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PR+Werbung im Radio - Wildwuchs wie eh un je?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Unterstützer, 30. Oktober 2015.

  1. Unterstützer

    Unterstützer Benutzer

    Das Medienmagazin ZAPP hat mal wieder das Thema PR und Werbung im Radio aufgegriffen.



    Und irgendwie hat man den Eindruck: Alles wie eh und je, oder?
    Der Beitrag könnte auch aus dem Archiv stammen. Von vor 5, 10, 20 Jahren. Oder noch länger?

    Immerhin ist "Product Placement im Radio" für den Verteter der Landesmedienanstalt ein relativ neues Phänomen. Tja.
     
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  2. ricochet

    ricochet Benutzer

    Was interessiert denn die BLR was da im Radio läuft? Da sind Präsentationen nutzloser Positionierungsstudien mit anschließendem Festbankett schon wesentlich erbaulicher.
     
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  3. Audiofrosch

    Audiofrosch Benutzer

    @ricochet Theoretisch sollen die Medienanstallten sich dafür interessieren letztendlich sind sie die Aufsichtsbehörden -oder steht das nicht / nicht mehr in den entsprechenden Gesetzen?
    Wenn alle LMAs so arbeiten könnte die vorgenannte Abkürzung auch eine unflätige Bedeutung erhalten
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Oktober 2015
  4. 2Stain

    2Stain Benutzer

    Fette Hervorhebung von mir:
    Rico, bist Du Dir sicher, dass sich der Content-Zulieferer der bayerischen Lokal-Radioprogramme für Product Placement der einzelnen Sender interesssiert? :wow:
    Probiers mal mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien BLM - das ist der kleine, aber feine Unterschied, der denen auffällt, die mit Radio in beruflicher Form zu tun haben oder hatten.

    P.S.: Bei den Lokalrundfunktagen in Nürnberg habe ich Dich noch nie getroffen, nicht mal am Buffet.

    2Stain
     
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  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @2Stain Deine berechtigten Korrekturen am Eintrag von @ricochet ändern aber nichts an der Tatsache, dass er im Kern Recht hat. Die durch politische Ämterpatronage besetzten Landesmedienanstalten haben an ihrer Spitze weder die Ahnung noch das Interesse, dem Treiben der von ihnen zu überwachenden Sender allzu genau auf die Finger zu schauen. Würden sie es gründlich und gemäß ihrem Auftrag tun, müsste so mancher Sender wegen Nichteinhaltung der Lizenzauflagen zwangsstillgelegt werden. Lieber ein bisschen repräsentieren, die Sendergrößen hofieren und Strategiepapierchen in die Welt setzen - das ist der wesentliche Output der Landesmedienanstalten.
     
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  6. dramaking

    dramaking Benutzer

    @Audiofrosch: Sollen soll die Medienaufsicht vieles. Sie tut es von sich aus aber nicht. In den Häusern wird man nur tätig, wenn man von außen auf Mißstände und Verstöße in den Programmen aufmerksam gemacht wird.


    Dass der Privatfunk nur verkaufen möchte (und vor allem seine Hörer für dumm) ist doch nun wirklich nichts Neues. Ganz grundsätzlich sollte man bei jedem Wortbeitrag eines Privatfunkers sehr viel Vorsicht bezüglich dahinter versteckter Interessen walten lassen.
    Viel bedenklicher ist es jedoch, wenn man die gleichen Bedenken bei den öffentlich-rechtlichen Sendern haben muss.
    Wenn z.B. der "Wochenendtipp" in der Infowelle aus einer Buch- oder Restaurantempfehlung besteht, die zwar von einem Mitarbeiter des eigenen Hauses produziert wurde, im Anschluss an dessen Sendung jedoch genau dieses Buch bzw. ein Restaurantbesuch verlost wird, stellt sich schon die Frage, ob der Beitrag ohne die freundliche Bereitstellung des Preises überhaupt zustande gekommen wäre. Und diese Frage sollte ich mir bei einem Öffi-Sender eigentlich nicht stellen müssen.
     
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  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    ... das zufälligerweise auch noch aus der Feder eines Kollegen stammt ...
     
  8. Dr. Fu Man Chu

    Dr. Fu Man Chu Benutzer

    Ach Leute, Privatfunk ist keinen Deut besser oder schlechter als andere Medien. Mit einer Ausnahme, die Verkaufsabteilung wittert bei "Journalistenwerbung" entgangene Umsätze und petzt beim Geschäftsführer *smile. Dumm nur, wenn der GF den Hotelgutschein für ein Wellnesswochenende in einem Hotel****+ kassiert und mit dem knackigen Volo dahin entschwinded...

    Zum Glück gibt es Fairradio, die lassen sich nicht einmal zu einer Tasse Kaffee einladen und geben die Kugelschreiber und den Schreibblock einer gemeinnützigen Initiative als Spende.

    Das sich Kollegen gegenseitig promoten ist doch eher die Regel als die Ausnahme bei den Öffis. Tennisarm wg. ständigem hochhalten eines Buches oder einer CD ist offizielle Berufskrankheit, oder irre ich mich da?

    Ansonsten gilt die zeitlose Typologie von Günter Herkel:

    Schnorrer mit Presseausweis
    Eine kleine Typologie

    Wie in allen Berufen gibt es auch im Journalismus schwarze Schafe, die die ganze Herde in Misskredit bringen. Die häufigsten Schnorrertypen:

    1. Der Reisereporter: Lebenskünstler, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Refinanziert gelegentlich Reiseführer nach dem Motto: „Ich wohne eine Woche gratis bei Ihnen, dafür landet Ihr Hotel an erster Stelle meiner Geheimtipps.“ Vorbote des Massentourismus.

    2. Der Motorjournalist: Passionierter Technikfreak. Dehnt Probefahrten im nagelneuen Porsche gern auf ein paar Monate aus. Freut sich riesig über das eine oder andere im Kofferraum platzierte Geschenk des Herstellers. Übrigens: 95 Prozent aller Auto-Kritiken fallen positiv aus.

    3. Der Hofberichterstatter: Weicht keine Sekunde vom Gegenstand seiner Berichterstattung. Begleitet seine Kanzlerin (wahlweise: Ministerpräsidentin, Minister, etc.) daher – gern auf Regierungskosten (der Verlag muss sparen) – überallhin, notfalls auch ins Reich der Mitte. Verliert dabei gelegentlich an Biss. Denn: Man will ja nächstes Mal wieder mitfahren.

    4. Der Simulant: Treibt sich mit Vorliebe auf Presseempfängen herum. Beschwert sich über allzu spärliche Buffets. Seine fadenscheinige Akkreditierung trägt er demonstrativ auf der Brust. Hat meist zeitlebens nicht eine einzige Zeile verfasst.

    5. Der Dealer: Begreift den Presseausweis als Lizenz zum Schnorren. Bestellt massenhaft Rezensionsexemplare von Büchern und DVDs, um sie postwendend bei Ebay wieder zu verhökern. Widmet sich dem Ordern mit so viel Hingabe, dass zur eigentlichen journalistischen Produktion keine Zeit bleibt.

    6. Der antikapitalistische Kämpfer: Räumt nach Pressekonferenzen beherzt das Büffet ab. Stellt sich danach auch schon mal doppelt (das zweite Mal mit Hut und angeklebtem Schnurrbart) an, um die Give-aways des Veranstalters einzusacken. Verkörpert die Parole „Enteignet Springer!“ in ihrer aktuellen, leicht resignativen Variante.

    Eigentlich ist das alles egal, viel tiefer kann der Journalist auf der Berufsansehensskala kaum noch fallen.

    So, heute abend gehe ich einen saufen, Motto: Ich bin Moderator lasst mich endlich in die VIP-Zone! Ein Prost auf alle Pappnasen hier im Forum! Was wären wir ohne amtliche Kontrolle.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Oktober 2015
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  9. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Das ist ja gerade das Elend.
     
  10. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ich lauf dort immer inkognito durch den Saal. Mit dem Schlapphut erkennt mich keiner.

    Ja, ich kenne den Unterschied zwischen dem Syndikatsdienstleister BLR und der BLM, mir unterlief schlicht und ergreifend ein stinknormaler Lapsus - soll vorkommen. Danke für den dezenten Hinweis, ein wachsames Auge kann nie schaden.

    @Dr. Fu Man Chu : Eine Kategorie hast du vergessen: Den Schnüffler. Wenn der unter falscher Identität bei den Radiotagen recherchiert füttert er via Smartphone FairRadio-Aktivisten und oppositionelle Radioforisten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2015

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