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Mehr junge Hörer für Bayern 3

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von radiofreund, 13. August 2002.

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  1. radiofreund

    radiofreund Benutzer

    Kress meldet, dass mit einer langfristig angelegten Imagekampagne mehr junge Hörer an Bayern 3 gebunden werden sollen. Gibt's dann keine eigene BR-Jugendwelle - oder wird Bayern 3 zur Jugendwelle?
     
  2. exhörer

    exhörer Benutzer

    muß wohl so sein, immerhin ist ja unlängst Radio Galaxy als Jugendwelle gestartet worden - da muß der Ö/R-Rundfunk natürlich mit auf den Zug springen...
     
  3. JulioCesar

    JulioCesar Benutzer

    Ich frage mich öfter, warum alle so scharf darauf sind, Jugendwellen einzurichten. Speziell aus wirtschaftlcher Sicht melde ich da mal meine Zweifel über die Sinnhaftigkeit solcher Wellen an.

    Ich weiß sehr wohl, dass die "werberelevante Zielgruppe" zwischen den Altersstufen 14 und 49 liegt.

    Eine Jugendwelle müsste ihr Geld damit verdienen, dass sie das jüngste Segment dieser Werberelevanten anspricht - also die 14 bis 19jährigen.

    Da frage ich mich: Woher haben die 14-19jährigen die viele Kohle um all das Zeug, das ihnen die Werbewirtschaft anpreist, zu kaufen? Seit wann zählen diese Menschen überwiegend zu den Besserverdienenden?

    Und umgekehrt: Mit welcher Arroganz gehen die Medienmacher ans Werk, wenn man ernsthaft glaubt, an seinem 50. Geburtstag lege man völlig die Offenheit gegenüber Produktneuheiten ab? Wir haben es doch heute mit einer Generation von 50 bis 60jährigen zu tun, die aktiv und vermögend gleichzeitig ist.

    Ich weiß, das Thema passt nicht 100%ig zu diesem Thread. Aber das Gequäke um die achso stinkreiche Jugend, die dauernd neue Wellen braucht, geht mir auf den Keks.

    Meine Empfehlung an die Radiomacher: Nehmt die von Pickeln und Sebstzweifeln gequälten Teenies nicht ganz so wichtig, das Geld bei allen Älteren als 19 leichter zu verdienen.
     
  4. LittleGee

    LittleGee Benutzer

    Kleiner Hinweis am Rande:
    1)Die Jugendlichen geben(über sich selbst oder ihre Eltern) sehr viel aus, ob es am meisten ist bleibt abzuwarten.
    2)Wo is der Unterschied zwischen einem 14jährigen und einem 49jährigen. Richtig der eine is jünger/älter d.h die Werbeindustrie hat noch mehr vom 14 jährigen als vom 49 jährigen und deswegen gibt es diese Jugendwellen.
    Das wars
    MFG LittleGee
     
  5. beonAIR

    beonAIR Benutzer

    Da sieht man mal keine Ahnung von Zielgruppen und Zielgruppenforschung.....

    Ein 16-jähriger Teenie ist dem Konsum viel aufgeschlossener gegenüber als ein 60-jähriger. Der 60er hat doch schon alles. Ein haus, ein Auto, eine Küche, fährt immer nach Spanien in den Urlaub und kauft seit 20 Jahren das selbe Waschmittel... Der Zweitanschaffungsquotient ist auch net so hoch, obwohl der auch nicht zu unterschätzen ist.

    Die Teenies haben genug Geld... DAS GELD DER ELTERN! und wenn man 18 ist und eine Lehre macht wofür gibt man sein Geld aus? Auto, WOhnung, CD´s, Disco, Bar, Klamotten.... Da kommt auch einiges zusammen.

    Ferner sind gerade diese Teenies auch eine Investition in die Zukunft. In 10-20 Jahren sind sie die kaufkräftige Zielgruppe, die aufstrebend eine neue Familienexistenz gründet.

    Man sieht die TEENIES SIND SAU WICHTIG!!!!!!!!!!!! und somit kommt den Jugendwellen der Werbewirtschaft eine besondere Rolle zu.
     
  6. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Ich zitiere mal aus einem Bericht von tonspion.de

    Vor allem weist Renner (Chef von Universal-Music) seine Kollegen darauf hin, dass der übersättigte Musikmarkt für 10-19 jährige nicht mehr der wichtige Markt sei. Nur 14 Prozent des Umsatzes werde in diesem Marktsegment gemacht, während die viel anspruchsvolleren 20-39 jährigen heute schon 53 Prozent ausmachten. Dieses Marktsegment sei wesentlich qualitätsbewusster und habe zudem auch selten die Zeit, sich Downloads mühsam im Internet zu suchen und zu brennen. Insofern sei es Aufgabe der Industrie den 40 jährigen Gelegenheitskäufer durch attraktive Angebote zu aktivieren. Und das setze auch voraus, dass man Künstler wieder langfristig aufbaut, positioniert und vermarktet. Nur so entstehe das Gefühl von Qualität, das der Konsument erwarte.

    so siehts nämlich aus
     
  7. Pirni

    Pirni Benutzer

    @ be:eek:n air

    Das mit der so wichtigen jugendlichen Zielgruppe ist mittlerweile ein alter Hut aus Anfang der Neunziger Jahre ! Die Zeiten haben sich geändert !
    Laut neuester Untersuchung tätigen die über 50 jährigen allein mehr als die Hälfte des ganzen Konsum-Umsatzes !

    "Wir sind dabei, das Erbe unserer Kinder zu verprassen", ist in jüngster Zeit immer öfter auf Aufklebern zu lesen, die auf amerikanischen Autos prangen... "

    Mehr darüber auf <a href="http://www.senioragency.at" target="_blank">www.senioragency.at</a>
     
  8. radiofreund

    radiofreund Benutzer

    Was will denn DIE Jugend? Die gibt's doch genausowenig wie DIE Erwachsenen. Unterteilungen nach Altersgruppen machen meiner Meinung nach wenig Sinn, eher Unterteilungen nach Musikfarben.

    Ich finde, der BR macht das bisher nicht schlecht. "Wir bringen's zusammen" ist der Slogan von Bayern 3, und ich find es nicht schlecht, wenn ein Ö-R versucht, jung und alt zusammen zu bringen. So unterschiedlich können die Geschmäcker zwischen jung und alt ja nicht sein, in den Charts tummeln sich ja lauter alte Titel in neuem Sound...
     
  9. edgar

    edgar Benutzer

    Mehr junge Hörer für Bayern 3? In diesem Fall würde ich sagen, mehr Hörer erreicht man nicht nur durch einen extra auf die Jugend zugeschnittenen Sender, sondern allein schon durch Kreativität. Hier möchte ich erinnern an die Super 3 Wochen. Ich war damals im Zielgruppenalter und nichts hätte mich vom Radio weg bewegen können. Ein Einzelfall? Sicherlich nicht. Gute Ideen mit Herz sind es, die Hörer fesseln, die Hörer bewegen, entgegen der Gewohnheit, das Radio anzuschalten.
    Hm, oder bin ich da zu blauäugig?
     
  10. JulioCesar

    JulioCesar Benutzer

    @be on air und andere:

    Pirni's Hinweis ist sehr wichtig: Die Mär, dass man ab 50 alles hat und fest gefahren ist, hat sich längst überholt. Die Werbewirtschaft weiß nur allzu gut dass die "jungen Alten" die kauf- und zahlungskräftige Generation schlechthin ist: Sie kaufen sich nach wie vor neue Autos, tragen Mraken-Klamotten, nebeln sich mit teuren Parfums ein und reisen öfter und teurer als die pickeligen Teenies. Sie verprassen nicht nur das Erbe ihrer Kinder, sondern verfügen auch über Geld, das sie selbst von Eltern, Onkeln, Tanten geerbt haben.

    Und nun zu den Teenies: Klar, dass die das Geld ihrer Eltern ausgeben. Woher sollen sie es denn sonst haben. Letztendlich bleiben es aber trotzdem nur ein paar hundert Euro, über die sie monatlich Kaufentscheidungen treffen. Es sind ein paar Scholoriegel, ein paar CDs, keine Bücher (siehe PISA, ein paar EnergyDrinks, Limonaden und andere Drinks, eine Ration Aufputschpillen (für die keiner Werbespotsplatzieren darf), Klamotten bei H&M und gelegentlich eine Packung Kondome.

    Wenn Sie sich Autos kaufen, sind es Gebrauchte und wenn der Papa, der vielleicht sogar seinen 50. hinter sich hat, einen Neuwagen spendiert, wird er in der Regel die Auswahl der Marke mitbestimmen.

    Wenn diese Teenies dann eine Ausbildung beginnen, gehören sie mit ihren 600 EUR oder weniger dann natürlich zu den zahlungskräftigen Großverdienern im Land. Wohl eher nicht.

    Sie kaufen ihre Sachen bei Aldi und Lidl - die werben ja permanent im Radio <img border="0" title="" alt="[L&auml;cheln]" src="smile.gif" /> )) - und müssen auch auf die Kohle achten.

    Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede. Und glaubt mir, es dauert noch eine Weile, bis die Werbewirtschaft komplett umstellt.
     
  11. Pirni

    Pirni Benutzer

    Danke JulioCesar !

    Genauso ist es. Ich habe öfters in einem alten Kurort zu tun und die Gegend galt früher als "Grufti und Rentnerpark" mit gelegentlichen Kurkonzerten.
    In den letzten 10 Jahren hat sich da eine gewaltige Änderung vollzogen. Jetzt sind zwar immer noch die "Alten" da ( wenn man heutzutage die 50+jährigen überhaupt noch so bezeichnen kann), aber neben den bisherigen Kureinrichtungen gibt es plötzlich einen riesigen Golfplatz, Tennisplätze, Motorradtreffen, Country-Treffen mit jeglicher Art von verrückten Wettbewerben, Drachenflieger, Wellness und Spaßbäder und, und, und.
    Jetzt bauen sie noch ein Theater und ein Sport - und Wellnesshotel nach dem anderen schießt aus dem Boden. Da gibt es Diskotheken mit Oldies, Walzer und Tango, genauso wie für Techno und Rock.
    Da solltest Du mal sehen wie es in der Disco mit Namen "Kurschattentreff" zugeht. Da baggern die 50+ an wie die Teenies, nur mit einem gewaltigen Unterschied: Geld spielt keine Rolle !
    Ich kenne da einen 65 jährigen, der legt in einem solchen Wellness-Hotel seine alten Swing und Rock-Roll Platten auf und kauft sich nun innerhalb von 5 Jahren schon seit 3. schweres Motorrad, mit dem er in der halben Welt unterwegs ist.
    Also, daß die "Alten" nur noch auf der Rentnerbank sitzen, das ist längst vorbei. Es ist ganz einfach erstaunlich, wie lange sich solche Vorurteile halten. In einem Touristik- Wirtschaftsblatt habe ich auch mal gelesen, daß die Ferienorte, die nur noch auf junges Ballermann-Publikum setzten, bereits die Zukunft verschlafen haben. Einige vorausblickende Manager, die bereits vor Jahren auf die Oldie-Wellness-Sport-Erlebnisschiene gesetzt haben, die hatten die Zeichen der Zeit erkannt.
    Womit ich allerdings nicht sagen möchte, daß die "Jungen" nun vernachlässigbar sind, das sit genauso eine Zielgruppe. Aber daß die Alten KEINE attraktive Zielgruppe wären, das ist völlig falsch !
     
  12. Pirni hat recht. Das knallharte zielgruppenspezifische Peilen der hiesigen Werbewirtschaft auf die 14 bis unter 50 Jährigen kann ich auch nicht nachvollziehen. Scheint mal wieder ein typisch deutsches Phänomen zu sein. Und Wandel tut wie immer weh, weil hier zu viele eingefahrene Interessen dran hängen.

    Wenn man sich nämlich andere Märkte ansieht, ist das bei weitem nicht so. In GB z.B. gibt es viele Spots im kommerziellen Radio und im TV (ITV, Channel 4), die ältere Leute ansprechen. Entsprechend ist auch das Programmumfeld gestaltet, also nicht so einseitig und krampfhaft jugendfixiert.
     

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