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Radio Arabella - Friedhof der Holzkohlen?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Coffey77, 14. Februar 2015.

  1. Coffey77

    Coffey77 Benutzer

    Vielleicht gibt es ja doch sowas wie ein Playlisten-ebay oder sonstige Schachereien mit ausgemusterten Playlisten. Zumindest, wenn ich mir die von Arabella Oberösterreich anschau, kommen mir solche Gedanken. Was andernorts weitestgehend ausgemustert ist, bekommt hier offenbar Kost und Logis auf Lebenszeit.

    Ö3 und selbst Life Radio haben Queen, Cocker usw. ja minimiert, und alles das können wir hier wiederfinden. Alleine die Titel der folgenden Interpreten:

    Queen/Freddie Mercury
    Genesis/Phil Collins
    Tina Turner
    Joe Cocker
    Rod Stewart
    Bryan Adams

    rotieren hier 223 x in der Tagesplaylist. Aber auch das übliche Styropor im 80er-Jahre-Karton ist ein ständiger Begleiter. Egal, ob Midge Ure, Alphaville, Lionel Richie, Mike & the Mechanics, Nick Kamen oder wie sie alle heiße mögen, man wird sie anscheinend bis ans Ende der Menschheit bzw. der Radiostationen, wie wir sie heute kennen, durchprügeln.

    Damit nicht genug, meine ganz persönlichen Blutdruckfavoriten Bobby McFerrin, Monty Python sind natürlich auch mit von der Partie. Die Engländer dabei im Schnitt jeden dritten Tag – danke, Arabella!

    Wem das auch noch nicht reicht, der bekommt eine Dröhnung Austropop, die wirklich nicht ohne ist – wobei ich grundsätzlich gerne die alten Hadern höre. Aber in dieser Konzentration ist das für mich nicht akzeptabel.

    60 x Fendrich, 24 x Danzer, Peter Cornelius 32 x, Wolfgang Ambros 32 x, Ostbahn Kurti 19 x, STS 41 x – das hält der stärkste Patriot nicht aus. Oder auch schon, denn es wird ja fröhlich mitgegröhlt und gepfiffen, so gesehen denke ich mir, dass es für die Zielgruppe gar nicht oft genug sein kann…

    45 x Eros Ramazotti?? 43 x Elton John? Muss das sein?

    Gut, wer es bis jetzt ausgehalten hat, bekommt ein paar 70er-Jahre-Interpreten um die Ohren gehauen, dass es nicht mehr lustig ist. 59 x Smokie, 45 x ABBA, Billy Joel wird 53 x runtergedudelt, Beach Boys 34 x, Cat Stevens 27 x etc. Inflationär und unnötig.

    Wer jetzt noch japst, dem werden quasi als Pausenfüller noch die ausgelutschtesten Ö3-Hits und die wirklich ganz alten Oldies reingedrückt. Wer Gotye noch nicht oft genug gehört hat, den wird’s freuen. Die Songs, die anscheinend jede Radiostation spielt (Men at Work/Down under, Alannah Myles/Black Velvet, Survivor/Burning Heart…) fehlen natürlich auch nicht.

    Kurios ist natürlich, dass z.B. U2 gleich zwei (!) Songs (13 plays) zur Playlist beisteuern darf - bei dem Oevre eine Frechheit. Hingegen dürfen UB40 mit drei Songs gleich 22 x auftrumpfen. Oder Elvis und die Beatles zusammen kommen gerade mal auf 2/3 von Rainhard Fendrich…

    Jeden zweiten Tag bekommt man „Bus Stop“ von The Hollies, The Connells werden 13 x im Monat gespielt, Soul Asylum 11 x, Billy Swan 12 x, und die wie überall sonst auch auf einen Song eingedampften Crash Test Dummies dürfen auch 11 x ran.

    Dass bei den Playlisten-Lieferanten Spezialisten am Werk sind, belegen auch die falsch geschriebenen Namen, wie Dexy’s (praktisch überall falsch), Crocket’s Theme, The Sound of Music (von Falco – wenn man sich hier den Text heranzieht, müsste man schon sehen, dass da was nicht stimmen kann…), Barbara Streisand etc.

    Die Titel sind übrigens händisch ausgewertet, erheben keinen Anspruch auf 100%-ige Korrektheit der Zahlen bzw. Vollständigkeit, für die ganz Schlauen, die sich ja vermehrt online herumtreiben ;)

    Insgesamt hab ich knapp 4800 Titel in 30 Tagen (jeweils 5-17 Uhr) gezählt, allzuviel Moderation gibt es ja nicht bei Arabella, dagegen absolut ausreichend Werbeminuten.
     
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  2. ricochet

    ricochet Benutzer

    Viel zu teuer für diese billige Oldie-Klitsche

    Wahrscheinlich so schlecht bezahlt dass bald die Frequenz zur Disposirion steht, es sei denn das Pressekartell hilft.
     
  3. bobby_johnson

    bobby_johnson Benutzer

    Wahnsinn. Das Ö3 Modell.
     
  4. count down

    count down Benutzer

    @Coffey77: Wunderbar!

    Du musst aber wissen, so ein Radiosender funktioniert eher wie die Pflastersteinklopfer. Sie haben einen Haufen Pflastersteinchen, an dem sie sich bedienen, um den Gehweg zu pflastern. Jedes Bausteinsteichen passt annähernd zum nächsten, schlechtenfalls zum übernächsten. Sie haben sogar Namen: Mercury, Collins, Turner, Cocker. Stewart, Adams, Joel, John. Ping, ping, ping, egal wie rum, am Ende ein Weg ohne Stolpersteine. Was willst Du mehr?
     
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  5. RadioRichard

    RadioRichard Benutzer

    @Coffey77, ich glaube eher, dass Sie in die Playlist von Radio Vorarlberg geschaut haben... :D

    Genau so schaut's bei und in Vorarlberg auch aus. Meinem bekannten hängt diese "normale" Musik schon so zum Hals heraus, dass er nur noch Library Music von Sonoton oder Kapagama hört!
     
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  6. blu

    blu Benutzer

    Coffey, 88.6 kann das, was die 80er betrifft, mittlerweile auch schon recht gut.

    Irgendwo muss es wohl wirklich so eine Art Baukastensystem geben, aus dem sich alle Sender bedienen.
    Das Grundgerüst der 80er Songs ist ja echt überall fast gleich, immer wieder die selben paar Titel. Und das schon seit Jahren, seitdem Privatradio in AT existiert.

    Men At Work, Soul Asylum, Monty Python, ... warum gibts derartige Titel wirklich permanent immer in den Rotations?
     
  7. tunerider

    tunerider Benutzer

    Weil sämtliche heimische Radiosender panische Angst davor haben, irgendwie "anzuecken". Das gilt für die bei den üblichen "Beratern", Coachern und selbsternannten Musik"experten" eingekauften Playlisten genauso wie für das, was einem da inzwischen als "Moderationen" angeboten wird. Nur das, was als "unbedenklich" eingestuft wird, geht on Air. Personality oder gar ein markantes Programm? Fehlanzeige!

    Nur kein Risiko eingehen - zumal die meisten Privatsender aus Budgetgründen auf jedes einzelne Prozent der Marktanalysen angewiesen sind.

    Das Ergebnis ist völlige Austauschbarkeit, der bekannte Einheitsbrei. Dadurch Marktanteile jenseits der Wahrnehmungsgrenze, knappe Budgets, fehlende Qualität, und der Kreis schließt sich. Es wäre zum lachen, wenn es nicht so traurig wäre ^^
     
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  8. ricochet

    ricochet Benutzer

    Vor allem wurden im konventionellen deutschsprachigen Werbefunk viel zu wenige neue Titel eingeführt und keine klaren Abgrenzungen vorgenommen, weshalb die Berater-Playlists überall gleich (öde) klingen. Das sind die schlimmen Konsequenzen des Anbietermonopols - auf allen Frequenzen dasselbe Material, höchstens gestaffelt nach Dekaden.
     
  9. Coffey77

    Coffey77 Benutzer

    Nun ja, letzten Endes ist es müßig, immer wieder darüber zu diskutieren. Aber es ist für mich immer wieder auf's Neue erstaunlich, dass man wirklich SO gleichförmig unterwegs ist. Von allen Radiostationen, die ich die letzten Jahre genauer betrachtet habe, spielte keine meines Wissens etwa 'Who can it be now' von Men at Work.
    Welcher Unternehmensberater, der sich ausgerechnet das Bereitstellen von Radio-Playlists als Geschäftsmodell ausgesucht hat, möchte denn hier plausibel erklären, warum das der Fall ist?

    Nach zwei Wochen ist auf jeden Fall Schluss, wenn man mal den Sender wechselt - spätestens. Da man seitens der Radiosender ganz offensichtlich den Hörer für tatsächlich so blöd hält, wie die Consultants das vorhersehen, hat man das Wesentliche durch. Jedes - ohnehin seltene - einzelne Highlight (das man vorher auf anderen Sendern nicht gehört hat) wird dadurch degradiert, dass man es ohnehin jeden 3. Tag wieder hört.
    Und gerade bei einem Oldiesender, der aus einem Füllhorn von Titeln aus 30 Jahren schöpfen könnte - und sowieso nichts spielt, was man nicht kennt - ist die extreme Filterung der Playlist hochgradig unverständlich.
    Das meiste Gehirnschmalz wird heutzutage in einen möglichst blöden Senderslogan investiert - selbstverständlich ist auch der Arabella-Musikmix der beste, was man auch nicht müde wird, zu betonen...

    @ ricochet: bei Arabella werden GAR KEINE neuen Titel eingeführt, sieht man eventuell von Interpreten wie Solo zu Viert ab. Rein gar nichts. Was als Austrotitel nicht mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat, bekommt überhaupt keine Chance, gespielt zu werden. Wenn ich mir den einen oder anderen Arabella-Fan so ansehe, von dem ich von dessen Neigung weiß, könnte ich aber auch davon ausgehen, dass gerade das die goldrichtige Strategie ist...
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Februar 2015
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  10. ricochet

    ricochet Benutzer

    Immerhin, du kennst einen... ;)
     
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  11. blu

    blu Benutzer

    Der Fairness halber muss man aber anmerken, dass aber entweder viele Hörer das offenbar wirklich sind, oder es ihnen schlicht egal ist, alle paar Stunden bzw. jeden Tag den selben Scha* zu hören. Vielleicht aber sind auch wir hier diejenigen, die das Medium Radio überbewerten - in seinem Stellenwert wurde es definitiv die letzten Jahrzehnte massiv degradiert - und wenns so weitergeht, dann schnitzt sich in ein paar Jahren halt fast jeder sein eigenes Programm via App am Handy oder streamt irgend ein Webradio.
     
  12. count down

    count down Benutzer

    Ja, vielleicht sind wir das, die das Medium Radio überbewerten.
    Die Passiv-Formulierung würde ich aber nicht wählen. Ich sage: In seinem Stellenwert hat es sich definitiv in den letzten Jahrzehnten massiv degradiert.
     
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