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Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von radioxtreme, 29. März 2008.

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  1. radioxtreme

    radioxtreme Benutzer

    Ich seh grad im Sat-TV (ARD "Festival"????) die erste Ausgabe vom "Am Laufenden Band" mit Rudi Carell aus dem Jahr 1974... Ich dachte bisher immer, Funkmikrofonie gibt es erst seit Ende 70er/Anfang 80er Jahre. Offenbar läuft Carell allerdings ohne irgend einem (sichtbaren?) Kabel herum, mit Ansteckmikrofon. Welche Mikrofone wurden damals verwendet, welche Marken, wie war die Qualität? Ab wann waren Funkmikros "sicher" in der Anwendung (Ausdauer der Batterie, genug Sendeleistung, usw???), dass sie professionell verwendet wurden? Was mich in dem Zusammenhang ebenfalls interessieren würde: wie wurde generell mikrofoniert? Ich sehe bei den Kandidaten keine Mikrofone, trotzdem sind sie sehr gut hörbar. Würde mich über interessante Antworten freuen! Gruß in die Runde!!!
     
  2. PureIgnoranz

    PureIgnoranz Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Es wurde viel mit Galgenmics gearbeitet, wenn es stationär nicht machbar war.
     
  3. Marius Zekri

    Marius Zekri Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Offenbar hat Sennheiser schon in den späten 50ern die ersten Funkmics gebastelt. Mehr Infos findest Du z.B. hier
     
  4. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Auch in der DDR gab es spätestens in den 80ern Funkmikrofone auf der Bühne. Zu sehen hier auf Seite 10. Das Zeug war da also längst betriebssicher. Und wenn man dann diese Seite anschaut und den Informationen glaubt, gab es dieses System bereits 1973.

    An dieser Stelle wieder einmal der Hinweis: Du meinst Mikrofonierung und nicht Mikrofonie. Letzteres ist die (unerwünschte) schall- oder vibrationsangeregte Kurzzeit-Veränderung der Parameter elektronischer Bauteile, z.B. von Wickelkondensatoren, die hohen Schalldrücken ausgesetzt werden.
     
  5. ebs

    ebs Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Da möchte ich ergänzen, dass auch das Treten auf Mikrofonkabel und die von Gitarristen zum akustisch-mechanischen Schwingen gebrachten Elektronenröhren ihrer Verstärker eine Störung erzeugen, die mit "Mikrofonie" bezeichnet wird.

    Dazu gibt es einen schönen Hinweis bei Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrofonie
     
  6. Tondose

    Tondose Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Um des Kaisers Bart noch ein wenig zurechtzustutzen: Er meint "Funkmikrofone". Ohne "i", ohne "rung".


    Gruß TSD
     
  7. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Man braucht das nicht zu glauben, sondern sich nur Fernsehaufzeichnungen aus den 70er Jahren anzuschauen. Da schleppte man gern einen HH 710 über die Bühne (nach Belehrung, darauf zu achten, daß der lange Schwanz nicht zu sehr baumelt, weil es sonst ganz häßlich aufrauschen könnte), und Taschensender HH 711 bzw. die dazugehörigen Ansteckmikros müßten da auch öfters auftauchen (z.B. bei Herricht*)/Preil). In den 80er Jahren war diese Technik dann beim Fernsehen schon weitgehend durch die nächste Generation Handsender HH 720 bzw. Taschensender HH 721 abgelöst.

    *) Spielte der nicht in der „eingeweckten Talkshow“ von Helga Hahnemann (Kamera 2: „du versuchst, aus dem Kammersänger was vernünftiges rauszuholen, und wenn einer ein dummes Gesicht macht, dann schwenkter auf meins“; „Sagen Sie mal, Herr Oertel, wie kommt das eigentlich, daß Sie so schön spinnen können?“) einen Tonmenschen, der seine Angel immer voll ins Bild hielt?
     
  8. RainerK

    RainerK Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Bei großen Fernsehshows konnte man schon Anfang der 60er Jahre gelegentlich Funkmikrofone sehen. Das waren meistens normale Mikros mit Taschensendern. Z.B. die Lavaliers mit der Halsschlaufe von Sennheiser, die bei Diskussionen im Studio als Kabelmikros üblich waren. In der Regel wurde oft nur ein Funksystem für den Hauptakteur verwendet. Weil damals Diversity und Störsicherheit noch in den Kinderschuhen steckte und wenn mehrere Personen auf der Bühne waren, konnte natürlich auf Kabelmikros und/oder Galgen nicht verzichtet werden.

    Es grüßt RainerK
     
  9. Tondose

    Tondose Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Wie generell der Fernsehton bei den großen Shows zwar für damalige Umstände durchaus okay, für heutige Verhältnisse aber als "nicht sendefähig" liefe: Man höre sich dauraufhin mal eine alte "Einer wird gewinnen" oder "Am laufenden Band" an.


    Gruß TSD
     
  10. tomotm

    tomotm Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    wird jetzt wohl OT aber was mich fasziniert:

    Viele dieser alten Sendungen haben eine erstaunliche Bildqualität!
    Würde mich interessieren auf welchen Medien sowas aufgezeichnet wurde.

    lg
    tom
     
  11. Tondose

    Tondose Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Das kommt auf die Entstehungszeit an. Grundsätzlich sind das alles analoge Magnetbandaufzeichnungen, heißen sie nun "Ampex" (60er Jahre, s/w, nicht zu schneiden), MAZ (70er-Jahre, 2"-Bänder; späte 70er 1"-Bänder).


    Gruß TSD
     
  12. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Hallo!

    Neues aus der Rubrik "Funkmikros verewigt auf Plattencovern":

    "ABBA" S.O.S. / I do, I do, I do, I do, I do
    1975 - Amiga 456160

    Das Bild stammt vom Auftritt in der Sendung "Ein Kessel Buntes".

    http://hitparade.ch/mypage/cologne55/


    vg Zwerg#8
     
  13. RainerK

    RainerK Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Bei dem Bild wäre ich vorsichtig.
    Bei Plärrgebäck-Sendungen wurde Sängern auch manchmal ein Kabelmikro mit einem abgeschnittenen Kabel in die Hand gedrückt; die Funkmikros waren zu schade für sowas.
    Der naive Zuschauer hatte ja die Existenz von Funkmikros akzeptiert und beim Lieblings-Künstler gibt's bis heute bzgl. Live-Gesang immer noch mehr Glauben als Wissen (Hören).
    In den 70ern waren Funkmikros aber für den Schallpegel bei Gesang noch nicht geeignet.
    Für Live-Gesang waren da Kabelmikros noch Pflicht.

    Es grüßt RainerK
     
  14. MungoHH

    MungoHH Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Bei der Hitparade im Z! D! F! mit Dieter Thomas Heck kamen Ende der 70er genau drei Funkmikros zum Einsatz. Es waren drei schwarze SKM 4031 mit silbernen Einsprachkörben. Sie entsprangen einer frühen, wenn nicht einer ersten Serie, und waren farblich frequenzabhängig gekennzeichnet. Sie hatten ewig lange Kabel als Antennen, also tippe ich auf die drei "Ur-"Frequenzen für drahtlose Mikrofone 36,7 / 37,1 / 37,9 MHz.
    Bei Musikdarbietungen waren oft mehr als drei zu sehen, das waren aber Attrappen (Playback) oder ausgeschaltete Exemplare. Es war interessant anzusehen, wie die Sendung mit diesen drei Mikros gefahren wurde, ohne dass es auffiel. Ein aus heutiger Sicht amüsanter logistischer Aufwand. Mal hatte Heck das eine Mikro, dann das zweite, dann das dritte in der Hand, weil ein anderes gerade durch Gesprächspartner oder Musiker belegt war.
     
  15. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Doch, Quadruplex kann man schneiden. Eisenpulver, Mikroskop und Präzisionsarbeit. Erst bei den Schrägspurverfahren war es mit mechanischem Bandschnitt dann wirklich Essig.

    Habe ansonsten mal nachgefragt: Die oben genannten Gefell-Systeme HH 710/711 wurden tatsächlich wegen der Störanfälligkeit ihrer Frequenzen bei 37 MHz abgelöst. Meine übrigens, mich an vereinzelten Livegesang mit HH 710 zu erinnern; damals, als noch nicht alles Plärrgebäck war.
     
  16. Munzel

    Munzel Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Für das HH710 gab es noch einen mit ca. 8 Röhren bestückten Empfänger. Anhand des verwendeten magischen Auges (EM83) und der technischen Ausführung bin ich der Meinung, daß zumindest dieser Empfänger spätestens in den frühen 60ern gebaut wurde.
    Man sollte also davon ausgehen, daß es dafür auch Taschensender (mit Transistoren oder Subminiaturröhren) gab.

    MfG

    Munzel
     
  17. joerg.limberg

    joerg.limberg Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Gesamtuebersicht der Videobandformate
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Videobandformate

    Wie im Audiobereich: Analog jahrelang etablierte Formate, dann mit der Digitalisierung machte jeder sein eigenes Ding, nix kompatibel.

    Erstaunlich, wielange sich der maessige Monoton beim TV behauptete, waehrend schon ueberall die Stereoanlagen herumstanden. Der Musikladen etc. wurde ueber den eingabeuten TV Lautsprecher gehoert, anstatt einfach des TV-Geraet mit der Stereoanlage zu verbinden. Dann haette man zumindest besseren Ton gehabt, wenn auch nur in mono. Dabei war bereits das erste Heimvideocassettensystem VCR zu Beginn der 70er stereo spezifiziert.

    Aber auch heute hoert man ja Radio ueber PC-Bruellwurfel...
     
  18. McCavity

    McCavity Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    [OT mode="rant"]Ach, komm... heutzutage hört man sein Humba-Humba-Täterää aus Handy-Lautsprechern und kürt "Schnuffel" oder wie das heißt auf Platz eins der Hitparade... beim Fernsehen werden selbst den Kamerleuten LCD-Bildschirme als Monitore an die Kameras gepflanzt, die bei der kleinsten Blickwinkel-Änderung Kontrast und Farbe ändern und zudem eine richtige Schärfebeurteilung unmöglich machen. Macht aber auch nichts, denn das, was über DVB-T beim Empfänger ankommt hat mit den analogen TV-Signalen qualitätsmäßig soviel gemein wie ein Fisch mit'm Fahrradfahren...

    McCavity
    [/OT]
     
  19. hessenhörer

    hessenhörer Benutzer

    AW: Seit wann gibt es Funkmikrofonie?

    Als reines wirklich brauchbares Funkmikrofon wurde das Sennheiser Modell SK 1008 1966 in Verkehr gebracht.
    Die Übertragungswerte ( 50Hz-15kHz ) waren für den professionellen Einsatz beim Funk nicht wirklich überzeugend. Allerdings konnte es schon damals mit verschiedenen Mikrofontypen bis hin zur Übertragung der E-Gitarre genutzt werden.
    1968 wurde von dann ein Taschen-Sende-Teil für den 37MHz-Bereich hergestellt.
    An dieses Teil wurde im professionellen Einsatz bevorzugt entweder ein, aus heutiger Sicht großes, dynamisches Lavalier-Mikrofon MD 214-1 ( 60Hz -15kHz ) oder eine (HF-Kondensator-)Lavalier-Mikrofon MK12 ( 40Hz-20kHz) angeschlossen.
    Der Sender selbst war mit einem Frequenzgang von 30Hz-20kHz +-2db angegeben.
    Zu dem MK 12 ist noch anzumerken, dass es nicht nur in den Farben Nickel-Satin und Fernsehgrau sondern auch in der Version MK12 de Luxe in Gold erhältlich war. Bei einigen Sendungen war diese Version bei Rudi Carell im Einsatz, hatte aber u. a. bei den Kameraleuten wegen der starken Reflexionen und der Auffälligkeit auf dunklen Anzügen keine Freunde.
    Auf der Empfängerseite wurden bereits Anfang der 70er-Jahre für den Diversity-Empfang entweder zwei gekoppelte Standard-Empfänger oder Sonderlösungen anderer Hersteller mit zum Teil sehr großen Groundplane-Antennen eingesetzt. Diese konnten gut in den Dekorationen versteckt werden

    MungoHH
    Diese Sendung war ein Testfeld für solche Teile. Es handelte sich um die ersten Mikrofone aus der dann folgenden SKM 4031-Familie, die noch in die Gehäuse der damaligen "profi"-Serie mit der neu entwickelten Elektret-Kapsel eingebaut wurden.
    Auch die ersten Mikrofone aus der UHF-Serie waren dort im Einsatz.

    MungoHH
    Die Antenne musste wegen des genutzten Frequenzbereichs und der geringen Sendeleistung relativ lang sein ( optimal wäre als erster Wert im 8m-Band die Länge 2m ).
    Genau diese "Jedermann"-Frequenzen wurden nicht genutzt, sondern den Rundfunkanstalten standen 12 Exklusiv-Frequenzen in dem gleichen Bereich zur Verfügung. Bis zu 6 davon konnten unter Beachtung bestimmter Regeln gleichzeitig zum Einsatz kommen.

    MungoHH
    Nicht ganz richtig beobachtet, denn in dieser Sendung wurde ion den Zeiten von D.T. Heck nahezu ausnahmslos nur LIVE gesungen!

    joerg.limberg
    Na ja, die ersten stereofähigen MAZ-Anlagen in den Sendern standen in größerer Menge erst Mitte der 70er zur Verfügung. Wenn aber der gewiefte technische Nutzer zu Hause einen VCR-Recorder hatte, konnte er den Ton von dort zur HiFi-Analge verbinden und damit den damals schon guten Mono-Ton sauber ohne die Signal-Störungen des Fernsehempfängers wiedergeben.
    Die Ton-Daten der MAZ-Studiomaschinen hatten spätestens zu Beginn der Stereosendungen im ZDF Werte erreicht, die bei einem S/N von bis zu 90db und einem Frequenzgang von 30Hz bis 18kHz+-1db weit über der damaligen HiFiNorm lagen.

    Gruß
    hh
     

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