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Politiker raus aus ARD-Gremien

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Tom2000, 30. Mai 2003.

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  1. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Müssten nicht endlich Politiker und politische Interessengruppen aus den Aufsichtsgremien verbannt werden?
    Kann man die ARD-Mitarbeiter nicht von diesem Würgegriff befreien? Schluss mit dem Geschacher der Parteien bei der Besetzung von Intendanten- und Chefredakteursposten!
    Oder glaubt ihr, die einzelnen ARD-Sender wären nicht in der Lage, das selbst zu regeln? Würde es bei Besetzung in Eigenregie mehr oder weniger politisch einseitige "Spitzenjournalisten" als bisher geben?
     
  2. hr3fanOlli

    hr3fanOlli Benutzer

    Ich weiß was Du meinst.
    Der derzeitige hr-Intendant war meines Wissens nach der Wunschkandidat des vermeintlich künftigen CDU-Kanzlerkandidaten...
     
  3. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Da muss der aber lange "wirken", bis der den HR in seinem (konservativem) Sinne umgemodelt hat. <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" />
     
  4. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Aber mal ganz im Ernst, Radio ist eine zu schöne Sache, als das sich unsere Herren Politiker, die von allem vorgeben Ahnung zu haben und derzeit versagen wie nie zuvor, sich auch noch daran (an meinem geliebten Radio) zu schaffen machen sollten!!
     
  5. hr3fanOlli

    hr3fanOlli Benutzer

    Medien und Politik passen meiner Ansicht nach auch absolut nicht zusammen. Sollte strikt getrennt bleiben (Liegt da eine Chance der privaten?), sonst kommt irgendwann der Punkt, wo Sender/Zeitungen z.B. verboten werden, weil sie sich negativ über einen Politiker geäußert haben... Klingt in Deutschland unvorstellbar, gibts aber auch im 21. Jahrhundert zumindest in anderen Ländern durchaus noch. Auch durch Parteien beeinflusste Medien verlieren ihren Sinn...

    <small>[ 30-05-2003, 23:24: Beitrag editiert von hr3fanOlli ]</small>
     
  6. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Genau das ist auch meiner Meinung nach der wesentliche Grund für die dringend benötigte Trennung.
    Ich reagiere allergisch auf Programme, die überwiegend missionieren. War beim WDR in den 80ern ganz schlimm. Ich hab ja nichts gegen Meinungen. Aber zuerst gehören die Fakten auf den Tisch. Das gefällt mir ander Süddeutschen so gut. Die Information wird nicht von Kommentaren eingeengt. Es wird fair (also offen) berichtet und dann folgen Einschätzungen. Da ist es zweitrangig, ob das Blatt mehrheitlich "meine" Meinung vertritt.
    Bei der ARD wird da noch nicht überall sauber gearbeitet. Wobei ich nicht weiss, ob die Mitarbeiter das alles willentlich machen, oder unter eine Knute stehen.
     
  7. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Noch zu den Privaten:
    Generell aber scheint der wirtschaftliche Druck ein umfangreiches Informationsangebot zu verhindern, von N-TV mal abgesehen.
     
  8. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    Das ist aber etwas einseitig gedacht, die Politik nur aus der ARD zu verbannen.

    Der SPD hält nennenswerte Beteiligungen an fast allen Tageszeitungen der Nation. Kirch und Springer stehen der CDU und Kohl nahe.

    Dies sollte man ebenfalls bei solchen Diskussionen in Betracht ziehen.

    <small>[ 31-05-2003, 11:54: Beitrag editiert von Grenzwelle ]</small>
     
  9. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    Politiker raus aus der ARD und schon ist alles besser? Sehr naiv. Als ob es bei den Privaten besser aussähe. Wer sitzt denn in den Landesmedienanstalten? Wer hat denn da indirekt ein gewaltiges Mitspracherecht? Bei wie vielen privaten Radiostationen sitzt denn die SPD über Untergesellschaften mit drin?
     
  10. radiohexe

    radiohexe Benutzer

    Bei der SPD streiten sich zwar die Geister, aber das sind eher stille Teilhaber. Da hat es vor gar nicht allzu langer Zeit eine Studie gegeben, wonach die Befragten regionale Tageszeitungen in der Gesamtheit als eher konservstiv einschätzen. In dem Bereich hängt die SPD über ihre DDVG aber besonders häufig drin. Bei den Radios halten die - und auch bloß über Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften - nur ein paar Anteile.
    Die Forderung, alle Politiker aus den Gremien zu verbannen, halte ich für reichlich populistisch (besonders, wenn da dieses "die versagen doch alle"-Argument kommt). Was nützt das denn, wenn die Verantwortlichen trotzdem im Geschachere um die Frequenzen lieb Kind machen mit den Fraktionschefs/Landeschefs/Ministerpräsidenten.. etc.?! Genau dort wird die Sache subjektiv. In den Gremien halten die sich doch gegenseitig halbwegs in Schach. Im übrigen finde ich es auch nicht schlimm, dass einige Medien links, andere konservativ gefärbt sind. Der Konsument wird ja nicht gezwungen, das eine oder andere zu lesen/hören. Dann bleibt noch zu definieren, was Ihr eigentlich mit Objektivität und Subjektivität meint. Berichterstattung wird genau in dem Moment subjektiv, in dem ein Journalist aus der Fülle der Informationen wählen muss, was er in seinem zeitlich/platzmäßig begrenzten Beitrag/Artikel unterbringt (also immer). Wie die Zeitungslektüre zeigt, können da Welten dazwischen liegen.
    Die Hexe
     
  11. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    Radiohexe, wir sind uns ja selten einig, aber hier bestimmt!
    Bei all dem politischen Gewurschtel in den Aufsichtsräten und wo sonst sich Politiker offiziell mit den Medien auseinandersetzen, haben sie doch insgesamt recht übersichtlichen Einfluss auf die Tendenz der Berichterstattung, die eben schon mit der Themenauswahl beginnt.
    Zudem hat SWR-Chef Peter Voß sich sehr kritisch über die Berichterstattung der ARD-Sender über den Irak-Krieg geäußert (zu antiamerikanistisch). Soviel dann auch zum Einfluss der Chefetage der ÖRs auf die tägliche Arbeit und Berichterstattung.

    <small>[ 01-06-2003, 13:57: Beitrag editiert von der beobachter ]</small>
     
  12. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Liebe Radiohexe,

    Du hast geschrieben "Im übrigen finde ich es auch nicht schlimm, dass einige Medien links, andere konservativ gefärbt sind. Der Konsument wird ja nicht gezwungen, das eine oder andere zu lesen/hören".
    Einspruch! Wenn Du mitten in NRW wohnst, hast Du kaum Alternativen zum roten WDR. Mein Punkt ist auch nicht, ob die Meinungen einer ör Anstalt tendenziell einseitig sind. Daher habe ich mal das Bsp. der linksliberalen Süddeutschen gebracht. Die ist im Zweifel halt auch eher links. Dennoch werden dort Fakten nicht so subjektiv ausgewählt bzw. unterschlagen, wie es der WDR tut.
    Ähnliches lässt sich zur BBC sagen.
    Nun ist es ja schön, sich über Satellit die Vielfalt reinzuholen. Nur entlässt das den WDR aus seiner Verantwortung, zumindest UMFASSEND zu informieren? Und was ist im Auto? Was bei den vielen, denen einen Schüssel untersagt ist? Und was ist mit den jungen Leuten, die dafür kein Geld haben? Heute lohnt sich eine Schüssel zum Radiohören nur mit DVB- und ADR- Receiver.
     
  13. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    @Tom2000:
    Verstehe ich dich richtig - zumal als Eröffner dieses Threads - dass du dich vom WDR nicht umfassend informiert fühlst und die Verantwortung dafür beim politischen Postgeschacher für die Senderchefetage siehst?
    Dann verstehe ich dich nämlich nicht. Welche Informationen fehlen dir beim WDR? Oder meinst du, dass sie zwischen Bericht und Kommentar nicht deutlich genug trennen? Und warum ist daran die politisch besetzte Chefetage des WDR schuld?
     
  14. radiohexe

    radiohexe Benutzer

    Hallo Tom,

    ich kenne den WDR nicht detailgetreu. Aber wenn Du Dich nicht umfassend informiert fühlst, dann kann es auch an Deiner subjektiven Einstellung liegen. Bei ihren Recherchen betrachten die einen Journalisten den Gesprächspartner als wichtig, die anderen einen anderen. Gib doch bitte mal ein Beispiel.
    Die Hexe
     
  15. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Ich habe WDR 2 immer wieder mal wochenweise gehört und es inzwischen drangegeben, daher kann ich keine aktuellen Beispiele geben.
    Zuletzt ist mir die einseitige Berichterstattung zum Irak-Krieg aufgefallen, es kamen fast ausschliesslich die Argumente der Gegner zu Wort. Ich selber bin bis heute indifferent, was dieses Thema betrifft. Ich habe mich jedenfalls durch Süddeutsche und BBC World umfassender im Sinne von ausgewogener informiert gefühlt.
     
  16. radiohexe

    radiohexe Benutzer

    Das schreibe ich aber eher einer komischen Einstellung der Radiomacher zu, denn einer "Beeinflussung" durch Politiker. Dieses "Gutmenschliche" und Kastendenken Gut/Böse habe ich in vielen Medien erlebt. Auch in solchen, die eher konservativ gepolt sind. Andererseits habe ich auch Berichte gelesen, die vor lauter Kriegsfreude nur so strotzten. Wenn Du Dich woanders besser aufgehoben fühlst, dann ist es doch Dein Recht wegzuschalten. So zumindest verstehe ich den Begriff Medienkompetenz.
     

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