    AW: Markus Lanz - die neue Unterhaltung!?

    Markus Lanz finde ich insgesamt auch recht gut. Ich schalte immer wieder rein - allerdings auch immer wieder weg: Manche Gäste und manche Runden sind einfach nicht mein Fall. Meine These: Es muss nicht am Moderator liegen. Wenn die Redaktion thematisch bzw. durch Wahl von Gästen (blöde) Vorgaben macht, dann ist es nicht doll - und für den Moderator nicht so einfach.

    Ich habe nur einmal "Dallas" gesehen ("Bezaubernde Jeannie" schon viel eher):Nichts gegen Cowboy-Hut Larry Hagman. Aber dass man diesen Herrn überhaupt so sehr immer noch promotet - ihn als einen US-Amerikaner aus den Staaten ins deutsche Fernsehen holt, ob in den "Musikantenstadl", ins "Traumschiff", zu "Lanz" - ich verstehe das nicht. Das ist wohl eine unsinnige (kostspielige) Marotte. Egal wie gut die Fragen sind: 20 Jahre nach dem großen Ruhm, nachdem alle möglichen Geschichten schon thematisiert wurden, was soll da noch tolles herauskommen?

    Überhaupt: Das Substanzielle fehlt in den Medien immer mehr.

    Ein Freund von Johannes B. Kerner (bzw. seiner Arbeitsweise) bin ich keineswegs. Trotzdem: Im Nachhinein werde ich da milder. Er ist nicht immer schlecht (als Interviewer) . Und bei allem Hang zur Seichtigkeit hat er selbst sein "das ist sicher nicht das Schlechteste"-Verharmlosungsgeschwafel irgendwann aufgegeben.

    Das Beispiel für Nichdurchsetzungsfähig- und -willigkeit ist ja wohl Sabine Christiansen. Zum Glück tritt sie kaum noch in Erscheinung. Anne Will bekommt auch heftig Kritik ab. So recht weiß ich nicht warum. Sie ist doch recht gut, pfiffig.

    Sandra Maischberger: Ein ausgewiesener Fan von ihr war ich nie. Aber auch sie ist schon (am Anfang bei "Talk im Turm" schon) hart und teilweise über Gebühr kritisiert worden. Was mir absolut gegen den Strich geht: Dass es in ihrer Sendung nun diese thematischen Talkrunden gibt ANSTATT der Einzelinterviews. Mit den Interviews hat sie sich (bei n-tv) einen Namen gemacht. Mag ja sein, dass das in der ARD nicht so zugkräftig war. Trotzdem: Dass das interviewen ihr mehr liegt, als das Auftreten als Diskussionsleiterin, liegt auf der Hand.
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen