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Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Becht, 14. Juli 2011.

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  1. Becht

    Becht Gesperrter Benutzer

    Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Er war einer der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Medienunternehmer Deutschlands. Ihm haben wir die Sender Sat1, ProSieben oder Kabel 1 zu verdanken. Ende der 80ziger Jahre hatte Kirch zudem versucht ein Radiosender zu starten, was jedoch am Veto der Medienwächter scheiterte.

    Kirch starb am Donnerstagvormittag in München im Alter von 84 Jahren. Zuletzt hatte er in einem seit 2002 laufenden Verfahren versucht, Schadensersatz von der Deutschen Bank in Mio.-Höhe zu bekommen - mit ungewissem Ausgang.

    Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2812267
     
  2. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Natürlich gilt mein Beileid den Angehörigen und Freunden von Kirch, aber medienpolitisch ist das sicherlich kein schlechter Tag für Deutschland.
     
  3. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Man muss Leo Kirch nicht gemocht haben, aber er war ein wichtiger Teil der Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland.

    Angefangen hat er damit, Filmrechte im Ausland billig zu erwerben und dann deutlich teurer an das ZDF, später auch an den Bayerischen Rundfunk zu verkaufen, die offenbar damals nicht fähig waren, die selbst zu tun. Das dies die beiden am stärksten konservativ durchdrungensten Anstalten waren, kam dem bekennenden Bayern und (Helmut-)Kohlianer Kirch (im Gegensatz zum hanseatischen Franz-Josef-Strauß-Intimus und langjährigem Kirch-Feind und -Partner Axel Springer) dabei sicherlich entgegen; jedenfalls stand mal im SPIEGEL, dass die Vorliebe von ZDF und BR für Leo Kirch den Rundfunkräten auch parteipolitisch ganz recht war.

    Richtig groß wurde Kirch aber, als in den 80ern das Privatfernsehen an den Start ging. Das sollte aus Sicht von CDU und CSU bekanntlich ein Gegengewicht zum öffentlich-rechtlichen "Rotfunk" bilden, und wer bot sich dafür mehr an als Leo Kirch? Im Gegensatz zur ausländischen Konkurrenz aus Luxemburg ging das Verlegerfernsehen (außer Leo Kirch waren vor allem Axel Springer, Bauer, Burda, FAZ sowie einige lokale Zeitungsverleger) in Ludwigshafen an den Start. Die Idee war, dass die Verleger (in der AFP - Aktuelles-Presse-Fernsehen - zusammengeschlossen), für die Nachrichten und Magazine zuständig waren und Kirch für Filme verantwortlich war. Die Bundespost (unter Kanzler Helmut Kohl) baute dort und später in ganz Deutschland mit Steuermilliarden das Kabelnetz aus, damit auch jeder das Programm sehen konnte; die Landesmedienanstalt des Helmut-Kohl-Landes sorgte für die nötige Sendelizenz. Wenig später zog man zum ZDF nach Mainz. Die äußerst plumpen Versuche des frühen Sat.1, "Verbraucherinformationen" an den Mann bzw. die Frau zu bringen, aber auch die äußerst gefälligen "Nachrichten" und politischen Magazine (wie das legendäre "Zur Sache Kanzler" mit dem Ex-BR- und strammen CSU-Mann Heinz Klaus Mertes als Moderator, der vor der Sendung mit Kohl schon mal die richtigen Antworten durchging, die er ihm später in der Sendung stellen würde) können heute allenfalls noch zur Erheiterung beitragen.

    Um die Kartellgesetze zu umgehen, wurde der Zweitsender ProSieben nicht von Leo, sondern von seinem Sohn Thomas betrieben, dessen Hauptkonkurrenten Tele 5 wiederum Papa Leo (mit Hilfe eines sympathischen Italieners Namens Silvio Berlusconi) feindlich übernahm und in den Sportkanal DSF umwandelte. Ebenfalls übernahm Kirch von Frieder Burda (nach der kartellrechtlich verbotenen Fusion der Burda- und Axel-Springer-Verlage) einen 40%-igen Anteil am Axel-Springer-Verlag (und handelte sich damit viel Ärger mit der Elite des Hauses ein) und von Canalplus die Beteiligung an Premiere. Da Bertelsmann damals aber noch nicht bereit war, Kirch Premiere komplett zu überlassen, gründete man selbst kurzerhand einen weiteren Pay-TV-Sender, DF1. Daneben erwarb man auch noch einen 25%-igen Anteil an der Formel-1-Betreibergesellschaft SLEC, an der Filmgesellschaft Constantin, an EM.TV und gründete die Sportrechteagentur KirchSport, die der FIFA für Milliarden die Rechte an den Fußball-WMs 2002 und 2006 abkaufte. Um die Kosten für die Übernahmen, die Gründungen und die Sportrechte stemmen zu können, und weil Sat1, Premiere und SF1 permanent tiefrote Zahlen schrieben, gewährten verschiedene staatliche bayerische Banken (wie die Bayerische Landesbank, die Bayerische Hypothekenbank und die Bayerische Vereinsbank; nach dem Tod Franz-Josef-Strauß' hatte sich das Verhältnis zur CSU merklich entspannt) und in derem Gefolge auch andere Privatbanken (wie z.B. die Deutsche Bank) Kirch großzügige Kredite. Nachdem der Bundestag Mitte/Ende der 90er das Medienkartellrecht entschärft hatte, konnte Kirch nun auch offiziell ProSieben (inklusive der Schwestersender Kabel 1 und N24) von seinem Sohn übernehmen und mit Sat1 fusionieren und - nach der PayTV-Aufgabe von Bertelsmann - den Rest von Premiere, was mit DF1 zu Premiere World fusioniert wurde,.

    Auf dem Höhepunkt seiner Macht kontrollierte Leo Kirch also das deutsche Pay-TV komplett, den Fußball (Bundesliga auf Sat1 und Premiere sowie WM-Rechte bei KirchSport), die Hälfte des deutschen Free-TVs (Sat1, ProSieben, Kabel 1, N24, DSF, tv.münchen, TV.Berlin, Hamburg 1) und verschiedene Produktionsgesellschaften und hätte, wären die Familienstreitigkeiten unter den Axel-Springer-Erben anders ausgegangen, womöglich sogar die Mehrheit an der Axel Springer AG übernehmen können. Eine Ansammlung medial-politischer Macht, die jeder Medienkontrolle Hohn gesprochen hätte.

    Dass es anders kam, liegt nicht an Rolf Breuer. Auch nicht an der Axel Springer AG. Grund war, das sich Kirch völlig finanziell überhoben hatte, und sein Firmengeflecht fast nur noch auf Krediten, aber nicht mehr auf Wertschöpfung beruht. Breuer und Springer haben allenfalls das Steinchen ins Rollen gebracht. Ein Imperium, dass aufgrund einer beiläufigen Bemerkung eines Bankmanagers und einer Pressemitteilung eines Zeitungskonzern zusammenstürzen kann, wäre aber früher oder später sowieso implodiert.

    Kirch verlor zwar einen Großteil seines Vermögens, das, wenn man die Kredite berücksichtigt, eigentlich nie sein Vermögen gewesen ist. Seine Villa in München und genügend Spielgeld, um auf seine alten Tage doch noch ein bisschen mitmischen zu können, hat er aber behalten können. Für die Medienlandschaft war der Zusammenbruch ein Segen, sorgte sie doch dafür, dass aus den Trümmern vier verschiedene und teilweise miteinander konkurrierende Unternehmen entstehen konnten, und dass der Einfluss der Politik im privaten Rundfunk deutlich eingedämmt werden konnte. Das Lehrgeld, das die öffentliche Hand dafür zahlen musste, war aber hoch.
     
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Kirch hat nur das gemacht, was Gesetze und Politiker ihm erlaubt, Medienwächter augenzwinkernd durchgewunken und letztlich das Publikum goutiert hat. Die Finger hat er sich ja erst verbrannt, als er glaubte, er könne die ganz großen Räder drehen. Da hätte er noch von Leuten wie Murdoch oder Berlusconi lernen können. - Allerdings sind selbst diese dabei, sich die Finger zu verbrennen.
     
  5. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    @radiokult

    Danke für den Link. Die dahinter stehende Analyse trifft es punktgenau. Der wichtigste Absatz daraus:
     
  7. bavaria 3

    bavaria 3 Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Neben Leo Kirch ist gestern auch Heinz Reincke gestorben.
     
  8. Wrzlbrnft

    Wrzlbrnft Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Ich finde es tatsächlich interessant, wo heute überall zu lesen und zu hören ist, das Kirch-Imperium habe mit seinen Sendern zur Verflachung der deutschen TV-Landschaft geführt. Trägt da die RTL-Gruppe nicht noch viel mehr dazu bei? (und zu einem kleineren, aber sicher nicht unbedeutenderen Teil auch die guten, alten öffentlich-rechtlichen?)
     
  9. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Vor mir aus können ProSiebenSat1 und RTL soviel zur Verflachung beitragen wie sie wollten - wenn sich nur ARD&ZDF bei diesem "Rennen" raushalten würden.
     
  10. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Sehr spannend zu lesen ist Michael Sprengs Anekdote zu Kirch und Kohl:

    http://www.sprengsatz.de/?p=3696
     
  11. grün

    grün Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Mein Beileid an die Angehörigen. Aber auch ich trauere Leo Kirch keine Träne nach. Das mag vielleicht pietätslos klingen, jedoch hat er maßgeblich zum "Dummfunk und -fernsehen" beigetragen.
     
  12. mehr-privatradio

    mehr-privatradio Benutzer

    Leo Kirch ein sehr tiefgläubiger Christ

    Leo Kirch soll angeblich ein sehr ernster und tiefgläubiger Christ gewesen sein, wie es aus Medienberichten zu entnehmen ist. Er sagte auch öffentlich, dass nicht er in die Insolvenz ging, sondern Gott ihm das Unternehmen aus seiner Hand nahm.

    Hier ein Link zum Beitrag über Leo Kirch
     
  13. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Wie alle "ernsten und tiefgläubigen Christen" - insbesondere jene, die das "C" noch in ihrem politischen Bekenntnis tragen, hat auch Leo Kirch in seinem irdischen geschäftlichen Handeln bisweilen die wesentlichen Glaubensgrundsätze unter den Tisch fallen lassen.
     
  14. Radiokult

    Radiokult Benutzer

  15. Funker

    Funker Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Diese Form der Hofberichterstattung war aber eher die Ausnahme, zumal "Zur Sache Kanzler" nach gut zwei Jahren wieder eingestellt wurde. Daneben gab es auch diverse Formate, die nicht dem konservativen Spektrum zuzuordnen waren, beispielsweise Böhmes Talk im Turm, das Umweltmagazin 5 vor 12 und die Spiegel-TV Reportagen.
    Bei aller berechtigten Kritik am Kirchschen Imperium: Sat.1 war mit seinen Shows sowie den eigenproduzierten Serien und Spielfilmen eine zeitlang der innovativste TV-Sender in Deutschland. Davon ist man heute meilenweit entfernt.
     
  16. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Dazu sollte man festhalten, dass die DCTP-Sendungen auf Sat1 ein "Relikt" aus den Anfangsjahren des Privatfernsehens sind. Sie legitimierten die Daseinsberechtigung von Sat1 und RTL, denn man mußte laut Sendelizenz einem unabhängigen Drittanbieter Sendezeit einräumen. Diese sogenannten Kultursendungen strahlt man seit Anbeginn eher mit Zähneknirschen aus als mit Freude.
     
  17. Funker

    Funker Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Richtig, wobei Talk im Turm meines Wissens nicht im Rahmen des DCTP-Fensters lief. Daher wurde die Sendung 1999 aufgrund rückläufiger Quoten abgesetzt, die DCTP-Sendungen "News und Stories" und Spiegel TV sind trotz Marktanteilen im einstelligen Bereich bis heute auf Sendung.
    In der Anfangszeit gab es bei Sat.1 neben DCTP noch den Drittanbieter "Kanal 4", der sich ziemlich radikal vom restlichen Programm abgrenzte und damals auch die Kölner Stunksitzung übertrug - lange bevor der WDR auf diesen Zug aufsprang.
     
  18. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Innovativ? Wann und wo war Sat.1 bitte schön innovativ? Okay, man hat Konzepte nach Deutschland gebracht, die es hierzulande vorher nicht gegeben hatte, wie die Spielshows "Glücksrad" oder "Geh auf's Ganze", die stilprägend für das Privatfernsehen der 90er-Jahre waren, trotz oder gerade wegen ihrer konzeptionellen Dämlichkeit. (Das Sat1 der 80er war sowieso eine einzige Peinlichkeit.) Aber die hatte man, wie viele andere Sendungen, in den USA eingekauft ("Wheel of Fortune" und "Let's make a Deal").

    Kirch hat versucht, den Erfolg von Sat1 mit Geld statt mit Kreativität zu erreichen, sei es bei der Bundesliga, mit (damals) spektakulären Abwerbungen wie Ulrich Meyer, Karl Dall, Fritz Egner, Harald Schmidt, Thomas Gottschalk. Als RTL mit "Wer wird Millionär" Erfolge erzielte, stampfte man "Das Quiz" und "Jeder gegen Jeden" aus dem Boden, auf Big Brother reagierte man mit dem "Girlscamp", auf Marienhof und GSZS mit "Geliebte Schwestern". Komisch, dass die Kopien dem Publikum nicht so geschmeckt haben wie das Original. Höchtens im fiktionalen Bereich hatte man mit "Wolffs Revier" oder dem "Bullen von Tölz", oder mit Eventfilmen wie dem "König von Sankt Pauli" ein bisschen so etwas wie Profil entwickelt.

    Die einzige echte "Innovation", die ich mit Sat1 verbinde, ist der fehlgeschlagene Versuch, die Macht der 20-Uhr-Tagesschau dadurch zu brechen, dass man Mitte der 90er ein halbes Jahr das Hauptabendprogramm um 20:00 Uhr statt um 20:15 Uhr anfangen ließ ("Volle Stunde - volles Programm").
     
  19. Funker

    Funker Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Zu der Zeit, als Fred Kogel Programmgeschäftsführer war. Da gab es durchaus Innovationen und echte Highlights. Klar war Schmidt eingekauft, seine besten Zeiten hatte er trotzdem bei Sat.1 - weil er dort trotz teilweise enttäuschender Quoten acht Jahre lang völlig freie Hand hatte. Das Konzept der Wochenshow war importiert, aber die Sendung war in den ersten Jahren für deutsche Verhältnisse hervorragend. Ebenso die Soloprojekte "Anke" und "Pastewka", die wiederum zur Volksmusik-Persiflage "Fröhliche Weihnachten" führten. Bei den eigenproduzierten TV-Movies waren einige Perlen dabei, neben dem Bullen und dem König von St. Pauli liefen zu Kogels Zeiten z.B. "Das Schwein - eine deutsche Karriere" mit Götz George und Sardsch mit Hannes Jaenicke. Am meisten hat sich Sat.1 damals im Bereich der eigenproduzierten Serien getraut: Stockinger, Die Anstalt, Bis in die Spitzen, Ein Mord für Quandt usw.
    Die waren kein "Bügelfernsehen" und hatten allesamt einen gewissen Anspruch, sind aber trotzdem (oder gerade deswegen) weitgehend gefloppt.
    Natürlich gab es schon damals viel Trash, aber eben auch zahlreiche Highlights - die sind heute rar gesät, wie fast im gesamten privaten Free-TV.
     
  20. grün

    grün Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    So'n bisschen "Geh auf's Ganze!" mit Jörg Dreger wäre doch eigentlich auch mal wieder nett. Und wenn es nur in der Wiederholung ist. Habe ich damals immer gerne gesehen!
     
  21. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    SAT1 hatte anfangs und zwischenzeitlich gute Ansätze (wie oben erwähnt), aber mittlerweile gibt es dort nichts mehr, was mich bewusst einschalten lässt. Die ganze grafische Aufmachung sieht eher billig und primitiv aus und man erwartet dort auch nichts Anspruchsvolles mehr. Auch die Neuauflage der "Wochenshow" (damals ein echtes Highlight mit Kultstatus) ist mittlerweile mehr als peinlich, eine 2. Staffel sollte es wohl nicht geben. Die mageren Quoten zeigen, dass die Leute nicht mehr jeden Müll sehen wollen.

    Seit Jahren kann man beobachten, dass die Privaten TV-Sender sich immer mehr dem Boulevard hingeben (Klatsch und Tratsch), auf billig produzierte und gescriptete "Dokus" setzen und auf Politik fast komplett verzichten. Politiker machen bewusst einen großen Bogen um das Privat-TV, bzw. dort gibt es keine Polit-Sendungen mehr. Selbst in den Nachrichten werden die aktuellen Tagesthemen kurz aufgegriffen und man endet mit "Promi-News" oder sonstigen an den Haaren herbeigezogenen Themen. Interessant auch die Themen, in denen behauptet wird "ganz Deutschland diskutiert über XXX" oder Ähnlichem ("Bild-like").

    Das künstliche Aufblasen von Kleinigkeiten und Aufdrängen von Meinungen sehe ich mit großer Sorge.

    Zudem tragen die 24h-Nachrichtensender N-TV und N24 ihren Namen auch keine Rechnung: man füllt große Teile der Sendezeit mit Berichten über den 2. Weltkrieg (zum 500. Mal...), über Kriegsschiffe oder sonstigem Billigfraß.

    Trotzdem hat Leo Kirch einiges im Fernsehbereich bewegt und das sollte man ihm nicht absprechen.
     
  22. Thomas Wollert

    Thomas Wollert Administrator Mitarbeiter

  23. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Ach, der Herr Döpfner, der aktiv (und letztlich erfolgreich) daran gearbeitet hat, Kirch von Springer abzuschütteln. Es hat schon etwas scheinheiliges, wenn jemand, der (zusammen mit Rolf Breuer) Kirch Kartenhaus angestoßen und damit zum Einsturz gebracht hat, nun den edlen Grabredner spielt.
     
  24. Thomas Wollert

    Thomas Wollert Administrator Mitarbeiter

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Tut er das wirklich? Ich denke nicht.

     
  25. laser558

    laser558 Benutzer

    AW: Medienunternehmer Leo Kirch 84jährig verstorben

    Eine umstrittene Persönlichkeit und nicht alles konnte er umsetzen oder durchsetzen. R.I.P.

    Mir würde dabei "Genial daneben" einfallen. Die Nachrichtensendungen stinken gegenüber Mitbewerber RTL aber ziemlich ab.
     

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