1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Runder Tisch zum Thema DAB+ bei der LMK

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Der Radiotor, 01. August 2013.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Das hier lese ich gerade. Einerseits wieder das übliche Gepolter der Platzhirsche, andererseits aber auch das Bemühen einer Medienanstalt etwas zu tun. Irgendwie ist es bei dem unleidigen Thema DAB+ überall das gleiche: Es wird kräftig draufgepoltert, ohne dass man sich einmal richtig mit Chancen und Möglichkeiten einer Technologie beschäftigt. Sonst würde es nicht so bescheuerte Falschaussagen wie "Um fünf Leute zu beschallen können wir auch in eine Telefonzelle gehen" geben, wie sie unter anderem sogar von etablierten Programmachern kommen. Auch zu besagtem Runden Tisch vernahm ich aus der Szene schon einige sehr nette Details. Einer der eingeladenen Programmanbieter soll die Veranstaltung schon lange vor deren Ende verlassen haben. Besser kann man einen Protest und sein Desinteresse nicht ausdrücken. DAB+ als der große Feind des Radios? Man sollte eher mal nachdenken ob dieser Feind nicht ganz woanders sitzt...

    Quelle: SatelliFax
     
  2. KabelWeb

    KabelWeb Benutzer

    Die LMK sollte keinen runden Tisch mehr veranstalten, sondern ein Gesetz wie in Bayern installieren. Wer nicht auf DAB+ will, fliegt auch aus dem UKW Netz raus, fertig! Solche Ignoranz muss bestraft werden! Diskussionen sind da um Kompromisse zu finden!
     
    Mäuseturm, Kreisel, Tweety und 2 anderen gefällt das.
  3. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Wie jetzt? Gesetzlicher Zwang oder Kompromisse? Entweder, oder. Beides zusammen geht nicht.
     
    Inselkobi gefällt das.
  4. KabelWeb

    KabelWeb Benutzer

    Steht doch alles im Bericht, die LMK ist gesprächs- und kompromißbereit und die Privatanbieter schalten auf Blockade, was für die Branche insgesamt schädlich ist, also dann nach meiner Meinung der richtige, bayerische Weg!
     
    Tweety gefällt das.
  5. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Erstmal finde ich Zwang fast immer eine schlechte Lösung. Ein Zwang wäre nur gerechtfertigt wenn er ein potenzielles Unternehmen dadurch nicht unnötig in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt. In Bayern und Sachsen-Anhalt müssen die Veranstalter auch über DAB+ senden, das ist richtig, aber dafür wird die Verbreitung auch massivst gefördert, die Sender zahlen für die zusätzliche Verbreitung kaum etwas. Das kann sich eine LMK vor allem aufgrund vorangegangener Gerichtsprozesse (Energy/EU etc.) und massiven Kosten nicht erlauben.

    Was mich generell an der Sache stört ist die Herangehensweise der Sender. Dort wird so getan als stünden wir immer noch irgendwo im Jahr 2005, man hätte ein Rundfunksystem das vor sich hin dümpelt und es hätte keinerlei Neustart mit verbesserten Parametern und Marktbedingungen gegeben. DAB ist sowas von negativ im deutschen Privatfunklager besetzt dass den Vertretern schon die Kinnlade herunter kommt sobald man sich überhaupt traut diese Technologie in den Mund zu nehmen. Und mein eingangs erwähntes Zitat "Um fünf Leute zu beschallen können wir auch in eine Telefonzelle gehen" auf die Frage ob man nicht an einen Digitalableger denke stammt nicht etwa von einem Stammtisch im Jahre 2005, sondern von einem Vertreter eines großen deutschen Privatradios im Jahr 2013. Da fällt einem doch nix mehr zu ein...

    Ich bin übrigens den Vertretern des deutschen Privatradios dankbar, die sich einmal ernsthaft mit den Chancen der Digitalisierung und des Verbreitungsweges DAB+ erkundigt haben. Denn, man soll es kaum glauben: Die gibt es auch. Frei von jener Polemik beschäftigen sie sich mal mit Fragen wie "Wie viele Geräte stehen denn wirklich schon in deutschen Zimmern?". Oder "Wie hoch ist denn heute schon der prozentuale Anteil an Digitalradios bei Radio-Neuanschaffungen" Und kommen schnell zu bemerkenswerten Ergebnissen. Da passen dann nicht mehr potenzielle fünf Hörer in eine Telefonzelle rein.
     
  6. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Es geht ja hier auch nicht um Hobbyradios wie bei den Planungen in der Schweiz, sondern um Programme, mit denen Geld verdient werden soll.

    Was würde es denn bringen, wenn bspw. Radio Idar-Oberstein, Radio Wittlich oder Antenne Bad Kreuznach in jeweils lokalen Multiplexen mit nur einem einzigen Programm verbreitet werden?
    Der Radio Group entstehen dadurch nur Zusatzkosten, sonst nichts. Und wozu brauchen die Hörer ein Programm auf DAB+, das sich ebenso gut auf UKW empfangen lässt?
    Ist es vor diesem Hintergrund nicht verständlich, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen wie die RG an DAB+ kein Interesse zeigt?

    Eine ausschließliche DAB+-Verbreitung auf lokaler Ebene ist für ein Radio, das nicht in die Kategorie eines Hobbyprojektes fällt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt schlichtweg unsinnig, denn wenn schon auf Bundesebene kaum Hörer vorhanden sind, wie wenige dann erst im lokalen Bereich.
    Vier, fünf Lokalsender in einen regionalen Mux zu packen, macht ebenfalls keinen Sinn.
     
  7. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    @Internetradiofan: Wie wäre es wenn sich diese vier Lokalradios zusammen schließen würden um dann über DAB+ einen gemeinsamen Ableger mit innovativer Musikfarbe zu starten? Zum Beispiel. So haben es die Lokalsender in BaWü gemacht, und um Profgrammkosten zu sparen schloss man ein Abkommen mit einem bayerischen Zulieferer (egoFM). Und schon mal daran gedacht dass selbt ein Lokalsender mittels DAB+ auch sihre eigene Reichweite erhöhen kann? Du wirst zum Beisspiel erstaunt sein wie toll Antenne Mainz im offiziell zum Sendegebiet gehörenden Ingelheim oder Antenne Bad Kreuznach im ebenfalls zum Sendegebiet gehörenden Bingen auf UKW zu hören ist: praktisch gar nicht.

    Außerdem möchte ich die Lüge nicht mehr hören, es seien keine Geräte in den Haushalten. Wenn selbst eine gfu, in deren Statistiken nur Verkäufe in deutschen Läden (keine Importe, noch nicht mal über deutsche Onlinehändler) einfließen, von inzwischen über einer Million Radios spricht. Und ebenso möchte ich keinen Vergleich mehr hören zu 300 Millionen UKW-Radios. Von denen vielleicht 50 Millionen noch real im Einsatz sind, und der Rest gammelt seit Jahrzehnten irgendwo in Schubladen oder Schränken rum.
     
  8. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    @Der Radiotor: Das wäre in der Tat ein innovativer Ansatz.

    Andererseits: Wenn sich die Verantwortlichen der RG auch dagegen aussprechen, dann vermutlich deshalb, weil sie auf diese Weise eine Technologie fördern würden, die potentiellen Konkurrenten einen Zugang zum Markt erleichtert. Im Grunde genommen wäre das ein Schuss ins eigene Bein, auch wenn der Hörer natürlich davon profitiert.
    Dass in Deutschland nicht nur im Rundfunksektor Geld mehr zählt als Inhalte und Vielfalt, ist ja nichts Neues.

    Obwohl es nicht nur ein deutsches Problem ist:
    In den Niederlanden werden die Programmveranstalter zu einer DAB-Verbreitung verpflichtet, deshalb wird es dort ebenfalls künftig regionale Multiplexe geben. Im Nachbarland Belgien gibt es einen solche Verpflichtung nicht, daher besteht dort kein Interesse an DAB+, und das, obwohl die dortigen Ketten keine landesweite Abdeckung haben.
    Ohne Zwang wird sich diese Technik wohl nicht durchsetzen.
     
  9. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Womit sich die Veranstalter gar nicht beschäftigen sind die interaktiven Möglichkeiten die Digitalradios bieten: Werbung in Slideshows, Internetlinks bei Hybrid-Geräten oder zumindest Werbung im DLS-Lauftext: Das alles kann UKW nicht.
     
    grün gefällt das.
  10. grün

    grün Benutzer

    Für mich geht der Weg nur über die Hersteller von Radios. Diese müssen verpflichtet werden, in jedes Gerät DAB+ und UKW zu verbauen. Dafür kann man die immer weniger attraktive Mittel- und Langwelle weglassen.
     
    Tweety gefällt das.
  11. CelticTiger

    CelticTiger Benutzer

    Merkwuerdiges Verstaendnis von Medienpolitik. Statt zu ueberzeugen greifen wir doch viel lieber zu Druck und Dogmen, getreu der Devise: Und willst Du nicht mein Bruder sein....
     
    Makeitso und raschwarz gefällt das.
  12. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Die LMK bietet eine Dienstleistung an, und die Privatsender sagen "Danke nein, brauchen wir nicht". Das ist keine Blockade sondern eine wirtschaftliche Entscheidung freier Unternehmen. Das muss einem nicht gefallen, aber man muss es in einem freien Land einfach akzeptieren. Wobei ich denke dass es eh wenig Sinn macht DAB+ dazu zu benutzen die grossen mit ins Boot der Landesmuxe zu holen, und so UKW möglichst detailsgetreu nachzubilden. Mit welchem Argument soll man dann die Leute dazu bringen Digitalradios zu kaufen, wenn sie die selben Sender schon auf UKW hören können? Die Sogwirkung (mindestens) eines weiteren Bundesmux schätze ich daher weitaus höher ein, da er weitere Programme brächte, die UKW gar nicht bieten kann.
     
    grün und raschwarz gefällt das.
  13. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Aber nicht aller Unternehmen, wie ich heut früh lesen durfte. Und ich finde hier werden nun mal wirkliche Hintergründe warum DAB+ nicht ins Laufen kommt angesprochen

    Quelle: Satnews

    Dem ist glaube ich nichts hinzuzufügen. Und ganz ehrlich: Ich finde es auch sehr befremdend, dass die LMK die Entscheidung ob ausgeschrieben wird alleine von der Haltung der bereits auf UKW sendenden Anbieter abhängig macht und keinen allgemeinen Call-of-Interest-Aufruf gestartet hat. Das heißt in meinen Augen doch wieder: Man will gar keine Vielfalt!

    BTW: Dieses TopStar Radio gefällt mir. Ist von der Musik etwas wie Absolut Radio und doch ganz anders: Sehr gut verträgliche Musik und viele Perlen die man lang nicht im Radio gehört hat. www.topstarradio.de
     
    TS2010 gefällt das.
  14. Maxwell

    Maxwell Benutzer

    Meine Rede! Dies ist die wichtigste Voraussetzung erst mal, dass Digitalradio ein Erfolg werden könnte. Aber immer noch werden rein analoge Empfänger verhökert. So wird das nichts. In anderen Ländern wurde von der Regierung der Verkauf rein analoger Geräte schon vor Jahren untersagt.

    Was man hier bisher noch kaum angesprochen hat ist die Tatsache, dass die Senderbetreiber massig Geld sparen, wenn sie auf digitale Verbreitung umstellen. Weniger Energiekosten, weniger Wartungs- und Reparaturaufwand (die neuen Sender laufen nahezu störungsfrei über Jahre) und vor allem: weniger Antennenplatz an den Türmen (statt großer Felder nun kleine Rundstrahler), was nochmal viel Geld spart. DIES ist der wahre Ansporn der Betreiber, nicht der Wunsch, den Hörern mehr Programme oder gar eine bessere Qualität zu liefern. Das ist sozusagen das "Abfallprodukt" und wird als Argumentationshilfe für "Pro Digital" benutzt.

    Und für den Staat ist der Ansporn, dass ein freies UKW-Band wieder gegen hohe Lizenzgebühren neu vergeben werden kann (digitale Dividende).
     
    grün und Lord Helmchen gefällt das.
  15. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Darum ging es eh nie. Um das zu verstehen reicht ein Blick auf die eingesetzten Audiocodecs, ihre Arbeitsweisen und Bitraten.
     
  16. Fader72

    Fader72 Gesperrter Benutzer

    Meine Prognose: Es wird in absehbarer Zeit (2014 oder 2015) keinen landesweiten Muxx mit Privatsendern geben, man überlässt den 11A ganz dem SWR. RPR1 will regionale Programme aufschalten können und Rockland ist DAB+ zu teuer. Und das Schwenk in der Steinzeit lebt wissen wir schon lange...
     
  17. FrankSch

    FrankSch Benutzer

    Ähnliche Situation im Saarland. Der einzige (von der Hörerreichweite) nennenswerte Privatsender (Radio Salü) hat sich auf dem SR-Multiplex eingemietet, allerdings nur mit Mindestqualität, während SR1 mit 192 kbit/s mp2 sendet. Radio Group? Big FM Saarland? RMN Radio? Fehlanzeige.
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen