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Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von 4db, 30. Januar 2008.

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  1. 4db

    4db Benutzer

    Hallo!

    Es nervt mich zunehmend, dass im Kölner ISH-Kabel auf UKW-Frequenzen Signale in völlig unterschiedlicher Lautstärke eingespeist werden. So muss man für Deutschlandradio Berlin den Regler fast bis zum Anschlag drehen, um vernünftig zuhören zu können, während einem beim Umschalten zum Domradio fast die Ohren abfallen. Seltsamerweise ist der niedrige Pegel beim Anheben kaum mit zusätzlichem Rauschen befallen.

    Ich bin kein Techniker, kann das auch nicht nachmessen.
    Ist das ein bekannter Effekt oder eine regionale Besonderheit?
    Woran liegt's?
    Macht man sich mit einer Beschwerde beim Netzbetreiber lächerlich?

    Gruß
    4db
     
  2. dira

    dira Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Wahrscheinlich ja. Der Kabelbetreiber wird die HF Pegel halbwegs angleichen. Ob die Programme selbst den Optimod mehr oder weniger prügeln ist ihm egal.
     
  3. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Bei via Satellit (analog, ADR oder DVB-S) zugeführten Radioprogrammen erfolgt die Stereomultiplexbildung und FM-Modulation erst beim Kabelnetzbetreiber. Ihm obliegt dabei auch die korrekte Pegelung. Die Umsetzer erlauben üblicherweise einen Spielraum von etwa 12 dB bei der Pegelanpassung. Man muß das halt nur machen.

    Schaut man sich die Aussteuerung der deutschen ÖR-Programme via DVB-S an, dann tun sich da im Spitzenpegel Unterschiede von bis knapp 10 dB auf. Einslive und SWR 3 laufen am Anschlag, die MDR-Programme halten sich auch auf der DVB-S-Strecke an die ARD-Aussteuerrichtlinie mit -9 dBfs Spitzenpegel gemessen mit 10 ms Integrationszeit. Auch beim heimischen Satreceiver ist also zwischen "ganz leise" und "brüllend laut" alles möglich, zumal die hoch ausgesteuerten Programme auch noch die komprimierten sind, die ohnehin viel lauter wirken. Hier wäre der Kabelnetzbetreiber gefragt, unter Wahrung von Spitzenhub und Multiplexleistung auf annähernd gleiche Lautheit einzupegeln. Er wird dies nicht tun, er hat vermutlich nichtmal ein entsprechendes Meßgerät (auch KDG vermutlich nicht).

    Dazu kommt noch etwas: einige der ARD-Wellen laufen auf DVB-S (zum Glück) ohne UKW-Aufbereitung und mit vollem Frequenzgang. Das ist super für den Hörer im Wohnzimmer, dessen DVB-Receiver damit einem CD-Player nahekommt. Das ist aber ganz schlecht für die Wiederumsetzung auf UKW in einer Kabelkopfstation. Hier müßte genaugenommen ein UKW-Processing dazwischen, und sei es das Beschneiden auf 15 kHz und anschließend ein Transientenlimiter sowie bei U-Musik-Wellen eine MPX-Leistungs-Überwachung. Es geht ja nicht darum, am Sound zu basteln, sondern darum, eine Übermodulation mit Störgefahr für das Programm selbst (Verzerrungen durch die ZF-Filter im Empfänger) als auch benachbarter Programme im Kabel zu verhindern.

    UKW-Radio ist das Stiefkind der Kabelnetze, KDG hat in ihrem TV-Playout z.B. Levelling von Jünger (C8000) drin. Aber für Radio? Einen Jünger d07 für jedes von Sat umgesetzte UKW-Programm wird kein Netzbetreiber vorrätig halten und einschleifbar wären solche Geräte auch nicht, das sehen die gängigen Umsetzerkassetten nicht vor. Die aktuellsten (Astro Octopus) laufen komplett digital, da geistert nirgenwo eine analoge Tonfrequenz herum. Es geht von DVB-S über den MUSICAM-Stream auf PCM und gleich weiter in einen digitalen Stereocoder, einen digitalen MPX-Generator und vermutlich gibt es auch keinen kleinen "UKW-Sender" am Ausgang, sondern einen vermutlich recht groben, aber sehr schnellen DA-Wandler, den ein komplettes berechnetes UKW-Spektrum verläßt. Die autarken 19"-Umsetzer von Profline für Großnetze haben offenbar eine MPX-Leistungs-Kontrolle an Bord. Wie die sich klanglich auswirkt, weiß ich nicht.

    Das Auspegeln solcher HiFi-Programme ist ungleich schwieriger, aber prinzipiell möglich, da MPX-leistungsmäßig dank fehlender Kompression kaum Gefahr zu befürchten ist. Wenn aber alle Kabelnetzbetreiber so kompetent und interessiert sind wie ich es z.B. von den Berliner KDG-Leuten kenne, wundert mich nicht, daß da alles Kraut und Rüben ist.
     
  4. codo

    codo Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Nö. Hier in Dortmund war folgendes passiert.
    Nach einer neu Belegung einiger Radio Frequenzen im analogen Kabel
    war der DLF auf ein mal schepperig laut, da er schon auf der Kabelkopfstation
    übersteuert war. Wir konnten ihn nicht mehr störungsfrei übernehmen.

    Nach einer freundlichen mail, via Webformular an Unitymedia (ish) und der
    exakten Beschreibung der "vermuteten" Fehlerursache, mit einigen
    hauseigenen ausgemessenen Parametern, verstanden es die Techniker den
    Tuner, am Einspeisepunkt der Kabelkopfstation für unser Netzsegment,
    innerhalb weniger Tage neu einzustellen.

    Die Mail hat jedenfalls geholfen.

    Das habe ich übrigens schon oft in andere Fällen als sehr positiv empfunden
    das exakt beschriebene technische Störungen im Unitymedia Kabelnetz, sehr
    dankbar von der Service Stelle aufgenommen und dadurch zügig bearbeitet werden können. Ich erlaube mir dann manchmal auch eine kurze freundliche
    Kenntnisnahme zu übermitteln, wenn die Störung beseitigt wurde.
    Das funktioniert besser als "beschweren".

    Die wissen wenn Techniker dran sitzen. ;)


    Gruß Codo
     
  5. alqaszar

    alqaszar Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    @codo

    Ach, ihr wart das!

    Nachdem Unitymedia seit dem Sommer größere Teile von NRW mit ausgebautem, internetfähigen Kabelnetz ausgebaut hat, ist auch die Radiobelegung umfangreich verändert worden. Die Einspeisung der Radiporgramme erfolgt nunmehr zentral, d. h. alle möglichen Programme außer den lokal eingespeisten (wie z. B. eben elDoradio und andere) liegen digital in der obersten Netzebene auf Glasfaser vor.

    Vorteil: Man ist nicht mehr auf die Empfangsqualität eines Senders an der jeweiligen Kopstation des Kabelnetzes angewiesen. Nachteil: Leider kümmert man sich bei Unitymedia nicht besonders um die Qualität des Signals.

    Das beginnt mit verstümmelten RDS-Signalen und endet eben mit willkürlich ausgesteuerten Signalen.

    Mir ist nach der Umstellung im August auch der schlechte, "übersteuerte" Klang des DLF im Kabel-UKW aufgefallen. Seitdem nutze ich einen digitalen Kabelreceiver für das digitale Signal im Netz, das übrigens in bester Satellitenqualität anliegt, also 1:1 so wie es in Köln rausgeht und in Langenberg zum Astra-Satelliten hochgeschickt wird.

    Da das Signal auch nicht verschlüsselt ist, reicht zum Empfang ein handelsüblicher DVB-C-Receiver, auch ohne Smartcard. Würde so was auch für die Übernahme empfehlen, denn der Klang ist zwar inzwischen verbessert worden, aber immer noch etwas "rotzig" und rau.
     
  6. codo

    codo Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Aha. So geht das jetzt also.
    Das habe ich noch garnicht gewusst.
    Ich dachte das geht noch terristrisch analog pro Netzsegment.
    Danke für den Hinweis.

    Ja die Frage wäre schon zu stellen ob man mal die Pegel auf dem analogen
    Unitymedia Radiokabel mal alle (relativ) gleich ziehen könnte.
    Zumindestens messbar. Was dann hörbar dabei rauskommt, wegen den
    unterschiedlichen Soundprozessoren der Sender, ist eine andere Sache.

    Zumindestens wäre das für die Hörer angenehmer beim umschalten der Programme. Für uns nicht so tragisch da wir nur einen eingestellten Kanal nutzen. Wir denken drüber nach einen Astra SAT Fallback für die Übernahme
    des DLF einzurichten. Da könnten wir dann theoretisch auch digital übernehmen. Im Kabel haben wir nur reinen analog Empfang gebucht.

    Gruß Codo
     
  7. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Andernorts schon wieder nicht mehr. In Thüringen wurde, wenn ich richtig informiert bin, der KDG-Glasfaserring schon wieder zerschlagen und die Netze entsprechend programmlich ausgedünnt.

    Wiebitte was? Die 2 Transponder mit den ARD-TV-Programmen und der ZDF-Transponder mit den D-Radios müssen, soweit ich informiert bin, immer und kostenlos ins Kabel gepackt werden. Ihr Empfang ist auch mit einem Standrd-DVB-C-Receiver ohne Smartcard möglich. Aber Moment mal... stimmt, die Seite von Unitymedia spricht von einer Extragebühr für jegliches Digitalfernsehen. Kann das von Unity-Kunden bestätigt werden? Wenn dem tatsächlich so ist, wäre das eine Riesensauerei.
     
  8. RainerK

    RainerK Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Die ARD und ZDF-Pakete sind in NRW im anlogen Free-Angebot enthalten.
    Nur sind in den ARD-Paketen fast nur die Klassik-Radiokanäle drin.

    Es grüßt RainerK
     
  9. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Besten Dank!

    Nicht nur, daß es fast nur Kulturkanäle sind, sie haben auch nur 192 kbps und sind klanglich zweite oder dritte Wahl. Möglicherweise (!) ist das bei der ARD auch noch astreines Rebroadcasting von ADR, glaube ich aber eigentlich nicht, war vor 5 Jahren jedoch noch so.

    Hintergrund dieses Sparangebots: da der Hörfunktransponder mit den ca. 60 Programmen in 320 kbps wegen Blähungen der großen Kabelnetzbetreiber nach wie vor nur in Anlagen kleiner Betreiber eingespeist wird, fehlt eine digitale Radioversorgung, mit der die DSR-Geschädigten ruhiggestellt werden könnten. Genau dazu sind diese Programme da.

    Immerhin also auch bei Unity kostenlos (geht so aus der Webseite nicht hervor) und die D-Radios dann also auch in 256 kbps wie auf Sat. Besser als diese 256 kbps bekommt man D-Radio nicht rein, auch nicht auf UKW.
     
  10. DerEber

    DerEber Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    D-Radio klingt bei mir auf Kabel mehr zamgematscht als auf UKW :(
     
  11. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Hmmm...

    In Berlin war es zumindest lange Zeit so, daß der DLF (100 kW vom Alex) die gleichen Artefakte hatte wie die ADR-Variante mit ihren 192 kbps und auch synchron zu dieser war. Auf DVB-S mit 256 kbps war das Signal deutlich besser. D-Kultur war da glaube ich sauber auf UKW, ich müßte nochmal reinhören, wenn ich wieder in der Hauptstadt bin.

    Wenn ich jetzt nicht alles durcheinanderhaue, lief die 28.5°-Eurobird-Zuführung für die D-Radios tatsächlich nur mit 192 kbps, womit dann tatsächlich die DVB-Version hinter dem ZDF die beste wäre, die man empfangen könnte.
     
  12. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    M.W. war das Eurobird-Signal aber APT-X und kein MPEG.
     
  13. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Pegelunterschiede im analogen Kabelnetz

    Hast recht, da war mal was. Ob das noch so ist, weiß sicher ein anderer Forenteilnehmer. ;)

    Aber egal wie, die UKW-Abstrahlung des DLF in Berlin war zumindest vor einiger Zeit alles andere als transparent. Sie klang wie ADR 192 kbps und die DVB-Abstrahlung hinter dem ZDF ist deutlich sauberer.
     

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