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[OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Studio Rebstock, 29. Januar 2007.

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  1. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    Eben, hr3-Nachrichten: Hessens Ministerpräsident Roland Koch soll gesagt haben, die geringe Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl in Frankfurt sei auf die Zufriedenheit der Frankfurter mit der Politik zurückzuführen.
    Stimmt das?
    Wer hat es gelesen, redigiert, wer hat die Meldung?
    Ich habe vorhin, noch halb schlafend, einen ähnlichen O-Ton gehört und wollte es gar nicht glauben.

    Sollte dem so sein:
    Was hat der Mann denn für ein Demokratieverständnis?
    Wenn das wahr ist, hat er damit imho ein politisches Eigentor geschossen, denn so ein O-Ton wird bei jeder besseren Gelegenheit wieder ausgepackt (vgl. Barschel, Stoiber). Mir schwant übles.

    Ich bitte um Bestätigung oder Dementi - Hauptsache Aufklärung.
    Gruß, Uli
     
  2. OnkelOtto

    OnkelOtto Benutzer

    AW: [OT] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Parteien in Hessen werden sich an
    diesem Montag mit dem klaren Sieg von CDU-Amtsinhaberin Petra Roth
    bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl beschäftigen. Roth war am
    Sonntag in Hessens größter Stadt mit 60,5 Prozent der Stimmen für
    eine dritte Amtszeit von sechs Jahren gewählt worden. Ihr SPD-
    Herausforderer Franz Frey kam nach dem vorläufigen Endergebnis
    lediglich auf 27,5 Prozent.

    Hessen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erklärte, der Sieg
    Roths gebe der Partei «viel Rückenwind für die nächsten zwölf Monate
    bis zur Landtagswahl». Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti
    wertete das Abscheiden Freys als Achtungserfolg. Roth habe von ihrem
    Amtsbonus profitiert.

    Das Frankfurt Wahlamt wird am Mittag die Wahl analysieren und
    Details erläutern. Von den wahlberechtigten 435*000 Frankfurtern war
    nur jeder Dritte - 33,6 Prozent - zur Urne gegangen. Von den acht
    Kandidaten neben Roth und Frey konnte Ulrich Wilken von der
    Linken/WASG mit 5,9 Prozent die meisten Stimmen verbuchen. Die
    übrigen Bewerber blieben alle unter drei Prozent. FDP und Grüne, die
    im Römer mit der CDU eine Koalition bilden, hatten keine eigenen
    Kandidaten aufgestellt. Die Wahlbeteiligung in der größten hessischen
    Stadt mit ihren 652*000 Einwohnern war mit 33,6 Prozent gering.

    Die 62 Jahre alte Roth hat das Amt seit 1995 inne und war schon
    vor ihrer Wiederwahl am Sonntag das Stadtoberhaupt mit der längsten
    Amtszeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt. Sie ist auch die
    erste Frau an der Spitze der fünftgrößten Stadt Deutschlands und die
    erste Rathauschefin einer schwarz-grünen Koalition in Frankfurt.

    Roth sagte nach ihrer Wiederwahl, dass offensichtlich auch viele
    Anhänger von FDP und den Grünen für sie gestimmt hätten. Das beweise
    das «moderne Großstadtprofil der Parteien in Frankfurt.» Angesichts
    ihres bislang besten Wahlergebnisses werde sie mit «noch mehr Freude
    und mit der Kraft, die ich habe, die Stadt entwickeln». Zur niedrigen
    Wahlbeteiligung meinte sie, dass diese in vielen anderen Großstädten
    noch geringer als in Frankfurt gewesen sei. «Was zählt, ist das Ja zu
    meiner Person und zu meiner Politik.» Die Menschen wollten keine
    Veränderung: «Wer nicht wählen geht, will weiter das, was er hat.»

    Frey sprach von einem «persönlichen Erfolg für Petra Roth und
    einer persönlichen Niederlage für mich». Er werde am 16. März nicht
    mehr für das Amt des Vorsitzenden der Frankfurter SPD kandidieren,
    kündigte der 59-Jährige an. Er hatte seiner Rivalin schon bald nach
    Schließung der Wahllokale gratuliert. «Ich hoffe, dass sie was Gutes
    für die Stadt daraus macht.» Die niedrige Wahlbeteiligung müsse
    allerdings alle zum Nachdenken bringen.

    Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach von einem
    «großartigen Ergebnis für Petra Roth, für Frankfurt und für die
    gesamte hessische CDU». Die geringe Wahlbeteiligung sei nicht
    verwunderlich: «75 Prozent sind mit der Stadtpolitik zufrieden und
    ein Großteil der SPD-Wähler kannte nicht mal den eigenen Kandidaten.»

    Frey hat nach Einschätzung der SPD-Landesvorsitzenden Ypsilanti
    ein Achtungsergebnis errungen. «Wir wussten, es wird ganz schwer»,
    sagte Ypsilanti am Sonntagabend. Petra Roth habe von ihrem Amtsbonus
    profitiert. Außerdem sei sie nicht nur von der CDU, sondern auch von
    den Grünen und von der FDP unterstützt worden. SPD-
    Landesgeschäftsführer Norbert Schmitt sprach ebenfalls von einer
    schwierigen Ausgangslage Freys. Gegen das «sehr gute Außenbild» von
    Petra Roth habe er nicht ankommen können.

    Frankfurts Grünen-Bürgermeisterin Jutta Ebeling wertete das
    Ergebnis als «eine Bestätigung für die schwarz-grüne Koalition». Die
    niedrige Wahlbeteiligung sei bedauerlich. Ein Grund könne gewesen
    sein, dass SPD-Herausforderer Frey «keine kämpferische Alternative»
    gewesen sei. Auch hätten viele Bürger wohl gedacht, die Wahl sei
    ohnehin schon gelaufen.

    dpa is tm yyhe ww
    290330 Jan 07
     
  3. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: [OT] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    *vordieStirnhau*
    Danke @ Onkel

    Gruß, Uli :rolleyes: :wall:
     
  4. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: [OT] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Wie – die Spezialdemokraten hatten etwa rechtzeitig einen Kandidaten angemeldet? [​IMG]

    Ansonsten sind diese Erklärungen schon interessant. Mal schauen, ob irgendwer drauf eingeht ...
     
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Es gibt keine Politkverdrossenheit, es gibt nur zufriedene Wähler (die gehen lt. Roland Koch nicht zur Wahl), und unzufriedene Wähler (die wählen dann in der gleichen Logik mit über 60 Prozent den CDU-Bewerber).:D

    @K6
    Das wird ja wohl nun der Running Gag für die nächsten paar Jahre!
     
  6. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    Momendemaaa.......

    ...soll Roland Koch laut dpa gesagt haben.
    Bei einer Wahlbeteiligung von 35 Prozent macht das summa summarum eine Gesamt-Wählerschaft von ..... :confused: :rolleyes:

    Kein Wunder, dass die hessische CDU bei solchen Rechenexempeln schwarze Kassen führen muss.
    Aber ich weiche ab. Wir schalten zurück zum brutalstmöglichen Aufklärer. :wow:

    Gruß, Uli :p
     
  7. freiwild

    freiwild Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Ach, wenn ich an die Rechenkünste der Radiomacher nach jeder MA denke...
    (um hier mal ein bisschen Radiobezug herzustellen)
     
  8. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    @ udnevent:

    Stimmt, Koch hat sogar untertrieben. 65% sind nicht zur Wahl gegangen, weil sie mit der Politik von Roth zufrieden sind. Von den Stimmen der restlichen 35% hat Roth rund 60% bekommen, also von rund 21% der Wahlberechtigten. Macht mit den zu Hause Gebliebenen sogar 86% Zufriedene.
     
  9. AirwaveMHz

    AirwaveMHz Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Wenn ein OB schon lange im Amt ist, es im Wahlkampf keine extrem polarisierenden Themen gibt und der Kandidat allgemein beliebt/anerkannt ist, dann ist die Wahl meist schon vorher entschieden, und viele, die von Grundauf nix gegen den Kandidaten haben bzw. in den weiteren Kandidaten keine echte Alternative sehen, gehen erst gar nicht zur Wahl. War schon oft bei OB-Wahlen zu beobachten, landauf landab. Das heisst natürlich NICHT, dass ALLE Nichtwähler superzufrieden sind (wir sind hier nicht bei Wünsch Dir Was, Herr Koch). Aber es erklärt die geringe Wahlbeteiligung. Meine Meinung.
     
  10. Lev-Mattes

    Lev-Mattes Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Ich denke mal eher, dass diejenigen, die nichts gegen die Politik des amtierenden OB/ der amtierenden OB einzuwenden haben, dann auch diese Person wieder wählen werden um diese Politik zu bestätigen.
    Ich will natürlich auch nicht ausschließen, dass es eine kleine Gruppe gibt, die dann meint "wird sich eh nix ändern, also geh ich nich zur Wahl". Diese Gruppe allerdings hervorzuheben ist wirklich ein sehr schönes Eigentor von Herrn Koch. Aber das wundert mich nicht. In der Tat, er könnte glatt Stoiber das Wasser reichen.
     
  11. bermavino

    bermavino Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Ja, ja, dies mussten dann z.Bsp. auch schmerzhaft die Amtsinhaber von Schwetzingen und Friedrichshafen spüren: beide wurden "versehentlich" abgewählt. :D
     
  12. magisches Auge

    magisches Auge Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Vobei dies auch der CDU schon mehr als einmal passiert ist; nur eben nicht gerade in einer Landeshauptstadt. Ich gehe mal davon aus, dass gerade auch deshalb die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl in Wiesbaden am 11. März ( es treten an ernstzunehmenden Kandidaten nur der jetzige CDU-Bürgermeister und eine Grüne Stadrätin an ) zwischen 20% - 25% liegen wird ( nach 33% bei der Wiederwahl von dem jetzt in Rente gehenden CDU-Mann ) :eek: . Na ja, wenn schon das Wählerinteresse fehlt, zumindest das Medieninteresse dürfte an diesem Abend vorhanden sein ....
     
  13. divy

    divy Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Das Ergebnis zeigt vor allem, dass es den Frankfurrten scheißegal ist, wer ihr Oberbürgermeister ist. Hat der hr dieses Koch-Zitat irgendwie thematisiert? Wahrscheinlich nicht, vollzieht er doch selbst seit Jahren diese Entpolitisierung mit.
     
  14. AirwaveMHz

    AirwaveMHz Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Wenn der Großteil keine so richtige Meinung hat, es im Wahlkampf keine polarisierenden Themen gibt, und der Amtsinhaber nicht grad unbeliebt ist, dann gehen viele gar nicht erst zur Wahl. Passiert sehr oft, ist ein bekanntes Phänomen. Ich bin sicher, dass es auch in Frankfurt so war. Oder gab es da einen wirklich harten Wahlkampf mit Streitthemen?

    Ausnahmen gibt es immer. Aber ich wette, eine der von mir genannten Bedingungen war dann nicht erfüllt. Entweder gab es wirkliche Streitthemen, oder der Amtsinhaber war aus irgendeinem Grund angeschlagen.
     
  15. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    AW: [OT:] OB-Wahl FfM / Wahlbeteiligung

    Nach meiner Beobachtung nicht. Petra Roth machte einen auf Sicherheit (und ließ sich mit einem Möchtegern-Hilfspolizisten fotografieren, der noch fünf Jahre bis zum Abitur hat), Franz Frey in Sachen soziales und Schulen, aber keine echte Kern-Aussage.
    Richtig gegensätzliche Positionen konnte ich keine entdecken.
    Ach ja, Ulrich Wilken (WASG) wollte die Fahrpreise halbieren und so den ÖPNV besser auslasten. Alles in allem eine Lachnummer - von allen Seiten.

    Herr Frey hat den Straßen-Wahlkampf diesmal zum Haustür-Wahlkampf gemacht und klingelte bei mir, Frau Roth schien die Wochenmarkt-Tour gemacht zu haben.
    Sehr missfallen haben mir die Internet-Auftritte. Belanglos, abwasch- und austauschbar. Keine Foren, Keine Möglichkeiten, Fragen zu stellen, kein "Kontakt" oder ähnliches. Wenn man das auf den Wahlkampf überträgt, muss der gähnend langweilig gewesen sein.

    Gruß, Uli (ich war wählen)
     

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