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RTL Radio haut kräftig gegen DAB+

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Der Radiotor, 09. April 2013.

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  1. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Es ist schon bemerkenswert: Geht man heute in die Radioabteilung eines Medienmarktes, finden sich immer weniger Radios die nur noch UKW an Bord haben. Als ich zuletzt in einem Fachmarkt bei Dresden war, fand ich noch fünf UKW/MW-Geräte. Dem gegenüber standen 18 Digitalradios, also Modelle die auch DAB+ an Bord haben. Nun könnte man ja meinen, die deutschen Radiomacher sollten endlich aufwachen und in diese Technologie investieren. Zumal der Zugang zu UKW-Sendern mit den neuen Geräten nur noch über Umweg möglich ist (nach dem Start scannen die Radios zunächst nur den DAB-Bereich ab und legen eine Senderliste an, um zu UKW zu wechseln ist zumindest ein Druck auf Tasten wie "Source", "Band" etc. oder sogar eine Einstellung im Menü des Gerätes notwendig. Mich wundert vor diesem Hintergrund, dass sich die UKW-Platzhirsche noch nicht über den "fehlenden diskriminierungsfreien Zugang" beschwert haben).

    Jetzt taucht aber heut früh folgende Meldung in meinem Radar auf:

    Quelle ist Satnews.de

    Da fragt man sich: Sind das die letzten Atemzüge der Platzhirsche, eine längst im Markt präsente Technologie, die sich laut neutralen Marktbeobachtern hervorragend entwickelt, noch zu verhindern? In dem Interview wird bewusst mit falschen Zahlen gespielt (es sind nicht 400.000 Geräte verkauft, sondern inzwischen knapp eine Million). Sorry, aber ich finde dies nur noch ärmlich und lächerlich.
     
  2. Nordi207

    Nordi207 Benutzer

    Was sagt das aus?
    Ich und meine Familie haben Smartphones, ja. Aber keiner von uns eine Tarifvertrag. D.h. wir haben nur per Wlan zu Hause Internet.
    Im Auto hilft das nicht.
     
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  3. SchwarzFM

    SchwarzFM Gesperrter Benutzer

    Im Orginalbericht fordert Zimmer auch die Neuordnung der UKW-Frequenzen wie seinerseits in Österreich:

    Zudem dürfte nun nach dem Bericht klar sein, welches Programm bald für RTL Lux weichen wird.
     
  4. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Genau: Ich brauche mir keine neuen Socken kaufen, weil ich ja Wolle im Schrank habe. :wall:

    Es geht den deutschen Radiomachern doch gar nicht um eine Zukunft im Internet. Es geht alleine, ausschließlich und explizit darum den UKW-Bereich zu verlieren, und man hat einen Heidenschiss davor dass Digitalradio ein Erfolg wird und man Hörer an Konkurrenten verliert. Daher redet man bei jeder Gelegenheit das Medium schlecht und wirft dabei falsche Zahlen in den Raum. Nur zu blöd, dass immer mehr Digitalradios im Handel sind und auch immer mehr Käufer finden. Und die dann auch noch völlig begeistert sind.
     
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  5. U87

    U87 Benutzer

    Achja? Welcher denn?
     
  6. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Hier kommste ja ausm Lachen nicht mehr raus. Ein Sender echauffiert sich über DAB, der selbst jahrelang mit DRM herumexperimentiert hat, wofür es gleich gar keine Empfangsgeräte gab und gibt...
     
  7. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Und Du glaubst wirklich, daß das die typische Schlaufonnutzung ist?


    Kunststück, wenn kaum noch Geräte angeboten werden, die nicht hybrid sind. Über die tatsächliche Nutzung sagt das nur leider gar nichts aus.


    Quellen?
     
  8. radiosüchtel

    radiosüchtel Benutzer

    Ein weiterer Kandidat, der vom Tuten und Blasen keine Ahnung hat und DAB+ schlechtreden will und nebenbei auch mit falschen Zahlen jongliert.
     
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  9. U87

    U87 Benutzer

    Wie gut auch, dass Herr Zimmer sich mit dem Rest der Geschichte seines Senders ebenso gut auskennt. In den 80er Jahren hat man die Möglichkeit gehabt, die Frequenz 97,0 in der Sendeleistung massiv zu verstärken. Damit hätte RTL in NRW richtig was reißen können. Da man damals den Kopf mit dem neuen RTLplus (Fernsehen) voll hatte, wurden Fristen dafür verpasst, wie ich von einem Insider erfahren habe...
     
  10. Nordi207

    Nordi207 Benutzer

    In meinem Umfeld schon. In unserer Kantine haben wir auch extra Wlan, weil die meisten kein Tarifvertrag haben.
     
  11. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Schau mal in Internetforen, nicht nur in diejenigen, die sich speziell mit Rdaio beschäftigen. Geb mal bei Google Suchbegriffe wie "Digitalradio gekauft" usw. ein. Du wirst dich wundern, wie die Kisten in den Himmel gehoben werden.

    Zur tatsächlichen Nutzung gibt es ansonsten noch keine Erhebungen, das stimmt. Aber von dem was man so liest und mitbekommt ist es so, dass die User, die sich ein solches Gerät zugelegt haben, auf DAB+ hängen bleiben. Ist wie erwähnt auch technisch bedingt: Alle Digitalradios führen zunächst nur einen Suchlauf per DAB+ durch, den UKW-Bereich erreicht man nur durch Tastendruck oder Untermenü. Es gibt viele, die halt alle Sender im Digitalen mal durchzappen, und wenn man was gefunden hat was gefällt bleibt man hängen. Daher erwarte ich demnächst eine VPRT-Mitteilung, wo Gerätehersteller dazu aufgefordert werden könnten den UKW-Bereich gleichberechtigt oder primär vorzusehen. Ich wundere mich, warum dies bislang noch kein Thema war bei diesem Laden.
     
  12. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Bei aller Kritik schreibt Herr Zimmer aber auch einige wahre Worte, was die Regulierung angeht. Sicherlich ist aber vor allem der Eigennutzen die Triebfeder seiner Zeilen, das dürfte auch klar sein.
     
  13. Clara

    Clara Benutzer

    [COLOR=#000000]Wenn ihr so überaus optimistisch für DAB+ seid, müsst ihr euch ja über die Ablehnung durch RTL keine Gedanken machen. In Wirklichkeit weiß heute noch kein Mensch, ob DAB+ ein Erfolg wird. Negative Meinungen und berechtigte Kritik sind den Befürwortern da wohl ein Dorn im Auge. [/COLOR]
    [COLOR=#000000]Für mich ist es eine aufgehübschte Technik aus den 80er Jahren, die nicht dem entspricht, was ich von einer Radiotechnik für das neue Jahrtausend erwarte. Ein paar Sender mehr (wobei dafür wohl ein paar Sender aus angrenzenden UKW-Sendegebieten wegfallen), eventuell etwas besserer Klang, aber nichts Weltbewegendes, bei Sendelöchern kein Rauschen, sondern Stille ... sonst noch was? Da bleibt der Wow-Effekt einfach aus. Da können Landesmedienanstalten und andere Verfechter noch so trommeln. [/COLOR]
    [COLOR=#000000]Mag sein, dass die aktuelle Internet-Technik auch nicht perfekt ist als Broadcast-Medium, aber DAB+ ist es halt auch nicht. Es wird - so wie es ist - ein Nischen-Dasein wie DVB-T führen. In ein paar Jahren sollte das mobile Internet so weit sein, dass es den Radio-Traffic problemlos schluckt. Dann kräht um das durchregulierte DAB+ doch kein Hahn mehr. [/COLOR]
     
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  14. Cool Head

    Cool Head Benutzer

    @clara: Bemühe dich nicht um Sachlichkeit, gegen die unverbesserliche und fast schon talibanmäßige Verbissenheit der DAB+-Befürworter kannst du nicht argumentieren :wall:
     
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  15. Dr. Fu Man Chu

    Dr. Fu Man Chu Benutzer

    Warum soll ich mir ein DAB+ Radio kaufen, wenn ich WLAN-Radio habe oder den Rechner an die Anlage anschliesse?? Wenn ich mein Umfeld sehe, das ist gewiss nicht repräsentativ, dann wird über Tabletts, Smartphones, selten einmal über WLAN-Radio gesprochen, aber eigentlich nie über DAB+.
    Für einen privaten Sender sind die Kosten für DAB+ Verbreitung definitiv noch zu hoch und was zu gerade ansatzweise refinanzieren. Warum soll ein Unternehmen hier mit einem nicht geringen Risiko investieren? Technik die sich durchsetzt hat einen Selbstbeschleunigungseffekt, den kann ich bei DAB+ noch nicht erkennen.
     
  16. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Lustig, wie wir hier wieder den Fifty-Fifty-Mix aus Befürwortern und Gegnern von DAB+ haben. Es geht m.E. gar nicht darum dass DAB+ marktgetrieben sein muss. Es geht mehr darum dem Rundfunk noch eine Entwicklungschance zu geben. UKW ist randvoll, seit fünf Jahren scheitern fast alle Versuche ins übervolle Band noch Frequenzen mit geringster Leistung reinzupressen. Klar gibt es inzwischen nette IP-Terchniken, die auch noch funktionieren. Die Betonung liegt auf NOCH, denn schon bald wird es wunderbare Spaßbremsen geben aufgrund der nun schon überhand genommenen Power-Nutzung: Ende der Mobile Flats, Geoblocking, Datendrosselung beim Festnetz. Radiohören nur noch für Besserverdienende, ist das wirklich das, was den Radiomachern vorschwebt? Ich will ein Radio, das ich einschalte und das läuft. Und nicht eines, wo ich zunächst eine Verbindung mit einem Router oder einer App herstellen muss und mir dazu noch Gedanken machen muss, ob ich mir das überhaupt erlauben kann, bevor meine Geschwindigkeit gedrosselt wird und ich nicht mal mehr die Chance habe Mails abzurufen?

    Das Problem ist, dass die Radiomacher von Technik keine Ahnung haben und nur die bloßen Zahlen sehen. Klar, Herr Zimmer, 200 Millionen verkaufte Smartphones sind 200 Millionen potenzielle Radios. Aber wieder liegt auf einem Wörtchen die Betonung, nämlich POTENZIELL. Wer hört real über Smartphone Internet-Radio? Vielleicht ein Milli-Bruchteil dieser 200 Millionen. Und: Seien Sie froh, dass es so ist. Denn hätten Sie 200 Millionen Hörer welche die Streams einschalten wären Sie schon pleite. Lassen Sie sich mal in einer ruhigen Minute von Ihrem Techniker den Unterschied zwischen Broadcast und Unicast erklären, mit allen Pros und Contras. Vielleicht klickerts dann.

    Man kann es drehen und wenden wie man will: DAB+ ist eine tolle Technik, die viele Probleme des UKW-Empfangs löst. Es ist eine wunderbare verlängerte Hand von UKW, eine Spielwiese für neue Programmideen und Formate. Und es gibt im Moment noch viele freie Frequenzen und Sendeplätze. Daran könnte sich auch RTL beteiligen, etwa mit dem wunderbaren Programm The Wave. Das ich nur stationär einschalten kann, denn mobil wäre nach einstündigem Hören das Datenvolumen verbraucht. Ein solch tolles Programm würde die Ballungsraum-Muxxe etwa in Berlin, München oder Frankfurt optimal ergänzen. Nur zu blöd, dass es aus dem Hause RTL kommt und man ja so gegen DAB+ schließt...
     
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  17. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer

    Was denn für Probleme??
     
  18. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Etwa die Tatsache, dass man Gleichwellennetze nutzen kann zur Vergrößerung des Sendegebiets. Und nicht für jede Mini-Region in einem fünfjährigen Prozess eine eigene UKW-Frequenz nachkoordinieren muss (die es ohnehin nicht mehr gibt, weil UKW überfüllt ist).

    Oder die Tatsache dass mit den vergangenen Jahren die Störungen im UKW-Bereich durch Interferenzen massiv zugenommen haben.

    Und dass bei DAB+ die Übertragung von Zusatzdaten auch jenseits von RDS möglich ist, etwa Slideshows. Sogar Interaktion mit Rückkanal ist bei hybriden Geräten inzwischen möglich (im Vergleich zu dem was Herr Zimmer behauptet).
     
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  19. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    RTL hatte sich doch schonmal in Sachen "Digitalradio" die Finger verbrannt: Wir erinnern uns an die Ausstrahlungen im DRM-Verfahren auf Mittel- und Kurzwelle. Der Ausgang ist bekannt.

    Klar, dass die jetzt im Hinblick auf die Nutzung neuer digitaler Technologien vorsichtig geworden sind.
    Hinzu kommt, dass es sich für einen Platzhirsch wie RTL nicht lohnt, via DAB+ auf Sendung zu gehen: RTL verfügt über reichweitenstarke UKW-Frequenzen; warum also in eine teure Technik investieren, bei der gar nicht sicher ist, ob diese sich durchsetzt?

    Die 97,0 aus Hosingen sendete damals nach meinem Kenntnisstand mit 100 KW Rundstrahlung.
    Trotzdem blieben weite Teile Westfalens aufgrund der Ausstrahlungen von WDR 3 vom Bielstein auf der gleichen Frequenz und mit der selben Leistung unversorgt.

    Immerhin ist RTL Radio mit mehr als 16% an Radio NRW beteiligt: http://www.kek-online.de/db/index.php?c=1550&mt=2&s=&f=0
     
  20. U87

    U87 Benutzer

    Auf der 97,0 konnte man Radio Luxemburg in den 70er und 80er Jahren im westlichen NRW bis ins Ruhrgebiet recht gut empfangen. In Krefeld hab ich das sogar mit einem normalen Kofferradio geschafft (ok, es war ein Telefunken Bajazzo).
     
  21. Clara

    Clara Benutzer

    Mal andersherum gefragt: wenn wir heute ganz unvereingenommen und ohne 30 Jahre Herumwerkeln an DAB und DAB+ einen Nachfolger für UKW konzipieren sollten - was sollte es können? Würde dann wirklich das herauskommen, was heute als DAB+ auf dem Markt ist? Wo im Jahr 2013 vereinzelt "sogar Interaktion bei hybriden Geräten" möglich ist? Ich bitte euch.
     
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  22. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Also in etwa so wie DVB-T?
    Aha, also so wie der geschätzte Stand 2016 sein wird, dass eventuell, unter Umständen, vielleicht rund knappe 60(80?)% der Einwohner Deutschlands mit DAB+ versorgt werden können?
    Also so wie es derzeit Tatsache ist, dass Störungen in Kabelnetzen durch Einstrahlungen von DAB+ auftreten und Programme wie ARD, ZDF und einige Dritten nicht mehr klar zu sehen sind, seit die Sendeleistung von DAB+ erhöht wurde?

    Tolle Technik, tolle Fortschritte. Weiter so!
     
  23. radneuerfinder

    radneuerfinder Benutzer


    Aha. Der Vollständigkeit halber kann ich noch zu Protokoll geben: keiner der ganannten Punkte ist ein Problem auf meinen UKW Radios.
     
  24. benno

    benno Benutzer

    hier was zur Freude der DAB+ Befürworter:

    Domradio jetzt in DAB+
    Das Kölner Domradio ist im landesweiten Digitalradio-Multiplex von NRW (Kanal 11D) jetzt im Modus DAB+ zu empfangen. Bisher wurde noch im alten DAB-Modus und in Mono gesendet.
     
  25. Sebastian1985

    Sebastian1985 Benutzer

    Dann gibt es ja noch mehr so tolle Technik die dringend abgeschafft gehört wie z. B. W-LAN oder Netzwerk via Steckdose. Schließlich will ich Mittel- Lang- und Kurzwelle ja störungsfrei hören können.
     

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