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Radiosender, wehrt euch gegen brutale Drosselpläne der Telkos!

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Gegenstromanlage, 08. Juni 2015.

  1. Gegenstromanlage

    Gegenstromanlage Benutzer

    Smartphones und der mobile Internetzugang sind existenzwichtig für die Branche. Ohne Apps und mobilem Internet als Ergänzung zur UKW-Verbreitung geht es nicht mehr, künftige Geschäftsmodelle fußen auf einem mobilen Webzugang. Jetzt ist es möglich, dass die Mobilfunkunternehmen den Sendern diese Zukunft vermiesen, mit ganz brutalen Drosselplänen. Drillisch hat angefangen, andere wollen nachziehen, statt auf 64 oder 56 wird bald auf 16 kbit gedrosselt. Damit ist der Internetzugang de facto kaputt. Konnte man bislang zumindest noch die Senderapps nutzen, geht dann gar nichts mehr. Mobiles Web wird zu einer digitalen Zwei Klassen Gesellschaft. Dabei ist es paradox: Einerseits wird der Zugang dank LTE und Co. immer schneller, andererseits wird man bald auf eine Geschwindigkeit ausgebremst, die unter der eines Modems der frühen 1990er-Jahre liegt. Wir Radiomacher stehen bislang teilnahmslos und stumm daneben und haben meines Erachtens diesem Treiben viel zu lange zugeschaut. Jetzt sollte aber Schluss sein. Zumal eine solch brutale Drosselung ein deutscher Sonderfall ist. In anderen Ländern wird auch gedrosselt, aber z.B. auf immer noch akzeptable 128 kbit/s (selbst erlebt in den USA). Die deutschen Telkos sind geldhungrig, aber irgendwo ist Schluss. Auch die Netzagentur sollte eingreifen!!! Ich erhoffe mir eine rege Diskussion - im VPRT, in der Politik, und vor allem in der Bevölkerung, die die Drossel m.E. viel zu lange akzeptiert hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
  2. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    @Gegenstromanlage: Mich wundert das in keinster Weise. Die Entscheidung kommt genau zur richtigen Zeit, kurz bevor die Radioplayer-App veröffentlicht und beworben wird.
    Die Telkos haben das Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen, dass ihre Mobilfunknetze durch Traffic, der infolge des Radioplayers künftig anfallen wird, übermäßig ausgelastet werden.

    Linearer Rundfunk über Mobilfunknetze, bei dem jeder Stream pro Endgerät separat zugeführt werden muss, ist ein Irrsinn!

    Der VPRT sollte endlich, wie der Rest Westeuropas, auf DAB+ setzen und seine Energien darauf richten, dass die Smartphonehersteller eine Empfangsmöglichkeit für digitale Multiplexe integrieren, anstatt eine Blockadehaltung einzunehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
  3. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    @Gegenstromanlage: Wenn Du da was in Bewegung setzt, bin ich dabei. Ich ärgere mich auch über diese Drosselgasse (wenns da wenigstens n ordendlische Woi gäb...). Das Problem ist, dass mittlerweile die Webseiten und Apps immer datenhungriger werden. Hatte anfangs das Kontigent sogar mit einigen Stunden Webradio hören noch fast den ganzen Monat gereicht bei sparsamer Nutzung, ist mittlerweile nach 5-10 Tagen schon Ebbe. Auf der anderen Seite bremst man aus. Die verwalten doch einen Mangel, das ist quasi DDR-Nostalgie live, was die treiben. Umso wichtiger wird es, dass es möglichst flächendeckend offene WIFI-Spots gibt (FREIFUNK!!)!
     
  4. ThoRr

    ThoRr Benutzer

    Fänd ich gut, wenn das Drosselungstreiben ein wenig eingeschränkt wird. Dann kann ich endlich meine Radio-Eins-App genießen, ohne auf den Datenverbrauch schielen zu müssen.
     
  5. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    @Radiocat&ThoRr: Rundfunk ist noch immer ein Massenphänomen, das vor allem mobil genutzt wird.
    Wenn ich die Pläne des VPRT richtig interpretiere, soll der analoge Verbreitungsweg "UKW" mittelfristig durch das Internet abgelöst werden.
    Die Frage ist: Wer trägt die Kosten für den anfallenden Traffic? Die Programmveranstalter, die Telkos oder die Hörer?
    Bisher müssen die Programmveranstalter für den Betrieb des Sendernetzes aufkommen.
    Würde sich der Radioplayer durchsetzen, hätte dies zur Folge, dass die Kosten auf die Seite der Telkos und Hörer abgewälzt werden.

    Hinzu kommt: Radio via Internet ist aufgrund des derzeit etablierten Unicasting-Verfahrens ein vollkommen ineffizientes System. Jeder einzelne Hörer verursacht zusätzlichen Traffic und damit weitere Kosten. Beim Broadcasting dagegen sinken die Verbreitungskosten pro Hörer, je größer deren Zahl ist.
    Unicasting eignet sich schlichtweg nicht für die Versorgung sehr großer Hörerzahlen.

    Die geplante Drosselung auf eine noch kleinere Maximalgeschwindigkeit bei Überschreiten des monatlichen Traffic-Volumens führt dazu, dass die Mobilfunknutzer dafür aufkommen müssen, wenn sie auf diesem Wege Radio hören, indem sie größere Pakete buchen.
    Angesichts der anfallenden, nicht unerheblichen Kosten werden sie das jedoch keinesfalls tun und deshalb bekommen die Platzhirsche nun, - zurecht wie ich finde -, Muffensausen: Niemand zahlt 30€ oder mehr, um mit einem Mobiltelefon FFH & Co. länger als 5 bis 8 Stunden pro Monat hören zu können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
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  6. Handydoctor

    Handydoctor Benutzer

    Warum zahlen die Internetradiosender nicht dem Hörer die Datenkosten? Schliesslich wollen die Sender doch gehört werden.
     
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  7. iro

    iro Benutzer

    Genau deshalb ist es wichtig für die Sender, einen eigenen Übertragungsweg zu haben und sich nicht auf Gedeih und Verderb den Telkos auszuliefern. Als da hätten wir 1. das Auslaufmodell UKW-Rundfunk, 2. das kostengünstigere DAB+ (mit zwar noch geringerer Empfangsgerätezahl, aber ohne weitere Mautstellen).
    Wer ausschließlich auf Internet setzt und DAB komplett ignoriert, ist TOT.
     
  8. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Nun, dann sollte die Branche auch die entsprechenden Kosten tragen!

    Interessanter finde ich in dem Zusammenhang viel eher, dass von Senderseite so gut wie kein Protest darüber zu hören ist, dass der MädchenBrotkasten mit Gewalt die Kosten für die analoge UKW-Verbreitung teils exorbitant zu erhöhen gedenkt.
     
  9. iro

    iro Benutzer

    Vermutlich ist denen jetzt schon klar, daß MB damit nicht durchkommen wird. Und: andere Anbieter stehen ja bereits in den Startlöchern. Ausserdem ist es ja jetzt möglich, sein eigenes Sendernetz zu betreiben. Die Position von MB mit ihren jetzt schon überhöhten Preisen ist also denkbar schlecht, so daß sich die Sender darum keinen Kopf machen müssen. Das mit der mobilen Internetdrossel tut da schon viel mehr weh. Man gedachte, sich die terr. Übertragungskosten einfach zu sparen bzw. zum Hörer und auf die Telkos zu verlagern - und jetzt wird langsam klar: so läuft das nicht.
     
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  10. ricochet

    ricochet Benutzer

    @Gegenstromanlage : Dein erster Beitrag, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann. Die Drosselung ist für alle Anbieter und Endverbraucher eine einzige Zumutung und behindert viele Marktteilnehmer in ihren Plänen und Aktivitäten. Weil sich im Festnetz nicht mehr viel verdienen lässt, aber längst fällige Investitionen und großspurige Renditeerwartungen im Raum stehen, will man für teures Geld Datenkontingente verkaufen, die dann in Lichtgeschwindigkeit aufgebraucht sind und erneuert werden müssen. Diese Zustände schreien geradezu nach hoheitlichen Eingriffen weil die Geschwindigkeitsbremse zunehmend zum Entwicklungshemmnis wird. Also, liebe Regulationsbehörde, wach auf...

    Hätten wir in den Städten doch wenigstens mehr WLAN-Offensiven...

    An den Erfolg des Radioplayers in seiner derzeitigen Form glauben sie ja selbst nicht. Das Internet muss immer nur als Ausrede für ihre angsterfüllte DAB-Verweigerung herhalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
  11. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Allein die technische Umsetzung dürfte schwierig werden.
    Bei Spotify oder Deezer ist es ganz einfach: Da gibt es nur eine geringe Anzahl von IP-Adressen, die für das Streaming genutzt werden. Diese lassen sich von der Anrechnung auf das Datenvolumen ausnehmen.
    Bei den Radiosendern gibt es eine ungleich höhere Anzahl von IPs, die berücksichtigt werden müssen, und das auch noch von allen drei Mobilfunkanbietern E-Plus/O2, Telekom und Vodafone.
    Wenn die Mobilfunkunternehmen bei den Radioveranstaltern im Hinblick auf die Traffic-Kosten genau so hinlangen wie bei den Endkunden, dann wird sich das sowieso nicht realisieren lassen: Ein komplettes UKW-Sendernetz bei der MB würde nur einen Bruchteil kosten.
    Das Internet als jenen Verbreitungsweg zu etablieren, der mittelfristig UKW ablösen soll, funktioniert also vorne und hinten nicht.

    Ich glaube, der Hauptgrund ist ein anderer: Man muss die Milliardensummen wieder reinbekommen, die die Ersteigerung der Mobilfunkfrequenzen gekostet hat.

    Ich zahle momentan für 6 GB im E-Plus/O2-Netz 10€ pro Monat: http://mobile.1und1.de/notebook-flat
    Das ist der preiswerteste Tarif, den ich bisher finden konnte. Damit kann man jeden Tag mehr als 3 Stunden lang einen Stream mit 128 kbit/s hören.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
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  12. ricochet

    ricochet Benutzer

    Die schlagen natürlich auch ganz erheblich zu Buche.
     
  13. FCS-Fan

    FCS-Fan Benutzer

    Tja, man kann sich nun über die Drossel (manche Anbieter gehen ja nun sogar auf 16kbit/s runter - Internetradio unbrauchbar) ärgern, ODER einfach Vielfalt und das ohne Rauschen via DAB+ hören :)

    Und das spätestens Ende 2016 wirklich nahezu bundesweit.

    Liebe Gegenstromanlage, wann kapiert ihr Platzhirsche endlich, dass ihr DAB+ nicht mehr aufhalten könnt? Wollt ihr euch nicht endlich mal der Realität stellen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
  14. Kreisel

    Kreisel Benutzer

    Also ich würde unterwegs neben DAB+ und UKW sehr gerne ungedrosseltes Internetradio mit ausreichender Bitrate hören können. Denn egal wie gut DAB+ auch ausgebaut wird - Flux FM, RBB radioeins, Bayern 2, Absolut Radio... werden hier darüber nie empfangbar sein. Daher hoffe ich, dass es irgendwann eine Lösung geben wird.
     
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  15. Drunkenmunky

    Drunkenmunky Benutzer

    Die Mobilfunker tun das einzig richtige, wer viel surfen will soll auch viel zahlen! die alleinige Instandhaltung eines Netzes ( wobei ja mittlerweile GSM/UMTS und LTE gleichzeitig betrieben werden müssen) kostet pro Jahr ca. 2 Milliarden. Man kann es auch billiger, aber dann muss man sich irgendwann einen Partner suchen und fusionieren um den Aufrüstungsstau überhaupt noch bezahlen zu können, wie bei o2/base geschehen, wo Base Opfer seiner selbst entfachten Billigstrategie wurde.3 GB Flat mit LTE Geschwindigkeit plus teures smartphone für unter 30 € ist wirtschaftlich nicht machbar, jedenfalls nicht wenn man noch 24 Std. kostenlose Hotline und überall Shops inkl. kompetenter Verkäufer wünscht. Deswegen ist auch der Weg UKW (=beschissene Auswahl ) und Internet (=20.000 Sender zur Auswahl , aber nur gegen bares,da Internetvertrag) totaler Blödsinn. Wenn man das aufs Fernsehen übertragen würde (entweder nur ÖR oder nur Sky) würde so mancher seinen Fernseher wegschmeißen und nie wieder einschalten.
     
  16. Spectra Color

    Spectra Color Benutzer

    Radio über Mobilfunk???
    Da muß man aber ein echter Radiofanatiker sein um sich sowas anzutun.
    Ich kenne keinen, der sowas macht. Radio geht halt nur per UKW-Kiste oder im WLAN zuhause.
    Mal ein paar Stunden kein Radio hören schadet nicht.
     
  17. ricochet

    ricochet Benutzer

    Ohne staatliche Anschubfinanzierung ist der lückenlose Netzausbau sowieso nicht realisierbar. Aber die bisherigen Regierungen haben die Telkos immer nur geschröpft (Stichwort Funklizenzen) statt Geld in die Hand zu nehmen und die Netze zukunftsfähig zu machen. Die Kanzlerpartei ("fürs Mailen und Surfen reicht die Geschwindigkeit ja") und die SPD ("die Mehrzahl unserer Wähler genießt bereits das süße Rentnerleben") sind wohl wirklich nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
  18. exhörer

    exhörer Benutzer

    Welche Vielfalt? Die Anbieter sind doch dieselben, die schon UKW totgedudelt haben, und von Spezialanbietern, die es im Internet zuhauf gibt, kann man auf DAB+ auch nur träumen.
     
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  19. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Einen lückenlosen Ausbau wird es ohnehin nicht geben, sonst müsste man die komplette Republik selbst in total entlegenen Gebieten mit Mobilfunkmasten übersäen.

    Wenn die Möglichkeiten, die digitale Multiplexe bieten, endlich einmal ausgeschöpft werden könnten, gäbe es auf diesem Wege auch eine attraktive Vielfalt, nur leider sind es wieder einmal die Landesmedienanstalten, die auf die Bremse drücken.
    Wo bleiben denn andere DAB-Sendernetzbetreiber als die Media Broadcast und warum wird nicht endlich mit der Plattformlizenzierung Ernst gemacht?
    In den zuständigen Behörden gibt es einfach zu viele Bremser.
    Es wird viel zu viel evaluiert und diskutiert, anstatt diejenigen, die etwas ändern wollen, einfach auf eigene Kosten und Verantwortung machen zu lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
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  20. matsche

    matsche Gesperrter Benutzer

    Sorry, Gegenstrom. Ihr und eure Zeitungen als Geldgeber der sog. "Privatsender", ( wann schreibt ihr das eigentlich mal öffentlich, so dass der Bürger eine tatsächliche Medienkompetenz erhält ? ) die sich bekanntlich in das gemachte Nest
    ( UKW ) gelegt haben kann man in punkto Netz nicht unterstützen.

    Wohin der Zug geht, war euch klar. Es wurde euch bereits in 2008 auf einer Sitzung in München klar. Jeder Staubsauger wußte das, hier in diesem Forum ist es seit 10 Jahren Thema gewesen. Der Zug ist nun abgefahren.

    Nun jammert ihr, dass das Volk von den bekannte 50 Suppenhits die Schnauze voll hat ? Ihr selbst seid doch überhaupt diejenigen, die das Dilemma verursacht haben.

    Schauen wir auf NRW : Angeblich sind 2drittel der Sender pleite, so sagen die Geldgeber ( Zeitungsverlage ). Auf anderem Wege liest man, dass ihr Geldgeber die Sender aussaugt, so dass eben rote Zahlen herum kommen. Grund genug, gegen türkische Sender zu pöbeln und gar eine Klage einzureichen. Wie ist das denn ? Asozial nennt man das.

    Und dann haben Profis das Web für sich endeckt, und jetzt sollen wir auch noch euch folgen - aus welchem Grund eigentlich ? Weil ihr die Zeitungsfunker seid ? Weil ihr das letzte Sprachrohr der Politiker seid, die sonst keiner mehr hören will ? Eure Wetteraffen und Verkehrsfotzen könnt ihr für euch behalten , und vor allem _ Auch mal zeitgemäß bezahlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Juni 2015
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  21. ricochet

    ricochet Benutzer

    @matsche : Gegenstromanlage ist ja auch nur das personifizierte schlechte Gewissen der "Zeitungsfunker", und was er hier abliefert ist bühnenreifes Kabarett...

    So schreibt nur einer, der den anderen einen Spiegel vorhalten will. Und das gefällt mir wiederum an ihm.
     
  22. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Ich denke es ist wichtig, dass wir hier zwei verschiedene Aspekte auseinander halten.
    Das eine, eine Erhöhung der Datenvolumia, ist sicher in der heutigen Zeit geboten, da die bisherigen Tarife für viele Anwendungen zu niedrig bemessen sind.

    Hier geht es aber um etwas ganz anderes: Ein kompletter Wirtschaftszweig, nämlich die etablierten privaten Rundfunkveranstalter, möchte die Kosten für den Distributionsweg der eigenen Dienstleistungen mit der Digitalisierung komplett loswerden.
    Das ist in etwa so, als würden die betreffenden Veranstalter die derzeitigen UKW-Sendeanlagen gratis anmieten und nur die Kosten für die Programmzuführung übernehmen.
    Die Server finanzieren wir, aber zu den Kosten des Aufbaus des Netzes aus Mobilfunkzellen, sowie den Ausgaben für die Ersteigerung der entsprechenden Frequenzen, dazu tragen wir nichts bei.
    Außerdem sorgen wir dafür, dass eure Infrastruktur künftig in erster Linie durch uns genutzt wird; andere müssen hintenan stehen, wenn es zu Kapazitätsengpässen kommt, in deren Folge nicht mehr genügend Bandbreite übrig bleibt.


    Ich glaube, es sollte jedem klar sein, dass das nicht funktionieren kann. Insofern ist der Schritt der Mobilfunkunternehmen, gerade jetzt, wo der VPRT seine Pläne für die künftige Programmeverbreitung im digitalen Zeitalter offengelegt hat, eine Drosselung auf 16 kbit/s nach Überschreiten des mtl. Volumens ins Gespräch zu bringen, durchaus nachzuvollziehen.

    Genau deshalb konnte sich der VPRT noch nicht dazu durchringen, eine positive Haltung gegenüber DAB+ einzunehmen: Die wissen genau, dass aufgrund der minderwertigen Qualität der angebotenen Produkte die Bereitschaft, neue Radiogeräte zu erwerben, minimal ist. Wenn ich möchte, dass die Hörer den Wechsel zum terrestrischen Digitalradio vollziehen, muss ich ihnen etwas bieten, was entsprechende Anreize schafft und die fehlen bei den heutigen Programmen nahezu völlig.
    Man hat es über Jahre hinweg verpasst, die Hörer positiv an das eigene Medium zu binden. Radio dient heute in erster Linie der Hintergrundberieselung und ist auf diese Weise entbehrlich geworden. Wer wird, um auf ein Bisschen Gedudel im Hintergrund, bei dem sowieso niemand aktiv zuhört, nicht verzichten zu müssen, sich ein neues Empfangsequipment zulegen?
     
  23. HeavyRotation25

    HeavyRotation25 Benutzer

    Beim Fernsehempfang hat die Zwangsumstellung funktioniert, alle mussten auf Digitalreceiver umsteigen. Das Gleiche wird in ca 2 Jahren bei der Umstellung auf IP Telefonie geschehen und die Kunden müssen ihren Anschluss und die Endgeräte entsprechend wechseln. Alles geschieht ohne viel Murren, denn ein Alltag ohne TV und Telefon bzw. Internet ist heute fast undenkbar.

    Beim Radio sieht das wohl anders aus, denn Musik und Informationen sind Zuhause und Mobil jederzeit verfügbar.

    Hätte man den Radioempfang damals mit der TV-Umstellung mit "zwangsdigitalisiert", hätten der Markt und die Kunden mitgezogen. Heute ist es dafür aus oben genannten Gründen zu spät, denke ich.

    Mal schauen wie die Hörerzahlen aussehen, wenn die Zahlen der Internet-Radiohörer mit in die MA fließen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 09. Juni 2015
  24. Tweety

    Tweety Benutzer

    Offensichtlich dämmert es jetzt auch unserer Gegenstromanlage, dass mobile Radionutzung per Internet womöglich doch eine Sackgasse sein könnte. Eigentlich ist das nicht verwunderlich. Jedem muss klar sein, dass eine dauerhafte Nutzung über Mobilfunk nicht machbar sein wird. Ich vermute aber mal, bei den Radiomachern gibt es keinen Plan "B". Sollte die Drosselung wirklich so durchkommen, dann wars das mit dem mobilen Radiohören per App. Vielleicht setzt jetzt bei den Machern auch mal ein Umdenken ein hin zu DAB. Hier wäre noch massig Platz für neue Angebote und dort hat man zwar auch Konkurrenz aber die ist immer noch überschaubar im Gegensatz zum Internet. Ebenso kann kein geldgierieges MObilfunkunternehmen mal eben die Geschäftsbedingungen ändern, also in Puncto Planungssicherheit ein weiterer Pluspunkt für DAB.

    Ich frage mich allerdings was man mit einer Drosselung auf 16 kbit/s bezweckt. Damit wäre der komplette mobile Internetzugang tot. Da könnte ich noch nicht mal ne Wetterapp mehr öffnen. Damit will man offensichtlich die Kunden dazu bewegen neues Datenvolumen dazuzubuchen. Natürlich kostenpflichtig versteht sicht. Ganz schön clever. ;)
     
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  25. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Wie oft hat man dir hier schon geschrieben dass das mobile Internet nicht die Zukunft des Radios ist, und das ihr eure Rechnung ohne die Mobilfunkanbieter gemacht habt. Das wurde regelmässig weg gelacht, als DAB-Lobbyismus abgetan, versehen mit dem Bild einer Zukunft mit praktisch unbegrenzten Bandbreiten zu jeder Zeit an jedem Ort. Jetzt hat euch die Realität eingeholt, und mein Mitleid hält sich gerade in sehr engen Grenzen.

    Wie jetzt? Hat man von eurer Seite nicht immer gepredigt, politische Eingriffe in den Markt währen bääh? Schon erstaunlich, in welcher Geschwindigkeit hier einst fundamentale Überzeugungen (oder das, was man als solche ausgegeben hat) über Board geworfen werden, wenn sich der Wind nur minimal dreht. Aber zurück zum Thema. Ihr wollt den gierigen Telkos mal richtig eins auswischen, und ihnen ihre Grenzen aufzeigen? Sehr gut. Dann investiert endlich in DAB+ und stampft in ein paar Jahren eure Radio-Apps wieder ein, denn jeder DAB-Hörer reduziert den Datentraffic der Mobilfunknetze, und jedes nicht tarifierbare Gigabyte tut denen weh. Auf gehts. Nicht jammern, handeln!
     
    Zuletzt bearbeitet: 09. Juni 2015
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