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Öffis auf Abwegen

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Pommes, 28. Januar 2001.

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  1. Pommes

    Pommes Benutzer

    Jau, Leutz!
    Was haltet Ihr von der Sucht einiger öffentlich-rechtlicher, noch privater als wir Privaten sein zu wollen.
    Solche Dinger wie "Das Ding", Eins Live oder Fritz gehen ja voll d'accord - das ist cooler Öffi-Funk - mit Mucke, die nicht völlig durchgetestet ist und auch mal Überraschungen bietet und mit Wortgeschichten mit nem gewissen inhaltlichen Anspruch.
    Was mir sauer aufstösst sind solche Pseudo-Kommerzwellen wie "jump" oder n-joy. Das sind die plumpesten (wenn auch wohl MA-erfolgreichen Sender), die Öffis jemals zustande gebracht haben. Da werden wertvolle Gebührengelder verschleudert, um im Revier der Privatfunker zu wildern.
    Warüm nür!??
     
  2. Zini

    Zini Benutzer

    Wer sagt denn, daß die öffentlich rechtlichen nicht so klingen sollten?
    Natürlich haben diese Sender es jahrzehnete lang nicht geschafft ein verbünftiges jugendorientiertes Programm auf die Beine zu stellen, wenn sie es jetzt aber machen, dann kann man nur sagen besser spät als nie.
    Wichtig ist daß ein gutes eigenständiges Programm ist und nicht nur abgeguckt bei den Privaten.
    Bei NDR2 zum beispiel hatte ich ende der 80er immer das Gefühl sie versuchen nur die privaten auf ihre weise zu kopieren.
     
  3. asd

    asd Benutzer

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wie man auch immer zu den "Öffis" steht, Fakt
    ist, daß das ARD-Mitglied RIAS Berlin bereits
    in den Jahren 1985 bis 1992 mit einem
    konkurrenzfähigen Produkt in Berlin (West)auf dem Markt war. Name: RIAS 2.
    Anmerkung:
    Natürlich waren wir, die Macher von RIAS 2,
    damals die bösen Buben der "Öffis".

    Gruß
    Andreas Scheer-Dorfmann
    (Ex angestellter, verantwortlicher Redakteur und Moderator bei RIAS Berlin)
     
  4. Pommes

    Pommes Benutzer

    Nun gut, Herr Dorfmän, aber es gibt das sicherlich einen Unterschied zwischen "konkurrenzfähig" sein zu wollen und der totalen Selbstaufgabe der wesentlichen Öffi-Werte. Siehe Eins Live: Die sind konkurrenzfähig, machen aber etwas, was guten Gewissens den "öffi"-Qualitätsstempel absahnen darf.
     
  5. asd

    asd Benutzer

    Lieber Pommes,

    Ideen und Mut sind gefragt. Nur, war hat sie
    noch..?

    Siehe auch Interview mit Autor Wolfgang Menge zum Thema ARD/ZDF, in der heutigen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

    Nochmals Gruß

    Andreas Scheer-Dorfmann
    (z.Zt. TV-Macher in Mainz)
     
  6. Survivor

    Survivor Benutzer

    Klar, daß die Privaten ein bisschen weinen, wenn die Öffis in den Revieren wildern, in denen sie sich tummeln. Aber Hand aufs Herz: Die Öffis MÜSSEN auch in einigen Bereichen versuchen, Quote zu machen. Sie haben zwar auch den Auftrag, Minderheiten zu bedienen, - aber wie sähe es in der Öffentlichkeit mit der Legitimation der Öffis aus, wenn sie NUR noch Minderheiten bedienen würden? - Eben.
     
  7. kekskiller

    kekskiller Benutzer

    Moin zusammen,

    ich muss nun sagen, dass ich persönlich das Programm von n-joy gar nicht so schlecht finde, auch in Bezug auf diese "öffentlich-rechtlichen"-Qualitäten. Sicher: ein großteil des Programms ist Musik. Aber zwischendurch laufen doch auch aktuelle BmE's -was zum Beispiel bei Privatsender mit derartiger Zielgruppe nun wirklich nicht gegeben ist.

    Außerdem laufen doch da fast täglich am Abend Musispecials mit "special-interest"-Sendungen (Rock, Dance, Hip Hop, Special...) und Tekkno-DJ am Wochenende... Ich sage mal so: das ist doch nun eher nicht privat, oder sehe ich das falsch?!?

    Jump kann ich nicht so ganz beurteilen, da ich das Programm zu selten hören (kann)...

    Herzliche Grüße!
     
  8. donhagen

    donhagen Benutzer

    zu n-joy: seit wann sind'n die ma-erfolgreich? wohl kaum... mucketechnisch trauen die sich sicherlich mehr, als n privatser jugend-senda wir nrj, aba is halt auch viel schrott dabei...

    inhaltlich und informativ sind sie sicher stark, ist ja aba auch ihr öffentlich-rechtlicher auftrach, gelle?

    und von der qualität des sonstigen programms (moderatoren, fahren der show) bin ich nun wirklich nicht begeistert... langweilige mod-takes (z.t. bis zu 5 minuten) ohne musikbett mit gags, über die nur noch die mods lachen, sind doch eher peinlich... eigentlich schade, denn mit dem geld und dem potential könnte man soviel draus mach'n

    amen, das war das wort zum sonntach!

    n lieben gruss
     
  9. Radioholiker

    Radioholiker Benutzer

    Also ich kann damit leben, was die "Öffis" da machen. Konkurrenz belebt das Geschäft. Womit ich nicht leben kann, die das derzeit betriebene Frequenzgrabbing. Ich habe hier 12 ÖRA-Sender auf mindestens 20 Frequenzen.

    Momentan reißen sich die Herrschaften noch jede kleine 100 Watt-Glühbirne unter den Nagel. (Siehe Mitteldeutschland: MDR Info, BaWü: Das Ding, Hessen: Plusprogramme NRW: Funkhaus Europa, Berlin: SFB 4, überall: DLR/DLF.

    Es wäre langsam mal an der Zeit der öffentlich-rechtlichen Geldverbrennung der Gebührengelder ein Ende zu setzen.
     
  10. Rösselmann

    Rösselmann Benutzer

    Ich will hier sicher kein Klagelied für die ach-so-bettelarmen Verlegerradios anstimmen, aber: Die ÖRAs (tut mir leid, bei "Öffis" muß ich immer an Gelenkbusse denken.)haben´s gut: Höchstrichterliche Bestandsgarantie, gesichertes Gebührenaufkommen und Patronatswerbung im TV bis zum Abwunk (so umgeht man das abendliche Werbeverbot!). Ihren "Auftrag" verlieren sie dabei immer mehr aus den Augen: sogar die bisherigen Bastionen öffentlich-rechtlicher Seriosität, die Hauptnachrichten werden jetzt mit nervenden Thomas-Gottschalk-Aktionen u.Ä. verwässert. Die "Minderheitenprogramme" schiebt man in die Nacht oder auf einen flugs errichteten, gebührenfinanzierten "Spartensender", schon hat man ein passendes Alibi. Dabei sind die Quoten eigentlich egal: ist das Geld alle, werden eben die Gebühren erhöht. Der aufgeblasene Verwaltungsapparat ist nichts weniger als eine Geldvernichtungsmaschine höchster Provenienz und der Frequenzimperialismus feiert noch immer fröhliche Urständ. Achtung, Radioschaffende! Wenn ihr bei einem Privaten buckelt, denkt immer daran: mit euren Gebühren alimentiert ihr eure besserverdienenden Kollegen bei den ÖRAs gleich mit, so `ne Art Solidaritätszuschlag! Das motiviert, was?
    Zugegeben: es gibt einige gute Sender und auch gutgemachte Programme, aber würde man das öffentlich-rechtliche Blähwerk auf diese Ausnahmen reduzieren, kämen wir mit 3 Mark Fuffzig im Monat an Gebühren aus. Und auf nervende Werbung könnte man dann dort auch verzichten!
     
  11. Boombastic

    Boombastic Benutzer

    N-Joy hat sich selber kaputtgemacht.

    Durch die tollen "Überreichweiten" im Norden konnte ich Bremen 4 hören - hey, der Sender hat mich an die gute, alte N-Joy Zeit erinnert. Ohne irgendwie zu übertreiben:
    an -> Bremen 4 <- sollen sich so manche Öffi-Jugend-Möchtegern-Sender ein Beispiel nehmen.

    BB HL
     
  12. Benjamin

    Benjamin Benutzer

    warum sollen sich die öffis nicht auch professionalisieren? klar werden jetzt die privaten mit ihren eigenen mitteln bekämpft - der orf hats ja mit ö3 vorgemacht, das er lang (mit deutscher hilfe) vor dem aufkommen der privaten relauncht hat. damit ist den ösis das erspart geblieben, was z. b. der bayerische rundfunk mit b3 durchgemacht hat...die sind trotz marcus othmer in der bedeutungslosigkeit versunken...
     
  13. Gurgo

    Gurgo Benutzer

    ... aber nur weil die Hörer nicht in der Lage sind, die Genialität Othmers zu erfassen!
     
    CosmicKaizer gefällt das.

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