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NSA-Skandal: Herr Schäuble hat kein Verständnis

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von mehr-privatradio, 24. Juli 2013.

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  1. mehr-privatradio

    mehr-privatradio Benutzer

    Was für eine Aufgabe haben eigentlich unsere Politiker, es gibt einige denen die Würde des Bürgers gar nichts wert ist. Wie ich heute bei Zeit Online gelesen habe, hat Herr Schäuble für den deutschen Wutbürger gar kein Verständniss. Er findet das Schnüffeln von Amerikanischen Geheimdienste in der Privatsphäre deutscher Bürger als akzeptabel.

    Ließt euch mal den Artikel durch und passt bloß auf euren Blutdruck auf, man kann bei solcher Meinungsäußerung schon sehr wütend werden.

    Schäuble versteht Aufregung nicht

    Der Herr Schäuble kann ja sagen was er möchte, weil er wahrscheinlich nach der nächsten Bundestagswahl eh nicht mehr im Bundestag sitzt, weil er reif für seinen Ruhestand ist. Seine Äußerungen zeigen aber wiedermal was einige Politiker über den Bürger denkt.
     
  2. Hinhörer

    Hinhörer Benutzer

    Ich gebe mal den richtigen Link: Klick!

    Allerdings muß ich sagen, daß ich nicht auf meinen Blutdruck aufpassen mußte. Warum sollte ich
    ?
     
  3. Ich sehe an der NSA-Spionage einen positiven Aspekt: Es dürfte so langsam auch dem letzten klar werden, dass das Internet eben kein privater Raum ist, es gibt da keine Privatsphäre. Infolgedessen sollte das Bedürfnis nach nicht-vernetzten Lebensräumen zunehmen. Klare Absage an den von der Unterhaltungsindustrie forcierten Trend, immer und mit jedem Gerät vernetzt sein zu müssen.
     
  4. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Auch wenn ich es nur ungern mache, aber hier widerspreche ich Dir.

    Die Amis finden es - noch immer - ganz wichtig und toll, dass die NSA sich um deren Sicherheit kümmert und haben kein Problem damit, getrackt zu werden. Und die Deutschen "haben ja nichts zu verbergen" und stören sich daher nicht daran überwacht zu werden. So vielfach die Aussage. Schließlich geht es ja "um unser aller Sicherheit".
     
  5. McCavity

    McCavity Benutzer

    Naja, die NSA soll ja jetzt an die Leine gelegt werden und nicht mehr hemmungslos schnüffeln dürfen, sondern nur auf konkreten Verdacht - das gilt aber nur für US-Bürger. Den rest der Welt dürfen sie weiter fröhlich anlaßlos bespitzeln...

    Dieses Pferd ist falsch herum aufgezäumt. Die Aussage ist sicherlich zutreffend, aber das Problem eigentlich ein ganz anderes: Menschen haben ein Bedürfnis nach Privatsphäre - gut, die einen mehr, die anderen weniger, aber ich denke auch der letzte datenschutzkritische Spacko ("Datenschutzkritische Spackeria" ist ein Begriff, den diese Bewegung sich selbst gibt) wird auf einmal sehr handzahm, wenn zum Beispiel seine Kontodaten durch die Öffentlichkeit geistern oder jemand auf die Idee käme, sein Haus mit rund-um-die-Uhr eingeschalteten Webcams versehen zu wollen. In Deutschland haben wir seit 1983 (aus Anlaß der damaligen Volkszählung) das "Recht auf Informationelle Selbstbestimmung", das ist im Prinzip eine "Privatsphäre der Daten" - denn auch dort, gibt es Menschen, die mehr bereit sind über sich preiszugeben, als andere.

    Das ist deutsches, kein internationales Recht und das Internet fern davon, dieses umzusetzen (mit Ausnahme deutscher Unternehmen, die sich auch im Internet an das Datenschutzgesetz halten müssen) und auch wenn ich bestimmt kein Freund von "am deutschen Wesen soll die Welt genesen" bin, halte ich unser Datenschutzgesetz doch für ziemlich vorbildlich. Die Diskussion sollte daher nicht lauten "jeder weiß, daß es im Internet keine Privatsühäre gibt", sondern "brauchen wir eine Privatsphäre auch im Internet und wenn ja, wie können wir das erreichen?". Meine persönliche Meinung ist: ja, wir brauchen Privatsphäre, auch im Internet. jeder Nutzer soll die Wahl haben, wie viel er im Netz über sich preisgibt. Ob das nach Vorbild unseres Datenschutzgesetzes seins ollte, darüber lasse ich mit mir reden aber ich bin felsenfest davon überzeugt, daß wir auch im Internet die Möglichkeit der Privatsphäre brauchen, denn das Internet ist nicht, wie gern kolportiert wird, eine virtuelle Welt, sondern lediglich eine virtuelle Erweiterung einer sehr realen Welt.

    s.o. das sehe ich der Entscheidung des Einzelnen. Mann kann nicht pauschal alle über einen Kamm scheren, und annehemen, daß alle das Netz in gleicher Weise nutzen; das Gegenteil ist der Fall. Durch die vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die jeder von uns mit dem und im Netz macht, haben wir alle eine andere Wahrnehmung dessen, was das "Internet" ist. Da sind zwar wahrscheinlich in weiten Zügen Übereinstimmungen möglich, aber in den Details wird sich das ganz schön unterscheiden, wie bei so vielem anderen auch: die eigenen Erfahrungen prägen ganz tiefgreifend den eigenen Umgang mit etwas. Rauchen, Alkohol, Zucker, Salz, Sex, Spielen - über alle diese Dinge haben wir zwar im Durchschnitt eine bestimmte Einstellung, das heißt aber nicht, daß wir nicht im Einzelfall gehörig von diesem Durchschnitt abweichen können. Das richtige Maß zu finden ist, wie mit allem im Leben, eigentlich Sache des Einzelnen (mit Ausnahme vielleicht von ganz extremen Ausprägungen, an den die Gesellschaft dan bisweilen eingreift und Grenzen setzt). Zwischen völliger Abstinenz und Sucht gibt es da ganz viele feine Abstufungen. Genau deshalb sollte Technologie den Bedürfnissen der Menschen dienen und sie ihnen nicht aufzwingen. Die Beobachtung "Keine Privatsphäre im Internet => eingeschränkte Nutzbarkeit" ist daher zwar richtig, aber, wie gesagt, nicht zielführend. Deshalb ist der positive Aspekt, den ich an der NSA-Spionage finden kann, der, daß das Ganze öffentlich geworden ist und die Diskussion damit zum ersten mal in die breite Gesellschaft getragen wurde.

    LG

    McCavity
     
  6. mehr-privatradio

    mehr-privatradio Benutzer

    Mir fehlen hier einfach die Worte.

    Die Geschichte wird ja immer heftiger.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. August 2013
  7. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Das bekommt die dann aber ziemlich zeitig mit. Microsoft war schon immer sehr neugierig. Ebenso hat Google/Youtube eine nicht unerhebliche Sammelleidenschaft was Nutzerdaten angeht. Nichts davon ist irgendwie neu. Aber für Angela Merkel ist das ja auch "Neuland"...
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. August 2013
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  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Da outest Du Dich als ziemlich ahnungslos. Schäuble ist Spitzenkandidat der CDU im Südwesten und über die Landesliste so abgesichert, dass er auf jeden Fall wieder im Bundestag sitzen wird. Wie so viele andere auch hast Du es noch nicht gemerkt: Die Wahlen sind eine Show (um nicht zu sagen eine Farce), denn es findet überhaupt keine Wahl statt. Das wird uns nur vorgegaukelt. Die Parteien haben längst 80 Prozent der Mandate über ihre Listen besetzt. Die verbliebenen 20 Prozent werden plus-minus ein Prozent nach dem üblichen Proporz ziwschen ein paar bedeutungslosen Hinterbänklern hin- und hergeschoben.
     
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  9. Für alles gibt es eine Lösung :)

     

  10.  
  11. Als Merkel vom sog. "Internet" sprach, musste ich erst mal googlen, was das überhaupt ist... :wow:
     
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  12. Makeitso

    Makeitso Benutzer

  13. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Wegen des Neulandes, seht es doch nicht so eng. Der Satz kam schließlich aus Politikerkreisen, und dort dauern wegen Machterhalts, Interessenwahrung und was es sonst noch für wichtige Dinge gibt "Nebensächlichkeiten" etwas länger bevor sie zur Bearbeitung auf dem Merkzettel stehen. Das ist aber kein Merkmal der heutigen Zeit, wie ein Blick in die Geschichte der Bundesrepublik zeigt. Erinnert sei an den Art. 3 des GG, der von der Gleichberechtigung von Männern und Frauen spricht (es dauerte aber bis Mitte der 70er Jahre, bis der Mann nicht mehr über das berufliche und finanzielle Leben der Frau entscheiden durfte - heute ist sogar davon auszugehen, dass der Frau unter Umständen mehr Rechte als Männern zugebilligt werden); hier hat es also reichlich 25 Jahre gedauert, bis das Neue in der Politik ankam.
    Von Internet als Massenphänomen kann erst seit ungefähr 20 Jahren gesprochen werden - also doch "Neuland" für die Politik.
     
  14. Glaube schon, dass das ein besonderes Merkelmal von Merkels Merkelzettel ist, dass wichtige Dinge da ziemlich weit unten platziert sind. Naja, CDU zu wählen, wäre für mich auch Neuland... ;)
     
  15. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    @stefan kramerowski:
    Ich gehe einmal davon aus, dass wir bei "wichtigen Dingen" unterscheiden müssen, denn die "wichtigen" Dinge der Politiker korrelieren selten mit denen des Volkes; dabei ist es uninteressant, welche Couleur dem Politiker "angedichtet" wird.
     
  16. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    @Ammerlaender: Das erlebe ich anders. Da Du allerdings die "wichtigen" Dinge in Anführungszeichen gesetzt hast, kommt eine Ausnahmeregelung zum greifen.

    Würde man Umfragen bei mehr als nur zwischen 1.000 und 5.960 (5.940?) Personen/Haushalten machen, käme man durchaus auf realistischere Ergebnisse. So auch, würde man tatsächlich representative Umfragen machen, in der (tatsächlich!) von Obdachlosen bis hin zur Oberschicht jeder befragt wird. Da dies aber nicht passiert, darf man auch nicht erwarten, dass entsprechende Medien andere Umfrageergebnisse an unsere Politiker herantragen.
     
  17. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    @Inselkobi:
    Die Rolle der Medien im Umgang mit Politikern in diesem Lande sehe ich sehr zwiespältig: In den meisten Fällen werden doch nur mehr oder weniger genehme Fragen gestellt. Sollten doch einmal unangenehme Fragen zwingend notwendig sein, so ist der sich anschließende Redefluss der Politiker alles andere, als eine Antwort auf die gestellte Frage; konsequentes Nachhaken seitens der Medienmenschen heutigen Tages - Fehlanzeige (auch wenn sich der Interessierte, wie im Hör- und Fernsehrundfunk immer öfter empfohlen, auf die Internetpräsenz des Mediums begibt)!
     
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  18. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

     
  19. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Hoch interessant ist ja auch der Umgang des britischen Geheimdienstes mit den Medien in der NSA Affäre. Die "Zeit" hat das jetzt ganz gut anmalysiert:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/gchq-guardian-festplatten

    Sie stellt eien Analogie zur deutschen Politik her:
     
  20. chapri

    chapri Benutzer

    So kann ein Alter kurz vor seinem Ruhestand noch mal "seine" alten Zeiten ausgraben...
    Der ZEIT ergeht es wie den meisten Radioprogrammen: Das Niveau sinkt!
     
  21. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Oder sie schreibt an den Jüngeren vorbei, weil diese aber auch gar nichts mehr von den Zusammenhängen verstehen.
     
  22. Schäuble geht echt gar nicht mehr!
     

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