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NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von Hefeteich, 13. Januar 2011.

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  1. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    Die NDR-Reportage (Panorama, ARD exclusiv) über Carsten Marschmeyer und den AWD mitsamt der Verflechtungen zur Politik hat Journalisten und Juristen gleichermaßen auf Trab gehalten.
    Ein Jurist geht mit dem NDR-Journalismus hart ins Gericht:

    Der vollständige Text ist im Blog von Rechtsanwalt Christoph Nebgen nachzulesen:
    http://nebgen.blogspot.com/2011/01/chance-vertan.html
     
  2. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Das hört sich ja so an, als hättest du noch Mitleid mit dem "armen" Maschmeyer? Kann ich nicht nachvollziehen, dieser Mann hat tausende um ihr Erspartes betrogen und sein Geschäftsmodell "AWD" war sicherlich, sagen wir es vorsichtig, sehr stark auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Ich hab die Doku zwar verpasst, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fakten nicht wasserdicht waren. Sowas wird der NDR ja auch vorher geprüft haben und die Recherche soll auch 2 Jahre in Anspruch genommen haben.

    Erinnert so ein bisschen an den Fall Lars Windhorst.
     
  3. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Die Reportage gibt es online zum Anschauen: http://daserste.ndr.de/panorama/media/doku909.html

    Mitleid mit Maschmeyer habe ich nicht, andererseits empfinde ich auch nicht so recht das Tränendrüsen-Mitleid mit den Geschädigten. Dass die mehr oder minder strukturell in die Schulden getriebenen Vertriebsmitarbeiter von AWD, die noch etwas Ehrgefühl im Bauch haben, auch Geschädigte sind, wird nur am Rande erwähnt.
    In der Reportage ist die Rede von einem Schneeballsystem.

    Im Vorfeld gab es reichlich juristische Scharmützel, und in den Blogs der Rechtsanwälte wurde entweder sich aufeinander bezogen oder übereinander hergezogen. Nebgens Blog war dabei nach der Ausstrahlung der Sendung einer der bissigeren. Weitere Zitate:

    (RA Prinz soll im Auftrag seines Mandanten Maschmeyer nicht nur den NDR, sondern angeblich alle ARD-Anstalten - vergeblich - mit Faxen überhäuft haben. Die taz berichtete entsprechend).

    Zitate aus der Quelle wie vorab: http://nebgen.blogspot.com/2011/01/chance-vertan.html

    Dass Maschmeyer, der AWD und der Strukturvertrieb, oder auf neudeutsch: MLM, Bestandteil einer kritischen Reportage sind, ist ja berechtigt. Doch wenn sich ein Anwalt öffentlich über die Sendung lustig macht und meint, das wäre die Unterlassungs- und Gegendarstellungsflut nicht wert gewesen, dann ist das Anlass genug, den investigativen Journalismus selber mal kritisch zu hinterfragen.

    War Panorama nicht mal eine WDR-Produktion?
     
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Unabhängig vom Fall und den Schuldigen und Unschuldigen: Ich pflichte dem Hefeteich bei in der Einschätzung, dass derartige "investigative" Reportagen, wenn sie von nassforschen und sowieso schon alles zu wissen meinenden Reporten zusammengerotzt werden, kein Ruhmesblatt darstellen. Das ist potenzierter Kerner, die Story schon im Kopf, noch ehe die erste Frage gestellt wurde, Journalismus nach dem Motto "Was kümmern mich Fakten, ich habe ja schon eine Meinung", wohlfeil, billig, die plumpe Anbiederung an Volkes Stimme.
     
  5. chapri

    chapri Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Nach der Beweihraeucherung bei Gottschalks Kinderherzensendung war's doch eine erfreuliche Abwechslung.
    Magazinsendungen duerfen provokativ sein - ihre Mittel heiligen ihren Zweck!
    Fuer ausschliesslich sachliche Infos sind die Nachrichten zustaendig.
     
  6. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Wer heutzutage schnelles Geld verdienen will, muss notgedrungen andere übers Ohr hauen...

    Habe mich in den Anfangszeiten des AWD mal breitschlagen lassen, an einem "Einführungsseminar" teilzunehmen. Mehrere Stunden saß ich mit einer Gruppe dort und man ließ sich in einem Monolog über Karriere und Geldverdienen berieseln.

    Die Masche: jeder sollte die Namen von 50 Leuten aufschreiben, die man kennt, inklusive der Familienangehörigen. Diese sollte man kontaktieren und um ein Finanzberatungsgespräch bitten. Bei mindestens 25 davon sollte man am Ende sitzen und beraten. Zudem sollen die Berater versuchen, neue Beratungs-Adressen über ihren vorhandenen Klientenstamm zu erhalten. Leider hüllen sich die meisten Landsleute in Schweigen, wenn es um ihr Geld geht! Denn diese sollten in dem Beratungsgespräch ihren kompletten Finanzstatus auf den Tisch legen. Spätestens dann ist der Spaß vorbei. Ich bin aus dem Seminar raus und die haben mich auch nie mehr gesehen.

    Im Prinzip läuft das so: der AWD-Berater durchleuchtet meinen Finanzstatus, schaut sich meinen Lohn und monatlichen Kosten an und versucht mit anderen, günstigeren Versicherungen Geld einzusparen. Zusätzlich gibt es Tipps, wie ich mein Geld schnell oder langfristig scheinbar vermehren kann. Die Berater verdienen dann an den Provisionen der neu abgeschlossenen Versicherungen. Der AWD war der Vorreiter, danach kamen immer mehr Finanzberater auf den Markt. Gefährlich daran ist, dass diese Berater nur intern dürftig geschult werden, aber dann das Vermögen und die Zukunft des Klienten beeinflussen, wie zum Beispiel bei einem Baukredit.

    100%ige Sicherheiten gibt es nie, aber bei großen Investitionen sollte man lieber seiner Hausbank vertrauen und sucht man eine günstige Versicherung jeglicher Coleur, so sollte man sich Zeit nehmen und das Internet durchforsten.

    Maschmeyer hat AWD wohl mittlerweile verkauft und lebt auf der Sonnenseite mit Frau Ferres. Habe den Beitrag gestern auch gesehen und natürlich sind solche Berichte immer einseitig.
     
  7. chapri

    chapri Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    Maschmeyer hat immer noch mit der AWD und damit auch mit den Sammelklagen zu tun, die das eigentliche Thema der Reportage waren. Diese war durchaus - bis auf den Kommentar vor der AG-Villa - sachlich. Alle Vorwuerfe wurden belegt und hinterfragt.

    Der eigentliche Skandal ist die Verquickung von Wirtschaft und Politik und damit die Amerikanisierung auch der Politik. In den USA ist es ueblich, Wirtschaftsbosse auch fuer die Politik "abzustellen" - und spaetestens mit Gerhard Schroeder hat diese Unsitte auch in der BRD gewaltig Einzug gehalten.

    Was machen wir daraus?!?
     
  8. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: NDR-Reportage über den AWD in der Kritik

    DAs Problem dabei ist, dass Leute wie Maschmeyer keinerlei Unrechtsbewusstsein haben. Hauptsacher man hat seine eigenen Schäfchen im Trockenen. Was mit den Geld der Kunden dann passiert, interessiert nicht. Ein klassiches Beispiel für Turbo-Kapitalismus. Schnell an das Geld anderer Leute kommen und in kürzester Zeit möglichst viel zusammenraffen. Widerlich.
     
  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer


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