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Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von Musikpolizei, 11. März 2011.

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  1. Musikpolizei

    Musikpolizei Benutzer

    Wie schafft man es, bei Interviews in verschiedensten Locations, den Raum nahezu zu eliminieren? Welche Mikrofone werden z.B. bei "WDR Tischgespräch" verwendet und wie positioniert?

    Ich plane ein semi-professionelles Interview Podcast, das nicht im Studio, sondern überall aufgezeichnet werden soll.

    Situation: Gesprächspartner sitzt mir gegenüber am Tisch.

    Wichtig ist, dass der Gesprächspartner sich vom Mikrofon nicht gestört fühlen soll. Also schon mal keine Headsets...
    Zurzeit experimentiere ich mit dem Tascam DR-100 und dem Rode NTG-2 Richtmikrophon auf dem Tisch. Das Ergebnis befriedigt mich noch nicht: zu leise und noch zu viel Raum dabei (Sprechabstand ca. 40-50 cm).

    Beispiel vom Tischgespräch:
    http://www.wdr5.de/sendungen/tischg...-beschloss-ein-besserer-mensch-zu-werden.html

    Wie machen die das?
     
  2. jingle46

    jingle46 Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Am Beispiel vom "WDR Tischgespräch" kann ich es nicht sagen, aber ein guter Tipp für den Fieldeinsatz, ob im Raum oder Outdoor ist zum Beispiel das Flashmic von HHB (vgl. auch Yellowtec). Dies ist Aufnahmegerät und Mic in einem: Sprechabstand gering und perfekt für den harten Einsatz. Die Qualität ist folglich besser als bei Richtmikroaufnahmen.

    Ich hoffe mein Post ist eine Antwort auf deine Frage.
     
  3. Musikpolizei

    Musikpolizei Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Danke für den Tipp. Das Flashmic kannte ich noch gar nicht. Sieht sehr gut aus, hat aber 2 Nachteile:
    1. Der Preis :))
    2. Ich plane Gespräche zw. 1 und 2 Stunden, da sollte man nix in der Hand halten müssen.
     
  4. codo

    codo Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    1. Näher rangehen, Besprechabstand verringern, 3 - 10 cm
    2. Im Gegenzug die Vorverstärkung des Mikrofons und den Aufnahmepegel des Recorders verringern
    3. Niedrigohmige Mikrofone, z.B. dynamische, anstatt hochohmige Elektret-Kondensator, verwenden.


    Gruß Codo

    P.S. Das verlinkte WDR-Tischgespräch scheint im hallgedämpften Studio des WDR, mit guten professionellen Kondensator-Mikros
    aufgezeichnet worden zu sein. Da hat jeder der Beteiligten ein eigenes Mikro zum besprechen. Das Ganze wird von einem
    Techniker hinter der "Scheibe" aus dem Regieraum gefahren, gepegelt und aufgezeichnet. "Studio" heißt der Trick.
     
  5. Musikpolizei

    Musikpolizei Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    - Näher rangehen habe ich beherzigt. Aber bei persönlichen Interviews kann man nicht vom Partner verlangen, immer den Kopf ans Mikro zu pressen. Das hemmt. Soll sich ja wie ein normales Gespräch anfühlen. Genau deshalb hab ich mich ja für Richtmikros entschieden: Bewegungsfreiheit. Wenn es im Dreibeiner auf dem Tisch steht, hätte man ohne Stress dauerhaft ca. 20-30cm Abstand. Und viel näher sollte man bei Richtmikros (hier Rode NTG-2) ja auch nicht ran.
    - Dynamische Mikros sind hier unpraktisch, denn man muss sie immer direkt an den Mund halten.

    - Gibt es eigentlich Lavalier-Mikros, die man direkt über XLR in den Tascam DR 100 einstöpseln kann?

    - Ich habe das "Tischgespräch" schon öfter gehört, und da erwähnen die Journalisten gelegentlich, man sei jetzt bei XY zuhause. Ich gehe also schon davon aus, dass man so ein Ergebnis mit mobilem Equipment hinkriegt.
     
  6. damara

    damara Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Also, ich kenne weder das besagte Tischgespräch , noch weiß ich Genaueres über die Arbeitsweise dabei.
    Persönlich arbeite ich in beschriebenen , problematischen Situationen so :
    möglichst viele getrennte Kanäle aufnehmen,
    1 Grenzfläche liegt auf dem Tisch
    Je Gesprächspartner 1 Kleinkondenser , klar : dicht und gerichtet am Gesprächspartner)
    Ich bereite die Location vor ( wähle ruhigen Raum /z.B. wenn es in einem Hotel, Wohnung,Restaurant sein soll.
    Sorge für eine sehr ! dicke Tischdecke und zusätzlich mehrfache Ausstattung an Bierdeckeln für die Gläser ( die Grenzfäche freut sich und ich mich mit Ihr beim Schneiden)
    Der Rest findet im Studio bei einem Riesen-Becher Kaffee statt .
    In so einem Fall bekomme ich meine Ausrüstung gut in meinen Kombi und brauche etwas mehr als 2 h Vorbereitungszeit ;
    Das ist aber sicher Nichts im Verhältnis zum WDR, der mit 2 Ü-Wagen , 4 Technikern und deren 7 Assis anrückt um diese Runde aufzunehmen....
    P.S.: Ich persönlich finde es auch nicht schlimm, wenn bei Aufnahmen vor Ort der Ort etwas mitkling ( wirkt doch authentisch und macht es noch mal hörenswert)
     
  7. Ralle_Köln

    Ralle_Köln Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Schön wär's, wenn's so wäre. Der eine anwesende Techniker, der vor kurzem etwas vergleichbares für eine kleine Anstalt im Südwesten bewerkstelligte, hat das mit Schoeps Colette mit MK 41-Kapseln, Yamaha 01V und Laptop mit professioneller Audiokarte aufgenommen. Als Havarie lief noch ein TCD-5 mit ;)

    Die Schoeps muß man natürlich bestellen, sich im Lager holen und direkt nach der Veranstaltung auch dort wieder abgeben; das ist so teures Material, das es auch beim ö/r ständig bei wechselnden Veranstaltungen eingesetzt wird.
     
  8. radiofan9

    radiofan9 Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Mal was anderes: Ein Interview, dass man online stellt, ist noch lange kein Podcast. Dazu braucht es mehr. Aber das nur nebenbei.
    Und Wohnzimmer sind in Ihrer Soundqualität alle recht unterschiedlich. Wer reich ist und gedämpft wohnt hat sich eine bessere Akustik als ich in meiner Altbauwohnung mit 3 hohen Decken und Holzfußboden ohne Teppich.
     
  9. Prof. Barabas

    Prof. Barabas Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Mein MD 421 auf dickem Tuch funzt seit 20 Jahren...egal ob mit DAT oder MD...klingt immer okay...(naja MD hat einigen einbußen...)
    PS: WDR 5 Tischgepräch ist sehr oft in XY Häusern...
     
  10. Ralle_Köln

    Ralle_Köln Benutzer

    AW: Mikrofonierung bei Interviews? - Bsp. "WDR Tischgespräch"

    Das ist ja für den Reportageeinsatz auch uneingeschränkt zu empfehlen. Das Paternostergespräch bei WDR 2 wird übrigens mit zwei auf getrennten Kanälen aufgezeichneten MD 421 gemacht.
    Und wer die letzte EU-Sonderbericherstattung in der Tagesschau gesehen hat, durfte sogar noch ein weißes mit nachgerüstetem XLR-Anschluss bewundern.

    Allerdings zöge ich bei Gesprächsrunden Kleinmembrankondensatormikrofone vor.
    Grund 1: ihr Feldleerlaufübertragungsfaktor ist bauartbedingt wesentlich günstiger. Bei beispielsweise fünf MD 421 summiert sich das Rauschen von fünf Mikrofonvorverstärkern.
    Grund 2: eine große Anzahl an stabil aufgestellten MD 421 nimmt beträchtlich Platz weg.

    Bei seltenem Gebrauch lohnt Mieten statt Kaufen.

    Es gibt einen Speiseadapter für die Sennheiser-Lavaliermikrofone, der sich mit P48 betreiben lässt. Auf einer Seite also ein herkömmicher XLR-Stecker, auf der anderen das Gewinde, um die Kapsel anzuschließen.
    Lavaliermikrofone setzen aber geeignete Kleidung vorraus, sonst hast Du mindestens viel "Geschabe" auf der Aufnahme. Wenn's schlecht läuft obendrein noch einen sehr knödeligen Klang, da eher die Kehle abgenommen wird denn der Mund. Kenne vom Fernsehen die Ansage, wenn mit Leuten gearbeitet wurde, die nicht von der Garderobe fernsehkompartibel* ausgestattet wurden, die Klamotten notfalls zu beschädigen, um das Mikro sauber anzubringen. Sie würden anschließend vom Sender ersetzt.

    Lavaliermikrofone sind immer ein Kompromiss aus Klangqualität und Sichtbarkeit und deshalb fürs Radio eher zweite Wahl.


    *, da OT: das bedeutet(e) auch, komplett schwarze Kleidung oder enge Muster zu vermeiden. Schwarz bekommt gerne ein Räumlichkeitsproblem, da die Hauptlichtquellen nicht zur Geltung kommen, der dargestellte Körper säuft ab. "Enge" Strukturen im Bild inteferieren bei der FBAS-Übertragung mit dem Frabträger, es kommt zu Artefakten in Form von fehlfarbigen Flächen.
     

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