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Richard von Weizsäcker ist gestorben

Dieses Thema im Forum "Auszeit" wurde erstellt von RomanMMWallner, 31. Januar 2015.

  1. RomanMMWallner

    RomanMMWallner Benutzer

  2. Instrumentalfan

    Instrumentalfan Benutzer

    Ich habe einen Moment überlegt, ob ich diesen Threat eröffne. Aber so wichtig es mir ist, mich zum Tode von bekannten Sängern zu melden, so sehr ist es ein Anliegen, mich auch zum Tode von Richard von Weizsäcker zu äußern, da ich ihn für den besten und würdigsten Bundespräsident halte, den dieses Land hatte. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich bin froh und stolz, eine Zeit lang durch ihn als Bundesbürger vertreten worden zu sein.
    Leb wohl "Richy" und alles gute.

    http://www.spiegel.de/
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Januar 2015
  3. doglife

    doglife Benutzer

    Was Richard von Weizsäcker zum Amt des Bundespräsidenten verholfen hat, sind deutsche und soldatische Tugenden: Kameradschaft, Gehorsam und die Fähigkeit, zu jeder Kollaboration bereit zu sein, wenn sie nur dem eigenen Fortkommen dient. Er hatte nie etwas zu sagen, das tat er aber mit Entzücken.
    Ein paar Zitate aus dem rhetorischen Müll:
    "Uns Deutschen liegt das Wohlergehen Tansanias besonders am Herzen."
    Zur holländischen Königin: "Ihr Land, Majestät, tritt nicht durch geographische Weite hervor."
    Zu deutschen Arbeitgeberverbänden: "Sie haben nie den Eindruck aufkommen lassen, als wäre Verdienen durch Leistung etwas Unanständiges."
    Über Musiker: "Ihr Spiel zeigt, daß Freude nicht durch Nichtstun und Weltschmerz entsteht."
    Zu Turnern: "Im Turnen wird Trennendes überwunden."
    Zu katholischen Frauen des Diözesanverbandes Paderborn: "Denn wenn wir eine humane Gesellschaft sind und bleiben, dann liegt es in erster Linie an unseren Frauen."
    Über sich selbst: "Ich bin kein Vakuum-Besetzer."
     
    Zuletzt bearbeitet: 01. Februar 2015
  4. Tweety

    Tweety Benutzer

    @ doglife
    Du hast das Amt des Bundespräsidenten nicht verstanden, oder?

    Ich mochte von Weizsächer auch sehr gerne. Der Mann war der beste Repräsentant den sich Deutschland als Präsident vorstellen konnte. Grundsätzlich finde ich es aber schade, dass Richard von Weizsächer in seinen Würdigungen immer nur auf seine Rede zum 08. Mai reduziert wird. Der Mann war immerhin 8 Jahre Bundespräsident. Mir gefiel an ihm immer sein Understatement und seine brilliante rhetorische Fähigkeit und sein natürlich Autorität, die er ausstrahlte. Seine Sätze waren immer mit Bedacht gewählt und er hat sich selbst nie in den Vordergrund gespielt. Er war nie der Kumpeltyp wie etwas Rau oder ein Langweiler wie Scheel, Köhler oder der Dings.... äh... wie hiess er doch gleich... ach ja Wulff. Richard von Weizsächer verkörperte für die meisten Deutschen den Idealfall eines Bundespräsidenten und es hat seidem niemanden mehr gegeben der ähnliche Sympahtiewerte erreicht hat.
     
  5. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Irgendwo zwischen Tweety und Doglife bewegt es sich. Heldenverehrung ist fürwahr nicht angebracht, aber Bashing, das nur auf seine privilegierte Herkunft rekuriert, ebensowenig.
     
  6. chapri

    chapri Benutzer

    Einerseits ist es nicht überraschend, wenn ein über 90jähriger stirbt - andererseits hat mich überrascht, wie sehr sich ein aktiver Kriegsteilnehmer zu einem menschenfreundlichen und intelligent-nachdenklichen Politiker entwickelt hat.
     
  7. count down

    count down Benutzer

    Vielleicht gerade deshalb.
     
    chapri gefällt das.
  8. doglife

    doglife Benutzer

    Bei Boehringer Ingelheim - bekannt durch Dioxin, Moorfleet und Georgswerder - war Richard v. Weizsäcker während des Vietnamkrieges der entscheidende Mann in der Firma. Der großzügige Einsatz von Agent Orange in Vietnam wäre ohne die Lieferung von Hunderten von Tonnen Tetrachlorbenzol durch Boehringer in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen. Doch genug davon, Böswillige legen das alles wieder in ihrem bösen Sinn aus - als wäre die Verteidigung der Freiheit dann unerlaubt, wenn man dazu bewährte Unkrautbekämpfungsmittel einsetzt.
    Selbstverständlich kann sich dieser bescheidene Hinweis auf eine ruhmreiche Vergangenheit nicht mit der Eloquenz vergleichen, die Weizsäcker an jenem 08. Mai - egal, was er so im einzelnen gesagt hat - überzeugend unter Beweis gestellt hat.

    Santo subito!
    Mögen die Umwelthysteriker noch so sehr Dioxin, HCH, Moorfleet und Georgswerder schreien.
    Nach seiner lebenslangen Selbstvergottung beginnt nun die offizielle Heiligsprechung.
     
  9. chapri

    chapri Benutzer

    Boehringer hat damals an Dow Chemicals geliefert, in dubio pro reo ohne über die weitere Verwendung informiert worden zu sein! Der Rest Deines Posts ist dummes Gefasel...
     
  10. doglife

    doglife Benutzer

    In dubio pro reo - Dummfug bar aller Fakten ist geradezu die Endlösung aller Fragen.
    Oder hat da ein Schlußstricher seinen "Sextanten nicht genordet" (R. v. Weizsäcker)?

    Der offizielle Hauptlieferant von Agent Orange für das US-Militär, Dow Chemical, lobte den großartigen Kooperationsgeist, den der Boehringer-Konzern zeigte, denn als ein Werk der US-C-Waffen-Fabrik 1964 wegen zahlreicher Chlorakne-Fälle schließen mußte und ein besseres Produktionsverfahren suchte, half Boehringer mit Know-how. Und bei einem Treffen in Ingelheim am 07. und 08. Dezember 1964 vereinbarten Manager, Juristen und Chemiker der Firmen Dow, Boehringer und des Boehringer-Vertriebsunternehmens Cela die "Übergabe unseres Verfahrens zur Herstellung von 2,4,5-Trichlorphenol an Dow". Damit war der weltweite Aufschwung von Boehringer besiegelt. Noch im Jahr nach dem Ausscheiden Weizsäckers aus der Firma notierte ein Boehringer-Mann: "Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten."

    Erst 1984 wurde bekannt, daß der Chemie- und Gift-Konzern C.H. Boehringer in Ingelheim zumindest in den Jahren zwischen 1962 und 1965 Wirkstoffe und Verfahren für die Herstellung von Agent Orange über die bekannte Boehringer-Vertriebs-Firma Cela an den US-Konzern Dow Chemical lieferte. Richard von Weizsäcker war vom 01. Mai 1962 bis zum 30. Juni 1966 Mitglied der Geschäftsführung von C. H Boehringer und sollte die Nachfolge von Ernst Boehringer antreten. Nach Weizsäckers Wahl zum Bundespräsidenten wurde er um eine Stellungnahme zu den Agent-Orange-Vorwürfen gebeten. Der damalige Sprecher des Präsidenten: Richard von Weizsäcker wisse nichts von dem Vorgang, und es sei auch nicht in seine Zuständigkeit gefallen, er sei am Abschluß von Verträgen nicht beteiligt gewesen, ja er wisse "von rein gar nichts". Der Sprecher des Präsidenten: "Er meinte, ob es überhaupt Boehringer Ingelheim gewesen sei, es gebe auch noch Boehringer Mannheim. Und diese Firma Cela sagt ihm auch nichts Besonderes."
    Quelle: Hans-Dieter Degler/Dieter Uentzelmann "Supergift Dioxin - Der unheimliche Killer" (Rowohlt)
    Biographie "Richard von Weizsäcker - Profile eines Mannes" (Econ)


    Groß, deutsch, tot – Schlußstrich.
     

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