1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

„Radio Gaga: Der beste Mix auf den dümmsten Wellen“

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von steffen_26, 15. Mai 2016.

  1. steffen_26

    steffen_26 Benutzer

    dieser traurigen Aussage über das Medium Radio gibts nichts mehr hinzuzufügen
    Radio Gaga: Der beste Mix auf den dümmsten Wellen
     
  2. Raumschiff

    Raumschiff Benutzer

    Stimmt zwar alles, interessiert die Sektengurus und -jünger des modernen "Radios" aber nicht.
     
  3. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    rockon gefällt das.
  4. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Frag doch die MediaAnalyse: ca. 85% der Hörfunknutzung gehen auf Radio Gaga. Und wer ist schuld? Die, die es einschalten. Schalteten sie es nicht ein, gäbe es Radio Gaga bald nicht mehr.

    Hitler hat das schon richtig erkannt, Propaganda und Intelligenz schließen sich nur an einer Stelle nicht aus: die Propaganda muß clever gemacht werden. Inhaltlich, auf die Themen, auf die man die Propaganda ansetzt, darf aber keine Intelligenz drin sein. Intelligente Argumente wären ja das Gegenteil jeder Propaganda.

    Ich möchte aber nicht soweit gehen, den Radioprogrammen Propaganda zu unterstellen in großem, politischen Sinne. Sie bezwecken nichts gesellschaftliches, im Gegenteil: sie wollen, daß der Sumpf der Verblödung weiterhin so tief und umfassend ist. Eine veränderte Gesellschaft würde die Dummdudler auch alsbald überflüssig machen und entweder durch intelligente Programme oder durch echte (Kriegs- und Hass-)propaganda ersetzen.

    Diese Gaga-Radios sind kleine Maden im Faulturm der gesellschaftlichen Verblödung. Helfer-Maden, die eine Symbiose mit den großen Maden eingegangen sind, denen sie Werbezeit verkaufen. An intelligentem Publikum kann ihnen gar nicht gelegen sein, denn selbiges würde bemerken, daß diese Gaga-Radios gar nicht für die "Hörer" senden, sondern die Hörer mißbrauchen: als hoffentlich zahlenmäßig großes Publikum für die verkauften Werbeminuten.

    Aber um auf den Text von Herrn Hoff zurückzukommen: wie kommt er darauf, Schulz und Böhmermann und ihr Radio-Gequassel (bzw. dessen Abgang, über den man auch an anderer stelle ganz anderes lesen und hören kann als das, "was man so hört") als Beleg für die Verblödung des Radios heranzuziehen? Mir wäre neu, daß diese Sendung auf Bayern 2, DLF, WDR 5 oder SWR 2 gelaufen wäre. So als Beispiel. Und das hat gewiss Gründe. YouFM, N-Joy, DASDING etc. als "nicht die schlechtesten in der Republik" zu bezeichnen, mag zwar bei mathematisch-absoluter Betrachtung hinkommen, aber viel fehlt nicht dazu. Der Abstand zu den besten (auch nach Hoffschen Wehklage-Kritieren) ist aber gewaltig.

    Hat hier irgendjemand seine Kompetenz überschritten?
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2016
  5. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Merke:

    Die Art von Radio, die die "Profis" hier wollen, ist wirtschaftlich nicht erfolgreich. Erfolgreiches Radio ist gruselig-langweilig, vorhersehbar, verblödet die Hörer. Schlimmer ist aber die Tatsache, dass Radio den Stellenwert der 60er bis 90er Jahre verliert. Es läuft immer mehr im Hintergrund, zwar hört man es, vernimmt aber nicht mehr 100%ig, was da läuft. Vielleicht gibt es noch Aufmerksamkeit bei einer Eilmeldung und den Nachrichten.

    Ich bin mir aber nicht sicher, wer diesen Untergang der Radioqualität zu verantworten hat: die Hörer oder die Sender? Eine Zeitlang schob man den schwarzen Peter diesbezüglich gerne den Privatsendern in die Schuhe. Aber da die Öffis es den Privaten gleichtaten, sind die mindestens genauso Schuld.

    Und dass sich 99% der Hörer am heutigen "Radiomatsch" nicht stören zeigen die konstanten MA-Werte. Zwar verlieren die Sender immer mal wieder Hörer, aber dann nicht an das riesige Internetradio-Angebot, sondern an den nächsten Ramschsender.

    Wer auf seinen 800€ Weber-Grill Fleisch für 2€ pro Kilo draufschmeißt, dem ist auch egal, was aus dem Radiokasten kommt. Hauptsache, es rauscht nicht und das Radio sieht schick in der Küche aus... :p
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2016
    Audiofrosch gefällt das.
  6. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Ja, Gammelfleisch-Radio. Das paßt. Vielleicht sogar mit BSE. :p
     
    Audiofrosch gefällt das.
  7. exhörer

    exhörer Benutzer

    Ein ganz wunderbarer Artikel, der mir voll und ganz aus der Seele spricht!

    Im Übrigen komme ich inzwischen weit weniger schlecht gelaunt aus den Federn, seitdem ich meinen Radiowecker gegen mein Handy eingetauscht habe, das mich jeden Morgen mit einem Klingelton weckt, anstatt mir Tag für Tag ein einstmals liebgewonnenes Musikstück durch permanente Wiederholung zu unpassendster Gelegenheit zu zerstören
     
  8. Spezi

    Spezi Benutzer

    Sicherlich, die nervigen Claims vom angeblich "besten Mix" samt diverser Mutationen sind ein weltweites Phänomen. Wenn ich aber so durch die heimische Radio-Landschaft zappe, habe ich das Gefühl, dass bei uns noch die typisch deutsche Perfektion dazu kommt. Was man hier so in den Äther bläst, wird vorher formattechnisch bis auf das kleinste Floskel-Atom zerlegt, selbst wenn sich die Radio-Seele der Programmverantwortlichen dabei eigentlich pausenlos übergeben müsste.

    Dazu kommt, dass Radio durch das erst in den Achtziger Jahren eingeführte Duale System aus Öffis und Privaten mit großer Verspätung da angekommen ist, wo andere Mediengattungen längst angekommen sind. Ziemlich unten. Die BILD-Zeitung fährt mit ihrer Volksverblödungs-Masche schon seit über sechzig Jahren ausgesprochen erfolgreich. In den bunten Regenbogenblättern steht fast nur halbwahrer Klatsch, der sich aber auch schon seit Jahrzehnten jede Woche unglaublich gut millionenfach verkauft. Dem Trash im Radio fehlt dagegen die Tradition, jeder neue Tiefpunkt tut weh.

    Also muss man sich wohl oder übel daran gewöhnen, was man von anderen Medien bereits gewohnt ist: Selektive Nutzung. So wie ich freiwillig keine BILD oder Frau mit Herz lese, genügt mir das Niveau einer Antenne gerade noch während des Geschirrspülens in der Küche oder beim Zusammenlegen meiner frisch gewaschenen Unterhosen im Schlafzimmer. Es ist bedauerlich, selbst öffentlich-rechtliche UKW-Programme nur noch für Nachrichten, Wetter oder Fußballberichterstattung zu nutzen, aber das ist wohl der Lauf der Dinge in Radio-Deutschland. Den Hunger nach interessanten Radio-Formaten mit geringem Dudelfaktor stille ich mir, wo auch sonst, natürlich im Internet. Das erspart eine Menge Ärger und Kopfschütteln und senkt vermutlich auch den Blutdruck.
     
    radiobino und K 6 gefällt das.
  9. ricochet

    ricochet Benutzer

    Du hast doch ein Physik-Diplom und da dämmert dir nicht dass die von dir vorzugsweise zitierte "MA Radio", im Übrigen selbst nur ein schäbiges Nebenprodukt der presseeigenen Media-Analyse, mittlerweile nichts anderes mehr als ein Kampf- und Propagandainstrument der UKW-Platzhirsche ist, die dieses Spektakel mit einigem Pomp und weitgehend mit eigenen Mitteln aufziehen um das zugemüllte, totgesparte Billigradio gut aussehen zu lassen?
     
  10. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Dennoch bietet der Zeitungskiosk auch die ZEIT und ne Menge andere Publikationen. Da ist man überregional an einem besseren Kiosk noch gut bedient, was bei UKW teilweise nicht so ist und man also auf Sat, Kabel oder Internet ausweichen muß. Die Qualitäts-Printmedien sind, so behaupte ich, besser und gleichberechtigter präsentiert als die Qualitäts-Hörfunkprogramme.

    Deutsche Gründlichkeit beim Ausmerzen jeglicher seelischer Regung, würde ich attestieren wollen. Wir machen alles gründlich, vom Holocaust über die x-te Durchführungsbestimmung zur Einführung einer Bestimmung bis zum Formatfunk. Im Kindergarten unterschreiben die Eltern heute schon, daß am Geburtstag das Kind keinen hausgebackenen Kuchen mitbringen darf. Nur steril eingeschweißten Industrie-Kuchen. Könnte ja was schiefgehen, könnte jemand eine Allergie auf einen Inhaltsstoff haben und das wäre dann nicht aktenkundig auf der nicht vorhandenen Verpackung des Selbstgebackenen. In der Schule müssen die Eltern vor einer Klassenfahrt (wir sind bei sowas noch 1989 spätabends unter Vollmond über Glatteis quer über den Kamm des Thüringer Waldes mit Gepäck zur Jugendherberge und hatten nur zwei Lehrer dabei) dem Kind eine Vollmacht mitgeben, daß es ok geht, keine Limonade oder Cola, sondern Leitungswasser aus einer deutschen Wasserleitung zu trinken. Diese Gründlichkeit wirkt auf mich wie eine Angst, sich nicht 100%ig abgesichert zu haben gegen irgendein Argument, das beim Versagen der Maßnahme von irgendwem kommen könnte. "German Angst"?

    16 Jahre alt:



    Heute gehen sie ja wieder auf die Straße, fordern aber lieber das 4. Reich anstelle dessen, was eigentlich nötig wäre.

    Ach, ich habe heute früh bei eigentlich nur technischen Maßnahmen (Rauschabstandsmessung an einem stummen UKW-Träger im Kabelnetz) mal wieder was sehr anhörbares gefunden und bin erstmal bis zum Ende der Sendung hängengeblieben: http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/ausstrahlung-683594.html


    Ich behaupte, um die Schwachstellen der MA zu erkennen, braucht man kein Diplom. Die Erhebungsmethode ist fragwürdig, manipulierbar und benachteiligt möglicherweise die Kulturprogramme, da ich vermute, daß sich deren Hörer keine Telefonbefragungen antun werden, sondern gleich auflegen, wie sie es auch bei Werbe-Anrufen tun würden. Andererseits hat die alte Festnetz-Methode auch Jugendwellen benachteiligt, wer von den Hörern hat denn Festnetz? Und so kann man reihum gehen und glaubt immer was zu finden. Unterm Strich sind die Bedingungen aber für alle gleich fragwürdig.

    Ein "Propaganda-Instrument" kann ich nicht erkennen. Nur ein grobes Schätzeisen dafür, wessen Selbstbeweihräucherung am besten in der Rübe des Durchschnittsdeutschen hängenbleibt.
     
    K 6 und Audiofrosch gefällt das.
  11. ricochet

    ricochet Benutzer

    Wenn du wüsstest wie stark der Konkurrenzkampf der Medien die etablierten Radiobetreiber finanziell an die Wand drückt könntest du dir leicht vorstellen, dass man sich regelrecht dazu gezwungen sieht den völlig aus der Zeit gefallenen 14-49-AC-Dudelmix samt dazugehörigem "Expertenstab" am Leben zu erhalten und sich mit allen Mitteln gegen die neuen Konkurrenten zur Wehr zu setzen. Und andere Instrumente als die hauseigene MA stehen dem Presseanzeigen-Klüngel nicht zur Verfügung.

    In den Verlagshäusern herrscht bis dato die eiserne Doktrin: Entweder wir perpetuieren das bisherige Geschäftsmodell in weitestgehend unveränderter Form und selbstverständlich ohne überfällige Neuinvestitionen - oder wir machen die Radiosparte dicht. Klar, dass alle Profiteure der Kommerzradiobranche Panik schieben, an allen verfügbaren Registern ziehen und sich gegenüber der Medienöffentlichkeit abkapseln, weil es nichts mehr zu beschönigen und zu rechtfertigen gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2016
    Audiofrosch gefällt das.
  12. Spezi

    Spezi Benutzer

    Da fällt mir ein, wie die FAZ in den Neunzigern die aufkommende Claimerei bei den Privatsendern auf die Schippe genommen hat. Im Programm von Hitradio FFH hieß es damals: "Hit für Hit ein Hit". Die FAZ machte daraus: "Quatsch für Quatsch ein Quatsch" :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2016
    K 6, Audiofrosch und Maschi gefällt das.
  13. K 6

    K 6 Benutzer

    Naja: Welcher Fernsehrezensent kennt sich denn im Detail mit der Hörfunklandschaft aus? Ist halt mal so'n grundsätzlicher Rant, den man mal mit zu des Werbedreibenden däglicher Läggdüre geben sollte.


    Wie dem auch sei: Radio ein ganz wunderbares Medium, doch leider liegt es inzwischen im Sterben.Und dann läuft nur noch über's Telefon ...

     
  14. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    Propaganda fängt ganz woanders an. Nämlich an der 1 bis 3minütigen Nennung des Sendernamens. Offenbar weiß man, dass der Hörer nicht alle Latten auf dem Zaun hat. Was wäre, wenn der Verfasser der Original-Zeilen gar nicht unrecht hatte ?
    Und nun analysieren wir mal die sog. Privatsender auf deren Inhalte und vergleichen es mit den Zeilen von 1927.
    Ganz ehrlich : Mit dem Zeitungsradios aus Deutschland möchte ich nichts zu tun haben.
    Permanente Wiederhoiungen, einfachste Sprache ......

    Danke für den Tipp über die FAZ. Den kannte ich noch nicht. Allerdings hat es nicht gewirkt. Der Funk für Hirnlose ist Marktführer gemäß der selbstbezahlten Analyse. Sicher genauso glaubwürdig wie die GFK-Zahlen in Österreich.
    Was wurde eigentlich aus diesem Skandal, der keiner war ?
     
    Audiofrosch gefällt das.

Diese Seite empfehlen