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RTL-Mittelbaden Sendestart

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Pitt, 10. Juli 2002.

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  1. Pitt

    Pitt Benutzer

    Weiß jemand, wann RTL in Mittelbaden mit dem Sendebeginn startet?

    Musikfarbe, Regionalstudios, Mods, Nachrichtenübernahme von ..., usw....
    Wer weiß was?
     
  2. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Start angeblich am 1. August (die Welle stellt einen Tag früher seinen Betrieb ein). Zunächst wird aus den Radio 96-Studios im Baden-Airpark gesendet. Format: laut LfK-Antrag Oldies, Classic Hits, Rock-Klassiker (also wie Radio 96). Damit eher Oldiesender-Format als das Berliner. Mehr erwarte ich in Kürze von der Homepage http://www.rtlkarlsruhe.de.
     
  3. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Quelle: Klappe auf - Karlsruher Kulturzeitung


    Das "Aus" für "Die Welle" ?
    Stuttgarter Willkür oder nachvollziehbare Argumente?

    "Im Rambostil über Karlsruher Interessen hinweg", "Entrüstung über das Abwürgen des Karlsruher Senders", "Aus für Lokalsender bringt Bürger in Harnisch" - selten deftig waren die Überschriften der lokalen Tageszeitung, nachdem bekannt geworden war, dass der "unabhängige Medienrat" in Stuttgart der Empfehlung der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) zugestimmt hatte: Ab dem 1. Januar 2003 soll demzufolge nicht mehr die "Welle", sondern ein bislang nur auf dem Papier existierendes Konkurrenzunternehmen mit dem Namen "RTL Radio Karlsruhe" auf der Frequenz 101,8 MHz als privater Lokalsender zu hören sein. Immerhin 25.000 Unterschriften wurden innerhalb weniger Tage für den Erhalt der "Welle" gesammelt und kurzerhand ein Solidaritätsfestival auf dem Karlsruher Marktplatz organisiert. Die Badenfrage wurde gestellt, mit rotgelben Fahnen zogen rund 150 Unterstützer mit einem Autokorso in die Landeshauptstadt, wo der Medienrat tagte, um ihre "Welle" aus den Klauen des ausgemachten "christdemokratischen Stuttgarter Filz" (Badische Neueste Nachrichten/BNN) zu retten. Doch die Sache ist komplizierter als die an der "Welle" beteiligte Tageszeitung weismachen will.

    Die LfK nennt die vergleichsweise geringe Akzeptanz, die die "Welle" in ihrem Sendegebiet genießt als ausschlaggebenden Punkt, einem anderen Bewerber den Vorzug zu geben. Seit 1986 vergibt die LfK in Baden-Württemberg die Frequenzen für private Radio- und Fernsehveranstalter, für acht Jahre jeweils wurden sie bisher vergeben, nun stand die dritte Periode zur Disposition. Zwar haben sich die Zahlen im Kernsendegebiet in den vergangenen Jahren für die Welle etwas verbessert, dies aber auf bleibend niedrigem Niveau, so LfK-Sprecher Frank Scherer. Sendegebietweit habe die Welle in den bisherigen 15 Jahren nicht einmal jeder Zweite kennengelernt, im Kerngebiet kämen die Karlsruher Radiomacher auf gerade einmal 58,7 %, das in der Ortenau sendende Radio Ohr komme zum Vergleich auf stolze 79,1 %. Auch dass die Welle betone, viertgrößtes Lokalradio zu sein, lasse sich lediglich auf die mit 2,4 Millionen möglichen HörerInnen sehr große Reichweite zurückführen. Radio 7 indes, dem eine mögliche Reichweite von 2,5 Millionen zur Verfügung stehe, habe die vierfachen Hörerzahlen der "Welle". Man könne es drehen, wie man wolle, "in jeder Betrachtungsweise" schneide die "Welle" schlecht ab.

    Vom künftigen Radiobetreiber erwartet die LfK auf alle Fälle ein vielfältigeres Programm, das mehr HörerInnen für den privaten Lokalfunk begeistere, als es die "Welle" bisher vermochte. Aufgrund einer Marktanalyse will RTL Radio Karlsruhe musikalisch auf ein etwas rockigeres "adult contemporary"-Format setzen und lokale Kompetenz in Programmfenstern aus Karlsruhe, Baden-Baden und Pforzheim unter Beweis stellen.

    Was die Karlsruher indes vor allem auf die Palme bringt, ist in die Entscheidung nicht miteinbezogen worden zu sein. "Man hat einfach in Stuttgart entschieden, das ist nicht möglich", sagt Karlsruher-Liste-Stadtrat Eberhard Fischer, auf dessen Initiative der Autokorso in Richtung Stuttgart fuhr. "Die Welle ist ein mittelständischer Betrieb aus unserer Region, an dem viele Menschen hängen. Die ‚Welle‘ hat in der Technologieregion beständig an HörerInnen zugewonnen und sich 15 Jahre lang durchgeboxt, schreibt mittlerweile schwarze Zahlen und nun wird ihr die Existenz entzogen", fasst Fischer die Hauptgründe seines Engagements für den Erhalt des Privatsenders zusammen. "Wenn mir heute einer das Büro kündigt, suche ich mir eben ein anderes, für einen Sender aber gibt es keinen Ersatz für die entzogene Frequenz." Im Bezug auf vergleichsweise niedrige Hörerzahlen der Welle verweist Fischer auf die Konkurrenz von RPR, Radio Regenbogen sowie SWR 1 und 3, die alle im mehr oder weniger ähnlichen Musikformat schwimmen.

    Den Karlsruher Unmut gegen den "Stuttgarter Zentralismus" fördert auch, dass das Engagement von RTL so gut in die Stuttgarter Pläne zu passen scheint, einen Global Player ins Land zu bekommen, um den Medienstandort Baden-Württemberg, und dabei in erster Linie Stuttgart und den "Vorort" Ludwigsburg zu stärken. Erst Anfang März war von einem Zehn-Punkte-Programm des Staatsministers Christoph Palmer zu lesen, das verstärkt die Produktion von Fernsehserien ins Land bringen soll, wobei ein Kontakt zu RTL sicher nützlich sein kann.

    Für Karl Geibel, den Landesvorsitzenden des auch im Medienrat vertretenen Deutschen Journalistenverbandes (DJV), indessen ist es unverständlich, dass die Kommunalpolitiker die Baden-Karte zogen: "Das hat nichts mit Baden und Württemberg zu tun, das ist ein Konflikt unter Badenern." Denn hinter dem Label des Privatfunk-Oldies RTL verbirgt sich in diesem Fall ein Konsortium, an dem der Medienriese mit Luxemburger Stammhaus lediglich rund ein Viertel Anteil hat, den Rest teilen sich mit Christian Frietsch, Multimedia Röser, web.de und Wolfgang Grenke Leasing mittelständische Unternehmen und Personen aus Karlsruhe und Baden. Im höchsten Maße schillernd ist der designierte Geschäftsführer Frietsch, ein Privatradiomann der ersten Stunde, der einst als Geschäftsführer der Welle und bei Radio Viktoria nicht gerade mit wirtschaftlichem Erfolg glänzte. Er sei eher ein Visionär denn ein Praktiker, heißt es über den Mann, der kürzlich ein Literaturradio ins Leben rief und mit seinem in Söllingen angesiedelten Minisender Radio 96 nicht nur an der Grenze der Unerheblichkeit herumkrebst, sondern sogar aufgrund staatsanwaltlicher Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue in die Schlagzeilen geriet. Auch wenn RTL Radio in seinem Antrag an die KfK allen Mitarbeitern der Welle Übernahmegespräche verspricht, ist Frietsch nicht unbedingt der Mann, unter dem seine ehemaligen KollegInnen wieder arbeiten möchten.

    "Das ist ein Spiel der Unternehmer auf dem Rücken der Journalisten, Sekretärinnen und Techniker" - beim Blick hinter die Kulissen wird deutlich, dass DJV-Funktionär Geibel mit dieser Einschätzung nicht ganz falsch liegen kann. Eigenartiger Weise stammen knapp die Hälfte der Beteiligungen an RTL Radio aus Unternehmen, die auch bei der Welle Teilhaber sind. Dass es unter den Gesellschaftern der Welle in der Vergangenheit zu Differenzen kam, ist kein Geheimnis. Mit den BNN des Verlegerehepaars Baur und dem Röser Verlag stehen sich bei der Welle zumindest auf dem Feld der kostenlosen Sonntagszeitungen direkte Konkurrenten gegenüber. Mit dem Erfolg der RTL-Gruppe hat Röser, der auch an B-TV beteiligt ist, die BNN aus dem Feld der elektronischen Medien geschlagen, was deren sich schier überschlagende Berichterstattung erklärt. Ob der Erfolg allerdings Bestand haben wird, sollen nun die Gerichte klären, vor die Welle-Geschäftsführer Tom Otto ziehen will. Gewerkschafter Karl Geibel, der angesichts der "verheerenden" Präsentation der Welle vor der LfK und den "objektiv schlechten Hörerzahlen" das Aus für die Welle hatte kommen sehen, hatte die Konkurrenten zur Fusion aufgerufen, das hätte seiner Meinung nach die kompetente Mannschaft der Welle mit einem wirtschaftlich zukunftsfähigen Unternehmenskonzept verbunden, nicht zuletzt zum Nutzen der Hörer. Doch die Unternehmer sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite winkten ab. -jf
     
  4. Pitt

    Pitt Benutzer

    Was passiert dann mit der Mühlacker 100,7 ?
    Gleich Energy von Güglingen aus?
     
  5. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    @Pitt:

    das wird nciht gehen, denn Stadtradio ES (dürfte jetzt auch "die neue 107,7" sein) sendet noch bis Jahresende auf der 100,8 aus Kirchheim/Teck, da kann Güglingen noch nicht on Air gehen. Wahrscheinliche Szenarien sind:

    a) die 100,7 wird bis Jahresende still gelegt
    b) die 100,7 wird zunächst mit RTL Mittelbaden aus Mühlacker belegt, bis am 1. Januar die 91,4 in Pforzheim zur Verfügung steht
    c) die 100,7 wird mit Energy aus Mühlacker belegt, bis am 1.1.2003 der neue Sender in Güglingen genutzt werden kann.

    Ich halte b) am für wahrscheinlichsten
     
  6. Diddel69

    Diddel69 Benutzer

    -

    [Dieser Beitrag wurde von Diddel69 am 11.07.2002 editiert.]
     
  7. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    @Diddel69:

    Dann erzähl mal, was Du so weißt. Bin mal gespannt. Ich hab meine Infos u.a. aus einer Pressemitteilung der "Welle", aber dort stand noch so was wie "unter Vorbehalt".
     

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